Georg Ransmayr - Der arme Trillionär

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Das Spekulantenepos der Zwischenkriegszeit Keiner wurde so schnell reich wie er: Als blutjunger Bankchef und Börsenguru wird der Wiener Finanzjongleur Sigmund Bosel Anfang der 1920er-Jahre zum „Trillionär“ hochgejubelt. Hin- und hergerissen zwischen zwei Frauen lebt der spendable Plutokrat, wie es ihm gefällt. Doch reich zu sein, ist Bosel nicht genug. Der schillernde Millionensassa will die alteingesessene Hochfinanz an die Wand spielen. Dabei verstrickt er sich in grenzwertige Spekulationsdeals. Bosels Verlust-geschäfte werden ein riesiger Skandal. Der jüdische Glücksritter wird im damaligen anti-semitischen Klima zum alleinigen Sündenbock gestempelt. Hinter den Kulissen bleibt er aber ein mächtiger Strippenzieher. Kurz vor dem „Anschluss“ 1938 fährt Bosel noch einmal von Paris zurück nach Wien. Aus dem Wirtschaftskrimi rund um den schillernden Finanzabenteurer wird eine mörderische Holocaust-Tragödie … Georg Ransmayr begibt sich auf die Spuren des legendären Inflationskönigs.

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Ende 1924 bekam es Bosel auch mit einer Erpressungsserie samt Todesdrohungen zu tun. Den ersten Erpresserbrief erhielt er im Dezember 1924. Ein junger Mann verlangte, dass beim Portier eines Wiener Hotels 150 Millionen Kronen deponiert werden. Wie vom Erpresser verlangt, ging Bosel mit dem Inserat „Schreiber, Wien, XIII – Bewilligt“ in der Tageszeitung Die Stunde auf die Forderung ein. Die Kriminalpolizei observierte den Ort der Geldübergabe – das „Hotel zur Goldenen Birne“. Der Erpresser hatte jedoch einen Dienstmann geschickt, der das Kuvert abholte und damit zum Wiener Westbahnhof fuhr. Hier konnten die Polizisten den bewaffneten Erpresser bei der Geldübernahme überwältigen. 21

Durch den Vorfall hatte Die Stunde , an der Bosel nebenbei bemerkt finanziell beteiligt war, eine heiße Story auf Lager: „Es ist das Schicksal reicher Leute, dass sie von Zeit zu Zeit von Erpressern oder politischen Narren mit Drohungen, die sich gegen ihr Leben und ihren Besitz richten, belästigt und in Schrecken versetzt werden. Eine der beliebtesten Persönlichkeiten bei diesen Verbrechern ist der Präsident der Unionbank, Sigmund Bosel“, so das Blatt. „Nach den Hakenkreuzlern, die es als eines der wichtigsten ihrer politischen Ziele betrachten, Herrn Bosel um die Ecke zu bringen“, habe diesmal ein 21-jähriger Mann aus gutem Hause die weitere Sicherheit des Finanzmannes an das geforderte Erpressungsgeld geknüpft. 22

Dass Attentate gegen prominente Persönlichkeiten eine reale Gefahr waren, führt der Tod von Hugo Bettauer vor Augen. Bekannt geworden war der umstrittene Bestsellerautor durch seine sozialkritischen Fortsetzungsromane. Den Roman Der Kampf um Wien hatte Bettauer in der Tageszeitung Der Tag herausgebracht, die von Sigmund Bosel finanziert wurde. Der wahre Aufreger war aber Bettauers Erotik-Zeitschrift Er und Sie , mit der sich dieser für eine progressive Sexualmoral starkmachte. Obwohl man Bettauer in einem Pornografie-Prozess freisprach, wurde er von rechtsgerichteten Gegnern und Antisemiten als „Jugendverderber“ und „perverses Kloaken-Tier“ verteufelt. Nazi-Propagandaschriften riefen zu „radikaler Selbsthilfe und Lynchjustiz gegen den Volksschänder“ auf. Bettauer bekam Morddrohungen, Polizeischutz lehnte er jedoch ab. 23

Der Anschlag passierte schließlich am 10. März 1925 in Bettauers Büro. Der junge NSDAP-Anhänger Otto Rothstock streckte den Autor mit fünf Revolverschüssen nieder. Zwei Wochen später starb Bettauer an seinen Verletzungen. Die Ermordung des Schriftstellers, der ein Aushängeschild seiner Zeitung war, dürfte Bosel darin bestärkt haben, dass Leibwächter ihre Berechtigung hatten. Auch der Verleger Imre Békessy, mit dem Bosel geschäftlich zu tun hatte, bekam Polizeischutz, nachdem man in den Räumlichkeiten der Nazi-Jugendorganisation eine „Todesliste“ gefunden hatte. Bosel hatte sich bereits Monate davor eine unauffällige Autonummer besorgt, damit sein Wagen nicht mehr wie eine Staatskarosse daherkam. 24Aus dieser Zeit stammt wohl auch das Gerücht, dass Bosel nie einen Fuß in den Garten seiner Villa gesetzt hätte. Irgendeine Erklärung musste es geben, warum der steinreiche Workaholic mit den dunklen Augen immer so blass war.

