Rose Zaddach - Nadelherz
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Die Tiere ersetzten mir bald alles. Sie hörten auf mich, sie trösteten mich – und ich lernte, sie zu versorgen. Sie wurden meine Weggefährten und meine Aufgabe. Ich hielt mich im Schafstall auf und sah, wie die Lämmer zur Welt kamen. Ich strich über das Fell der Kälbchen, wenn sie, nass und wacklig, sich zum ersten Mal auf ihre Füße stellten. Ich ging zu den Fohlen auf die Weide und sah, wie die Stuten sie säugten. Ich konnte bald mit den wildesten Hunden und den schwierigsten Pferden umgehen. Sie wurden sanft und anhänglich mir gegenüber. Ich hatte meine Welt gefunden. Ich brauchte die Menschen nicht mehr.
Gleich zu Beginn lernte ich reiten. Rasch übernahm mein Körper den Rhythmus des Pferdes. Nie hatte ich Angst. Ich hatte eine geschickte Hand und starke Nerven. Das merkte auch der Tierarzt und ich stand ihm bald zur Seite. Ich hielt die Tiere fest, die behandelt werden mussten, und ich beruhigte sie mit Streicheln oder reichte dem Tierarzt die chirurgischen Werkzeuge, die er manchmal benötigte. Ich war zehn Jahre alt, als ich bei der ersten Operation assistierte. Ich tat dies, ohne mit der Wimper zu zucken.
Mittlerweile hatte ich auch das Hörgerät akzeptiert und die Sprache erlernt. Ich begann zu lesen und zu schreiben. Man gab mir Einzelunterricht. Aber an die anderen Kinder schloss ich mich nicht an. Meine Freunde blieben die Tiere, vor allem aber die Pferde. Ich bekam ein eigenes Reitpferd zugeteilt. Eine Einheit werden mit ihm, sein Wesen verstehen, dahin reiten im Trab, im Galopp, im ruhigen Schritt, ihm Futter geben, es abtrocknen, seine Nüstern an meinen Ohren spüren, sein Wiehern, wenn ich kam, das war Glück. Das war tiefe Freude. Ich lebte mein eigenes Leben mit den Tieren fernab von den anderen Kindern – und so blieb es, bis ich den Steidelhof verließ. Ich war noch ein Kind, aber trotzdem kein Kind mehr. Ich war ein Kind, weil ich die Welt noch nicht kannte und noch unerfahren war. Aber ich war auch kein Kind mehr. Denn ich hatte Verantwortung übernommen. Die Erfahrung mit den Tieren hatte mich stark gemacht. Ich war mutig und traute mir das Leben zu. Ich lernte die Anhänglichkeit meiner Tiere kennen, die Verlässlichkeit des Lebens sowie die Achtung und den Respekt, mit dem unser Tierarzt mir begegnete, dem ich immer fachkundiger assistierte. Ich wurde seine rechte Hand.
Ich lebte dort sehr selbstbestimmt. Denn ich ließ mich nicht mehr erziehen. Meine Mutter scheiterte an mir und meiner Widerstandskraft. Sie hatte aus Unwissenheit und Hilflosigkeit vieles falsch gemacht. Ein Zurück gab es vorerst nicht mehr. Ich besuchte meine Mutter in den Ferien. Mein Vater hatte mittlerweile eine neue Familie gegründet. Ich sah ihn an Weihnachten, außer er kam zu Besuch in den Steidelhof, um dort über meine Zukunft zu reden, was er zuletzt immer häufiger getan hatte.
Es wurde über meine Berufsausbildung nachgedacht. Im Privatunterricht hatte ich alles notwendige Wissen nachgeholt. Ich ging im letzten Jahr zur Schule, um mich an die Gemeinschaft zu gewöhnen. Ich trat nicht mehr und biss nicht mehr. Ich hielt das Gefühl aus, in einen Klassenraum zu bleiben, ohne mich eingesperrt zu fühlen. Meine Mutter und auch mein Vater waren glücklich über meine Entwicklung. Ich sollte auf eine weiterführende Schule gehen und sie mit der mittleren Reife abschließen. Dann konnte ich Tierpflegerin oder speziell Pferdepflegerin werden. Das waren auch mein Wunsch und mein fester Wille, mein Lebenstraum. Den Traum habe ich auch verwirklicht. Heute besitze ich meinen eigenen kleinen Reiterhof. Ich habe alles erreicht, was ich mir vorgenommen und erträumt habe. Nur eines fehlt mir. Eines ist zu Bruch gegangen bei der alten Geschichte, die so lange zurückliegt und doch immer noch so nah ist.
Einen Wunsch konnte ich mir nicht erfüllen – und er steht zwischen Berret und mir. Er weiß es nicht. Ich habe es ihm nie gesagt. Ich habe nie darüber sprechen können. Es gibt einen Schmerz, der in meiner Seele sticht, wie viele spitze Nadeln und ich spüre das Stechen besonders in den langen Nächten, wenn die Träume wieder kommen und keine Ruhe geben. Ich werde wahrscheinlich keine Kinder bekommen. Ich wäre so gerne Mutter geworden. Ich sehne mich nach einem Kind, es ist ein großer Verlust für mein Leben und ich gebe die Schuld daran der tragisch geendeten Beziehung meiner frühen Jugend. So lebe ich denn mit meinem eingekapselten Kummer und zeige ihn nach außen nicht. Was hätte es geändert und was würde es ändern?
