Heinrich Mann - Die große Sache

Здесь есть возможность читать онлайн «Heinrich Mann - Die große Sache» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Die große Sache: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Die große Sache»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Heinrich Manns radikalste Zeitdiagnose der Weimarer Republik.Deutschland Anfang der 1930er Jahre. Oberingenieur Brink prahlt mit der fiktiven Erfindung eines Sprengstoffs und droht damit, dass er mit dieser Erfindung Erfolg haben wird. Schnell kristallisieren sich Gut und Böse heraus. Die atemlose Jagd nach der «großen Sache», in der es kaum moralische Skrupel und Rechtsempfinden gibt, beginnt…-

Die große Sache — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Die große Sache», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

»Und Sie, Fräulein?«

Da erkannte er sie.

»Nun aber, Sie sind die Verheiratete! Ich hatte Sie die ganze Zeit nicht richtig sehen können. Das freut mich mal wirklich.«

Er redete, nahm ihre Hand und wollte Margo vom Tische wegziehn. Er erreichte nur, daß sie ihm im Kreise folgte und den Tisch von einer anderen Seite verdeckte. Schattich tat, als kümmerte es ihn gar nicht. Er redete bald zu Birk, bald zu seiner Tochter.

»Als junger Mensch war ich depressiv«, sagte er auf gut Glück. »Ich litt am Leben. Einmal fiel ich daher durch das Examen, erinnerst du dich, alter Freund? Die Jahre, gnädige Frau, und natürlich auch die Erfolge stellen uns fest auf unseren Platz.«

Jetzt bemühte er sich, Margo dort festzuhalten, wo sie stand, und um sie herumzuspähen. Sie vereitelte auch dies, und Schattich, der nichts zu merken schien, sprach weiter.

»Sieh mal meinen Verein zur Rationalisierung Deutschlands, alter Freund! Der trägt mich todsicher noch mal an die Spitze der Reichsregierung. Dafür ist er doch da!« erklärte er mit verblüffender Offenheit und hoffte endlich an den Tisch zu gelangen. Aber Margo war nicht zu verblüffen, weil sie die Reden des älteren Herrn überhaupt nicht beachtete.

»Gnädige Frau«, sagte der ältere Herr mit Schärfe. »Ich habe noch immer alles erreicht, was ich wollte.«

Damit tat er einen ihr unerwarteten Griff und hielt das Päckchen in der Hand.

»Ein Ei?« fragte er und wog es. »Ein Schokoladenei? Aber gefüllt, weil es schwer ist. Womit denn gefüllt?«

»Das ist ein Spielzeug für mein Kind« – sie sprach schnell und atemlos, sie flehte. Daher gab Schattich das Päckchen nicht ohne weiteres zurück. Er warf es ein Stückchen in die Luft und fing es statt ihrer, die zu entsetzt war, um zuzugreifen.

Ihr blasser Schrecken war ihm unverständlich, er wandte sein Gesicht, das dumm wurde, Birk zu. Dort begegnete er kalter Erwartung; der »alte Freund« hatte etwas Fremdes, Unheilvolles bekommen, wie er einem auf die Hände sah. Schaudernd erkannte der frühere Reichskanzler, daß in den Menschen, die man am wenigsten fürchtet, immer noch Gefahren liegen. Daher achtete er nicht mehr auf das Päckchen. Margo konnte es ihm fortnehmen und verschwinden lassen.

»Du hast es gut, alter Freund«, versetzte Schattich, unbekannt, warum.

Er mußte es erklären.

»So viele Feinde wie ich kannst du unmöglich haben. Wer alles auf meinen Sturz wartet!« sagte er vertraulich. »Bis zu dem Pfarrer von Sankt Stefan, dem ich es gelegt habe, mich schon um sechs Uhr mit seinem Glockengeläut aufzuwecken! Dauernd muß man Erfolge haben, um nur zu bleiben, wo man ist. Dem Konzern Geschäfte bringen, sonst wirst du abgebaut wie eine vertraglos angestellte Hilfskraft. Von jeder Erfindung, die Geld verspricht, soll man gleich Wind bekommen. Das wird verlangt.« Pause. »Aber deine Sorgen sind es nicht« – mit schnellem Seitenblick.

Er nahm seinen Hut.

»Du mußt einzig bloß zusehen, daß du schnell gesund wirst. So möcht ich auch mal daliegen.«

»Das ist noch leichter, wenn man Geld hat«, versetzte Birk.

Schattich schüttelte ungläubig den Kopf.

»Du willst doch nicht behaupten, daß du grade auf deinem Krankenlager an das Geld denkst? Du Glücklicher hast dein Leben lang nicht daran gedacht.«

»Mir fällt das Geld ein, das ich an dich verloren habe«, Birk ließ sich nicht beirren. Sicher war es das Fieber. Schattich zog denn auch die Brauen hoch.

»An mich? Du solltest dich schonen, alter Freund. Freue dich lieber, daß du bei dieser unsicheren Zeit kein Geld hast. Wir haben es alle nur auf Widerruf und leben in ewiger Angst. Die Begehrlichkeit der Massen! Moskau! Die Wirtschaftskrise!«

Gram und Verbitterung zeichneten den Mann. Sichtbar wurde, daß der Generaldirektor, genau wie seine fristlos kündbaren Untergebenen, Angst hatte zu verhungern. Auch er unterlag dem Zeitgeist.

