Leg die Later aufn Bodn, dann geht´s Messn bequem!“
Da Brucknputzpepe denkt kurz amol nach,
dann sagt er zum Schurschl: „Geh, mach mi nit schwach!
Leg i die Later aufn Bodn, hab i di Länge wohl gwiß,
aber i möcht ja wissen, wia hoch daß sie is!“
Da Brucknputzpepe war a Wal bei der Post
und hat durt die Freudn und Leidn auskost …
Auf an Sunntag, da ladet er urntlich und fein
auf da Bahnpost untn Paktlan ein.
Er schwitzt und rennt als wia a Narr,
und die Paktlan wern halt gar nit gar.
Bei da Tür vom Postamt, im Parterr,
steht ein Adjunkt – ein hoacher Herr –,
der schaugt, ob wohl da Pepe fein
die Packtlan urntlich ladet ein.
Und drobn beim Fenster im erstn Stock,
da steht im neuen blauen Rock
da Kontrollor – der legt drauf Wert,
daß der Adjunkt, so wia sich´s ghört,
genau schaugt, ob da Pepe fein
die Packtlan urntlich ladet ein.
Im zweitn Stock beim Fenster stehnd
a Inspekta und a Revident –
de übazeugnt sich mit die Augn,
daß ja der Kontrollor tuat schaugn,
ob der Adjunkt drauf streng legt Wert,
daß auch, so wia si sich´s halt ghört,
am Bahnsteig durt da Pepe fein
die Packtlan urntlich ladet ein.
Da Pepe geht dawal, uh mein!
vur lauter Arbeit völlig ein –
er schwitzt und rennt als wia a Wiesl,
aber helfen tuat ihm niambt a bißl …
Im Gegenteil: Der Herr Direkta
schielt auße, ob wohl der Inspekta
und ebenso der Revident
mit Eifer auf der Lauer send,
daß auch der Kontrollor gibt acht,
ob der Adjunkt darüber wacht,
daß auch der Pepe brav und fein
die Packtlan urntlich ladet ein …
Da Pepe setzt sein Ehrgeiz dran
und eilt und schuftet, was er kann!
Hiatz pfeift der Zug. Er macht an Ruck!
Zwa Packtlan bleibm am Bahnsteig zruck!
Der Zug werd klan und immer klaner –
dem Pepe zittarn alle Baner –
er fluacht: „Was mi das Nervn kost,
weil kane Leut sein bei da Post!“
Da Plentnbauer in da Stadt
is in an Gschäft. Durt tuat er grad
a Gschenk aussuachn für sei Alte. –
Oft is er schon splendid, da Valte!
Und endlich hat er ah was gfundn.
Das Packtle werd schean zsammgebundn
von da Vakäuferin. Einstweiln
betrachtet er die saubre Fräuln
und so zur Gaude fragt er dö:
„Was wündschaten sich eigentlich Sö,
wann Sö mei Frau warn?“ Mant drauf sie:
„Was i mir nachher wündschat? Ih?“
Sie schaugt den Plentnbauern an
und sagt zu ihm: „An andern Mann!“
Da Plentnbauer mit viel Gschnauf
steigt auf an alten Esl auf
(daß ers derpackt hat, is a Glück!)
und hat an zweitn auf an Strick.
Das is in Annabichl gwesn.
I bin beim „Bluamanstöckl“ gsessn,
siehg das, laf hin und frag den obn:
„Was tuast denn du am Esl drobn?“
Er gibt zur Antwort: „Waßt ja eh!
Ka Tramway mehr! Und bei dem Schnee
wer i nit z’ Fuaß zan Bahnhof hatschn!“ –
,Der is noch blöder wia zwa Watschn,
den brauch i nit amol bedauern!’
denk i – und sag zum Plentnbauern:
„No, tuast halt mit an Esl reitn!
Aber sag: zu was brauchst dann den zweitn?“
Und drauf sagt er: „Frag nit so dumm!
Am Heiligngeistplatz steig i um!!“
„Ah, Plentnbäurin – Waschtag heut?“
schreit übarn Zaun die Adelheid,
die Nachbarin – und schon stehns zsamm,
weil sie sofort was z’ratschen ham!
Sie reden von die schlechten Zeitn!
Und in der Näh und in der Weitn
werd jede Freundin, de sie wissn,
im Plauderton mitn Mundwerk zrissn!
