Thomas C. Breuer - Das kleine Narrcoticum

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Nach dem Erfolg seines Buches «fas.net», das sich schwerpunktmäßig Narreteien in und um Rottweil widmete, erweitert Thomas Breuer mit dem vorliegenden Werk den Radius seiner fastnachtlichen Vergnügungsreisen auf die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg, die «Schwäbisch-Badischen Karpaten». Dieser Gegend mit ihren teils bizarren Ritualenwidmet der Schriftsteller sein Narrativ der Fasnet. Dabei spürt er Sitten und Gebräuche sowie lukullische Spezialitäten zwischen Tuttlingen und Villingen-Schwenningen sowie Balingen und Rottweil auf. Hier werden Ortschaften gewürdigt wie Brezelfingen und Schlechterdingen, die nicht existieren, andererseits Städtchen wie Spaichingen und Furtwangen sowie Dörfer wie Denkingen, Dauchingen oder Dunningen porträtiert. Der Bereich Eishockey sowie die alkoholischen Gepflogenheiten Schwarzwald-Gin und schwäbischer Tequila finden ebenso Berücksichtigung wie Flora und Fauna rund um Wolf und ­Albkojote.
Gerade in Zeiten, in denen man nicht nur von Menschen, sondern auch von Reisen Abstand nehmen sollte – und zwar mehr als eineinhalb Meter -, lohnt es, die nähere Umgebung in Augenschein zu nehmen, selbst wenn so manche Fakten gefaked und an den Haaren herbeigezogen sind. Beinharte Recherche und blühende Fantasie bilden ein unschlagbares Team. Für all jene, die weiter entfernt wohnen, taugt dieses Buch nicht minder: Ob zum Plaisir oder zur Deckung anthropologischer Interessen, dieser Band bietet ausreichend Anreize für einen Ausflug in virusdominierten Zeiten. Es versteht sich von selbst, dass Thomas Breuer auch mit seinem neuesten Streich dem elementaren Grundbedürfnis nach Humor auf elegante Weise Rechnung trägt.

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Nun zur Fasnet. Das Klima ist rau in Dunningen. Wer sich einmal eine kreative Eiszeit gönnen will, ist in dieser windzerzausten Ansiedlung mit Tendenz zu Frostbeulen bestens aufgehoben. Aus diesen Gründen will das Obst nicht so richtig gedeihen. Die Äpfel sind wie die Leute, rau, ehrlich und, bedingt durch die Kälte, etwas hölzern. Kein Wunder, dass sie auf das Ding mit dem Holzapfel gekommen sind, während der tollen Tage heißt der Ort „Holzäpfelhausen“. Die Larven zeigen ein rundes Gesicht wie Peter Altmaier, mit einem Stiel oben dran. Zwar wurde die Narrhalla bereits 1906 gegründet, aber die ersten Holzäpfelkleidle tauchten erst 1938 auf, in der Urform noch mit Tendenz zur Wurmstichigkeit. Vor allem im Auftreten der Würmer unterscheiden sich Apfel und Holzapfel. Dann kam der Krieg. 1957 endlich brachte der Bildhauer Ginter, der es leid war, ständig Bilder hauen zu müssen, die Holzäpfel-Antlitze zur Blüte, der legendäre Erich Hauser entwickelte sie weiter. Hauser wechselte allerdings 1970 für ein Antrittsgeld in nicht bekannter Höhe nach Rottweil, ein Vorgang, der lange als Zankapfel zwischen den Gemeinden galt. Generell sollte nie vergessen werden, dass der ganze Ärger mit den Religionen mit einem Apfel angefangen hat.

