Eugen Freund - Bleib schön sitzen!

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Aufgewachsen am Klopeiner See in den 1950er und 1960er Jahren, war er später ein Vierteljahrhundert lang eines der bekanntesten TV-Gesichter des Landes: Eugen Freund erinnert sich an seine Kindheit und Jugendjahre am Land, wo Katzen im Wasserbecken ertränkt wurden und Hühner mit abgeschnittenem Kopf noch eine letzte Runde machten … Wo sein Vater, der Landarzt, mit Prinzessin Marie Cecile von Preußen eine Disco besuchte und bei winterlichen Visiten seinen Sohn frierend im Auto zurück ließ …
Freund beschreibt auch jene Aspekte seiner Familie, über die nie gesprochen wurde: der jüdische Großvater, der als U-Boot in Wien überlebte, der andere deutsche Großvater, der als Maschinenbau-Ingenieur die Nazis unterstützte. Dessen Tochter begegnet dann, das Tausendjährige Reich nähert sich bald seinem Ende, in Wien einem Medizinstudenten, dem als «Mischling die Bestallung zum Arzt» verwehrt wird. Sie gründen eine Familie und ziehen nach St. Kanzian in Kärnten. Eugen Freunds Erinnerungen schließen auch die Höhepunkte seines beruflichen Werdegangs mit ein: vom «Kärntner Ortstafelkrieg» 1972 bis zum echten Krieg im ehemaligen Jugoslawien, vom Fall der Berliner Mauer bis zu seinen mehrjährigen Aufenthalten in den USA. Eine historische Zeitreise mit vielen überraschenden Erkenntnissen.

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Wenn wir dann allein vom Gasthaus weggingen, schlichen wir uns so rasch wie möglich am Stall vorbei. Dort stand immer der »Fide«: ein kleiner, rundlicher Mann, meist trug er Holz-Zockel ohne Strümpfe, sein Gang war wackelig, seine Lippen, von denen immer Speichel tropfte, waren dicklich und seine Sprache unverständlich. »Fide, Fide, Feitl auf!«, riefen ihm die tapfereren größeren Buben zu und ich hatte keine Ahnung, was damit gemeint gewesen sein könnte.

Neben der Brücke, unter der der Abfluss des Klopeiner Sees floss, waren in den frühen 1950er Jahren montags immer Frauen zu sehen, die dort ihre Wäsche wuschen – sie waren aus dem ganzen Ort zusammengekommen, trugen in einem Leintuch eingerollt Hemden, Unterwäsche, Socken und Tischtücher mit sich und schrubbten sie im kalten Wasser des Baches, bis sie wieder blütenweiß waren, oder was man damals eben unter blütenweiß verstand.

Neben dem wöchentlichen Kirchgang und dem Besuch des Krämerladens gab es für uns Kinder noch einen zweiten Grund, regelmäßig in den Ort zu gehen: Im Gasthof Wank gab es einen Fernseher und da durften wir, gegen ein Eintrittsgeld von 50 Groschen, mittwochs immer »Kasperl« und »Welt der Jugend« ansehen, schwarz-weiß natürlich. Dazu kamen noch die spannenden Abenteuer von »Lassie« und »Fury« – ein Hund und ein Pferd, die mit besonderen Eigenschaften immer ihre jugendlichen Besitzer aus einer Gefahrenlage retteten. Kasperl war etwas für die ganz Kleinen (»Krawuzi-Kapuzi«), die »Welt der Jugend« war eine Art »Zeit im Bild« für Kleine, nannte sich im Untertitel »Das internationale Fernsehmagazin« (Sprecher: Luise Prasser und Fred Schaffer). Schon die Kennmelodie zeigte auf, worauf man sich freuen konnte: Eine Weltkugel drehte sich bis zu einem bestimmten Punkt, blieb unvermittelt stehen, dann öffnete sich ein Türchen und der gezeichnete Kopf eines Kindes schaute heraus, immer in der jeweiligen Landestracht. Bei »Österreich« war es ein Bub mit einem Filzhut mit Gamsbart und Ziehharmonika.

Daran kann ich mich deshalb so gut erinnern, weil ich als Elfjähriger einmal selbst in einem Beitrag vorkam: als »gelehriger Schüler«, der seinem Großvater in der selbst gebauten Privat-Sternwarte mit Fernrohr ( »dieses Monstrum, das wie eine Kanone aussieht …« ) behilflich sein durfte. Mit Sphärenklängen unterlegt hieß es dann zum Schluss: »Im sogenannten Trockenkursus« – dabei sieht man, wie der Großvater einen Sternenatlas aufschlägt – »wird der Enkel in die Geheimnisse des Firmaments eingeweiht, in eine Welt, die vielleicht schon morgen die unsere sein wird …«. Vielleicht. Doch zu Sternwarte und Großvater später mehr.

Weil wir keinen Fernseher hatten, mein Vater aber offensichtlich einmal bei einer Visite das Familienquiz »Einer wird gewinnen« mit Hans-Joachim Kulenkampff mitbekommen hatte und davon begeistert war, begann einmal im Monat am Samstagabend auch bei uns das Rätselraten: Wo werden wir uns heute selbst einladen, um »EWG« zu schauen? Nicht immer gelang es, aber Josef Marolt (den wir alle »Pepi« nannten) nahm uns gerne für diese zwei unterhaltsamen Stunden bei sich auf. Wir kamen rechtzeitig, um noch Hugo Portisch mitzuverfolgen, der uns in leicht fasslicher Form das Wochengeschehen erklärte. Der »Kalte Krieg« war seine Spezialität, aber auch der heiße, zu jener Zeit die Auseinandersetzungen im Fernen Osten – die konnte niemand so gut erklären wie der »Portitsch« (wie ihn die meisten nannten). Dann rieten wir bei »EWG« mit, freuten uns aber am meisten auf den Schlussgag mit »Herrn Martin«, dem Butler, der Kulenkampff den Mantel reichte und dabei irgendetwas an der Sendung sarkastisch kommentierte. Für uns hörte sich das alles echt an, erst viel später erfuhren wir, dass sich diese Schlusspointe Kulenkampff immer selbst ausgedacht hatte.

