2Vgl. Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz und Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (Hrsg.), Ökumenischer Bericht zur Religionsfreiheit von Christen weltweit 2013, Bonn / Hannover 2013, 4. Im Folg. zit. als: DBK, Ökumenischer Bericht zur Religionsfreiheit, 2013 (Anm. 2); vgl. Lang, Indonesien, o. J. (Anm. 1), 4.
3Vgl. Appeal of Conscience Foundation: H.E. Susilo Bambang Yudhoyono President Of The Republic Of Indonesia, online: http://www.appealofconscience.org/d-557/awards/H.E.%20Susilo%20Bambang%20Yudhoyono%20%20President%20Of%20The%20Republic%20Of%20Indonesia[Zugriff am: 21.01.2015].
4Vgl. Berndt, Werner, Kleines Handbuch Indonesien, Rostock 2013, 16. Im Folg. zit. als: Berndt, Kleines Handbuch, 2013 (Anm. 4); Frank, Christian Malte, Das Überraschungsei Jakarta, Deutsche Botschaft Jakarta, o. J., online: http://www.jakarta.diplo.de/Vertretung/jakarta/de/03_20Botschaft/seite-wahlstation-berichtfrank.html[Zugriff am 11.04.2015].
5Wawer, Wendelin, Muslime und Christen in der Republik Indonesia. Band 7: Beiträge zur Südasienforschung, Südasien-Institut Universität Heidelberg, Wiesbaden 1974, 1. Im Folg. zit. als: Wawer, Muslime und Christen, 1974 (Anm. 5).
6Ebd.
7Vgl. ebd.
8Vgl. Krämer, Klaus, Vorwort, in: Evers, Georg: Religionsfreiheit: Indonesien, in: Religionsfreiheit 18, hrsg. v. missio, Internationales Katholisches Missionswerk e.V., Aachen 2013, 3.
9Kovacs, Amanda, Religiöse Diskriminierung in Indonesien - ambivalente Rechtslage und politische Passivität: German Institute of Global and Area Studies. Institut für Asien Studien 11 (2012), 1-8, 2, online: http://www.giga-hamburg.de/de/system/files/publications/gf_asien_1211.pdf[Zugriff am 26.01.2014]. Im Folg. zit. als: Kovacs, Religiöse Diskriminierung, 2012 (Anm. 9).
10Ebd.
11Vgl. Erklärung über die religiöse Freiheit „Dignitatis humanae”, in: HthK Vat.II, Bd. 1 (2005), 436-458. Im Folg. zit. als: Dignitatis humanae (Anm. 11).
12Vgl. Erklärung über die Haltung der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen „Nostra aetate”, in: HthK Vat. II, Bd. 1 (2005), 355-362. Im Folg. zit. als: Nostra aetate (Anm. 12).
13Vgl. Allgemeine Erklärung der Menschenrechte vom 10. Dezember 1948, in: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.), Menschenrechte. Dokumente und Deklarationen, 4. Aufl., Bonn 2004, 54-59. Im Folg. zit. als: AEMR 1948, 2004 (Anm. 13).
14Vgl. Internationaler Pakt über bürgerliche und politische Rechte (ICCPR) vom 19. Dezember 1966 (BGBl. 1973 II 1553), in: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.), Menschenrechte. Dokumente und Deklarationen, 4. Aufl., Bonn 2004, 69- 85. Im Folg. zit. als: ICCPR 1966, 2004 (Anm. 14).
15Vgl. Übereinkommen über die Rechte des Kindes (CRC) vom 20. November 1989 (BGBl. 1992 II 121), in: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.), Menschenrechte. Dokumente und Deklarationen, 4. Aufl., Bonn 2004, 167-186. Im Folg. zit. als: CRC 1989, 2004 (Anm. 15).
16Vgl. Vienna Declaration and Programme of Action. Adopted by the World Conference on Human Rights in Vienna on 25 June 1993, online: http://www.ohchr.org/Documents/ProfessionalInterest/vienna.pdf[Zugriff am 15.04.2015].
17Vgl. Association of Southeast Asian Nations, ASEAN Human Rights Declaration, 2012, online: http://www.asean.org/news/asean-statement-communiques/item/aseanhuman-rights-declaration[Zugriff am 10.04.2015]. Im Folg. zit. als: ASEAN, Human Rights Declaration, o. J. (Anm. 17).
18Im Folg. wird die offiziell gebräuchliche, in der Klammer eingeführte, Abkürzung benutzt. Um Verwechslungen mit den islamischen Menschenrechtserklärungen auszuschließen, werden die Titel der islamischen Menschenrechtserklärungen in der gesamten Arbeit ausgeschrieben.
19Vgl. Berndt, Kleines Handbuch, 2013 (Anm. 4), 18.
