Können wir auch, dachte sich die Ü40 des SV Eichede. Die spielt in der Kreisliga Schleswig-Holstein und kassierte im Dezember 2012 ihre bis dato letzte Heimniederlage. Seither ist der Nebenplatz des Ernst-Wagener-Stadions zur Festung geworden. Das Erfolgsgeheimnis? »Vor allem technisch sind wir schon stark. Da hilft es uns auch, dass wir zu Hause auf einem guten Platz spielen können«, so Trainer Ralf B.
Ein weiterer Vorteil könnte natürlich sein, dass die Truppe nie wirklich in Gefahr gerät, aufzusteigen. Dafür ist die Auswärtsbilanz einfach zu mies. Fernab des heimischen Rasens sind die Jungs nämlich chronisch mittelerfolgreich. Aber auch die schönste Medaille hat ihre Kehrseite.
Bauer sucht Durchfahrt
TV Braach gegen die SG Haselgrund, Kreisliga B2, Hersfeld/Hünfeld. Es ruckelt so vor sich hin, das Spiel, bis plötzlich nichts mehr geht, da sich ein Landwirt mitsamt seines Traktors vor das Tor der Gästemannschaft platziert.
Er wolle seinen Platz erst wieder räumen, wenn die auf der Straße neben dem Sportplatz parkenden Autos den Weg für ihn freigeben, lässt er die verdatterten Zeugen wissen. Nach einigem Hin und Her beugte sich das Publikum dem überdimensionierten Flitzer, der schließlich seiner Wege tuckerte. Das Spiel endete wenig überraschend torlos. Oder wie ein Augenzeuge schilderte: »Endlich stand im Tor der Gästemannschaft mal eine richtige Maschine.«
Kälber, wir brauchen Kälber
Im Leben wie im Fußball geht es bekanntlich darum, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Viele Entscheidungen fällen wir unbewusst, manche von leichter Hand. Und dann gibt es Situationen, in denen es fast aussichtslos erscheint, zwischen falsch und richtig zu entscheiden. Wie im folgenden Fall.
Man stelle sich nur einmal vor, man sei ein Bauer. Dazu Torhüter seines Dorfvereins und inmitten eines wichtigen Auswärtsspiels beim Lokalrivalen. Man stelle sich weiterhin vor, es liefe nicht besonders gut. Nach 25 Minuten führte der Gegner mit 5:0, als einen vom heimischen Hof der Anruf ereilt, das lang ersehnte Kalb sei auf dem Weg, das Licht der Welt zu erblicken.
Für einen Torhüter des AS Marly Gomont war der Fall klar. Er zögerte keine Sekunde, ließ sich auswechseln und eilte heim zu seiner trächtigen Mutterkuh. Dumm nur, dass der Klub ohnehin ersatzgeschwächt angetreten war. Ganze 14 Spieler fielen im Vorfeld der Begegnung verletzt aus, zu zwölft trat der Verein die Reise zum Auswärtsspiel an. Ein Ersatztorhüter war leider nicht darunter. Und so erbarmte sich schließlich der 61 Jahre alte Präsident des Vereins. Mit überschaubarem Erfolg. Mit 0:10 ging es in die Halbzeit. In der Kabine schlugen jüngere Spieler einen Spielabbruch vor, die Mannschaft entschied sich jedoch im Sinne des Fairplay durchzuhalten. Nach 90 Minuten hieß es 0:20.
»Wir hätten abbrechen können. Aber was ist besser? Die bittere Pille schlucken, weitermachen und lernen? Oder aufgeben?«, fragte Präsident Alain B. in einer Stellungnahme auf der vereinseigenen Homepage. Es war die richtige Entscheidung. Der Gegner gratulierte ob der sportlich fairen Einstellung, der Verein war kurzzeitig in aller Munde und auch das Kalb des Torhüters startete so halbwegs reinen Gewissens ins Leben.
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