Volker Ladenthin - Mach's gut? Mach's besser!

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Wo fängt Ethik an? Erst bei der Frage, ob man Kriege mit Gewalt verhindern darf? Ob man ein
Passagierflugzeug abschießen darf, wenn ein Terrorist es in ein vollbesetztes Fußballstadion steuern will?
Volker Ladenthins Antwort darauf ist ein entschiedenes Nein. Denn sittlich relevant kann alles Handeln sein. Ethische Regeln müssen sich in jeder Situation bewähren, und sei diese noch so banal; auch zu viel erhaltenes Wechselgeld zum Beispiel fordert uns heraus.
Warum das so ist, wie wir sittliche Urteile fällen und vernünftig und verantwortlich zu handeln vermögen, entfaltet Volker Ladenthin in einem alltagsnahen Gedankengang mit vielen Beispielen. Leitfragen sind: Wie fällen wir eine sittliche Entscheidung? Gelten sittliche Urteile für alle Menschen? Wozu brauchen wir Gesetze? Muss Politik sittlich sein? Wann ist die Moralität entstanden? Wie passen Ethik und Religion zusammen?

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(18) Prinzipien gelten nicht, weil sie akzeptiert werden, sondern sie müssen akzeptiert werden, weil sie gelten.

Prinzipien sind nicht empirisch, sondern sie ordnen die Empirie. Sie sind nicht geschichtlich bedingt, sondern machen Geschichte erst möglich.

Eine Ethik braucht nicht mehr als diese Prinzipien, und deshalb war Rousseau zu Recht der Ansicht, man könne Geld sparen, viele und dicke Bücher vermeiden, Bibliotheken verkleinern und nur ein Buch schreiben. Das sei dann das letzte Buch. Das Buch der Prinzipien.

Aus Prinzip beispielhaft

Freilich stellte sich dann heraus, dass jede Kultur eine andere Sprache spricht. Dass jede Zeit ihre Vorstellungen in eigenen Bildern malt. Dass jede Tradition ihr eigenes Wissen stapelt und ihre Vorurteile und Gewissheiten sorgfältig kultiviert. Dass jeder Autor seine Vorlieben, seinen Stil und seinen bevorzugten Wort- und Bildschatz bewahren will. Und so können die Prinzipien, obwohl sie überzeitlich gemeint sind und auch als überzeitlich vorausgesetzt werden müssen, immer nur zeitbedingt formuliert werden.

(19) Prinzipien sind überzeitlich. Aber sie lassen sich nur zeithaft formulieren.

Prinzipien sind beispielhafte Formulierungen für etwas, was kein Mensch wird je zeitlos formulieren können, obwohl es zeitlos gültig ist, was er da formulieren will. (Das „Unvorstellbare zu denken“, heißt es in Arnold Schönbergs Oper „Moses und Aron“ [ab 1925].) Das wusste auch Rousseau, und deshalb verfiel er in seinem Bildungsessay Emile (1762) auf die Idee, nicht die Prinzipien aufzuschreiben, sondern Geschichten zu erzählen, aus denen dann jeder Leser, jede Generation neu die Prinzipien aufspüren und selbst suchen musste:

„Meine Beispiele, die vielleicht für ein Individuum richtig sind, werden für tausend andere falsch sein. Wenn man ihre Grundidee (das Prinzip) begreift, kann man sie aber je nach Bedarf variieren; die Auswahl hängt vom Studium der individuellen Begabung ab, und dieses Studium von den Gelegenheiten. An euch ist es, zu erkennen, ob daraus nützliche Betrachtungen über den Gegenstand zu gewinnen sind, um den es sich handelt. Ich unterbreite euch keineswegs die Ansicht anderer oder meine als Richtlinie; ich biete sie euch zur Untersuchung dar.“

Wir können das Ewige immer nur zeithaft formulieren, aber in jedem Zeithaften steckt der Anspruch der Ewigkeit.

Oder sagen wir es so: In jedem Besonderen steckt der Anspruch des Allgemeinen. Die Menschen sprechen nur eine Sprache, aber das tun sie in jedem Land anders. Wir können eine andere Sprache nur deshalb überhaupt übersetzen, weil alle Sprachen auf einer einzigen Sprache fußen, die allen Menschen gemein ist. Nur kann diese Sprache niemand sprechen – und deswegen meinen wir, es gäbe sie nicht. Wir müssen sie aber logisch voraussetzen. Denn wenn man etwas vergleicht, dann muss es ein Drittes geben, das im Verglichenen enthalten ist. Wenn man sich zwischen Bier und Wein, Matjes oder Milchschnitte entscheidet, muss es jeweils etwas Drittes geben, damit man sich überhaupt entscheiden kann. Es ist z. B. unser Geschmack. Aber Geschmack allein gibt es nicht, erst wenn man etwas schmeckt, kann er sich erweisen.

Du

Ich hatte bisher festgestellt:

– Alle Menschen sind frei.

– Die vorausgesetzte Freiheit muss beim Handeln so beachtet werden, dass die Freiheiten oder Verbote die Freiheit nicht aushebeln oder paralysieren.

