Mary Michael - Psychotherapie - wozu und wie?

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Psychotherapie - wozu und wie?: краткое содержание, описание и аннотация

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In unserer immer komplexer werdenden Gesellschaft wird auch die Psyche immer komplexer. Psychische Irritationen, Störungen und Probleme sind dabei vorprogrammiert – sie sind völlig normal. Michael Mary zeigt, dass dass die meisten psychischen Probleme keinen Krankheitswert haben, sondern in Wahrheit immer schon den Keim zu ihrer Lösung in sich bergen. Er schildert im ersten Teile des Buches die Grundzüge einer ‘Psychotherapie der Identitäten’, die sich dem Umgang mit den ganz normalen Problemen des heutigen Lebens widmet.
Im zweiten Teil des Buches kritisiert der Autor die staatlich kontrollierte Psychotherapie. Um einen Menschen psychotherapeutisch behandeln zu können, ist diese Richtlinientherapie gezwungen, ihn für krank zu erklären. Therapeuten müssen sich aufgrund der Gesetzeslage an Vorgehensweisen anpassen, die aus Industrie und Wissenschaft stammen. Diagnosen werden als fundiert, Gutachten als objektiv, Behandlungsmethoden als wissenschaftlich erforscht dargestellt, und es wird so getan, als könne Effizienz garantiert werden – dabei ist die Psychotherapie alles andere als eine Wissenschaft. Sie besteht in der Begleitung eines Menschen durch einen anderen Menschen, in Zuwendung und in der gemeinsamen Suche nach Sinn, nach einer neuen Lösung.

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Zweifellos ist der heutige Mensch an diese Lebensumstände angepasst und in der Lage, seine Identität an die unterschiedlichen Lebensbereiche, in denen er sich bewegt und an die unterschiedlichen Lebenslagen, in die er gerät, anzupassen. Aber eines kann er nicht mehr: an einer bestimmten Identität, an einem bestimmten Ich, über einen längeren Zeitraum oder über verschiedene Bereiche hinweg festzuhalten. In dem Fall bekommt er nämlich unweigerlich Probleme.

Beispielsweise kann man im kirchlichen Bereich als „Ich der Wohltätige“ auftreten und eine kleine oder große Spende machen. Wechselt man aber in den Finanzbereich um eine Investition zu tätigen, kann man unmöglich „Ich der Wohltätige“ bleiben, sonst ist das Vermögen schnell weg. Im Finanzbereich ist man „Ich der Investor“, also ein egoistischer und kein wohltätiger Mensch. Als Investor wiederum geht man in der Liebe unter, dort ist man „Ich der Liebende“, also jemand der nicht mit Gewinn und Verlust spekuliert, sondern der schenkt und beschenkt wird. Sobald das Kalkül ins Liebesspiel gerät, verliert man zuerst das Gefühl, zu lieben und dann auch das Gefühl, geliebt zu werden. Die einzige Chance um in den jeweiligen Lebensbereichen zu bestehen besteht unter diesen Umständen darin, seine Identität an die dortigen Anforderungen anzupassen.

Die moderne Gesellschaft erfordert eine enorme psychische Flexibilität. Um sich in ihr zu bewegen muss man eine Art Identitäts-Chamäleon sein.

Aus den genannten Gründen verfügt jeder Einzelne über einen ganzen Schrank voller Identitäts-Mäntel, und je nach Lage der Dinge schlüpft er in diesen oder jenen Mantel, in diese oder jene Haut, zeigt einmal dieses und dann jenes Gesicht. Der Einzelne trägt unterschiedlichste ‚Personen’ oder ‚Charaktere’ in sich.

Besonders merkwürdig erscheint, dass diese ‚Ich’ nicht viel miteinander zu tun haben. Jedes Ich lebt gewissermaßen in einer eigenen Welt, einer Welt mit ganz eigenen Logiken und Verhaltensmöglichkeiten, und es ist wahrlich faszinierend, wie spielerisch es der Psyche im Normalfall gelingt, den jeweils notwendigen Identitätswechsel zu bewältigen.

Probleme mit der jeweiligen Identität

Allerdings kann man mit der psychischen Flexibilitätsanforderung auch gehörig ins Schleudern geraten. Das passiert immer dann, wenn man noch in einem Ich feststeckt, während aufgrund veränderter äußerer und innerer Umstände bereits ein anderes Ich gefordert wäre. In solchen Fällen verfestigter Identität stellt man alsbald fest, ein Problem zu bekommen. Dazu ein kleines Beispiel.

Herr Konrad hat in seiner Ursprungsfamilie gelernt, eine ‚Ich stehe im Mittelpunkt-Mentalität’ zu entwickeln, er zeigt sich als ‚Ichbezogener’. Das stellt lange Zeit kein Problem dar, er findet sogar einen Ehepartner, der sich auf diese Dominanz einstellt. Auch an der Universität kommt er als ‚Ichbezogener’ weiter als andere, er macht den Doktor mit Auszeichnung. Dann landet er in einem Forschungsinstitut, wo er im Team forschender Wissenschaftler arbeiten muss. Jetzt fangen die Probleme mit dem mitgebrachten Mantel an. Die Kollegen reagieren nämlich mit Widerstand und Ablehnung auf den ‚Ichbezogenen’, aber Herr Konrad will und kann nicht aus seiner Haut raus. Nach zwei Jahren ist der Mann ausgegrenzt, keiner will mit ihm zusammenarbeiten, seine wissenschaftlichen Projekte bleiben im Sand stecken, er steht nervlich am Abgrund.

