Dorthe Nors - Handkantenschlag

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Dorthe Nors Kurzgeschichten sind detaillierte Momentaufnahmen des alltäglichen Lebens im 21. Jahrhundert. Scharfsinnig, von unsentimentaler Härte und raffiniert legt sie das Unheilvolle bloß, das unter dem Gewöhnlichen lauert: Mit wenigen Worten gelingt es der Autorin, eine ganze Welt aufzubauen, um sie dann kurz darauf wieder einstürzen zu lassen. Eine junge Frau liegt nichtsahnend im Bett, während ihr geliebter Gatte im Internet surft – besessen von weiblichen Serienkillern. Ein Bürokrat wechselt zum Buddhismus und hält sich für den Auserwählten. Eine Frau betrachtet sich im Spiegel, ihr Körper ist übersät mit blauen Flecken. Doch den Grund für die Gewaltbereitschaft ihres Liebhabers sucht sie bei sich selbst. Dorthe Nors Kurzgeschichten umfassen den ganzen Kosmos der menschlichen Emotionen, von der Fähigkeit zur Grausamkeit bis hin zum Mitgefühl. In den USA bereits als der neue Star der Short Stories gefeiert, erscheint ihr Erzählband `Kantslag´ jetzt erstmals auf Deutsch. Die Sammlung poetischer, aber auf eine faszinierende Art dochbeunruhigender und gleichzeitig kurioser Geschichten muss man einfach lieben.-

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Es ist spät am Tag, ein großes Brachfeld liegt zwischen ihm und Morten, hier kann er ruhig stehenbleiben. Morten geht mit seiner rothaarigen Hündin auf dem Hofplatz auf und ab. Sie ist schlank und rauhaarig, Morten hatte immer nur Dackel. Kleine aggressive Tiere, die Ledersachen und Fußmatten in den Autos annagen. Henrik mag keine kleinen Hunde. Wenn sie auf Fuchsjagd gehen, nimmt Morten seinen Dackel mit, wenn sie aber am Fjord jagen, dann mit Henriks Kleinem Münsterländer und den Lockenten. Oft haben sie in dem Wohnwagen gesessen, der auf dem Gelände des Gärtners unten am Moor steht, und zum Geruch von nassem Hund dünnen Kaffee aus Plastikbechern getrunken und darüber geredet, wie praktisch es ist, dass Henrik einen großen Hund für das eine und Morten Dackel für das andere hat. Und nun geht Morten dort unten allein auf dem Hof auf und ab. Ein einzelner Lichtstrahl fällt aus dem Küchenfenster. Er muss beim Hinausgehen vergessen haben, die Lampe auszuschalten. Der Hund reicht ihm gerade bis zu den Stiefelschäften. Sieht aus, als würde er irgendetwas an der Tür der Giebelwand reparieren. Vieles muss jetzt repariert werden. Vieles muss sich auch noch setzen. Henrik zum Beispiel hat immer geglaubt, Mortens Frau sei schuld, weil man ihr anmerkte, wie sie an Morten am meisten schätzte, dass er nicht gut genug für sie war. Es war für Morten sicherlich nicht leicht, mit jemandem verheiratet zu sein, der nie das Nächstliegende sah, sondern bei allen Dingen immer hinter den Horizont sehen wollte. Sie redete einfach zu geschwollen, und es muss Morten auch peinlich gewesen sein, wenn seine Frau, die als Dänischlehrerin in der Schule unterrichtete, von den Kindern Feldlerche genannt wurde. Und das sieht man dem Haus dort unten auch an. Die Sprossenfenster sind schwedischrot gestrichen, an der Haustür hängen geflochtene Weidenzweige, und drinnen stehen im Wohnzimmer lange Tische mit selbstgenähten Kissen. An den Wänden hing etwas, das sie nichtfigurative Kunst nannten.

Man fühlte sich immer ein wenig deplatziert, wenn man bei Morten und seiner Frau zu Besuch war. Vor allem Tina wirkte dann wie jemand, der kein Problem damit hat, seine Hand in eine Ente zu stecken und das Gekröse herauszuholen. Das lag sicher daran, dass sie auf dem Land aufgewachsen war. Sie wusste, wie die meisten Tiere von innen aussahen. Ihr war es auch egal, wenn es ein wenig roch, Hauptsache, man konnte es irgendwie verwenden. Tina packte mit an und half, wo sie konnte, aber Mortens Frau hamsterte gern in ihrer Umgebung. Außerdem mussten bei ihr alle Diplome, Titel und Zertifikate haben. Sogar Mortens Hunde brauchten Stammbäume und lange Namen, aber das gefiel Morten an ihr. Er war auch der Meinung, dass sie mit ihrer Schultasche, dem blonden Haar und der lila Bluse fantastisch aussah. Und er mochte es, dass seine Hunde, die er Muggi, Molly und Sif rief, eigentlich anspruchsvollere Namen trugen, über die man nicht lachen durfte. Einer der Hunde hatte tatsächlich Ariadne Pil-Neksø geheißen. Der zweite Name stammte von einer Hundezucht in Nordjütland, und Morten erzählte gern, wie viel Ariadne Pil-Neksø gekostet hatte. Allerdings war Ariadne Pil-Neksø nicht imstande, Füchse aus ihrem Bau zu jagen. Henrik hatte den Hund ein Stück hinter dem Haus erschossen, als der gerade einen Maulwurfshügel ausgrub.