Immer wieder, so dachte ich, würde ein Schatten unseren Tag verdunkeln, wenn ich seinen Antrag annehmen und mit ihm zusammen leben würde. Deshalb zog ich irgendwann eine Trennungslinie und stürzte mich in das wilde Leben der Jugend, die ich nachzuholen versuchte. Außerdem kam mir der Liebhaber meiner frühen Jugend damals so gereift, so wesentlich älter vor, als ich mich mit achtzehn, neunzehn, zwanzig Jahren empfand. Wie kann es sein? Hatte ich mich so getäuscht? Wie hatte ich ihn geliebt!
Ich wolle, ja ich musste meine Jugend nachholen, nachdem ich die zurückliegenden Jahre von Erziehern und dem Jugendamt überwacht so unfrei gelebt hatte. Deshalb bin ich bald Beziehungen mit Gleichaltrigen eingegangen. Ich kehrte aber eine Zeitlang immer zu Berret zurück, weil ich mich auch nicht lösen konnte. Aber es kam der Tag, an dem ich ihn endgültig verließ. Auch Berret konnte das Hin und Her nicht mehr ertragen. Ich ging meinen eigenen Weg, obwohl wir beide die Verbindung nie ganz aufgeben konnten. Wir schrieben uns Briefe, aber leben konnten wir nicht miteinander. Nur so, auf die Entfernung, konnten wir die vergangenen Jahre in Ruhe leben. Ich hatte mich dafür entschieden, so lange zu warten, bis mir meine Gefühle vielleicht einen anderen Weg ermöglichen würden.
DIE BEGEGNUNG
(Berret)
Ich stehe am Fenster und betrachte den Sternenhimmel. In der Villa meiner Großmutter habe ich das oberste Stockwerk ausgebaut wie ein Planetarium. Über mir eine Glaskuppel. Um mich herum riesige Fenster. Ich stehe an einem dieser Fenster ganz allein. Ich und das Weltall. Das Weltall und die Vergangenheit. Die Vergangenheit und das Leben. Das Leben und der Tod.
Meine verstorbene Großmutter ist wieder im Raum. Sie ist zurückgekehrt, um mir die Hand aufzulegen und mir zu verzeihen. Mein Vater ist da und spielt wieder Cello, meine Mutter sitzt am Webstuhl und webt und webt, und dann sehe ich das Wohnhaus, wieder in „Vierundzwanzig Höfe“ am höchsten Punkt des Hügels – und ich sehe die schneebedeckten Berge hervortreten aus der Dunkelheit. Weiß leuchtet der Schnee und blutrot war der Himmel über dem Tal, als die Sonne aufging. Der Tag bricht an. Xavelia kommt.
Sie ist angemeldet zum Probewohnen. Sie trägt einen rotweiß karierten Koffer in der rechten Hand und in der linken Hand einen offenen Korb mit einem Kaninchen. Ich soll das neue Mädchen empfangen. Ich bin sehr gespannt. Die Begrüßung neuer Schüler und Schülerinnen ist im Allgemeinen schon ein Grund leichter Anspannung. Wer kommt? Welche Persönlichkeit bringen die Neuen mit? Wie leben sie sich ein? Welche neuen Erfahrungen werden wir miteinander machen? Auf welche Art und Weise wird sich unser Zusammenleben ändern? Denn jeder Mensch bringt eine solch individuelle und einzigartige Lebensgeschichte und seinen einmaligen Charakter mit, der niemals ersetzbar oder austauschbar ist. Ich spürte aber zusätzlich zu diesen Fragen sofort, dass mich die neue Schülerin tief beeindruckte, ja faszinierte.
In Erinnerung ist mir alles gegenwärtig. Ich sehe ihre schöne Gestalt, ihren stolz aufgerichteten Nacken, ihren forschenden, abwartenden, angstfreien Blick. Sie geht keinen Schritt auf mich zu. Sie bleibt mitten im Hof, vor dem Auto, das sie hergebracht hat, stehen und wartet. Sie ist noch nicht gewillt, ihre langen Beine in Bewegung zu setzen. Deshalb muss ich gehen. Ich, Berret. Ich bewege mich langsam und bedächtig auf sie zu. Sie erinnert mich an einen Stern mitten im Weltall, und um sie herum die anderen Sterne Lichtjahre entfernt. Sie leuchtet. Aber sie weiß es vermutlich nicht. Ich befürchte, dass sie gleich wieder verschwindet wie eine Fata Morgana, sich umdreht und in das Auto einsteigt, zuerst den Koffer hineinschubst, dann sich selbst hineinsetzt, das Kaninchen im Korb auf dem Schoß.
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