Heinrich Mann - Die große Sache

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Heinrich Manns radikalste Zeitdiagnose der Weimarer Republik.Deutschland Anfang der 1930er Jahre. Oberingenieur Brink prahlt mit der fiktiven Erfindung eines Sprengstoffs und droht damit, dass er mit dieser Erfindung Erfolg haben wird. Schnell kristallisieren sich Gut und Böse heraus. Die atemlose Jagd nach der «großen Sache», in der es kaum moralische Skrupel und Rechtsempfinden gibt, beginnt…-

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Er sah sie an. Was ahnte sie?

»Er kommt bestimmt in schlimme Dinge.«

»Em?« fragte Birk.

»Warum nennst du ihn Em? So nennt doch nur Inge ihn«, sagte sie. Da verstand er, daß sie eifersüchtig war.

Der Vater streichelte ihr die Hand. »Keine Sorge, mein Liebling!« Lauter sagte er: »Das Päckchen ist fort? Vielleicht hatte ich es gar nicht bei mir. Ich weiß es nicht, ich habe etwas Fieber.«

Emanuel schrie auf.

»Du hast doch deine Erfindung nicht verloren?«

»Ich hoffe nicht«, erwiderte Birk schwach. »Jedenfalls besitze ich die Formel – am sicheren Ort. Laß mich nur erst gesund werden!«

Hier kehrte Rolf in das Zimmer zurück und meldete: »Draußen steht ein Arbeiter.«

»Freundlich von den Leuten. Sie wollen mir ihr Mitgefühl aussprechen. Darf der Mann zu mir?«

»Du kannst ihn empfangen, Vater, wenn du willst. Aber dann müssen wenigstens Inge und Emanuel fortgehen.«

»Wir gehen schon«, sagte Inge. Sie nahm die Hand des Kranken und küßte sie zärtlich. Der Junge inzwischen tastete nochmals den Mantel ab. Er schien außer sich. Wenn er sich von dem Kleidungsstück schon getrennt hatte, riß er es doch wieder an sich, und jedesmal verzweifelter. Er wollte auch sprechen, schluckte aber nur. Er war jetzt bleicher als Birk in seinem Bett.

Drittes Kapitel

Der eintretende Mann betrachtete den Oberingenieur mit Entsetzen. Margo, die beiseite trat, wurde von ihm nicht beachtet.

»Jawohl«, äußerte er aus tiefer Anschauung, »so muß es kommen.«

Birk sagte: »Es ist noch mal gut gegangen – gerade wie bei Ihnen damals.«

»Das ist was anderes, ich war blau. Ich wäre das ganze Gerüst hinuntergefallen, wenn Sie mich nicht gehalten hätten, Herr Oberingenieur.«

»Seitdem, Laritz, kommen Sie immer nüchtern zur Arbeit. Was bringen Sie mir da mit?«

Denn der Mann wog in seinen kräftigen Händen ein Päckchen.

»Das hab ich gefunden«, erklärte er. »Es lag an der Stelle, wo Sie umfielen, Herr Oberingenieur. Ich denke mir, ob es nicht Ihres ist.«

»Siehst du, Margo? Das ist es. Wenn du dich nicht fürchtest, nimm es und gib es deinem Mann.«

Sie nahm das Päckchen, wog es wie vorher der Arbeiter und legte es unschlüssig weg.

»Sind Sie versichert?« fragte Laritz wieder voll Entsetzen. »Bezahlt die Direktion Ihre Krankheit? Wenn ich an meine Familie denke, im Fall daß mir was zustößt! Die Kinder arbeiten noch nicht.«

»Meine arbeiten schon«, sagte Birk, aber darauf hörte der Arbeiter nicht mehr.

Er war ein junger, gut gekleideter Mann mit rundem Gesicht, und eigentlich hatte er schnelle Bewegungen. Nur hier vor dem Bett des Verunglückten erstarrte er immer gleich wieder.

»Früher dachte ich an keine Unfälle – erst seit damals, als Sie mich grade noch retteten. Schlimm für einen Arbeiter, wenn man erst dran denkt.«

»Meine Frau dachte immer dran«, sagte Birk.

»Und meine?« Laritz fuhr auf, während er sich erinnerte.

Hier wurde geklopft. Gleichzeitig erschien ein Herr im Cut, rundlich, aber behende. In der Hand hielt er die Melone, und auf dem Kopf hatte er kein Haar. Der Ausdruck seines befehlsgewohnten Gesichts wurde beim Anblick des Arbeiters hart genug, daß der Mann den Platz am Bett eilends freigab.

»Alter Freund!« rief der Besucher. Plötzlich zeigte er mit hängender Lippe und schlaffem Hals eine Miene voll Herzlichkeit und Trauer. Die farblosen Augen wurden sogar dummlich. Er streckte dem Kranken beide Hände hin – sah aber dabei ausgezeichnet, daß der Arbeiter sich seitwärts hinausschleichen wollte.

»Bleiben Sie nur!« befahl er, sofort wieder gestrafft.

