Hanne-Vibeke Holst - Sag jetzt nichts, Liebling

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Der dritte Band der beliebten dänischen Therese-Reihe der 90er: Die erfolgreiche Fernsehjournalistin Therese hatte jahrelang keinen Kontakt zu ihrem Vater. Nun, als er im Sterben liegt, bittet er sie, sich auf die Suche nach ihrem Halbbruder zu machen, von dem sie bisher nichts wusste. Doch sehr zum Missfallen ihres Mannes trifft Therese bei dieser Suche auf die Liebe ihres Lebens…-

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»Bäume«, sage ich, um aus der Klemme zu kommen. »Olivenbäume.«

»Bäume«, wiederholt sie und wendet ihren Blick ab, als täte es weh, das Wort nur auszusprechen. »Weißt du«, sagt sie dann, »es gibt so viel, wovon man Abschied nehmen muß. Zum Beispiel von Bäumen. Liebst du jemanden?«

»Wie bitte?« frage ich überrumpelt, während sie ihre Zigarette im Aschenbecher zerkrümelt.

»Liebst du jemanden? Ich glaube, ich würde das hier nicht aushalten, wenn ich nicht geliebt hätte. Darf ich eine von deinen?« fragt sie daraufhin und zeigt auf meine Camel. »Eigentlich bin ich ja zu light gewechselt, aber jetzt ist es auch schon egal.« Ein dahinhuschendes Lächeln.

Ich schiebe ihr ein wenig zu schwungvoll die Packung zu. »Du kannst sie alle haben. Ich habe noch eine Packung«, lüge ich, und das durchschaut sie sicher, fängt aber die Packung auf und läßt sie in dem Moment in der Tasche ihres Bademantels verschwinden, als die Tür aufgeht, die Krankenschwester mich entdeckt und mir mitteilt, daß jemand für mich am Telefon ist.

»Ihr Mann!« sagt sie, und ich nicke, erleichtert darüber, daß ich Hannah Rubin und ihrer morbiden Klarsicht entkomme. Ich werfe ihr ein entschuldigendes Lächeln zu, das Leben muß ja trotz allem weitergehen, und ich bin schon fast an der Tür, als mich ihr Pfeil mit zitternder Präzision trifft: »Dein Mann? Dann liebst du also jemanden?«

Zwei Fragen, die ich lieber überhöre, während ich den Flur zum Schwesternzimmer hinuntereile und dort den Hörer nehme. »Warum hast du nicht angerufen?« fragt Paul als erstes.

»Weil ich am verdammten Sterbebett meines Vaters sitze! Gibt es sonst noch was?« frage ich wütend und starre die Pinnwand vor mir an, an der der Dienstplan der Krankenschwestern hängt. Am liebsten würde ich losheulen. Es fällt mir schwer, es nicht zu tun, während mir plötzlich ein Schlager-Refrain einfällt: »Nimm meine Hand, mein Freund ...«

»Tes, o Scheiße! Ich konnte nur nicht begreifen ... Du bist so schnell abgehauen ... Wie sieht es aus?«

»Er stirbt«, sage ich lakonisch und lese die Namen auf dem Dienstplan der Reihe nach. Anita, Trine, Susan und Vertretung. Montag, Dienstag, Mittwoch. Tagdienst, Abenddienst, Nachtdienst. EU – das muß Erziehungsurlaub bedeuten.

»Wann kommst du zurück?« fragt er.

