Liselotte Welskopf-Henrich - Jan und Jutta

Здесь есть возможность читать онлайн «Liselotte Welskopf-Henrich - Jan und Jutta» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Jan und Jutta: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Jan und Jutta»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Die Autorin zeichnet die Schicksale zweier Menschen nach, die sich durch ihre Herkunft, Bildung und ihren bisherigen Lebensweg grundsätzlich unterscheiden. Jan Möller wird als Sohn von aus Ostpreußen eingewanderten Eltern in der Marsch geboren. Er wächst in bittere Armut und harte Arbeit hinein; mit zehn Jahren hütet er Kühe, mit vierzehn wird er Knecht. Schließlich nimmt er eine Zimmermannslehre auf. Als Geselle lernt er sich zu wehren, und so tritt er nach den Jahren seiner Wanderschaft erst der SPD, dann der KPD bei. 1933 wird er zu Stade in »Schutzhaft« genommen, was ihn nicht davon abhält, nach der Freilassung in der Illegalität äußerst intensiv politisch aktiv zu werden. Im August 1934 wird er deshalb abermals verhaftet. Zuchthausjahre in Celle, Gefängnismonate in Hannover und schließlich Einlieferung in das KZ Sachsenhausen folgen. – Endlos lange Jahre hinter Gittern und Stacheldraht. Dr. Jutta Hartung hingegen wuchs wohlbehütet in bürgerlichen Verhältnissen in Berlin auf. In der Nazizeit ist sie in einer Wirtschaftsbehörde angestellt. Ihre natürliche Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft veranlassen sie zum Handeln. Sie unterstützt heimlich ein jüdisches Ehepaar. Als das Paar dann von den Nazis abgeholt und in ein Lager gebracht wird, empfindet sie Mitschuld an dem Schicksal dieser beiden alten Menschen, die sie nicht hatte retten können. Eines Tages beobachtet sie, wie in einem benachbarten Haus KZ-Häftlinge unter SS-Bewachung arbeiten. Auch Jan ist unter den Häftlingen. Die SS-Leute mit Zigaretten bestechend bringt sie den Häftlingen nun alle paar Tage Essen. Nach Fertigstellung der Bauarbeiten lässt Jan, der schon lange einen Kontakt nach außen sucht, der unbekannten Helferin einen Brief zukommen. Dies ist der Auftakt zu einer Entwicklung, die das Leben von Jan und Jutta für immer verändern wird. Der Roman schildert wahrheitsgetreu die Erlebnisse der Autorin unter dem Namen Jutta Hartung sowie die ihres späteren Mannes Rudolf unter dem Namen Jan Möller.

Jan und Jutta — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Jan und Jutta», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Dann schloß der Wachtmeister die Tür wieder ab.

Jan setzte sich auf seine Bank. Er stellte die Schüssel mit der Erbsensuppe neben sich und wickelte den Lappen auf, in den der Kalfaktor sein heimliches Geschenk eingeschlagen hatte.

Es kam erst ein Zettel zutage. Als Jan ihn auseinandergefaltet hatte, sah er eine unbeholfene Zeichnung, die ihm aber alles sagte, was er wissen wollte. Er studierte einen Augenblick aufmerksam die Angaben über den Lichtschacht – gut, gut –, er war nicht weit von Jans Zelle entfernt, und dort konnte ein gewandter Mann hochkommen, das hatte Jan bei seiner Einlieferung und bei seinem Gang zum Bad schon berechnet. Mit den Feuerwehrleitern sah es dagegen schlecht aus. Sie befanden sich an anderen Teilen des Gebäudes … Aber halt, der Blitzableiter, den hatte August auch eingezeichnet. Wenn Jan im Lichtschacht hoch und aufs Dach kam, so konnte er den Blitzableiter sofort greifen. Daran dann hinunter, über die Mauer …

Nicht weit von Stade hatte Jan einen Bekannten auf einem Dorf. Der würde ihm wohl das erste Quartier geben. Sie konnten ja nicht alle Verräter sein!

Jan benutzte schon die Tagesstunden für seine Vorbereitungen. Am Tage fiel ein Geräusch nicht so sehr auf. Er wickelte den Lappen um den Hammer und entfernte den Putz an der Stelle, an der er schon abbröckelte, noch weiter. Es gab trotz aller Vorsicht viel Staub und Dreck.

Jan wischte ihn von dem Linoleumboden auf und versteckte ihn in seinem Bett.