So macht man das , denkt er und streckt die Hand nach seinem großen Hund aus. Die Dämmerung zieht auf, die nasse Zunge des Hundes leckt über seine Handfläche. Er schaut auf seinen Jagdkameraden, der auf dem Hofplatz auf und ab geht, jetzt hält er etwas in der Hand, das aussieht wie eine Bohrmaschine. Auch Morten hat seinen Hund bei sich. So ein lebendiges kleines Tier, voller Instinkte, aber letztlich doch schwach und immer in der Gefahr, ein schlimmes Ende zu nehmen. Dieses merkwürdige Band zwischen Hund und Jäger, das er einfach nicht in Worte zu fassen vermochte, vermutlich ist es wie Überkreuzpinkeln, jedenfalls muss ein Jäger auch seinen eigenen Hund erschießen können. So ist das einfach, erschieß deinen besten Freund. Aber man muss es auch zugeben, wenn man dazu nicht in der Lage ist. So hatte Morten es ausgedrückt, als er vor bald zehn Jahren in der Küche gesessen und erklärt hatte, dass der Hund, den er damals besaß, Krebs hatte. »Man muss sich selbst genau kennen, um zu wissen, wann man es nicht fertigbringt«, hatte Morten gesagt. »Wenn du schießt, dann mach ich es bei dem da, wenn es soweit ist.« Morten hatte auf Henriks ersten Jagdhund gezeigt, der große, hübsche Hund hatte vor der Heizung gelegen und ihn angesehen.

Sie verabredeten, niemandem etwas davon zu erzählen. Wie vereinbart, erschoss er Mortens krebskranken Hund, und drei Jahre später erschoss Morten den ersten von Henriks Hunden. Damit waren sie quitt, und Henriks nächster Hund starb eines natürlichen Todes. Mortens Hunde aber nicht. Mit Mortens Hunden verhielt es sich anders, aber das konnte man ihnen schließlich nicht verübeln. Vom Standpunkt des Hundes wie des Jägers ist ein sauberer Schuss die beste Lösung. Schlimmer wäre es für das Tier, in ein Auto gesteckt und zum Tierarzt gefahren zu werden. Ein sauberer Schuss, wenn der Hund gerade irgendetwas tut, das ihm gefällt, ist ein guter Tod für einen Hund – genauso wie ihn gern jemand eines Tages erschießen dürfte, wenn er so tief wie nur irgend möglich in Tina steckte. Das wäre vollkommen in Ordnung, trotzdem steht er hier am Waldrand und fühlt sich unwohl, während Morten auf dem Hofplatz umhergeht und man seiner Art zu gehen ansieht, dass ihn Frau und Kinder verlassen haben. Eine Überraschung kann das allerdings nicht gewesen sein. Alle haben seit Jahren gewusst, dass seine Frau im Grunde auf dem Sprung war. Alle dachten seit Jahren, dass Morten neben ihr irgendwie klein wirkte. Obwohl Morten mit den Jahren ein ziemlicher Prahlhans geworden war, war es im Wohnwagen des Gärtners immer gemütlich gewesen. Sie waren immer gute Freunde gewesen, aber ihrem Verhältnis fehlte ein gewisses Gleichgewicht. Er hatte Morten nie im Stich gelassen. Den ersten von Mortens Hunden hatte er erschossen, als der aus einem Fuchsbau kam. Den zweiten erschoss er bei den Weihnachtsbäumen. Den dritten quälte irgendetwas – Morten behauptete, er sei angefahren worden, aber es hätte ebenso gut etwas anderes sein können. Ihm ging es so schlecht, dass Henrik ihn vor dem Schuss zurechtlegen musste. Die Hündin mit dem lächerlichen Namen hatte er mit hinters Haus genommen. Der fünfte wurde im Garten erschossen, an einem Tag, als Mortens Frau nicht zu Hause war, nun lief der letzte Dackel dort unten auf dem Hofplatz hinter Morten her. Ein Mann und sein Hund in der Dämmerung, aber das allein war es nicht. Er musste es jetzt endlich begreifen. Sieh genau hin, denn so war es doch: In Morten gab es etwas, das sich dem Licht entzog. Tina hielt es für eine besondere Form von Komplex. Henrik wusste nicht, was es war. Er wusste auch nicht, was er dazu sagen sollte, außer dass es nach Schlachterabfällen roch und dieser Geruch sich ausbreitete.

Der Buddhist

Bevor der Buddhist Chef der Hilfsorganisation Informationen von Volk zu Volk wurde, war er ein gewöhnlicher Christ und Beamter im Außenministerium. Er schrieb die Reden des Außenministers und legte ihm gewissermaßen die Worte in den Mund. Es war eine Form der Lüge, doch anfangs störte ihn das nicht. Dann ging es ihm jedoch nahe, weil er entdeckt hatte, dass er Buddhist war. Diese Erkenntnis überkam ihn allerdings nicht von heute auf morgen. Eher war es so, dass der Buddhist als Idee auf leisen Sohlen heranschlich und sich in ihm festsetzte, kurz nachdem seine Frau sich hatte scheiden lassen wollen. Der Buddhist kam zu ihm ins Büro und nahm auf der anderen Seite seines Schreibtischs im Außenministerium Platz. Er sah sich den Buddhisten an und dachte: eigentlich ein gutes Format, um beizutreten. Buddhisten sind gute Menschen. Sie sind tiefgehender als die meisten. Buddhisten können Zusammenhänge erkennen, die andere nicht sehen. Alles Eigenschaften, die er von sich kannte, die er aber gern verbessert hätte, so wurde er Buddhist. Wäre er nicht Buddhist geworden, hätte die Scheidung ihn weit mehr geschmerzt, aber als Buddhist gewinnt man seine Einsichten durch Schmerzen. Je schmerzhafter es ist, desto klüger wird der Buddhist, dachte der Beamte und trat aus der Kirche aus.

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