Meine eigenen Kinder wurden beide mit Grauem Star geboren. Das war traumatisch für mich und ihre Mutter, da wir aus Erfahrung wussten, welchen Kampf sie vor sich haben würden. Im Alter von zwei Wochen wurden sie am Grauen Star operiert, sodass sich der fürs Sehen zuständige Bereich des Gehirns, der visuelle Kortex (Sehrinde), normal entwickeln konnte. Das war in meiner Jugendzeit noch unbekannt. Da ihre Operationen erfolgreich verlaufen waren, hatten sie nicht unter den Vernarbungen zu leiden, die mir zu schaffen gemacht hatten, als ich klein war. Mithilfe der Techniken, die Sie in diesem Buch finden, hat sich ihr Sehvermögen enorm verbessert. In ihrer ganzen Kindheit und Jugend haben meine Kinder immer wieder ihr stärkeres Auge abgedeckt und mit dem schwächeren Auge Objekte angeschaut, um die Belastung zu reduzieren, die entsteht, wenn ansonsten allein das stärkere Auge für das Sehen zuständig ist.
Mein Sohn, der das Herz und das Gemüt eines Künstlers hat, ist in vieler Hinsicht oft in seiner eigenen Welt. Während er in seiner Welt ist, betrachtet er aber mit großem Interesse Details. Dank seiner starken Beobachtungsgabe und seiner Liebe zum Detail sieht er vieles, was andere nicht sehen. Er hat das beste Sehvermögen eines Kindes entwickelt, das je mit Grauem Star geboren wurde. Er hat jetzt eine Sehschärfe von 20/40 ohne Brille. Das sind 80 Prozent einer Sehkraft von 20/20 ohne seine natürlichen Linsen. Jeder andere hätte ohne die natürliche Linse des Auges eine Sehkraft von 20/400 (5 Prozent des normalen Sehvermögens). Mit Brille hat er eine Sehschärfe von 20/15. Die meisten anderen Kinder, die mit Grauem Star geboren und erfolgreich operiert wurden, haben mit wesentlich dickeren Brillengläsern eine Sehkraft von 20/80 oder 20/100; eine Sehkraft von 20/40 ist einmalig für jemanden, der keine natürliche Linse besitzt.
Meine Tochter hat auch viele Phasen der Veränderung durchgemacht. Wir haben in unserem Wohnzimmer viel miteinander gespielt, wobei sie ihr stärkeres Auge abdeckte, wenn sie mit mir Ball spielte, und ihr schwächeres Auge nutzte. Zu verfolgen, wie der Ball auf sie zurollte und wegrollte, machte bei ihr einen gewaltigen Unterschied, sodass sich ihr Sehvermögen stark verbesserte.
Im Alter von zwölf Jahren entwickelte sie erhöhten Augendruck. Die Ärzte wollten ihr sofort Augentropfen geben, um den Druck zu reduzieren. Wir lehnten diesen ärztlichen Rat jedoch ab, da wir überzeugt waren, dass die Tropfen schaden könnten. Stattdessen arbeitete ich mit ihr und trotz ihres unglaublich vollen Stundenplans auf der Mittelschule und der Highschool mit vielen außerschulischen Aktivitäten fand sie Zeit, um an ihrem peripheren Sehen zu arbeiten; dadurch reduzierte sich ihr Augendruck. Sie fand auch Zeit, um an ihrem Nacken zu arbeiten. Sie ging zu Akupunkteuren und Homöopathen, machte Vitamintherapien und ging zur Massage, um ihre Verspannungen in Rücken und Nacken abzubauen. Ich brachte ihr bei, wie sie auf unterschiedlichste Weise ihren ganzen Körper entspannen konnte, um für bessere Durchblutung des Kopfes zu sorgen. Ihr Druck reduzierte sich enorm.
Es war ein langer, harter und mühseliger Prozess, mit Höhen und Tiefen, aber er funktionierte. Bei hohem Augendruck neigen manche Menschen dazu, Grünen Star (Glaukom) zu entwickeln, wodurch der Sehnerv geschädigt und das Gesichtsfeld verkleinert wird. Somit war der Erfolg, den wir bei ihr erzielten, ein Teilerfolg, aber gut; sie hat eine Sehkraft von 20/20. Sie neigt zwar zu hohem Augendruck, ihr Sehnerv ist aber sehr gesund und ihr Gesichtsfeld ausgezeichnet.
