Damit war das Ende unserer Studienzeit eingeläutet. Unser auf 4 Jahre angelegtes Studium wurde auf 3 Jahre verkürzt + 1 Jahr Fernstudium. Ausnahmslos alle Kommilitonen waren froh, bedeutete das doch: ein Jahr früher Geld verdienen.
Zuvor galt es aber die Hürde „Prüfungszeit“ zu nehmen und das hies: in 14 Tagen 12 Prüfungen. Das ging nur über ein äußerst gewissenhafte Ausarbeitung der Prüfungsschwerpunkte – Konzentration darauf am Tag vorher bzw. am gleichen Tag – Prüfung – 1 bis 2 Stunden „Luft schöpfen“ – Konzentration auf die nächst Prüfung. Im Gedächtnis haften geblieben ist mir eine Geschichtsprüfung. Als ich am Vormittag im Institut ankam, schlug mir gleich die Hiobsbotschaft entgegen: Hauptprüfer war nicht der wissenschaftliche Mitarbeiter B. zur Geschichte der Sowjetunion (das hatte er uns zuvor zugesichert!), sondern Prof. G. (jener mit der Vorlesung zur Geschichte der Volksdemokratien, wochentags 17.00 Uhr im Anatomiehörsaal). Ergebnis bisher: 2x4, einer durchgefallen! Mein Vorgänger kam bleich, aber glücklich mit einer „3“ aus dem Prüfungszimmer. Und dann ging auch noch der Institutsdirektor, Prof. M., in den Prüfungsraum! Wahrscheinlich war das aber mein Glück, denn er war jetzt der Hauptprüfer. Meinen Prüfungsschwerpunkt „Russische Revolution von 1905“ hatten wir schnell abgehandelt und dann ging es „quer durch den Garten“ bis zum Leben der Zarenfamilie im Winterpalast in (damals noch) Leningrad. Mit einer „1“ kam ich überglücklich aus dem Prüfungszimmer.
Diese „1“ sollte nicht die einzige bleiben. Bei diesem „Hauptstoß“ der Prüfungen erreichte ich ein „sehr gut“. Damit hatte sich die harte Arbeit ganz besonders in den letzten Monaten und das Zurückstellen meiner Familie gelohnt Ich hatte endlich meinen Weg gefunden und bewiesen was ich kann. Das galt auch im Hinblick auf die Genossen in der Parteigruppe, die mich abgelehnt hatten. Ob ihrer eigenen Leistungen waren sie inzwischen etwas ruhiger geworden.
Die nächste Hürde war: In welchem Teil der DDR erfolgte meine Zuweisung? Grundsätzlich galt: der Hauptteil der Absolventen geht auf das Land! Für mich als „Stadtpflanze“ ein Horror! Ich sage es offen: Frau und Kind, der Herzinfarkt meiner Mutter und vielleicht auch mein Wunsch, möglichst bald an das PI als wissenschaftlicher Mitarbeiter zurückzukehren brachte mir den Hauptgewinn: Zuweisung nach Leipzig-Stadt!
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