Es ging alles gut. Niemand wurde aufmerksam. Als August unter Aufsicht des Wachtmeisters das Abendessen brachte, sah die Zelle wie immer aus. Dem Wachtmeister fiel es nicht auf, daß die schlechte Stelle an der Wand sich vergrößert hatte.

Sobald das Abendessen vorüber war, kam für Jan der schwierigere Teil der Arbeit. Er mußte jetzt den ersten Stein aus der Wand nehmen. Sechs Uhr abends war vorbei. Um acht Uhr wurde das Licht gelöscht. Bis dahin wollte Jan wenigstens den ersten Stein geschafft haben, denn im Dunkeln konnte er schlecht arbeiten.

Es war siebeneinhalb Uhr, als Jan auf der Treppe das leise Knacken vernahm, wie es von Schritten verursacht wird. Irgend jemand kam die Treppe herauf, wahrscheinlich ein »Maschoris«. Jan hörte sofort mit seiner Arbeit auf und begann Freiübungen zu machen.

Der Spion bewegte sich.

»Was machen Sie denn hier?« rief die Stimme des Wachtmeisters. »Was soll das Loch in der Wand?«

Jan begriff, daß alles verloren war.

»Was ich hier mache?« rief er zurück. »Ich will ausbrechen!«

Draußen ertönte ein Fluch. Dann entfernten sich die Schritte des Wachtmeisters, aber bald kam er mit zwei Kalfaktoren wieder zurück. Auch August war dabei.

Die drei betraten die Zelle.

Schade, schade, sagten Augusts halbverdeckte Augen und seine herabgezogenen Mundwinkel.

Jan wurde in eine Arrestzelle gebracht. In einem Gitterkäfig, wie er ihn von Celle her schon gewohnt war, verbrachte er die Nacht.

Am folgenden Tage wurde Jan vorgeführt und das Protokoll wurde aufgenommen.

Der Fall erregte großes Aufsehen.

»Waren Sie sich denn nicht klar darüber, daß Sie durch diese Wand nur auf den Korridor gelangen? Darüber mußten Sie sich doch klar sein!« sagte der protokollierende Beamte ein über das andere Mal zu dem Gefangenen. »Wie wollten Sie denn von dem Korridor aus dem Hause hinausgelangen?«

»Darüber hatte ich mir keine Gedanken gemacht. Das sollte sich eben so ergeben.«

»Sie können doch nicht verlangen, daß wir Ihnen das glauben?« Der Beamte schaute über die Brillengläser. »Wir nehmen an, daß Sie den Wachtmeister ermorden und mit seinen Schlüsseln das Tor öffnen wollten.«

Der Beamte betrachtete den Gefangenen bei diesen Worten mit der Miene der strafenden Gerechtigkeit, in die sich Furcht und Neugier mischten.

»Nein, das wollte ich nicht«, erwiderte Jan, scheinbar gleichgültig.

»Kann jeder hinterher sagen, das wollte ich nicht! Es bestand doch gar keine andere Möglichkeit.«

»Wieso denn? Man kann doch nicht im vorweg sagen, was möglich ist. Da war die schadhafte Stelle an der Wand, die hat mich so am lieben langen Tag auf die Gedanken gebracht.«

»Und von wem hatten Sie das Werkzeug?«

»Das hab’ ich mir schon von Celle mitgebracht. Da hat so etwas immer herumgelegen.«

Der Beamte konnte nicht umhin zu schmunzeln. In Celle, der angeblichen Musteranstalt des Herrn Marloh, schien ja allerhand los zu sein und vielerlei zu bestehen mit Ausnahme von Ordnung.

Der protokollierende Beamte zeigte sich Jan gegenüber jetzt etwas freundlicher.

»Wir könnten die Sache von gestern gleich auf Ihrem Termin morgen mit verhandeln. Sind Sie damit einverstanden?«

»Jawohl, damit bin ich einverstanden.«

Der Tag und die Nacht vergingen.

Als ein gefährlicher Ausbrecher gefesselt und scharf bewacht, wurde Jan am folgenden Morgen aus seiner Zelle und über den Hof zum Gerichtssaal geführt.

Jans Blick streifte rasch die Gefängnismauern, die den Hof umgaben, und er erinnerte sich, wie er ein und ein halbes Jahr vorher, im Frühjahr 1935, einen Tag um den anderen über diesen Hof zum Gerichtssaal geführt worden war. Er und seine vielen guten Genossen, die die illegale Arbeit in der kleinen Heimatstadt gewagt hatten, wurden damals über diesen Hof zur Verhandlung geführt … und jetzt wie damals tat sich die Tür zum Gerichtssaal auf und Jan wurde auf die Anklagebank gebracht. Zwei Wachtmeister postierten sich neben ihm. Auf der Bank saßen schon Christoph und Franz, Jan setzte sich neben sie. Die Freunde wechselten kein Wort. Es war nicht der Ort dafür, und es gab auch nichts Wichtiges zu sagen.