Nun sollen diese Grundsätze nicht nur für den gelten, der sie aufstellt, sondern auch für den, der sie vernimmt. Denn er ist ja ebenso frei wie der, der spricht. Er ist ihm gleich. Und da entstehen gelegentlich kleinere oder größere Konflikte: Wenn ich mir die Freiheit nehme, eine Party zu feiern, dann könnte es sein, dass ich damit die Freiheit meines Nachbarn einschränke, der zu eben dieser Zeit ungestört seinen Nachtschlaf beginnen möchte. Nach der bisherigen Diskussion hätten wir beide Recht. Aber beides zusammen geht nicht. Was tun?

Wir könnten uns zum Beispiel verabreden. Vielleicht will mein Nachbar am nächsten Tag gar nicht mit den Hühnern schlafen gehen, und ich möchte die Party mit leisem Kuschelrock beenden. Wir beide könnten freiwillig auf Freiheiten verzichten, um die Freiheit des anderen zu achten. Daraus könnte man die Regel – das Prinzip – formulieren:

(20) Erlaubt sind anderen gegenüber solche Handlungen, die die Freiheiten des anderen so weit einschränken, wie er dies selbst in freier Entscheidung zulässt.

Damit haben wir das Problem gelöst. Bei Verständigungen entstehen keine Konflikte … Ich spüre Ihre Zweifel. Wer wird schon freiwillig auf alle seine Freiheiten verzichten!? Verzichtet man selbst um der Freiheit eines anderen willen auf seine Freiheiten? Gibt es solche Fälle? Ja, gewiss. Da gibt es viele Beispiele. Hier ist eines:

Eine gute, grausliche Geschichte

Einmal wurde einem sehr populären Philosophen der Prozess gemacht. Am Ende der Verhandlungen waren die Richter zu der Überzeugung gelangt, dass der Philosoph die Jugend vom rechten Wege abgebracht und Gottlosigkeit verbreitet habe. Als Strafe beschlossen sie seine Hinrichtung, die mittels Gift vollstreckt werden sollte. Kurz vor der Hinrichtung schlichen sich nun Freunde zu dem beliebten Philosophen, die alles für seine Flucht vorbereitet hatten. Sie sagten ihm, er könne ganz einfach und ohne Risiko sein Leben retten.

Und nun muss man schon genau lesen, warum Sokrates (469–399), so hieß der Philosoph, diese Fluchthilfe ablehnte und seine Freiheit dazu nutzte, auf sein Leben zu verzichten – und dies, obwohl er in einer großen Verteidigungsrede (der Apologie) nachweisen konnte, dass die Vorwürfe nicht zutrafen:

„Allein glaubte ich weder vorher der Gefahr wegen etwas Unedles tun zu dürfen, noch auch gereuet es mich jetzt, mich so verteidigt zu haben; sondern weit lieber will ich mich auf diese Art verteidigt haben und sterben, als auf jene und leben. Denn weder vor Gericht noch im Kriege ziemt es weder mir noch irgend jemandem, darauf zu sinnen, wie man nur auf jede Art dem Tode entgehen möge. Auch ist das ja bei Gefechten oft sehr offenbar, dass einer dem Tode gut entfliehen könnte, würfe er nur die Waffen weg und wendete sich flehend an die Verfolgenden: und viele andere Rettungsmittel gibt es in jeglicher Gefahr, um dem Tode zu entgehen, wenn einer nicht scheut, alles zu tun und zu reden. Allein, dies möchte nicht schwer sein, ihr Athener Freunde, dem Tode zu entgehen, aber weit schwerer, der Schlechtigkeit zu entgehen: denn sie läuft schneller als der Tod.“

Die Flucht wäre ein Bruch mit genau jener Ethik gewesen, für die der Philosoph eingetreten war. Würde er fliehen, dann hätten sich jene Interessenverbände durchgesetzt, die auch bisher immer gegen Recht und Gesetz, gegen das Sittengesetz verstoßen hätten. Seine Flucht, sein Überleben wären deren Sieg. Sein Tod aber ist ihre Niederlage. Sein Tod war der Sieg der Freiheit.

Durch seinen Opfertod zeigt Sokrates, dass es Menschen gibt, die ihre Freiheit freiwillig einschränken. Er demonstriert ein für alle Mal, dass die Sittlichkeit über die Unsittlichkeit siegen kann, dass sie nicht bestechlich sein muss, dass die Sittlichkeit über den Tod hinaus Geltung hat und letztlich Recht behält. Sokrates hat völlig freiwillig eine seiner Freiheiten (die des unversehrten Lebens) eingeschränkt, weil er seine Freiheit bewahren wollte, nämlich sittlich zu leben. Das setzt Maßstäbe. Diese Handlungsweise zeigt, dass es möglich ist, auch dann sittlich zu handeln, wenn es um Leben und Tod geht.

Fallgeschichten

Sokrates könnte Vorbild sein, Beispiel, ein starkes Bild, das zeigt, wozu Menschen in der Lage sind. Menschen sind bereit, auf ihre Freiheiten zu verzichten, wenn sie damit der Freiheit eine Gasse bahnen. Zeitlich etwas später berichten gleich vier Autoren von einem ähnlich gelagerten Fall in einer römischen Provinz. Da habe sich jemand zum Tod am Kreuz verurteilen lassen, um seiner Vorstellung von Sittlichkeit treu bleiben zu können.

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