Die Kinderstube in der Luxuswelt

Leben kam in den parkähnlichen Garten erst viele Jahre später durch die Bosel-Kinder Julie und Alfons, die sich – als sie schon größer waren – auf dem Gelände austoben konnten und vor allem die Kegelbahn hinterm Haus geliebt haben. „Wir sind uns manchmal wie Gäste vorgekommen, weil wir uns auf unseren Streifzügen durch das Anwesen ‚ordentlich‘ benehmen mussten“, schmunzelt Frau Marks. Warum das? Die Nachbarschaft sollte nicht allzu viel davon mitbekommen, dass Julie und ihr Bruder die unehelichen Kinder des Hausherrn waren. Bis 1937 waren die beiden Sprösslinge daher nur fallweise am Wochenende in der Gloriettegasse zu Besuch. Gewohnt haben die Kinder im Wiener Nobelbezirk Döbling, wo sie mit ihrer Mutter Ilona Schulz in einer Villa in der Silbergasse aufgewachsen sind. Behütet und eingepackt in erzieherische Zuckerwatte.

In der Silbergasse gibt es damals eine Köchin, zwei Stubenmädchen und einen Hausbesorger. Auch eine Anstandsdame schwirrt durch den Haushalt. Auf winzigen alten Fotos sieht man, wie die Gouvernante die kleinen Bosel-Sprösslinge bei einem Schaukelpferd bemuttert. „In der Silbergasse war es fantastisch“, erinnert sich Julie Marks. „Im Garten gab es in einer Hütte sogar ein Ringelspiel. Und mit meinem Bruder habe ich mich sehr gut verstanden. Wir beide sind in Wien auch nie in eine Schule gegangen.“ Die Kinder werden von einem Hauslehrer namens Eduard Landskron unterrichtet. Der pensionierte Schuldirektor stellt Julie und Alfons damals Zeugnisse wie in einer richtigen Schule aus, die er fein säuberlich mit Tinte schreibt. 25

Den Kindern blieb verborgen, was der Vater während der Woche beruflich macht und warum er an vielen Abenden nicht zu Hause ist. Donnerstags durften die Bosel-Kinder den Papa jedoch in seinem eleganten Bürohaus in der Kramergasse besuchen. Nachher gab es mit der Mama öfters einen Abstecher in den Prater. Der Donnerstag war der Höhepunkt der Woche, an diesem Tag ist immer Kirtagsstimmung aufgekommen. „Wenn wir mit dem Auto in der Stadt herumgefahren sind und zu einer Kreuzung gekommen sind, dann haben die Polizisten immer beim Vorbeifahren salutiert“, erzählt Frau Marks. „Mein Bruder und ich waren sehr beeindruckt, und wir haben auch salutiert.“ Julie muss kurz kichern. „Das war wirklich spaßig. Die Beamten haben sogar dann salutiert, wenn nur mein Bruder und ich im Auto gesessen sind.“ 26

Von Berufs wegen kannten die Verkehrspolizisten damals die wichtigsten Autonummern der Stadt. Als Freund und Gönner der Exekutive war Bosel jedem Sicherheitsmann ein Begriff. Die Polizei hielt Bosel deshalb auch dann noch in Ehren, als es finanziell mit ihm bergab ging, was Bosel geschickt zu übertünchen wusste. Frau Marks kann sich noch gut an einen Fackelzug in der Ära Dollfuß erinnern, bei dem die Familie Bosel Ehrenplätze auf der VIP-Tribüne hatte.

Beim Plaudern mit Frau Marks wird mir plötzlich klar, dass sie seit 1950 nicht mehr in Österreich gewesen ist. Nach ihrer Rückkehr aus London, wo sie die Nazizeit überlebt hat, habe sie Wien nicht ausstehen können, sagt sie mir. Tief in ihr drinnen sind die Häuser in der Silbergasse und der Gloriettegasse aber lebendig geblieben. Julie zeigt mir auch alte Urlaubsbilder, auf denen sie Seite an Seite mit ihrem Vater und ihrem Bruder knöcheltief im Meer steht. Sigmund Bosel trägt auf dem Foto ein dunkles Badekleid, das in den 1930er Jahren für Männer nach wie vor gängig war und in diversen Seebädern noch Vorschrift gewesen ist. „Wir waren mit unseren Eltern auch auf Reisen. Wir waren in Venedig und in Viareggio in Italien am Strand. Es war absolut phantastisch, ich kam mir vor wie eine kleine Prinzessin.“ 27

Anmerkungen

1

Habe, Ich stelle mich, 102.

2

„Allerhöchste Eisenbahn“, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, www.monumente-online.de.

3

ZEIT Online, 20. 9. 1991.

4

Herz-Kestranek/​Arnbom, … also hab‘ ich nur mich selbst!, 11.

5

Stiefel, Camillo Castiglioni, 325 f., Erman, Bei Kempinski, 107 f.; Habe, Ich stelle mich, 102.

6

SchobA (Karton) 95, SB an Schober, 31. 12. 1922; Ufermann, Könige der Inflation, 83; WStLA, Vr 2562/​37 3/​226C, Einvernahme SB, 30. 9. 1936.

7

Wiener Wochenausgabe, 25. 2. 1950; Die Stunde, 21. 7. 1923; Neues Wiener Journal, 12. 11. 1922.

8

Interview mit Julie Marks, 17. 2. 2012.

9

Unterreiner, Die Habsburger, 92 ff.; Markus, Katharina Schratt, 74 ff. und 114 ff.; Kurier, 22. 2. 2015.

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