Die Rohlinge wachsen übrigens nicht auf Bäumen, sondern in der Erde und werden im Herbst gerne mit Kürbissen verwechselt. Charakteristisch die wachsamen Holzaugen. Die Larven sind hart, weswegen Wencke Myhre hier mit „Beiß nicht gleich in jeden Apfel“ einen Riesenhit landen konnte, und das in jährlicher Wiederholung. Die Kleidle selbst sollen den Apfelbaum symbolisieren. Jeder Narr trägt dazu eine Apfeltasche. Dem Großen Holzäpfelsprung am Sonntag folgt die „Lichtputzschere“, bei der mittels gemalter Bilder im Großformat Narrenstückle präsentiert werden. Am Fasnetsdienstag werden zunächst die Armen und Bettlägerigen mit Wurst und Wecken heimgesucht, wobei sie sich über die Wurst mehr freuen als über das Wecken, frei nach dem Motto „A wooden apple a day keeps the doctor away“, hernach werden die Holzäpfel gemostet, also auf einer riesigen „Moschte“ symbolisch zu Most verarbeitet, ein Höhepunkt deutscher Abfallbeseitigung. Die Holzköpfe bleiben natürlich, was sie sind und werden übers Jahr gehütet wie Augäpfel.

In dieser Kälte kann man natürlich nur mit großen Mengen von Apfelkorn überleben, folglich kann sogar ein Holzapfel einen in der Birne haben. Gelegentlich wird von Orgien mit Stechapfelelixieren berichtet, Näheres dazu lässt sich aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht sagen.

Emmingen ab Egg

Wenn zur Ferienzeit die Bahnstrecke zwischen Tuttlingen und Engen traditionsgemäß wegen Bauarbeiten unterbrochen ist, bringt einen der Schienenersatzverkehr in Gestalt hochbetagter Busse durchs Energiedorf Emmingen ab Egg, das der Reisende nie wahrgenommen hätte, wäre die Bahnstrecke endlich zweigleisig. Während der Bus in halsbrecherischem Tempo über die Hegaualb donnert, hat man kaum Zeit, die Schönheit der Landschaft und die Anmut des Dorfes wahrzunehmen.

Tatsächlich ist die Gemeinde gar nicht mal hässlich für ein Dorf, das im Landkreis Tuttlingen liegt, aber genau da liegt es eben noch nicht lange: 1975 wurde man mit der Nebengemeinde Liptingen zwangsfusioniert, das muss man sich einmal vorstellen: Emmingen, vormals Kreis Donaueschingen, Liptingen Kreis Stockach. Das ärgste Ereignis seit der Pest A.D. 1635. Emmingen-Liptingen gilt seither als das Villingen-Schwenningen des Landkreises Tuttlingen. Emmingen hat sein Heil in der Natur gesucht, und damit beantwortet sich schon die Frage: Energiedorf – welche Energie? Wind? Solar? Kohle? Kernkraft? Red Bull? Nein – Bioenergie ist das Zauberwort. Seit einigen Jahren verfügt die Gemeinde über ein regeneratives Nahwärmenetz, das viel effektiver arbeitet als beispielsweise die Fernkälte in Obernheim. Finanziert und betrieben von der Firma Solarkomplex, ein Name, der eigentlich Mitgefühl hervorruft, aber mit professioneller Hilfe lassen sich Komplexe erfolgreich wegtherapieren.

Ja, die Natur: Im Emmingen werden Naturbestattungen im Friedwald angeboten. Meist im Februar gilt es, der Straße besonderes Augenmerk zu schenken, wenn „Buchenberger“ und „Schlehenbeißer“ die Fahrbahn kreuzen. Dabei handelt es sich freilich nicht um Insekten, sondern um die örtlichen Fasnetszünfte der Doppelgemeinde. Erstere sind in Emmingen zuhause, und sie haben sich einen originellen Narrenruf ausgedacht: „Bucha-Berger!“ – aber Obacht: Emmingen gleich können die Narren unvermutet arglosen Motoristen vor die Stoßstange springen. Von Liptingen ist leider nicht so viel bekannt, man muss sich fragen, ob es sich dabei nicht um eine Scheingemeinde handelt. Womit wir auch schon beim zweiten Herausstellungsmerkmal Emmingens wären: 1938 wurde ein Scheinflugplatz eingerichtet, um die Alliierten abzulenken vom Heeresflugplatz in Neuhausen. Dabei waren diese eh nicht gut informiert, verschonten Konstanz weitgehend, bombardierten dafür Schaffhausen, und allein die Namensgebung sollte schon zur Verwirrung beigetragen haben: Neuhausen ob Eck, Emmingen ab Egg; Eck, Egg – was ist das bitteschön für ein Durcheinander?

