Georg Ransmayr - Der arme Trillionär

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Das Spekulantenepos der Zwischenkriegszeit Keiner wurde so schnell reich wie er: Als blutjunger Bankchef und Börsenguru wird der Wiener Finanzjongleur Sigmund Bosel Anfang der 1920er-Jahre zum „Trillionär“ hochgejubelt. Hin- und hergerissen zwischen zwei Frauen lebt der spendable Plutokrat, wie es ihm gefällt. Doch reich zu sein, ist Bosel nicht genug. Der schillernde Millionensassa will die alteingesessene Hochfinanz an die Wand spielen. Dabei verstrickt er sich in grenzwertige Spekulationsdeals. Bosels Verlust-geschäfte werden ein riesiger Skandal. Der jüdische Glücksritter wird im damaligen anti-semitischen Klima zum alleinigen Sündenbock gestempelt. Hinter den Kulissen bleibt er aber ein mächtiger Strippenzieher. Kurz vor dem „Anschluss“ 1938 fährt Bosel noch einmal von Paris zurück nach Wien. Aus dem Wirtschaftskrimi rund um den schillernden Finanzabenteurer wird eine mörderische Holocaust-Tragödie … Georg Ransmayr begibt sich auf die Spuren des legendären Inflationskönigs.

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Ende 1923 konnte Bosel bei seinen Geschäftspartnern noch wählerisch sein. Und die Regierung konnte es sich nicht leisten, den jüdischen Star-Investor zu vergraulen. Die konservativ-großdeutsche Koalition rümpfte zwar an sich über „Finanzjuden“ wie Sigmund Bosel die Nase. Aber der Ministerrat war rasch mit dem etwas impertinenten Vorhaben Bosels einverstanden, neben dem Bundeskanzleramt am Ballhausplatz einen neuen Bankpalast hochzuziehen. Das Prestigeprojekt wäre auch Wirklichkeit geworden, wenn den Hasardeur damals nicht das Glück verlassen hätte.

Im Frühjahr 1924 gehen geheime Fremdwährungsspekulationen schief, die Bosel im Auftrag der staatlichen Postsparkasse unternommen hat. Zwei Jahre später fliegt die Sache auf, das PSK-Fiasko wird der größte Wirtschaftsskandal der 1920er Jahre. Ab diesem Moment kämpft der ehemalige Trillionär, der in Wahrheit fast alles verloren hatte, als „Bettler“ gegen den Abstieg. Wie lange sich der gewitzte Finanzmann damals aus der Affäre ziehen konnte, ist erstaunlich. Zehn Jahre lang spielt Bosel gegenüber der Postsparkasse den verarmten Milliardär, um seine Spekulationsschulden nicht abstottern zu müssen.

Die Politik behandelt ihn pfleglich. Hatte man ihm gegenüber ein schlechtes Gewissen? Oder besitzt Bosel damals belastendes Material? 1936 ist mit der Komödie Schluss, die Justiz macht gegen Bosel mobil. Man wirft ihm vor, dass er seine wahren Vermögensverhältnisse verschleiert hat. Weil jedoch der damalige PSK-Gouverneur und frühere Bundeskanzler Karl Buresch in die Sache verwickelt ist und Selbstmord begeht, hat die Regierung Schuschnigg eine Staatsaffäre am Hals, die unter den Teppich gekehrt werden muss.

Vergleicht man die Aufreger-Themen unserer Tage mit den Krisen und Finanzskandalen der Zwischenkriegszeit, hat man unweigerlich Déjà-vu-Erlebnisse. So wie heute haben auch damals viele Staaten enorme Budgetprobleme. Die Finanzmärkte geben das Tempo vor, die Aufsichtsbehörden hecheln hinterher. Das Spekulationsfieber der Nachkriegsjahre führt zu Spekulationsblasen, hohe Fremdwährungsrisiken werden aufgetürmt. Die etablierten Banken lügen sich mit ihren Wertansätzen im Donauraum in den Sack, einzelne Megakredite sorgen für ein hohes Klumpenrisiko. Als die faulen Bilanzen der Kreditinstitute aufplatzen, ist auch damals wie heute Bankenrettung angesagt: mit Kapitalspritzen, rettenden Fusionen und der Notverstaatlichung der zu dieser Zeit wichtigsten Bank im Land, der österreichischen Credit-Anstalt.

Zwei Mega-Skandale haben bleibende Erinnerungen an die ruinösen Turbulenzen hinterlassen: das PSK-Fiasko 1926 und das noch viel größere CA-Finanzfiasko 1931. In beide Wirtschaftskrimis ist Bosel verstrickt gewesen. Das PSK-Fiasko punziert ihn als Buhmann der österreichischen Wirtschaftsgeschichte, während er in der CA-Causa im Hintergrund agiert, um die Skandalpleite juristisch glattzubügeln. Beide Finanzbeben lassen sich rückblickend mit dem Begriff „Multi-Organversagen“ beschreiben, den in unseren Tagen die Griss-Untersuchungskommission für die Kärntner Skandalbank Hypo Alpe Adria geprägt hat. Auch das österreichische Parlament hat sich in den 1920er Jahren in diversen Ausschüssen mit Finanzskandalen herumschlagen müssen. Damals zeigte sich, dass die zuständigen Behörden und Politiker der staatlichen Postparkasse zu wenig auf die Finger geschaut haben. Solange es Gewinne gab, durften die PSK-Manager mit der Staatsgarantie im Rücken herumfuhrwerken. Als es Verluste gab, hat man den Kopf in den Sand gesteckt. Schlussendlich können die Postsparkasse und die Credit-Anstalt nur mit Staatshilfe überleben. Die Kosten der Rettungsaktionen hat man genauso wie in der Finanzkrise nach 2008 hauptsächlich den Steuerzahlern umgehängt.