»Du meinst, du willst wissen, wann du nach Odense fahren kannst?«

»Tes, nun sei doch vernünftig! Du weißt doch, wie es ist!«

»Er wird bald sterben«, antworte ich. »In der Tiefkühltruhe sind Fischstäbchen. Gib Zarina einen Kuß von mir und denke dran, sie auf Läuse anzugucken. Ich werde versuchen, heute abend anzurufen«, sage ich und lege auf, ohne mich zu verabschieden. Albern. »Nimm meine Hand, mein Freund ...«

Im Laufe des Nachmittags kommt die Sonne richtig durch, und die Hitze vermischt sich mit den Ausdünstungen von Schweiß und Tod, sowohl von mir als auch von meinem Vater. Ich habe die butterblumengelbe Gardine vorgezogen, aber das Fenster einen Spalt weit offenstehen lassen, um ein bißchen Bewegung in die im Zimmer stehende Luft zu bringen. Außerdem haben die fernen Geräusche der Rush-hour in der Provinz etwas Beruhigendes an sich, wie sie in regelmäßigen Schüben zu mir heraufdringen, in festen Kadenzen, festgelegt von den Ampelphasen. Menschen sind auf dem Heimweg von der Arbeit. Andere holen die Kinder ab, kaufen ein, gehen zum Postamt. Wieder andere eilen an der Silhouette des Krankenhauses vorbei, ohne ihm einen einzigen Gedanken zu widmen. Sie sind von ihrem Alltag und ihren Plänen für den kommenden Abend so in Anspruch genommen, daß sie ihre eigene Sterblichkeit nur wie einen leichten Schauder registrieren, einen Schatten auf der Windschutzscheibe, wenn sie da unten bei Rot halten müssen und dadurch ganz zufällig ihr Blick in diese Richtung schweift. Vielleicht haben einige selbst schon hier gesessen. Im selben Zimmer, am selben Bett, mit dem gleichen, unvermeidlichen Abschied vor sich. Einem Abschied, der immer näher kommt, während der Nachmittag vergeht und ich das Wasser in der Schale wechsle, das Tuch darin eintauche, es auswringe und immer wieder den kalten Schweiß vom Gesicht des Mannes abtupfe, von dem ich so schrecklich wenig weiß. Zum Beispiel habe ich nie von der Mühle gehört, den Olivenbäumen und dem Blick aufs Meer. Was für ein Leben hat er dort gelebt? Wo hat er eingekauft, wo hat er gegessen, was hat er getrunken? Was hat er gedacht, wenn die späte Nachmittagssonne schräg auf die Mauer aus Findlingen fiel und selbst die geschlossenen Fensterläden die Hitze nicht mehr abhalten konnten? Saß er einfach nur auf einem Stuhl im Schatten, rauchte und trank billigen Wein, eine Flasche nach der anderen, die Nächte hindurch, sein Leben lang? Zeichnete er, schrieb er, malte er? Taumelte er peinlicherweise herum? Machte er Lärm? Erinnerte er sich, hatte er alles vergessen? Weinte er oder lachte er, wenn die Hunde, aufgestachelt von ihrem eigenen Echo, zwischen den Bergen anfingen zu kläffen? Liebte er? Wen liebte er?

»Vater!« rufe ich in einem impulsiven Versuch, Kontakt aufzunehmen. Verzweifelt und vergeblich. Ich kaue auf meiner Lippe, aber da setzt seine Atmung aus, während seine Augenlider langsam hochrutschen und der Blick seiner dunklen Augen für den Bruchteil einer Sekunde oder eine Ewigkeit auf mir ruht oder durch mich hindurchsieht, aus einer anderen, fernen Welt, bevor sie wieder zufallen und die Atmung mit einem Seufzer erneut einsetzt.

»Vater!« rufe ich verzweifelt, zerre an seinem Hemd, um ihn dazu zu bringen, hier zu bleiben, nur für einen Augenblick, damit ich sicher sein kann, daß er mich gesehen und wiedererkannt hat, nur ein einziges Mal, nur ein allerletztes Mal.

»Ist er tot?« Die Stimme klingt kindlich und verlassen, nüchtern und voller Angst, und ich habe sie das letzte Mal so gehört, als sie elf oder zwölf und noch ein kleines Mädchen war, das sich bemühte, sich selbst etwas vorzumachen.

»Kiki!« rufe ich ungläubig aus und traue meinen eigenen Augen nicht.