Außer diesem Fernsehabend gab es für uns Kinder kaum eine Ablenkung vom und im Alltag. Nicht, dass wir die besonders nötig hatten: Wir spielten im Hof oder auf dem Schul-Turnplatz, Kinder gab es in der Nachbarschaft genug und das füllte uns auch bis zur Müdigkeit am Abend aus. Wenn es in St. Kanzian doch einmal eine Attraktion gab, versammelte sich dort auch das ganze Dorf. Einmal etwa zog ein riesiger Lastwagen durch Unterkärnten, auf der Ladefläche lag ein fast dreißig Meter langer Blauwal. Er war am Bauch aufgeschnitten, entsprechend stark war der Geruch, der von dort ausströmte. Aber das hielt uns nicht davon ab, dieses Untier aus der Nähe zu betrachten – so etwas Großes hatten wir noch nie gesehen. Allein das Maul, das man mit einem armdicken Stock offen hielt, war so groß, dass ich leicht darin Platz gefunden hätte. Zum Glück machte niemand den Vorschlag, ich sollte das ausprobieren. Nie im Leben ausprobiert hätte ich auch eine zweite Sensation, die uns zur Kirche eilen ließ: Ein Motorradfahrer fuhr auf einem gespannten Seil fast bis zur Kirchturmspitze hinauf. Um das Gleichgewicht zu halten, war unter dem Motorrad noch ein Gestänge befestigt, auf dem eine Frau saß. Wir hielten alle den Atem an, als der Fahrer Gas gab und sein Gefährt samt Begleitung nach oben lenkte – das heißt, lenken musste oder konnte er nicht, denn die Reifen waren abmontiert und nur die Felgen klammerten sich an das Seil. Eine weitere Attraktion waren die »Don-Kosaken« – eine Reitertruppe, die atemberaubende Kunststücke auf ihren Pferden zeigte: Ein Reiter saß verkehrt auf dem Sattel, ein anderer hielt sich unter dem Bauch des Tieres fest, immer wieder galoppierten sie aufeinander zu, stießen sich vom Pferd und kamen trotzdem auf den Beinen stehend am Boden auf.

Ich erinnere mich auch noch gut an die Ordination, in der es alles gab, was ein Landarzt damals brauchte: einen Frauen-Untersuchungsstuhl, mit eierschalengelben Sitz- und Rückenflächen und zwei chromverzierten, verstellbaren langen Stangen, die in einem O endeten, etwas, das uns Kindern immer Rätsel aufgab. Daneben stand ein Zahnbohrgerät, der dazugehörige Elektromotor, der über lange Treibriemen mit dem Bohrer verbunden war, musste mit dem Fuß bedient werden. Im Raum gab es den schon erwähnten Gründerzeit-Schreibtisch und zwei weitere kleine, weiß lackierte Tischchen, auf denen Wasserkocher standen, die zur Sterilisation der Spritzen und Injektionsnadeln im Einsatz waren. Und dann war da noch eine Liege, genauer: eine Joka-Couch, die sich einmal, ich war damals achteinhalb Jahre alt, als Geschenk des Himmels erweisen sollte.

Zu Weihnachten 1959 bekam ich nämlich meinen größten Wunsch erfüllt: Unter dem Christbaum stand eine rote Schachtel, in der eine elektrische Eisenbahn (»Kleinbahn«) verstaut war. Ich hatte sie einige Wochen vorher beim »Grüner« in Klagenfurt in der Auslage gesehen und offenbar keine Ruhe mehr gegeben. Noch am Abend baute ich das Oval unter dem Esstisch auf, sonst gab schlicht keinen Platz dafür. Da das aber auch keine wirklich praktikable Lösung war (wenn ich unter dem Tisch spielte, war der Raum für die Beine der restlichen Familienmitglieder deutlich eingeschränkt), kam mein Vater auf die glänzende Idee, die Schienen im Bettzeugraum der aufklappbaren Couch in der Ordination unterzubringen. Das wiederum verkürzte meine Spielzeit auf jene Stunden, in denen weder mein Vater die Ordination noch Patienten das Bett beanspruchten. Das war allerdings selten der Fall.

Weihnachten war für uns Kinder natürlich ein Segen, aber immer auch ein wenig mit einem Fluch verbunden. Da viele Patienten auch am Heiligen Abend versorgt werden mussten, war der Vater auch an diesem Tag auf Visiten unterwegs. Wir Kinder saßen im Vorraum, spielten miteinander und warteten gespannt darauf, dass das Christkind endlich das Glöckchen läutete – das untrügliche Zeichen, dass der Christbaum geschmückt war und es mit dem Abliefern und dem Einpacken der Geschenke fertig war. Den Baum besorgte uns jedes Jahr der »Joza«, der Mann der Schulwartin – damals war es üblich, einfach in den nahe gelegenen Wald zu gehen und sich dort einen schönen Baum abzuschneiden – wenn der Wald der Kirche gehörte, dann umso besser. Dann war er auch gleich gesegnet.

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