Friederike Gräff - Schlaf. 100 Seiten

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"Sei mir willkommen, süßer Schlaf" dichtete Wilhelm Busch. Doch was passiert eigentlich genau mit uns, nachdem wir die letzten Seiten gelesen und das Licht gelöscht haben? Warum schlafen Mensch und Tier überhaupt? Wie funktioniert ein Traum? Und warum haben viele Leute Schlafprobleme? Friederike Gräff fügt alles, was man zum Thema Schlaf aus biologischer, psychologischer oder kulturwissenschaftlicher Perspektive wissen sollte, zu einer garantiert nicht einschläfernden Bettlektüre.

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Eigentlich ist es paradox: Mit weniger Hilfe will man heute gewachsene Ansprüche erfüllen. Dabei sind auch die der Eltern gewachsen. Sie wollen den Feierabend nun auch außerhalb der Wohnung verbringen und abends ausgehen, Sex ist nicht mehr Mittel zum Zweck, sondern zur ehelichen Vergnügungspflicht geworden. Die Folge: Auch die Erwartung an das schlafende Kind wächst. Und das in einem Umfeld, das dem Einschlafen viel weniger entgegenkommt – nicht länger in einer Wiege, die geschaukelt werden kann, nicht länger umgeben von anderen Schlafenden, sondern in einem eigenen Kinderbett in einem separaten Raum.

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(Quelle: National Sleep Foundation). Dies sind die Empfehlungen in der aktualisierten Fassung von 2015 – auch heute sind die Auffassungen von gutem Schlaf veränderlich.)

Marion Brinkers ist Kinderkrankenschwester und Familienberaterin, wir suchten sie auf, als wir Stunden am Bett unserer großen Tochter verbringen mussten, bis sie endlich einschlief. Ich muss gestehen, dass ich nicht mehr genau weiß, was Marion Brinkers uns riet. Aber der Besuch bei ihr ließ uns den Abenden etwas gelassener gegenübertreten. Probleme mit dem Schlaf gehören zu den häufigsten Anliegen, mit denen Eltern zu ihr kommen. Dass es bei dem Thema zu Reibungen zwischen Kindern und Eltern kommt, wundert sie nicht: »Ich finde es normal, dass Kleinkinder morgens um fünf aufwachen«, sagt sie. »Dann ist es meistens hell, und früher sind alle um diese Zeit aufgestanden.« In Zeiten verschobener Tag-Nacht-Rhythmen sind die Eltern zu dieser Zeit alles, aber nicht wach. Zugleich erfinden sie die Elternrolle vielfach neu, das heißt, dass auch die Frage, wie und wann die Kinder ins Bett kommen, wieder verhandelt wird. Grundsätzlich, so erlebt es Brinkers, wird häufig das Wollen und Wünschen der Kinder über deren Grundbedürfnisse gestellt, denn die Eltern wollten freundlich sein.

»Es ist die Generation, die macht«, sagt Marion Brinkers. Der müde und schreiende Säugling muss getröstet werden, aber für das Gefühl der Eltern reicht es nicht aus, schlicht da zu sein. Es muss etwas getan werden, das Kind wird hochgenommen, gestillt oder geschuckelt. »Das ist oft der Beginn eines Teufelskreises«, sagt Brinkers. Denn die Kinder lernten nicht, ohne größere Angebote von außen einzuschlafen. Die entnervten Eltern sagten schließlich: »Ich habe alles getan, aber das Kind will nicht schlafen.«

Bei den größeren Kindern schließlich werde das Bedürfnis nach Schlaf oft gar nicht gesehen. Die Kinder drehten auf, weil sie bereits übermüdet seien und statt der Müdigkeit sähen die Eltern nur das Wollen. »Die Idee, dass die Kinder umso leichter einschlafen, je müder sie sind, stimmt nicht«, sagt Marion Brinkers. Um die Übermüdung am Abend zu verhindern, empfiehlt sie Pausen am Tag. Nicht immer gleich das Kind bespaßen und anregen, sondern Auszeiten zulassen. Weniger statt mehr.

Während ich dies schreibe, kommt meine 6-jährige Tochter zum dritten Mal aus dem Bett. Es ist spät und die Notwendigkeit, ihr Wasserglas aufzufüllen, offenkundig ein Vorwand, um das Bett zu verlassen. »Warum kannst du so lange nicht einschlafen?« fragte ich sie neulich, als ich sie ins Bett brachte. Ihre Antwort: »Ich muss noch an so viele Dinge denken.«

Es gibt viele Gründe, den Beginn des Schlafs kontrollieren, vielleicht sogar erzwingen zu wollen. Was sich geändert hat, sind die Möglichkeiten dazu. Bis ins 19. Jahrhundert war der Umgang mit Opiaten sehr sorglos, Kinder waren davon nicht per se ausgeschlossen. Die eigentlichen Schlafmittel gibt es seit dem 19. Jahrhundert, beginnend mit den Barbituraten, die zwar zuverlässig wirken, aber bereits bei zehnfacher Überdosierung tödlich sein können. Als 1956 das Schlafmittel Contergan auf den deutschen Markt kam, glaubte man, damit dieser Gefahr zu entgehen. Ein sicheres Schlafmittel schien gefunden, doch fünf Jahre später war klar, um welchen Preis: Mütter, die während der Schwangerschaft Contergan eingenommen hatten, bekamen Kinder, die körperlich schwer geschädigt waren. Seitdem sind die Arzneimitteltests in Deutschland ungleich strenger.