»Ist er tot?« wiederholt sie mit dem brutalen Mut, den Realitäten ins Auge zu sehen, den ich immer an ihr bewundert habe.

»Nein«, antworte ich und umarme sie, erleichtert und froh darüber, daß sie hier steht und meine Schwester ist, seine jüngste Tochter und die einzige auf der ganzen Welt, mit der ich das hier teilen kann.

»Ich habe mit Paul geredet. Er hat gesagt, es wäre kurz davor. Sie haben für mich ein Flugzeug fünf Minuten aufgehalten. Ich mußte einfach kommen«, sagt sie und bricht plötzlich in Tränen aus, schluchzend, das Gesicht an meiner Schulter.

»Ja«, nicke ich und streichle ihr über ihre sommerlich hellen Haarstoppeln. »Du mußtest kommen. Ich hätte dich noch mal anrufen sollen.«

So stehen wir eine ganze Weile da, dicht beieinander, wir Schwestern, bis sie sich frei macht, ein Papiertaschentuch aus der Hosentasche ihrer engen Jeans zieht und sich die Nase putzt. Noch ein einzelner Schluchzer, das Kinn trotzig vorgeschoben, dann wendet sie sich dem Bett zu und läßt das Bild auf sich wirken wie etwas, das sie bisher verleugnet hat – das Bild des noch existierenden Vaters. Ich habe keine Ahnung, was in ihr vorgeht, während sie unbeweglich vor der Gestalt steht, von der sie nur noch eine schwache Erinnerung haben kann, weil sie ja noch so klein war, als er aus ihrer Kindheit verschwand und den Keim zu der Schroffheit gelegt hat, die sie noch in den letzten Jahren stur an der Behauptung festhalten ließ, daß ihr Vater schon lange tot sei. Zumindest auf symbolischer Ebene. In den ersten Jahren nach seinem Verschwinden suchte sie Zuflucht in irgendwelchen spektakulären Pippi-Langstrumpf-Geschichten, erzählte, er sei Seemann, würde über die sieben Meere fahren und eines Tages mit einer Kiste voll mit Goldmünzen und einem Affen auf der Schulter heimkehren. Später, als die Lebenszeichen und Ansichtskarten ausblieben und ein Weihnachtsfest nach dem anderen verging, ohne daß er als Weihnachtsmann ins Zimmer trat, hatte er ihren Schilderungen nach in der Biskaya Schiffbruch erlitten, war von Kannibalen auf einer Südseeinsel aufgefressen oder bei einer Messerstecherei in Alexandria umgebracht worden. Die Anregungen dazu bekam sie aus den klassischen Jungenbüchern, die sie auf dem Dachboden der Forstmeisterei gefunden hatte, und während Onkel Erik sich damit amüsierte, ihren Geschichten immer weitere phantastische Details hinzuzufügen, zerrissen sie Tante Mo das Herz. Und das um so mehr, als sie sie nach einer feurigen Prügelei auf dem Schulhof verbinden und mit Jod bepinseln mußte, wo Kiki in regelmäßigen Abständen Amok lief, wenn sie wegen der Märchen über ihren Vater geärgert und verhöhnt wurde. Wobei ich ihr nur selten zu Hilfe kam, im Gegenteil, wenn das Gerücht die Runde machte, daß Kiki mal wieder verprügelt wurde, versteckte ich mich lieber auf dem Klo. Dafür versuchte ich sie anzuflehen, zu zwingen oder zu bestechen, damit sie endlich ihren hoffnungslosen Traum aufgebe, aber sie hielt hartnäckig an ihm fest, bis sie in die Klauen so eines frisch ausgebildeten Schulpsychologen kam, der wollte, daß sie malte und erzählte. Da klappte Kiki zu, sprach nie wieder von Schiffbruch oder Negerkannibalen, ließ die Provokationen der anderen Kinder an sich abprallen und hatte offensichtlich mit sich selbst abgemacht, ihren Vater nunmehr für tot zu erklären. Und damit basta.

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