»Darf ich dir Herrn Laritz vorstellen«, warf Birk ein.

»Herr Laritz, Sie kennen natürlich Herrn Generaldirektor Schattich.«

Dieser für Birk so einfache Vorgang brachte beide aus der Fassung. Der Arbeiter versuchte eine Verbeugung, führte sie aber nicht aus. Der frühere Reichskanzler ließ die Augen umherirren. Dabei entdeckte er eine weibliche Gestalt. Sie saß halb verdeckt vom Vorhang des Fensters. Sie stand auf, da der Herr auf sie zukam, und war nun größer als er. »Entzückend!« bemerkte er eben deshalb. »Deine Tochter ist wieder hübscher geworden, alter Freund.«

Hierauf erging er sich in lauten Klagen über das Unglück seines alten Freundes.

»Ich sitze im Büro, mir kann das nicht passieren, es ist eine Schande«, äußerte er schließlich, gedrängt durch seine eigenen Worte, die sich steigern mußten, um wirksam zu bleiben. So kam es, daß er zu seiner Überraschung auch den Arbeiter mit hineinzog.

»Wenn ihr mal abstürzt oder zwischen was kommt, habt ihr die Sozialversicherungen. Die habt ihr von mir.« Im gehobenen Ton: »Die hat Reichskanzler Schattich gemacht. Vertieft und ausgebaut haben wir sie mal sicher.«

Seine Miene forderte eine Antwort, Laritz gab sie, weil er mußte.

»Es ist nur nicht viel damit los, wenn es Ernst wird. Von den Witwen red ich nicht erst.«

»Meine Witwe bekommt gar nichts!« erklärte der Generaldirektor sofort. »Keinen Pfennig!«

Dies brachte den Mann zum Schweigen. Schattich nutzte seinen Vorteil.

»Ja sehen Sie, mein Lieber, für irgend etwas langt es eben nicht mehr. Meine Frau trägt ausschließlich seidene Strümpfe – Ihre natürlich auch. Das büßen sie dann als Witwen.«

Er hatte dabei ein Gesicht wie jeder gute Mitbürger, dem die bitteren Tatsachen einfallen. Was Laritz immer hätte einwenden wollen, er stutzte und war ergriffen.

Schattich bekam auf einmal sein Cäsarengesicht.

»Mit Rücksicht auf Ihre künftige Witwe sollten Sie auch nicht in KPD-Versammlungen sprechen, Herr Laritz«, sagte er – nichts weiter, aber es war die Enthüllung. Der Arbeiter bekam in diesem Augenblick die Gewißheit, daß der allumfassende Generaldirektor ihn kannte, verfolgte und hier die ganze Zeit mit ihm nur gespielt hatte.

»Grüßen Sie Ihre Frau«, sagte der Generaldirektor und gab ihm die Hand. Laritz schielte nach Birk, ob er recht daran tue, die Hand zu nehmen. Als er sie aber nahm, war er sichtlich geehrt trotz allem. Daher ging er auch frei und schnell ab. Er und Birk winkten einander nur zu.

»Du bist volkstümlich«, bemerkte Schattich, als sie allein waren.

»Dich besuchen die Arbeiter.«

»Dieser kommt auch zu dir, wenn du todkrank bist. Oder, sollte er sich dann noch zurückhalten, kommt er etwas später.«

Schattich verzog den Mund.

»Zartfühlend waren deine Scherze nie, alter Freund.«

Birk sagte aufrichtig: »Meine Gesinnung ist besser. Ich glaube tatsächlich, daß der Mann dich volkstümlicher findet als mich.«

»Menschenbehandlung! Sie brauchen immer eine Enthüllung. Plötzlich muß ihnen klarwerden, daß ich stärker bin als sie. Dafür dient mir meine Personalkenntnis. Unter meinen wenigen positiven Eigenschaften ist die Personalkenntnis«, sagte er mit einem Blick von erstaunlicher Demut. Denn Schattich hielt es für notwendig, den »alten Freund«, der zu viel von ihm wußte, von Zeit zu Zeit zu entwaffnen.

»Zur Zeit der Inflation war ich ein Industriebeamter, aber findig. Ich informierte damals die höchsten Provinzialbeamten über jeden einzelnen der Gegner, die unsere Reichsregierung und die Industrie stören wollten bei der Erhaltung der Sachwerte. Ich erzähle es nur dir, weil du mich schon kennst. Als ich dann selbst Reichskanzler wurde, wußte ich, wie es gemacht wird.«

»Warum weiß ich das nicht?« fragte Birk, immer wieder überrascht von der Überlegenheit der andern.

Schattich erklärte es ihm gönnerhaft. »Du bist nun mal kein Edison.«

»Wirklich?« sagte Birk. »Das müßt ihr erst am eigenen Leibe spüren?« fragte er rätselhaft. Seine Augen schienen im Hintergrunde des Zimmers etwas zu suchen. Gleichzeitig verließ seine Tochter ihren Platz beim Fenster und stellte sich vor einen Tisch, so daß sie ihn verdeckte. Schattich näherte sich ihr.

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