Der Mann hat psychische Probleme, weil er in unterschiedlichen Umständen ‚derselbe’ ist, statt ein ‚anderer’ zu sein. Vielleicht ist es ihm problemfrei möglich, zu Hause weiterhin der 'Ichbezogene' zu sein, in der Arbeit aber beißt er auf Granit. Wer sollte und könnte ihm bei dem nötigen Identitätswechsel helfen? Das könnten Psychotherapeuten tun. Sie sind Spezialisten für komplexe und undurchsichtige psychische Vorgänge, und daher fände der ichbezogene Wissenschaftler hier am ehesten Hilfe.

Wir sind multiple Persönlichkeiten

Das Geschilderte macht deutlich: Psyche und Gesellschaft hängen untrennbar zusammen.

Die moderne Psyche bildet die gesellschaftliche Komplexität in sich ab. Sie ist daher ebenso fragmentiert wie die Gesellschaft.

Es ist unmöglich auf Dauer verlässlich zu wissen, wer Ich bin und zu wissen, als wer Ich wann wem gegenüber, auch mir selbst gegenüber, wie auftreten soll. Die Vielgesichtigkeit der Psyche macht es schwer, von sich als einer festen Person zu sprechen oder sich einen verlässlichen Charakter zuzurechnen – mit anderen Worten, sich auf sich selbst (und andere) verlassen zu können.

Auf der Suche nach dem Charakter des Herrn Beek

Welche Persönlichkeit oder welchen Charakter hat beispielsweise ein Mann namens Herr Beek? Machen wir uns auf die Suche nach der Person ‚Beek’ und begleiten wir den Mann durch einen beliebigen Tag.

Herr Beek ist auf dem Weg zur Arbeit. Vor dem Firmengebäude gerät er mit einem Autofahrer aneinander, dem er in letzter Sekunde einen Parkplatz wegschnappt. Dem Autofahrer gegenüber zeigt er einen rücksichtslosen Egoisten. Im Aufzug trifft Herr Beek den Geschäftsführer, der nur kurz nickt. Herr Beek grüßt überaus freundlich, er tritt fast unterwürfig auf. Könnte Herr Beek Gedanken lesen wüsste er, dass der Firmenleiter ihn als antriebslosen und angepassten Durschnittssachbearbeiter kennt. An seinem Arbeitsplatz angekommen grüßt er die Kollegen, denen er sich als besonnener und verlässlicher Mitarbeiter zeigt. Der attraktiven Servicekraft in der Kantine gibt sich Herrn Beek als charmanter, zuvorkommender und humorvoller Mann. Ganz im Gegenteil zum Hausmeister, der Herrn Beek bittet, kurz an einem Schrank anzufassen und eine schroffe Abfuhr erhält. Dem Hausmeister gegenüber zeigt sich Herrn Beek als arroganten Angestellter. Bei den Lieferanten seiner Firma gilt Herr Beek als kompromissloser Verhandler. Der Bettler, an dem Herr Beek auf dem Weg nach Hause seit Wochen vorbeil äuft ohne jemals einen Cent in dessen Mütze zu werfen, kennt ihn als hartherzigen Mann. Im Bus schaut Herr Beek betreten weg, als zwei ausländerfeindlich Typen eine Türkin beschimpfen. Die Türkin begegnet in Herrn Beek einem Feigling. Kurz vor seiner Haustür weist Herr Beek ziemlich scharf ein Kind zurecht, das eine Bananenschale auf den Boden wirft. Das Kind lernt ihn als autoritären und bedrohlichen Menschen kennen. Ganz anders sieht Herr Beeks eigene, achtjährige Tochter das. Herr Beek bricht nämlich zum wiederholten Mal sein Versprechen, mit ihr eine Fahrradtour zu unternehmen und schaltet statt dessen den Fernseher ein, um das Fußballspiel zu sehen. Seine Tochter kennt ihn im großen Ganzen als gleichgültigen und an ihr wenig interessierten Vater. Herr Beeks Frau wiederum sagt, sie wäre mit einem warmherzigen Mann zusammen, der Gott sei Dank mehr Wert auf Innigkeit als auf Sexualität lege. Sie weiß nichts von den kleinen Pornofilmchen, die Herr Beek scheinheilig in seinem Bastelkeller versteckt hat und die ihn als einen Mann ausweisen, der an ungewöhnlichen Sexualpraktiken Gefallen findet. Herr Beek erhält gegen Abend einen Anruf von seinem Bruder, mit dem er in eine Erbstreitigkeit verwickelt ist. Dieser Bruder kennt ihn als gnadenlosen Abzocker. Während er seinem Bruder mit dem Anwalt droht, hält Herr Beek den Hörer zu und bittet seine Frau freundlich, ihm ein Bier aufzumachen. In diesem Moment ist er fast gleichzeitig zwei Herr Beek, ein harter in die eine Richtung und ein freundlicher in die andere.

Wer nun ist Herr Beek? Welche Person stellt er da? Welchen Charakter weist er auf? Ist er ein besonnener, ein verlässlicher, ein egoistischer, ein freundlicher, ein antriebsloser, ein angepasster, ein arroganter, ein kompromissloser, ein hartherziger, ein feiger, ein autoritärer und bedrohlicher, ein gleichgültiger, ein warmherziger, ein scheinheiliger, ein harter oder ein freundlicher Mann? Herr Beek ist das alles und nichts davon. Herr Beek ist ein ganz normaler Mensch, dessen zahllose Verhaltensmöglichkeiten, von denen hier nur wenige angedeutet sind, sich unmöglich unter den Hut eines Charakters oder den Mantel einer Person bringen lassen. Wer wird Herr Beek unter extremen Bedinungen sein? Beispielsweise in einem plötzlich ausbrechenden Bürgerkrieg? Das weiß niemand, zuletzt er selbst.

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