Tilman Allert - Der Mund ist aufgegangen

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Marcel Proust hat der Madeleine ein literarisches Denkmal gesetzt, Günther Grass die »Ahoj«-Brause in der »Blechtrommel« verewigt. Doch wer feiert heute noch den süßen Schmerz, den der Genuss eines Himbeerbonbons verursachte, wer erinnert sich an das Lässigkeitsversprechen des Kaugummis, dem heimlichen Verbündeten der Reeducation, wer gedenkt noch der giftgrünen Verheißung der »Götterspeise«?
Mit diesen überaus amüsanten Capriccios, in denen hie und da etwas Wehmut aufscheint, lässt Tilman Allert die Geschmäcker einer Kindheit in den frühen Jahren der Bundesrepublik aufleben: wie ein vorsorglich in der Hosentasche verstautes »Vivil« über die Befangenheit vor dem ersten Kuss hinweghalf, was der verlockend leuchtende Liebesapfel seinem Esser an Geschicklichkeit abverlangte, welcher Zungenakrobatik es bedurfte, um die Hostie vom Gaumen zu lösen und wie ein Kamillendampfbad dem Kranken alle Sinne gleichermaßen vernebelte – einfach unwiderstehlich und höchst amüsant.

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Das Klebrige ist der Preis der Liebe, und folglich blieb kein Finger von den Folgen der beherzten Annäherung verschont. Unmöglich, mit einer kleinen Portion zu beginnen, die Zähne wären abgerutscht. Aussichtslos war es, die Lippen zu bemühen, sie standen vor einer Wand, waren für diese Aufgabe zu schwach, wenngleich sie von ihrer Nähe zur Lust her bereit gewesen wären, sich dem Unternehmen hinzugeben. Zweifellos wäre auch die Zunge in der Lage gewesen, die karmesinrote Festung zu schleifen, liebevoll sogar. Mit einsturzgefährdeten Mauern wusste sie umzugehen, wie sie dies in geschulter Kooperation mit den Lippen an der hauchdünnen zartbitteren Kappe des Schokokusses bereits bewiesen hatte. Aber wie lange hätte das gedauert?! Aufschlagen also – ein Frevel, außerdem, womit? Und da das Objekt der Begierde, an dessen strahlendem Rot sich die Augen nicht hatten sattsehen können, eben so unwiderstehlich war, übernahmen es dann schließlich doch die Zähne, ihm zuleibe zu rücken, Ausgang ungewiss.

Ein Zurück gab es nun nicht mehr, den Liebesapfel in der Hand wurde man nicht so leicht wieder los. Aber der erste große Biss, der geschafft war, erst recht alle weiteren, die entlang der Risse in der bröckelnden Fassade des Kandis folgten, sie lohnten die Mühe, die die Frucht mit der knackigen Hülle zur sensationellen Textur verschmolz.

Ein gewöhnlicher Apfel, einer, wie man ihn täglich mit auf den Schulweg bekam und insofern ohne kulinarische Attraktion, war plötzlich geadelt durch die festliche Robe, und man nahm ihn Stück für Stück andachtsvoll zu sich. Rote Scherben, die niemals wehtaten, die sich widerstandslos weiter zerkleinern ließen und dabei das Fruchtfleisch verzauberten, begleitet von einem verheißungsvollen Knistern: eine klingende Atmosphäre des Jahrmarkts. Noch Stunden später, im Kettenkarussel, als die Welt unter einem kreiste und das sausende Furioso des Fahrtwinds Tränen in die Augen trieb, riefen die klebrigen Finger im Mund die Erinnerung an den Rausch einer zuckersüßen Affäre wach.

Nappo

So sehr man sich nach ihm sehnte – kaum hatte man seine silbrige Verpackung ehrfürchtig und mit Engelsgeduld von allem Geknitter befreit und glatt gestrichen, als bearbeite man ein heraldisches Sammlerstück oder aber sie, zur winzigen Kugel gedrückt, mit einem Schnipser davongeschossen, wusste man nicht, wohin mit ihm: ein sperriges Möbelstück, das nicht durch die Tür passt. Die kostbare Raute imponierte als Übertreibung. Kein Vergleich mit dem Maoam, das im Umfang ein Leichtes für den Mund und darüber hinaus diesseits seiner Aromen von Zitrone bis Orange allein schon mit seinem exotischen Namen lockte, der sich von vorn wie von hinten lesen ließ. Das Nappo war einzigartig in Statur und Anspruch: vornehm, und dabei fordernd in allem, was es dem Mund zumutete. Vor allem aber sprach es dem Maßhalten Hohn. Eher aus Not als dass es gepasst hätte auf das Streckbett unter den Gaumen geklemmt, holte man es höchstens gelegentlich von seinem Platz, nachdem man die dünne Schokoladenschicht aus Zartbitter, im Geschmack nicht gerade berauschend, abgeschmolzen hatte. Wenn die Zunge endlich den blanken Nougat ertastete, begann die Arbeit des Streckens und Dehnens und zwar ohne Zuhilfenahme der Zähne, die sich hüten mussten, den Widerstand brechen zu wollen. Zu kauen, zu zerkleinern, so wie es von seiner Größe her nahegelegen hätte, und dem Ausmaß des Mundraums entsprechend, wäre verhängnisvoll gewesen.

Das Nappo bestach durch seine steinharte Konsistenz, eine Widerständigkeit des Materials, durch die der Gefangene seinen Wächter zu einem Gefangenen machte, jedes im Kauen gesprochene Wort verunstaltete – eine Zumutung, die einzig erträglich wurde durch die Aussicht auf eine wahre Sensation: Der Geschmack leicht nussig, durchsetzt vom Honig der Weihnachtsbäckerei, und mit cremigem Schaum, der geduldig zu erobern war, belohnte das Nappo mit einem Vergnügen, opulenter als das des Kaugummis, der regelmäßig zur faden Knete einweichte, vollmundiger als das der wässrigen Bonbons – eine Köstlichkeit, die sich von dem ersehnten Moment an steigerte, in dem es sich schließlich ans Palatum schmiegte als schier unerschöpfliche Ressource.

Das Aroma des Nougat hatte über die Größe gesiegt, das Weiche über das Harte und die Geduld über die Gier ebenso wie über den Widerstand von Form und Beschaffenheit – ein nachhaltiges Depot des Guten war eingerichtet und intensivierte die Genugtuung über den Triumph des langen Atems. Zum Naschen langte die Zunge einfach nach oben.

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