Glücklicherweise ging es vorbei. Bei seinen Angestellten hielt es auch nicht an. Alle hatten die Flüchtigkeit gemeinsam. Dies dachte sich Birk in seinen Kissen, indes Schattich schon abging.

»Du mußt ausruhen«, sagte Margo. »Papa, jetzt lasse ich dich allein.«

»Nimm deinem Mann das Päckchen mit!«

»Hat es nicht Zeit, bis du gesund bist? Er wird Dummheiten machen mit deiner Erfindung.«

»Das kann er nicht. Niemand wird herausfinden, was es ist. Mein Geheimnis liegt schriftlich bei einem Notar, und er gibt es euch nur, wenn ich selbst es nicht mehr holen kann.«

»Emanuel wird alles – aber auch alles tun, um darauf Geld zu bekommen«, sagte sie ohne Besinnen. »Papa! Er liebt Inge.«

Sie hatte ein weißes, verzweifeltes Gesicht. Ihr armes Gesicht war ganz klein geworden. Der Vater nickte.

»Gib es ihm! Mein Kind, es wird dir helfen.«

Dies begriff sie nicht; aber aus Gewohnheit glaubte sie ihrem Vater. Sie steckte das Päckchen in ihren Mantel, dann küßte sie Birk, der schon die Augen geschlossen hatte. Er öffnete sie wieder und sagte: »Verliere den Mut nicht, wenn es erst einmal schlimmer kommt!«

Sie ging durch das Haus, dabei fiel ihr zum Glück ihre aufgeworfene Nase ein. Immer, wenn ihre Schwester Inge im Vorteil war, hielt Margo sich ihr eigenes dreistes Profil vor. Mit einem Gesicht, das nach Belieben frech sein konnte, war untätige Schwermut ein Widersinn. Margo, die sonst vielleicht dahin geneigt hätte, fand auch diesmal neue Kraft in sich dank ihrer Nase.

Sie dachte: ›Hallo. Wenn er mit der Erfindung Geld macht, werden wir schon sehen, für wen. Bringt sie ihm aber Unglück, dann bin ich auch da.‹

Als sie aus der Haustür trat, wer stand noch immer davor und wartete?

»Gnädige Frau«, begann Schattich sogleich, »das einzige, was mich stört, ist, daß Sie ein Kind haben. Sonst würde ich vorschlagen: Sie verlegen Ihre Tätigkeit aus den Büros der Direktion in meine Wohnung.«

»Als Ihre Sekretärin?«

»Ja. Aber Sie werden immer fortwollen, weil das Kind zu Hause schreit.«

»Ich habe gar keins«, erklärte sie mit der größten Natürlichkeit. »Ich schwindelte Sie an, weil Sie mir etwas wegnehmen wollten.«

»Großartig!« rief er.

»Was ist daran großartig? Sie halten mich doch selbst für gerissen genug, um Ihre Sekretärin zu sein.«

Schattich lachte – anders, als er im Zimmer ihres Vaters gelacht hatte.

»Jetzt denken Sie, ich stelle Sie an, damit ich Sie leichter verführen kann. So denkt ihr Mädels euch immer den Chef.«

Er sagte es in einer Art, die alles nur bestätigte.

Margo erwiderte: »Jedenfalls würde ich mir verbitten, daß Sie mich übersehen.«

»Aha! Oho! Und na also!«

»Meine Sache ist es, daß Sie kein Glück haben.«

»Jetzt kenn ich Sie«, sagte er und streckte nach ihr den Zeigefinger aus.

Sie hatte einfach beschlossen, nicht dauernd nur eifersüchtig und hingebend zu sein. Neben aller Angst um ihren Emanuel dachte sie sich einen Spaß zu gönnen, und wer weiß, wofür er gut war.

»Sie sind ä Luder«, schloß Schattich. »Meine Wenigkeit is sowieso ä Luder. Es freut mich nur, daß sie ooch eins sind.«

Dann stieg er in seinen herrlichen Lanciawagen.

Viertes Kapitel

Sie waren natürlich im Kino gewesen, wie jeden Sonnabend. Inge wie Margo waren der Meinung, daß ihr Vater nichts davon hatte, wenn sie seinetwegen auf ihr Vergnügen verzichteten. Übrigens machten sie sich aber auf das Schlimmste gefaßt. Denn nach ihren Begriffen saßen alle älteren Leute nur noch sehr locker im Leben, ja, gehörten ihm höchstens halb an.

Sie waren mit Tränen der Furcht entschlafen. Als sie dann am Sonntag erwachten, herrschte sogleich Ferienstimmung dank der Abwesenheit Birks. Die ganze Wohnung gehörte nun fünf jungen Leuten, den beiden mittleren Töchtern samt dem Schwiegersohn und den Jüngsten, Susanne und Ernst. Zuerst war die Sechzehnjährige auf und öffnete die Tür des jungen Ehepaars.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Die große Sache»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Die große Sache» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Die große Sache»

Обсуждение, отзывы о книге «Die große Sache» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x