Die Gerichtszeremonien verlangten ihre Zeit. Während der Richter in seiner Robe den erhöhten Platz einnahm, der Staatsanwalt seine Papiere zurechtlegte und die beiden Zeugen sich einfanden, blieb Jan und seinen Freunden die Muße, an das zurückzudenken, was sich vor eineinhalb Jahren hier abgespielt hatte. Das war die alte getünchte Wand, die dem Saal ein nüchternes und gleichgültiges Aussehen gab, die alte gedrechselte Barriere, die Richter und Angeklagte von den Zuhörern abschloß. Auf den Plätzen für das Publikum saß auch heute eine Anzahl Neugieriger. Vor eineinhalb Jahren waren diese Bänke alle voll besetzt gewesen, und auch August hatte unter den Zuhörern gesessen.

Jan glaubte noch einmal die schneidige Stimme des Herrn Staatsanwaltes Dr. Frischbier zu hören. Er erinnerte sich kaum an sein Gesicht, denn dieses Gesicht hatte nichts Besonderes an sich gehabt. Es war das Gesicht eines Korpsstudenten gewesen, der jetzt für den »Führer« seine Pflicht tat, ein Gesicht, in dessen Mienenspiel sich wenig eigene Gefühle, wenig eigene geistige Arbeit ausdrückten, das Gesicht eines qualifizierten Spießers. Das Gesicht und die schneidige Stimme paßten in den getünchten Saal. Alles wirkte wie Tünche, die man aufstreichen und abkratzen, oder wie eine Maske, die man aufsetzen und wieder absetzen konnte, je nach den Erfordernissen der Zeit und der Karriere. Herr Staatsanwalt Dr. Frischbier hatte auch keine eigenen Worte gesprochen. Er hatte nur die Worte gesagt, die ihm sein »Führer« und der »Völkische Beobachter« lieferten, Worte, wie Jan und seine Genossen sie in allen Modulationen seit Jahr und Tag von ihren Feinden zu hören gewohnt waren und wie sie immer wieder gesprochen werden mußten, solange es Menschen gab, die ihre Brüder von den Gütern der Erde ausschließen wollten.

»Das Ziel der KPD ist der bewaffnete Aufstand! Die Kommunisten haben sich illegal organisiert, Möller war schon 1933 in Schutzhaft. Er wurde entlassen. Diese Gnade hat er damit beantwortet, daß er in seinem Heimatorte die KPD wieder aufgebaut hat! Er ist ein eingefleischter Kommunist! Die härtesten Strafen müssen angewandt werden! Das Gericht hat nicht nur die Aufgabe zu sühnen, es hat die Aufgabe, solche Elemente auszumerzen! Möller und sein Kurier Roth sind die Hauptangeklagten. In ihren Händen lief alles zusammen. Ich beantrage …«

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Jan und Jutta»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Jan und Jutta» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Liselotte Welskopf-Henrich - Der junge Häuptling
Liselotte Welskopf-Henrich
Liselotte Welskopf-Henrich - Heimkehr zu den Dakota
Liselotte Welskopf-Henrich
Liselotte Welskopf-Henrich - Die Höhle in den schwarzen Bergen
Liselotte Welskopf-Henrich
Liselotte Welskopf-Henrich - Harka
Liselotte Welskopf-Henrich
Liselotte Welskopf-Henrich - Der Bergführer
Liselotte Welskopf-Henrich
Liselotte Welskopf-Henrich - Über den Missouri
Liselotte Welskopf-Henrich
Liselotte Welskopf-Henrich - Licht über weißen Felsen
Liselotte Welskopf-Henrich
Liselotte Welskopf-Henrich - Nacht über der Prärie
Liselotte Welskopf-Henrich
Liselotte Welskopf-Henrich - Das helle Gesicht
Liselotte Welskopf-Henrich
Liselotte Welskopf-Henrich - Der siebenstufige Berg
Liselotte Welskopf-Henrich
Liselotte Welskopf-Henrich - Stein mit Hörnern
Liselotte Welskopf-Henrich
Отзывы о книге «Jan und Jutta»

Обсуждение, отзывы о книге «Jan und Jutta» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x