*
Durch diese Erfahrungen, die ich an mir selbst, mit meinen Kindern und mit Tausenden von Patienten und Schülern gemacht habe, mit denen ich arbeitete, bin ich wirklich zu der Überzeugung gelangt, dass Menschen ihr Sehvermögen verbessern und die Zeit dafür finden können, egal, ob sie in der Schule oder am Arbeitsplatz sind.
Ein Computertechniker, der einmal an einem Kurs von mir teilnahm, konnte während des Kurses seine Sehkraft von 20/200 auf 20/80 verbessern. Er konnte innerhalb von acht Monaten seine verordnete Gläserstärke um die Hälfte reduzieren, von 7 Dioptrien auf 3,5 Dioptrien. Zum ersten Mal in seinem Erwachsenenleben hatte er keine Probleme, ohne Brille Auto zu fahren, und das war Jahre später, als er in den Vierzigern war, immer noch so.
Wir alle können uns die Zeit dafür nehmen. Wir brauchen nur zu beschließen, dass wir die Zeit wert sind und der Aufwand dafür sich lohnt. Wir sollten uns bemühen, Augenübungen mit unserem alltäglichen Leben zu kombinieren. Dann können wir Erfolg haben und einen großen Gewinn daraus ziehen. Dann können wir hervorragende Ergebnisse erzielen. Stellen Sie sich vor, Sie bräuchten sich nie mehr größeren Behandlungen beim Augenarzt zu unterziehen. Stellen Sie sich Ihr Leben ohne Grauen Star, ohne Makuladegeneration, Grünen Star oder Netzhautablösung vor. Stellen Sie sich vor, dass Sie Ihr Leben einfach dadurch verbessern könnten, dass Sie Ihre Augen mehr aktivierten.
Der älteste Mensch, mit dem ich bisher gearbeitet habe, war 101 Jahre alt. Dieser Patient erlebte große Veränderungen und schaffte es, besser zu sehen und auch seine Gehirn- und Augenfunktionen um einiges zu verbessern, sogar nach nur einer Sitzung. Er war einer von nur zwei Patienten im Alter von mehr als 100 Jahren, mit denen ich gearbeitet habe, daher kann ich nur diese Beispiele anführen. Erfolg hatte ich bei beiden. Ich habe auch mit mehreren Patienten von über 80 und 90 Jahren gearbeitet und durch die Arbeit mit diesen Übungen enorm positive Veränderungen in ihrem visuellen System erlebt.
Ich habe keinen Zweifel, dass Sie die Funktion Ihrer Augen verändern können, egal, ob Sie 20,30,40,50,60,70 Jahre oder darüber sind. Ihr Gehirn verfügt über genügend Elastizität, um dies zu unterstützen. Das Problem ist nicht das Alter als solches, sondern ob die betreffende Person die richtigen Übungen für ihr Alter macht oder nicht. Für ein fünfjähriges Kind ist es vielleicht einfacher, sich daran zu gewöhnen, mit dem schwächeren Auge zu arbeiten, indem es vier oder acht Stunden am Tag beim Spielen eine Augenklappe trägt. Und die Plastizität des Gehirns ist mit fünf Jahren natürlich größer als mit 75. Es gibt jedoch gute, altersgerechte Übungen, die Sie zu jedem Zeitpunkt in Ihrem Leben machen können und die Ihr visuelles System völlig verändern können.
Конец ознакомительного фрагмента.
Текст предоставлен ООО «ЛитРес».
Прочитайте эту книгу целиком, купив полную легальную версию на ЛитРес.
Безопасно оплатить книгу можно банковской картой Visa, MasterCard, Maestro, со счета мобильного телефона, с платежного терминала, в салоне МТС или Связной, через PayPal, WebMoney, Яндекс.Деньги, QIWI Кошелек, бонусными картами или другим удобным Вам способом.