Die großen Geldgeschäfte, mit denen sich Bosel Zutritt zur Hochfinanz verschafft hatte, haben auch seinen Abstieg eingeläutet. Der Finanzjongleur war verschrien als „der böse Geist der Postsparkasse“, der gestandene Politiker mit unlauteren Spekulationstipps „verhext“ habe. 17Das war aber bestenfalls die halbe Wahrheit. Bosel hat im PSK-Skandal als Sündenbock herhalten müssen, damit die Staatsbank andere Verlustbringer leichter kaschieren konnte. Sein größter Gegner, schrieb Bosel 1929, sei der christlich-soziale Finanzminister Viktor Kienböck gewesen, der ihn „mit unversöhnlichem Hass“ verfolgt habe. 18Es gibt tatsächlich Indizien dafür, dass Kienböck und der einstige Nationalbank-Präsident Richard Reisch Bosel über die Klinge springen haben lassen. Dieses Buch geht daher auch der Frage nach, ob für Sigmund Bosel hier nicht ein Stück historische Ehrenrettung angebracht ist.

Wer sich eingehend mit Sigmund Bosel beschäftigt, lernt eine Persönlichkeit mit charakterlichen Graustufen kennen. Dieser Mann war kein Heiliger, sondern das, was man umgangssprachlich einen Schlawiner nennt. Dort, wo der tüchtige Außenseiter durch Cleverness und Chuzpe frühzeitig Trends wittert und anderen Machtmenschen ein Schnippchen schlägt, ist man verleitet, ihm die Daumen zu drücken. Dort, wo er mit dem Gesetz in Konflikt gerät oder das Schicksal herausfordert, kann man über den Tausendsassa mit der Unschuldsmiene nur den Kopf schütteln. Und man wünscht sich als Beobachter an der Seitenoutlinie, der Finanzabenteurer hätte sich zu bestimmten Aktionen nicht hinreißen lassen. Aber Sigmund Bosel war eben ein Teufelskerl, der zeitlebens hoch gepokert hat und sich auch für verborgene Machenschaften einspannen ließ.

1931 übernimmt er nach der sündteuren Notverstaatlichung der Credit-Anstalt einen Geheimauftrag der Rothschild-Bankdynastie. Bosel zieht alle Register, damit die Justiz ihre Ermittlungen gegen den langjährigen CA-Mehrheitsaktionär Louis Rothschild aufgibt. Die Parteispenden, die Bosel dabei an einzelne Regierungspolitiker weiterreicht, bringen ihn 1934 in den Dunstkreis der Juli-Putsch-Verschwörer. Bosel hat alle Hände voll zu tun, um nach der Ermordung von Bundeskanzler Engelbert Dollfuß nicht zum Hochverräter gestempelt zu werden. Auch diese weitgehend unbekannte Affäre wird in diesem Buch beleuchtet.

Wer Sigmund Bosel über die Schulter schaut, erlebt beim Blick hinter die Kulissen der Ersten Republik so manche Überraschung. Übrig bleibt der Eindruck, dass Sigmund Bosel ein Mann der Geheimnisse war – und zwar in jeder Hinsicht. Angeblich hat er eine wertvolle Kollektion von pornographischen Antiquitäten besessen, die er an den ägyptischen König Farouk verkauft haben soll, über dessen Erotik-Sammlung bis heute gerätselt wird. 19Bosel soll außerdem der letzte Besitzer des berühmten Hortensia-Diadems gewesen sein, das Napoleon Bonaparte einst seiner Stieftochter Hortense de Beauharnais geschenkt hatte. 20

Die besondere Tragik im Leben des Sigmund Bosel liegt darin, dass er nach seiner skandalträchtigen Laufbahn ein neues Leben im Ausland anfangen wollte. Im Februar 1938 war er in Paris bereits in Sicherheit vor den Nazis, die es viele Jahre davor schon auf ihn abgesehen hatten. Obwohl ihn Verwandte vor der Rückreise gewarnt haben, ist Sigmund Bosel zwei Wochen vor dem „Anschluss“ noch einmal nach Wien gefahren, um noch etwas zu erledigen. Dieser Entschluss war letztlich sein Todesurteil. 21

Georg Ransmayr Wien, im Juni 2016

Anmerkungen

1

Interview mit Julie Marks, 17. 2. 2012.

2

Bosels Vorname ist in späteren Jahren oft mit einem langen „i“ geschrieben worden. Die ursprüngliche Schreibweise bestand aus einem Sigmund ohne „e“ wie bei Sigmund Freud.

3

Franz, Siegmund Bosel, 37 f.

4

Canetti, Masse und Macht, 206.

5

Wahl, Die Könige der Inflation, in: Joachim Riedl (Hrsg.), Wien, Stadt der Juden, 238 ff.; Kraus, Die Fackel Nr. 632 (1923), 150.

6

Berliner Tageblatt, 14. 11. 1926.

7

Dörmann, Jazz, 27 ff.; Schneider, Felix Dörmann, 345.

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