20Vgl. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte im Islam vom 19. September 1981, in: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.), Menschenrechte. Dokumente und Deklarationen, 4. Aufl., Bonn 2004, 546-562. Im Folg. zit. als: Allgemeine Erklärung der Menschenrechte im Islam 1981, 2004 (Anm. 20).
21Vgl. Die Kairoer Erklärung über Menschenrechte im Islam vom 5. August 1990, in: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.), Menschenrechte. Dokumente und Deklarationen, 4. Aufl., Bonn 2004, 562-567. Im Folg. zit. als: Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam 1990, 2004 (Anm. 21).
22Vgl. Organization of the Islamic Conference (OIC) (Hrsg.), Covenant on the Rights of the Child in Islam, 2004, 1-13, online: http://www.oic_oci.org/english/convenion/Rights%20of%20the%20Child%20In%20Islam%20E.pdf [Zugriff am 24.03.2015]. Im Folg. zit. als: OIC, Covenant of the Rights of the Child in Islam, 2004 (Anm. 22).
23Da die Gesetze und Erlasse bisher nur in Bahasa Indonesia vorliegen, wurde zur Erarbeitung ebenjener auf die jeweils zitierte Sekundärliteratur zurückgegriffen.
24Vgl. The Jakarta Post, online: http://www.thejakartapost.com/[Zugriff am 24.04.2015].
25Ebd.
2. Religionsfreiheit im Verständnis der Katholischen Kirche
Von der Forderung nach katholischer Glaubensfreiheit zur Anerkennung jeder Religionsfreiheit
„Wenn wir heute … Kirche und Menschenrechte getrost in einem Atem nennen können, so stehen wir am Ende eines langen Weges” 26. Dieser lange Weg zum Menschenrecht auf Religionsfreiheit aus der Perspektive der Katholischen Kirche soll an dieser Stelle überblicksartig mit seinen markantesten Eckpunkten dargestellt werden. Wie hat sich aus der Forderung nach katholischer Glaubensfreiheit eine Anerkennung jeder Religionsfreiheit auf Seiten der Katholischen Kirche entwickelt?
Als das Zweite Vatikanische Konzil im Jahre 1966 Dignitatis humanae verabschiedete und sich somit zur allgemeinen Religionsfreiheit bekannte, war dies keineswegs selbstverständlich, war der katholische Glaube zu dieser Zeit doch noch Staatsreligion in beispielsweise Italien und Spanien und genoss dadurch gewisse Privilegien, die man nur schwerlich aufzugeben bereit war. 27Außerdem offenbart ein Blick in die bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil verabschiedeten Enzykliken der katholischen Päpste und die bis dahin bestehende Lehrmeinung ein durchaus ablehnendes und verurteilendes Bild der Gewissens-, Meinungs- und Religionsfreiheit.
2.1 Die ablehnende Haltung der Katholischen Kirche vor dem 2. Vatikanischen Konzil
Im Jahr 1442, beim Konzil von Florenz, erklärte die Katholische Kirche in der Unionsbulle mit den Kopten noch, „[a]lle Menschen, die sich außerhalb der katholischen Kirche befinden, nicht nur Heiden, sondern auch Juden, Häretiker oder Schismatiker, können des ewigen Lebens nicht teilhaftig werden; vielmehr werden sie ‚ in das ewige Feuer ’ kommen.” 28
Jedoch bereits Anfang des 16. Jahrhunderts gibt es erste Ansätze von den spanischen Dominikanern Francisco de Vitoria und Bartolomé de Las Casas, Religionsfreiheit zu fordern. Denn beide sprachen sich dagegen aus, „dass es erlaubt sei, die Indios im neu entdeckten Amerika mit Krieg zu überziehen, um sie dann leichter zur Annahme des Glaubens bringen zu können.” 29
Dennoch bezeichnet Papst Gregor XVI. in seiner Enzyklika Mirari vos von 1832, also gut zwei Jahrhunderte später, die Forderung nach Gewissensfreiheit als „seuchenartigen Irrtum” 30und „Wahnsinn” 31. In Mirari vos schreibt er:
Aus der Quelle dieser verderblichen Gleichgültigkeit fließt jene törichte und irrige Meinung, oder noch besser jener Wahnsinn, es sollte für jeden die ‚Freiheit des Gewissens’ verkündet und erkämpft werden. Diesem seuchenartigen Irrtum bereitet jene absolute und maßlose Freiheit der Meinungen den Weg, welche sich zum Schaden der kirchlichen und bürgerlichen Sache weitherum verbreitet. Dabei gibt es manche, die mit größter Unverschämtheit behaupten, daß die Religion aus ihr gewisse Vorteile ziehe. 32
Читать дальше