Schlaf auf Rezept

Die Zahl der Menschen, die das Gefühl hat, ungenügend zu schlafen, steigt stetig an. Und die Hoffnung, dass sich erholsamer Schlaf in der Apotheke kaufen lässt, ist unerschütterlich. Bei einer Krankenkassenumfrage aus dem Jahr 2017 sagten ganze 24 Prozent der Befragten, dass sie täglich Schlafmittel oder natürliche Schlafpräparate einnähmen.

Es gebe zwei Gruppen von Kunden für Schlafmittel, so erzählt es mir Nora, eine befreundete Apothekerin. Zur ersten Gruppe zählen Schichtarbeiter, gestresste Manager und Wochenendpartygänger, deren unsteter Lebensrhythmus ein normales Schlafverhalten schwierig macht. Einer ihrer Kunden ist ein Polizist, der dreimal Frühdienst hat, dann dreimal Spätdienst und dann dreimal nachts arbeitet. »Wenn ich Notdienst habe, kann ich auf meiner Liege in der Apotheke auch schlafen«, sagt Nora. »Die Polizisten können das nicht.«

Was viele Kundinnen und Kunden sich nicht klar machen: Die Schlafmittel, die sie kaufen, können keinen natürlichen Schlaf auslösen oder verlängern. Stattdessen versetzen sie, indem sie bestimmte Rezeptoren ausschalten, den Körper in eine Art Narkose. Der Schlaf, den sie bringen, ist immer ein manipulierter: bestimmte Schlafstadien sind verkürzt, und so wacht der Körper weniger erholt auf.

In den 2000er Jahren sind die Barbiturate, die starke Nebenwirkungen hatten, durch Nicht-Benzodiazepin-Agonisten und Antihistaminika ersetzt worden. Letztere waren, wie so vieles in der Pharmazie, ein Zufallsfund: ursprünglich als Antiallergika entwickelt, stellte man als eine ihrer Nebenwirkungen starke Müdigkeit fest – und nutzte sie fortan auch als Schlafmittel. Nebenwirkungen haben sie alle. Bei Antihistaminika ist die Abhängigkeitsgefahr vergleichsweise gering, dafür setzt nach einigen Wochen ein Gewöhnungseffekt ein. Dagegen ist bei den Nicht-Benzodiazepin-Agonisten die Suchtgefahr höher.

Die Apotheke meiner Freundin ist klein, aber selbst sie hat zwei, drei Kunden, die mit immer neuen Rezepten für Schlafmittel zu ihr kommen, die eigentlich nur kurz genommen werden sollen. Wenn es der erste Arzt nicht mehr verschreiben will, gehen sie zum nächsten, und wenn die Apothekerin stutzt, wechseln sie zu einer anderen. »Es ist ein Suchtverhalten«, sagt Nora, »physiologisch wie auch psychisch.« Etwa bei der gerade verwitweten Frau, die nachts nicht schlafen kann und sich mit dem Schlafmittel sozusagen ausschaltet, nicht nur in der Nacht, sondern auch tagsüber, weil das Medikament auch dann noch dämpft. »Eigentlich müsste ihr auf psychiatrischer Ebene geholfen werden«, sagt meine Freundin. Der andere Weg löst das Problem nicht, aber er ist kürzer. So wie auch die Schichtarbeiter mit den Schlafmitteln nur die Symptome betäuben. Sie manipulieren damit einen Körper, der seinen Rhythmus nicht so willkürlich ändern kann, wie es ihr Dienstplan verlangt.

Und auch die zweite Gruppe, die bei Nora nach Schlafmitteln verlangt, setzt am falschen Punkt an – so sieht sie es zumindest. Es sind Menschen um die 70 herum, die über schlechten Schlaf klagen, weil sie nachts aufwachen. »Sind Sie denn dadurch am nächsten Tag beeinträchtigt?«, fragt Nora dann. »Nein«, sagen die Kunden. Nach einem Schlafmittel verlangen sie dennoch. Sie wüssten nicht, dass der Schlaf sich im Lauf des Lebens verändert, und erwarteten weiterhin sieben Stunden Schlaf am Stück. Dabei könnten möglicherweise fünf genügen. »Die Leute mögen sich nicht an den Körper anpassen, sondern verlangen, dass sich der Körper an ihre Gewohnheiten anpasst«, sagt Nora. Wie auch anderswo in einer Gesellschaft, die stetig Leistungsfähigkeit erwartet.

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