Astrid Seeberger - Goodbye, Bukarest

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Es ist ein Rätsel in ihrer Familiengeschichte, ein blinder Fleck. Von Bruno, dem ältesten Bruder ihrer Mutter – dem es gelang, dass alles, was er berührte, zu zittern auf hörte – hieß es immer, er sei bei Stalingrad gefallen. Es war eine Lüge: Als Astrid zufällig davon erfährt, muss sie die Suche nach Bruno aufnehmen, ohne erklären zu können, warum. Und diese Spur führt nach Bukarest …
Astrid begegnet Menschen, die Bruno nahekamen, und hört Lebensgeschichten voller Farbigkeit und Dramatik, die Streiflichter auf ihn werfen. Zusammen mit zahlreichen Bezügen zu Kunst und Literatur entsteht daraus ein dichtes Gewebe, auf dem Brunos Leben erscheint: seine Einsamkeit, die eisige Weite vieler Jahre und die vielen Momente menschlicher Wärme und größter Geistesverwandtschaft.
Astrid Seeberger ist ein bewegender, bildgewaltiger und poetisch dichter Roman über ein europäisches Schicksal gelungen.

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Es ist Mitternacht. Lech und ich sind kurz zuvor auf die Insel heimgekehrt. Er hatte mich in Arlanda abgeholt, stand mit seinem leisen Lächeln da, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt.

Ich war in Oslo gewesen und hatte auf einer Konferenz gesprochen. Auf dem Hinflug, als die Maschine gerade eine Höhe von zehntausend Metern erreichte, ging mir durch den Kopf, dass nur eine dünne Metallhülle und dünnes Fensterglas mich von der kalten, eisigen Weite dort draußen trennten. Eine Weite, deren Licht zu uns dringt, doch keine Geräusche. Nicht das Tosen der explodierenden Supernoven. Nicht die Winde, die über die Planeten rasen. Auch nicht der Gesang.

Bevor ich losgefahren war, hatte Lech ihn mir auf dem Computer vorgespielt, den Gesang, den die Raumsonde Philea nach der Landung auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko aufgefangen hatte. Er klang wie der Trauergesang von jemandem, der nicht länger glaubt, jemals gehört zu werden. Und Lech zeigte mir die Fotos, die die Sonde aufgenommen hatte, bevor sie auf dem Kometen gelandet war: ein Steinkopf, dessen Scheitel stark leuchtete, vielleicht ja auch das Gesicht, doch ist es nicht zu sehen, nur die dunkle Rückseite des Kopfes. Wenn man aber den Kometengesang hört, weiß man, wie das Gesicht aussieht.

Als ich meinen Vortrag gehalten hatte, ging ich durch Oslo. Es war kalt. Die Atemzüge der Menschen bildeten flüchtige Nebelwolken. Und plötzlich begriff ich, dass ein Trauergesang verschiedenartig klingen kann, dass er manchmal nur ein leises Klimpern ist. Wie bei der jungen Rumänin, die auf einem Stapel alter Zeitungen saß, eingewickelt in eine schäbige graue Decke. Im Gegensatz zu den anderen Bettlern streckte sie ihren Plastikbecher den Leuten nicht hin. Er steckte festgeklemmt zwischen ihren Knien. Als ich dicht vor ihr stand, begriff ich: Sie zitterte so sehr, dass ihre Knie die im Becher liegenden Münzen zum Klimpern brachten.

Ich hätte sie in ein warmes Café bringen sollen. Das Einzige aber, was ich tat, war, ihr einen Schein in den Becher zu stopfen, einen der beiden, die ich noch besaß. Sie murmelte etwas, das wie danke klang. Während das Klimpern weiterging. Ich nahm ein Taxi zum Flugplatz, das erste freie, das vorüberkam, obwohl noch drei Stunden Zeit war, bis meine Maschine fliegen würde. Ich konnte einfach nicht dortbleiben. Obwohl das Klimpern kaum zu hören war, übertönte es einfach alles.

Auf dem Flughafen fiel es mir schwer, irgendetwas zu tun. Ich hatte ein Buch eingesteckt über den Stalinismus in Rumänien. Ich lese alles, was ich über Rumänien auftreiben kann, als könnte mir das helfen, Bruno zu finden. Jetzt aber war ich nicht imstande, es zu lesen, auch anderes nicht, nicht einmal Paul Celans Gedichte, die ich ebenfalls mitgenommen hatte, er, der sich in der Seine ertränkt hat. Auch zu schreiben vermochte ich nicht, nicht die kleinste Zeile. Alles schmerzte, auch meine Sehnsucht nach Lech.