Ich erwähne dies freilich alles nur, damit die eher ätzende Rumgurkerei mit dem Schienenersatzverkehr nicht völlig umsonst gewesen ist. Danke, liebe Bahn, für diese Gratis-Unterweisung in Sachen Heimatkunde. I am the eggman, goo goo g’joob.

Fischbach

Früher eine reine Bauern- und Handwerkergemeinde, ist Fischbach heute eher ein Wohnort mit Gewerbebetrieben. 1974 kam es zu einer zufälligen Eingemeindung nach Niedereschach, die bis heute unverschämterweise nicht aufgehoben wurde. Über die Grenzen hinaus bekannt ist der Taubenmarkt, wobei keiner weiß, ob es sich dabei um Flugobjekte oder Gehörlose handelt.

Für eine Stadt von 5.800 Einwohnern verfügt die gesamte Niedereschach Metropolitan Area über beachtliche fünf Narrenzünfte, das ist eine pro 1.160 Bürger. Darunter finden sich die „Deifelzunft“ und die „Lehrhexen“ – letztere nannte man früher Oberstudienrätinnen. Das Motto der vorletzten Dorffasnet lautete „Disney & Cartoon“, und es wäre sehr interessant zu erfahren, wie jemand daherkommt, der sich als Cartoon verkleidet hat. Oder als Walt Disney.

Die Fischbacher treiben derzeit noch andere Themen um: Sorgen bereitet die Besetzung des ehrwürdigen Narrengerichtes, nachdem sich der Chefankläger in den Ruhestand verabschiedet hat, sowie die Frage, wie streng heuer die Häsordnung auszulegen ist. Höchste Priorität genießt die Sanierung der Landesstraße 181 nach Niedereschach, die Fischbacher wünschen sich endlich eine Verbindung zur Außenwelt, nicht zuletzt seit auf dem Bubenholz ein Tier gesichtet wurde, bei dem man heute noch rätselt, ob das ein Wolf war oder ein Hund. Guido Wolf war es jedenfalls nicht, zum Glück. Mit der L 181 eröffnete sich den Fischbachern ein besserer Fluchtweg, wobei allerdings auch Wölfe leichter und schneller auf Gemeindegebiet vordringen können.

Kommen wir endlich zu den Fischen und damit zum Anglerwetter für die gesamte Region: Im Frühling werden Sportangler häufiger mal im Trüben fischen müssen, gerade die Morgennebel können doch hecht stark sein und die Uferböschungen feucht und daher aalglatt. Um diese Zeit ist verstärkt mit Rotaugen wegen massiven Schlafmangels zu rechnen, forellen Dingen an Breg, Brigach und am Linach-Stausee. Im Glasbach sind die Verhältnisse undurchsichtig, an der Uferbefestigung des Fischbachs wurden vereinzelte Steinbeißer beobachtet, Vorsicht ist geboten. Am Oberlauf der Donau Frostgefahr, örtlich sogar tiefgekühlte Stäbchen möglich. An Starzel, Prim und Schlichem lax, Fliegenfischer machen dort keinen Stichling, die Witterungsbedingungen sprotten jeder Beschreibung.

Wegen Kabeljauarbeiten an der Schleuse Neckardumpfbach verkehren alle Fischzüge heute mit Verspätung. Achtung Angelsachsen: Am Teufensee ist an einer Anlegebrücke ein Schellfisch zerschellt. Gefahr von Fußangeln. Wir bitten alle Sportfischer, Leine zu ziehen, bis in die Abendstunden dürfte der Plunder verschwunden und die Sache vom Haken sein. Im Unteren Eschachtal ziehen vom Hohenkarpfen her Regenwolken auf, daher kann es auf der Straße der Ölsardinen zu Störmanövern kommen. Barsch gesagt: Neunauge, sei wachsam. Ansonsten: Freie Fahrt für alle Ruten.

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