Dein äußerer und dein innerer Körper beim Yoga
Yoga macht uns bewusst, dass wir mehr sind als nur Knochen, Muskeln und Blut. Wir können einen Zugang zu unserem Innenleben, zu unserem Geist und unserer Seele finden.
Die Seele ist unser wahrer Kern, dem wir mit Hilfe von Yoga näher kommen können. Durch regelmäßiges Yoga, bewusste Atemwahrnehmungen und positive Verhaltensweisen erleben wir nicht nur äußerliche Veränderungen. Wir nehmen auch unsere Gedanken und Gefühle besser wahr. Wenn du eine Yogahaltung durch stetes Üben immer besser meisterst, fühlst du dich gut. Du erkennst, dass du durch dein eigenes Verhalten Einfluss auf dich ausüben kannst.
Das lässt sich auf deinen ganzen Alltag übertragen und ist ein wahrer Schatz. Wer erst einmal eine Ahnung von seinem inneren Schatz bekommen hat, kann viel zufriedener und ausgeglichener in seinem Leben sein. Auch begreifen wir, dass wir ein Teil des großen Ganzen, des Universums sind.
Die Yoga-Philosophie geht davon aus, dass der Mensch aus verschiedenen Hüllen besteht, ähnlich wie bei einer Zwiebel. Diese Hüllen oder Schichten heißen in Sanskrit Koshas .
Es gibt fünf Koshas, die deinen inneren Wesenskern umgeben. Wie bei den Chakren sind alle Hüllen oder Schichten miteinander verbunden. Nicht alle Hüllen sind sichtbar, doch sie sind spürbar. Sensible Menschen können diese Schwingungen bewusst wahrnehmen.
Durch die Yogapraxis kannst du diese Schichten immer tiefer spüren und fühlen. Der Weg führt von deinem äußeren Körper zu deinem inneren Körper.
1. Schicht – Annamaya Kosha
Das ist dein physischer Körper.
Diese Schicht kann jeder von uns sehen und spüren. Sie ist dein Körper. Unser Körper besteht aus vielen verschiedenen Körperteilen, die alle miteinander verbunden sind. Es gibt ein Gehirn, ein Herz, zwei Lungenhälften, Millionen kleinster Zellen, 206 Knochen, 600 Muskeln, 4 bis 6 Liter Blut ( bei einem Erwachsenen) und 50 bis 70 Prozent Wasser. Es ist wirklich sehr faszinierend, was alles in unserem Körper vorhanden ist und wie es miteinander funktioniert.
Wenn du mehr wissen möchtest. Schau noch einmal unter Körper bei Worterklärungen nach.
2. Schicht – Pranamaya Kosha
Das ist dein physiologischer Körper.
Auf grober Ebene gehört die Funktion deiner Atmung, des Kreislaufs und der Organe dazu. Auf feiner Ebene gehören alle Nadis (Energiekanäle) dazu, die Prana (Lebensatem) im Körper transportieren und mit den Chakren verbunden sind.
3. Schicht – Manomaya Kosha
Das ist dein geistiger, mentaler Körper.
Du nimmst diese Schicht immer dann wahr, wenn du über etwas nachdenkst oder etwas fühlst.
4. Schicht – Vijnanamaya Kosha
Das ist dein intellektueller Körper.
Das wird als „Hülle der Weisheit“ übersetzt, damit ist dein Verstand gemeint.
5. Schicht – Anandamaya Kosha
Das ist dein innerster Glückseligkeitskörper.
Diese Schicht ist die Heimat deiner Seele. Viele Menschen glauben, dass alle Lebewesen eine Seele haben. Diese kann man nicht sehen, aber spüren. Sie glauben, dass die Seele auch dann noch lebt, wenn der Körper schon gestorben ist.
In der Yoga-Philosophie geht man davon aus, dass sich im Körper unsichtbare Zentren spiritueller und physischer Energie befinden. In der Tradition von Yoga und Ayurveda glauben die Menschen an ein Energiesystem, das den ganzen Körper in Form von Leitbahnen, den Nadis , durchzieht und durch die Energie, den Lebensatem Prana , fließt.
Nadi bedeutet Kanal oder Fluss. Nadis sind Transportkanäle für die feinstoffliche Energie, die sich durch den ganzen Körper ziehen.
In alten Texten aus Indien und Tibet geht man von 72.000 bis 350.000 Nadis im Körper aus. An bestimmten Punkten an der Wirbelsäule verbinden sich die Nadis zu großen kreisförmigen Energiewirbeln. Das sind die Chakren . Sie arbeiten wie Empfangsstationen oder Transformatoren und verteilen die Energie im Körper. Jedes Chakra hat eine bestimmte Anzahl von Blütenblättern. Die Blütenblätter stehen für die Nadis. Sie spiegeln unseren Gemütszustand wider und haben Einfluss auf unsere Lebenseinstellung und unser Verhalten. Manche Menschen können diese als farbige Energiefelder oder Aura um den Körper sehen und erkennen daran, wie es uns geht.
Mula bedeutet Wurzel, Quelle, Basis. Dhara bedeutet Stütze, Förderung.
Das Wurzelchakra ist das erste Energiezentrum und befindet sich am untersten Ende der Wirbelsäule. Es zieht Energie aus dem magnetischen Feld im Erdkern durch die Füße und Beine ins Becken. Es wird ab der Geburt bis zum dritten Lebensjahr entwickelt und bis zum fünften Lebensjahr gefestigt.
Das Symbol des Muladhara-Chakras ist eine Lotosblüte mit vier Blättern. Sie steht für Reinheit.
Die Zahl Vier steht für Ehrlichkeit und eine starke Basis.
Das Rechteck steht für die Erde mit den vier Elementen und den vier Himmelsrichtungen.
Das Zeichen auf den Blütenblättern steht für die körperlichen, psychischen und spirituellen Wünsche.
ES STEHT FÜR
Unsere Lebensenergie, Kraft und unseren Willen. Alles, was das Überleben sicherstellt oder behindert, hängt mit ihm zusammen
Unser Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen, innere und äußere Sicherheit und das Gefühl der Zugehörigkeit, zum Beispiel zu deiner Familie
Für die Liebe zu uns selbst und zu anderen. Die Urinstinkte nach Nahrung, Wärme (Kleidung), Schutz (Heimat) und einer eigenständigen Funktion des Körpers
Unsere Überlebensqualitäten (Mut, Schlauheit, unbedingtes Überlebenwollen, Hartnäckigkeit) von unseren Vorfahren. Wir haben also ein genetisches Erbe, das sich von Generation zu Generation aufgebaut hat. So werden nicht nur spirituelle Qualitäten, sondern auch Schwachstellen in den Familien weitergegeben
Auf der körperlichen Ebene steht dieses Chakra für die Wirbelsäule, das Skelett, die Beine, die Füße, die Dammregion, das Blut und die Nebennieren
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