Auf der Insel, 9. Dezember 2014

Es war Abend. Lech saß im Sessel und las. Ich blätterte Bücher durch, die früher einmal Mutter gehört hatten, Bücher über Ostpreußen, in denen sie Unterstreichungen vorgenommen und kleine Kommentare an den Rand geschrieben hatte. Doch nichts über Bruno, nirgendwo. In einem der Bücher lag ein Ausschnitt aus der Zeitschrift Riesengebirgsheimat , Jahrgang 2004, Nummer 2, Seite 30:

»Herr Jeannot Bartier ist auf der Suche nach Einwohnern Spindelmühles, die Kontakt zu seinem Vater hatten. Sein Vater Henri J. Bartier, geboren am 12. April 1922, gehörte einer Kolonne belgischer Kriegsgefangener an, die im Dienst der Firma Chemische Werke Brieg, Abteilung Straßenbau, eine Straße von Spindelmühle zum Spindlerpass anlegten. Herr Bartier junior wäre über jede Nachricht erfreut, so geringfügig sie auch ausfiele. Wer sich an seinen Vater erinnert, kann sich Fotos anschauen, die Herr Bartier senior aufgenommen hat: ein Foto, datiert 1941, das die belgischen Kriegsgefangenen De Bliek und Tobac zusammen mit zwei Spindelmühlerinnen zeigt, Frau Standera und Frau Bauer (gemäß der handschriftlichen Notiz auf der Rückseite). Auf dem Bild ist auch Frau Wiesners Kind im Kinderwagen zu sehen. Darüber hinaus gibt es Fotos von Herrn Bartiers belgischem Wehrpass und seinem Kriegsgefangenenpass. Er fotografierte auch seinen Entlassungsschein, ausgestellt am 8. Januar 1941 von der Kommandantur in Görlitz. Nach Herrn Bartiers Tod fand der Sohn die Fotos in dessen Schreibtisch. Der Vater hatte nie, mit keinem einzigen Wort, erwähnt, dass er in Spindelmühle gewesen war. Wer über Informationen verfügt, kann Kontakt aufnehmen zu Monsieur Bartier Jeannot, 38 Rue Chanoine Camerlijnck, B-7780 Comines, Belgien.«

Warum hatte Mutter diesen Ausschnitt aufbewahrt? Sie hatte ihn fein säuberlich mit der Schere ausgeschnitten. Ich zeigte ihn Lech. Das muss etwas bedeuten, sagte ich.

Er schaute ihn genau an. Das ist schwer zu verstehen, erwiderte er. Dann sagte er, dass Kafka in Spindelmühle war. Er war krank gewesen und hatte ein Jahr lang nicht schreiben können. Sein Arzt hatte ihn in diesen Kurort im Riesengebirge geschickt, damit er wieder zu Kräften kam. Als Kafka dort eintraf, hatte es heftig geschneit, als wollte der Schnee alles begraben. Noch am selben Abend begann er am Schloss zu schreiben. Und die Worte strömten.

»Wenn ich Bruno fände«, sagte ich, »würden meine Worte strömen.«

»Warum ist er so wichtig für dich?«, fragte Lech.

Ich antwortete mit einem Zitat von Kafka: »Von einem gewissen Punkt gibt es keine Rückkehr mehr.«

»Das ist keine Antwort«, sagte Lech. Er sagte es mit Wärme.

»Ich kann es nur schwer erklären«, erwiderte ich. »Er und ich gehören irgendwie zusammen. Vielleicht, weil er vor seinem Vater geflohen ist, und ich vor meiner Mutter.«

»Vielleicht«, sagte Lech. Er klang nicht überzeugt. Ich war es selber nicht.

Auf der Insel, 22. Dezember 2014

Wir saßen in der Küche beim Frühstück. Ich sagte, es sei jetzt exakt fünfundzwanzig Jahre her, dass das rumänische Volk sich gegen Ceauşescu erhoben habe. Genau am 22. Dezember war der Diktator in Panik aus Bukarest geflohen. Und die große Stille der Stadt füllte sich mit Musik. Überall spielte man Weihnachtsmusik, die all die Jahre verboten war. Vielleicht hatte ja auch Bruno »Stille Nacht« vor sich hin gesummt, während er auf einem Bahnsteig der U-Bahn auf den Zug wartete.

»Du gibst nicht auf«, sagte Lech.

»Nein«, sagte ich. »Ich will Bruno finden, auch wenn ich nicht weiß, wie.«

»Du hast keine Spur«, sagte er.

»Falls Monsieur Bartier Jeannots Annonce nicht eine Spur ist«, erwiderte ich.

»Vielleicht hat sie deine Mutter auf die Idee gebracht, selber zu annoncieren«, meinte Lech.

Ich sah ihn an. Er war gerade im Begriff, dem Ei mit dem Messer die Spitze abzuschlagen. Ich kannte niemand anderen, der das so elegant machte wie er. Und es waren auch nur wenige, die so scharf dachten.

»Du kannst recht haben«, sagte ich.

Er erwiderte, das sei jedenfalls eine einleuchtende Hypothese.

Auf der Insel, 1. Januar 2015

Lech schlief noch, als ich aufwachte, auch als ich seinen Fuß mit meinem berührte. Aus der Küche waren Geräusche zu hören. Das musste Anselm sein, unser alter Freund, der mit uns Silvester gefeiert hatte. Er wird gewöhnlich früh wach, selbst wenn er spät ins Bett gegangen ist.

Ich dachte an das, was Anselm gestern erzählt hatte. Nach dem Essen hatten wir auf den Sofas Platz genommen, Lech und ich auf dem mit dem Wolfspelz und Anselm auf dem anderen. Lech sagte, jeder Jahreswechsel mache ihm zu schaffen, sie hätten etwas von Memento mori an sich. Während ich sagte, jedes Jahr könne ein Annus mirabilis werden, ein Jahr der Wunder. Da hatte Anselm uns von einem Wunder erzählt.

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