Dann redns a Weile noch vom Wetter –
und nachher landens bei die Lötter!
„Mei Alter“, sagt die Adelheid,
„der hat für mi fast gar ka Zeit!
Rein jeden Abend geht er aus
und kummt zmeist in da Fruah erscht zhaus!“
Die Plentnbäurin sagt: „Ah – meiner,
der is da nit a so wia deiner!
Der denkt auf so was nit im Tram,
und er bleibt mir alle Tag daham!“
„Oooh!“ sagt die Adelheid da drein.
„Das muß die wahre Liewe sein,
so wia sie steht im Katechismus!“
„Na!“ sagt die Bäurin: „Rheumatismus!!“
Da Plentnbauer, drunt beim Wirtn,
sitzt vor sein Bierkruag, vor sein viertn.
Die Red geht von de schlechtn Leut,
von Haus und Hof und Sicherheit.
„Ih“, sagt draufhin der Plentnbauer,
„i bin in der Beziehung schlauer:
I hab daham drei gscheite Viecher
und derwegn bin i völlig sicher!“
Er trinkt vom Bierkruag, von sein viertn:
„Ih hab an Uhu, an dressiertn –
und bei dem Uhu noch dabei
an Hund und dann an Papagei!“
Hiatz machent alle tumme Augen
und tamt zum Plentnbauern schaugen.
Der hebt zerscht, weil der interessiertn,
sein Bierkruag (allweil noch sein viertn)
und sagt dann nach an Schluck: „Paßts auf:
Mi suacht zum Beispiel aner auf –
tief in der Nacht, wann i fest tram,
daß er was stehlat oder nahm …
Der Uhu siehgt bekanntlich guat,
sodaß ern glei bemerken tuat –
safurt weckt er den Papagei,
und der kapiert die Sachlag glei:
fliagt hin zan Sultl auf da Stell
und kraht: „Du, Hund, wach auf und bell!“
Da Spiagl und da Plentnbauer
Heut geht’s im Gasthaus „Wilde Kuah“
ganz bsunders wild und lautstark zua.
Da Plentnbauer tuat schon schwitzn –
er hat an fürchterlichen sitzn!
Die Musi macht grad eine Pause,
da muaß der Bauer amol auße.
Draußt hängt a Spiagl an der Wand.
Der Bauer fuchtelt mit der Hand,
schaugt eine – und dann sagt er laut
zu dem, der drinnen außerschaut:
„Sie, bitte, schaun Sie nit so blöd!
Wer so an Rausch hat, ghört ins Bett!“
Doch der im Spiagl drin, auf Ehr,
der fuchtelt grad a so wia er!
Da werd da Plentnbauer wild:
„Waßt, wenn sich wer mit mir so spielt,
der is bei mir sofort der Dumme!“
und haut dem andern ane ume.
Er trifft den Spiagl! Und auf das
klirrt zsammen das zerbrochne Glas.
„Verzeihung!“ hörst den Bauern sagn.
„I hab nit gwußt, daß S’ Brilln tragn!“
Uch na, da Plentnbauer Valte,
der hat an Gachn auf sei Alte!
Sie hat sich, es is nit zan Fassn,
jetzt einen „Fernkurs“ schickn lassn.
Nit epper Häckln oder Strickn,
magare Autorafnpickn. –
Na! na! Da Teifl is in ihrn:
de Tschurtschn muaß Gesang studiern!
Hiatz huckt se stundenlang da durtn
als wia a alte Henn ban Bruatn,
und dann, dawal se kocht die Suppn,
jaults wia a alte Autohupn!
Geht grauslich aufe mit die Tön
und glabt dabei noch, das war schön!
Kaum tuats ihr Stimm ertönen lassn,
geht er schon auße auf die Straßn.
Das macht er jedsmal, wann sie übt
und ihrem Stimmband Freilauf gibt!
Drum hörst sie heut zum Bauern sagn:
„Du, Alter, was i di möcht fragn:
Warum gehst du denn allweil auße,
sobald i sing?“ Nach aner Pause
gibt er ihrn zruck: „Waßt, liabe Traudi,
damit die Leut nit glabm, i hau di!“
Da Plentnbauer, in da Fruah,
schaut auf sei alte Kuckucksuhr
und denkt derschrockn: „Teifl eine!
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