LORENDOS
Sohn von Luziveron und ein wahrer Feuerteufel. Benutzte Identität auf der Erde noch unbekannt. War auf der erfolglosen Suche nach dem Kind der Prophezeiung.
XANTHOS
Werwolf – benutzt auf der Erde den Decknamen Romeo Savage, tritt als Rocksänger auf und heizt mit seinem Motorrad durch die Gegend.
ALESSIO
Hermaphrodit und Meister des Fleisches. Benutzt auf der Erde den Decknamen Sergio Fernandez, arbeitet als Sänger und Tänzer. Er und der Engel Jalimara hatten sich bereits gegenseitig als Gegner erkannt.
RHAMSIS
Ägyptische Teufelskatze und ältester der Dämonen. Benutzt auf der Erde den Decknamen Donevan Somerville und arbeitet als Forscher der Archäologie. Wurde bereits von Engel Raveth als Gegner erkannt.
SANTANAS
Durchgeknallter Sadist und zweitältester der Dämonen. Benutzt auf der Erde den Decknamen Orlando Dela Lothring und frönt seiner Neigung als Snuff-Film-Regisseur. Wurde von Engel Shyntall bereits als Gegner erkannt.
KARAMIRR
Dunkelhäutige Todeskralle. Benutzte Identität auf der Erde noch unbekannt.
VARUNGAR
Vogeldämon. Benutzt auf der Erde den Decknamen Nicolai Lombardi und arbeitet als Kunstdozent.
JESEBELL
Die Spinne des Todes. Benutzte Identität auf der Erde noch unbekannt.
SHANDAAR
Das Gift. Benutzt auf der Erde den Decknamen Francesco Ylang und arbeitete als Mensch als Dolmetscher.
JEEMAHL
Der Vampir / benutzt auf der Erde den Decknamen Julian und arbeitete vor seinem Beitritt in Luziverons Truppe auf Errah als Edelcallboy.
Prolog III
Hamburg: Mai 2008
»Aber … aber wir können uns doch sicherlich irgendwie einig werden?« Sven Erikson konnte nicht verhindern, dass seine Stimme ängstlich bebte. Der Typ vor ihm machte ihm eine Scheißangst und er verfluchte, dass er sich hatte von dem gutgefüllten Geldkoffer blenden lassen, um einem Treffen zuzustimmen. »Ich meine, ich wäre bereit, noch einmal über eine Partnerschaft nachzudenken!«, fügte er mit zittrig hinzu.
Sein Gegenüber schüttelte jedoch den Kopf, während goldgelbe Pupillen Sven scharf musterten: »Mein Boss und unsere Kollegen hegen nicht den Wunsch nach einer erweiterten Zusammenarbeit. Schon gar nicht mit so einem nichtssagenden Looser wie dir. Wir sind es gewohnt, unsere Ziele ohne fremde Hilfe durchzusetzen. Aber vor allem sind wir es gewohnt, immer zu kriegen, was wir haben wollen. Ohne Kompromisse!«
Sven konnte sich irren, aber er hörte deutlich ein metallisches Geräusch, als würde eine lange Waffe aus einer Schwertscheide gezogen. Kein Irrtum seinerseits, denn schon sah er sich einer dieser beeindruckenden Schlagwaffen gegenüberstehen, deren Spitze direkt auf sein Herz zielte.
»Okay … okay … ich habe verstanden. Es gehört euch. Ich … ich verzichte. Ich werde jetzt einfach gehen und wir … wir äh, wir vergessen, dass wir uns jemals begegnet sind, in Ordnung? – Ich verspreche auch, keinen weiteren Ärger zu machen!«, stammelte Sven hektisch los.
Der andere seufzte tief: »Weißt du wie oft, ich diese verfuckten Sätze schon gehört habe? Könnt ihr armseligen Kreaturen euch nicht mal etwas Neues einfallen lassen, wenn ihr um eure kümmerlichen Leben bettelt?«
»Aber … aber ich verzichte doch! Ich tue alles, was du willst. Aber bitte töte mich nicht!«, heulte Sven auf. »Das ist doch kein Grund, um jemanden umzubringen!«
Das Lächeln, was daraufhin die Mundwinkel des blondgelockten Schwertschwingers umspielte, hätte durchaus als sympathisch durchgehen können. »Weißt du Kleiner, man findet immer einen Grund, wenn man nur danach sucht. Aber ehrlich gesagt, gehört meine Art zu denjenigen, die keinerlei Grund benötigen. Allein, dass du hier vor mir stehst, genügt vollkommen!«
Und noch ohne weiter viele Worte zu verschwenden, stieß er zu und Sven sackte mit einem gurgelnden Schrei zu Boden.
Ein paar Tage darauf …
»Da haben Sie sich aber wirklich ein wahres Schmuckstück ausgesucht. Ich meine, nun gut, Sie müssen wahrscheinlich noch etwas Arbeit reinstecken, aber das wird sich am Ende auszahlen. Sie werden schon sehen. Die Lage ist absolut fantastisch und der Vorbesitzer hätte hier bestimmt einen dicken Reibach erzielt, wenn er nicht auf solch tragische Weise ums Leben gekommen wäre. … Sie sind im Übrigen die ersten Kaufinteressenten, die sich davon nicht haben abschrecken lassen. Die Leute sind ja sowas von abergläubisch«, plapperte der Immobilienmakler ohne Punkt und Komma.
Matthias Hansen, so der Name des Maklers, war überzeugt, seine Kunden für dieses individuelle Objekt zu begeistern. Sei Blick flackerte, während er auf sie einredete, unbeständig zwischen den drei hochgewachsenen Gestalten hin und her. Diese indessen fixierten mit unbewegten Mienen das Gebäude, welches er ihnen gerade vorführte. Währenddessen eine vierte, jüngere Person schmollend beim Auto zurückgeblieben war, mit dem die älteren Interessenten vorgefahren waren.
Wobei Hansen sich fragte, mit welcher Art von Prominenz er es momentan zu tun hatte.
Schwarz. Rot. Gold. Fast so wie eine Art Deutschlandflagge!, sinnierte Hansen belustigt anhand der unterschiedlichen Haarfarben seiner Kunden.
Allerdings waren alle drei Männer, so verschieden sie auch aussahen, trotz langer Mäntel und Sonnenbrillen, jeder für sich absolute Hingucker und konnten daher nur im Showbusiness tätig sein. Allein schon ihre Outfitwahl bestätigte dem Makler, es mit Persönlichkeiten zu tun zu haben, die keinen Wert darauf legten, sofort wiedererkannt zu werden. Zumindest nicht von jedem. Sondern nur, wenn sie es selbst wollten. Zumal es in seiner Branche nicht unüblich war, dass diverse Stars sich mit Immobilien schmückten, die ihren Bekanntheitsgrad noch steigerten.
Nun gut, sollte ihm recht sein. Er war noch nie promigeil gewesen. Ihn interessierte nur die Provision, die er mit dem Verkauf eines großzügigen Bauwerks erzielen würde.
Die Käufer hatten ausdrücklich darum gebeten, er möge ihnen Objekte zeigen, die sich dafür eigneten, um daraus eine Club-Location zu gestalten. Großflächig sollten sie sein. Vor allem aber nicht so abgelegen, so dass sich niemand dorthin verirrte. Aber auch nicht in einem Wohnviertel, da dies unweigerlich Beschwerden die Lautstärke betreffend mit sich zog. Daher war Hansen gleich dieses Gebäude eingefallen. Denn der erwähnte verstorbene Vorbesitzer hatte ebenfalls vorgehabt, die Partymeile der Hansestadt Hamburg mit einer weiteren Vergnügungsstätte zu bereichern. Allerdings hatte er sich auf der Suche nach Geldgebern, um seinen Traum zu realisieren, mit den falschen Leuten angelegt, die den potenziellen Konkurrenten ganz schnell ruhig gestellt hatten. Zumindest wurde das in internen Kreisen gemunkelt.
Man fand die Leiche des Mannes in einem Müllcontainer in der Nähe seiner gerade erst kürzlich erworbenen Immobilie. Ziemlich übel zugerichtet und komplett blutleer. Der oder die Täter indessen waren noch nicht gefunden worden, was auch nicht gerade dazu beitrug, dass die Immobilie leichter zu verkaufen war. Die Spekulationen rund um den Mörder gingen eindeutig in Richtung Unterwelt. Da es bekannt war, dass das Opfer sich im Rotlichtviertel herumgetrieben hatte, um dort jemanden zu finden, der ihn bei seinem Projekt unterstützte. Damit hatte er anscheinend schlafende Hunde geweckt.
Hansen hoffte, dass die neuen Interessenten nicht die gleichen Fehler, wie ihr Vorgänger begingen. Andererseits, nach Abschluss des Vertrags ging ihn das ohnehin nichts mehr an. Sofern die Kerle bereits bezahlt hatten, versteht sich. Er richtete erneut das Wort an die bisher eher schweigsamen Kunden: »Na, was sagen Sie, meine Herren? Das ist doch genau das, wonach Sie gesucht haben, nicht wahr?«
Einer der Männer, der mit den feuerroten Locken, nickte bedächtig und ein leichtes Lächeln umspielte dabei seine Mundwinkel.
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