Erwin Rußkowski - Uss demm Levve

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Beim „Kaffeeklatsch“:
„Minge Karl hatt jestern de janze Hand voll Holzsplitter“.
„Och, sach bloß! Hätt er sich am Kopp jekratz?“
Im Englisch-Unterricht:
Bitte übersetze den folgenden Satz: „Herr Müller ist eine sehr wichtige Person.“
„Mr. Miller is a very im-po-tent person.”
In der „Weetschaff op d'r Eck“:
„Ming Frau is enne Engel.“
„Häss do e' Jlöck. Ming läv noch.“
Diese und viele andere Begebenheiten aus dem Leben („Ussem Levve“) findet der Leser in diesem Buch. Darunter sind auch z.B. zwei Texte bekannter Autoren, die der Verfasser in die rheinische Mundart umgeschrieben hat.
Elf unterhaltsame, lustige Sketche in Mundart und Hochdeutsch sollen Familien, Schulen und Vereinen als Vorlage zum Nachmachen anregen sowie die Möglichkeit geben, nicht nur beim Lesen, sondern auch beim Proben viel Spaß zu haben und vor allem bei der anschließenden Aufführung vielen Menschen eine Freude zu bereiten; denn Freude ist das Beste, was wir schenken und Applaus ist der schönste Lohn, den wir bekommen können.

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Dame 3:

Nun ja … wie soll ich es sagen … Es gibt da in der Tat einen neuen … äh … nennen wir es „Verehrer“ …

Dame 2:

Isch werd’ beklopp !! Uns Schanntall hätt widder enne Neue

… !!! ... Unn ?? Verzäll … Wie iss der e‘su?

Dame 3:

Nun ja … Ich weiß halt noch nicht so recht, wo ich bei ihm dran bin. Ich möchte ihn gern’ mit etwas überraschen. Was soll ich nur tun??

Dame 2:

Janz eenfach … verrôôt imm, wie alt do biss!!

Dame 3 (Sie ist extrem „pikiert“):

Auch mit 40 kann man noch aussehen wie 30 …

Dame 1 (provozierend von der Seite):

Es dauert nur etwas länger!!

(Da erscheint die Bedienung mit dem Kuchen.)

Bedienung:

So, die Damen … der Kuchen … alles ganz ohne Kalorien, wie immer …

Dame 1 (Sie nimmt schon mal ein Stückchen Kuchen):

Schön wär’s … Stellt euch vor … Mein Karl hatte gestern die ganze Hand voller Holzsplitter …

Dame 2:

Och … saach bloß!! … Hätte sich am Kopp jekratz’??

Bedienung:

Soll ich den Kaffee wieder in einer großen Kanne bringen … wie immer?

Dame 3:

Sie denken an meinen Schonkaffee?

Bedienung:

Ach so … ja …

Dame 2:

Ja sischer datt. Brängen Se uns ruhich en jruße Kann. Datt schaffe m’r schon, wa … Angness??

Bedienung:

Große Kanne, wie immer … und ein Kännchen Schonkaffee … sehr wohl, die Damen …

Dame 3 (hochnäsig):

Ich bitte darum … Ach … äh …

(Sie zupft ihre Kleidung zurecht)

Sagt mal … Was ich euch noch fragen wollte … Sehe ich eigentlich aus wie 40?

Dame 2:

Ach watt … (Sie winkt ab)

Att lang’ nimmieh!!

Dame 1:

Sag’ mal, Schanntall … Was war denn da neulich in der Metzgerei??

Dame 3:

In der Metzgerei?!

(Sie fasst sich in die Haare, um ihre Frisur zu richten.) Was soll denn da gewesen sein??

Dame 1:

Na, ich hab’ doch mitgekriegt, dass du 8 Kilo fetten Speck gekauft hast …

Dame 2:

Wahrscheinlich wollt’ ett sehen, wievill datt ett affjenomme hätt …

Dame 3:

Ich habe in der Tat abgenommen …

Dame 1 (entrüstet):

Acht Kilo??!!

Dame 3 (hochnäsig):

so ungefähr!

Dame 2:

Siste … Dä! … Dô hammer ett!!!

Dame 2 (So ganz im Vertrauen):

Passt op! Minge Franz hätt jestern en Fleech verschluck …

Dame 3:

Na, … dann hatte er ja mehr Hirn im Magen als im Kopf, wie??

Dame 1:

Ich habe deinen Karl neulich mit eurem Kleinen gesehen. Ich muss sagen: der Kleine ist ja ganz der Papa …

Dame 2:

Dô sääste jett. … Vür allem, wenn m’r imm sing Fläschel’sche fott mimmp!!

Dame 1:

Apropos Kinder … Ist euch eigentlich schon mal aufgefallen, was die Kinder von Meiers für Namen haben?

Dame 3 (hochnäsig):

Ach??? Was du nicht sagst … Die haben Namen??? Ist ja interessant!

Dame 2:

No maach datt Angness doch nitt wöödich … Watt hann die dann für Namen??

Dame 1:

Na … (Sie zählt auf)

… Der Älteste heißt Waldemar … die Tochter Kunigunde …

Dame 2 (hat den Namen falsch verstanden):

Kinogunde??!! Klarer Fall: … die Pänz heeßen nô demm Ort, wo ett passiert ess …

Dame 3:

Na dann wird’s jetzt aber mal langsam Zeit für eine Bettina

… oder … ???

(Allgemeines großes Gelächter. Da bringt die Bedienung den Kaffee.)

Bedienung:

So, die Damen, Ihr Kaffee …

(Sie gießt den Kaffee ein. Die Damen fangen an, den Kuchen zu essen.)

Dame 2:

Unn denken Se och an der „Muckefuck für uns Schanntall, he …“

Dame 3 (dreht sich pikiert um):

„Muckefuck … phhh!! Wie ordinär!

Ich tue nur was für meine Gesundheit.

Dame 2:

Datt wisse m’r doch, Schanntallche … Datt ess alles wäjen dingem Neue!!

Dame 3:

Na auf jeden Fall hat er mir zum Valentinstag einen großen Strauß rote Rosen geschenkt.

Dame 1 (nachdenklich):

Ja ja … So ist das … Die Geliebte bekommt Blumen.

An die Verheirateten denkt keiner.

Dame 2:

Saach bloß, do häss vun dingem „Männe“ noch nie Bloome jekräht …

Dame 1 (ganz verträumt):

Doch … einmal … da hat er mir 100 rote Rosen geschenkt …

Dame 2:

Do leeven Jott!!! Watt hatt der Keerl dann dô ahnjestellt??

Dame 1:

Mein Mann hat eben Profil …

Dame 2:

Wie ne Autoreifen, wa? … Saat ens … Wisst ihr, worrümm Männer nitt inparken künne??

Dame 3:

Na, … du wirst es uns bestimmt gleich verraten …

Dame 2:

Weil se fünnef Zentimeter für drissich Zentimeter hale …

(allgemeines sehr lautes Gelächter)

Dame 1:

Und wann verliert ein Mann 90 Prozent seiner Denkfähigkeit??

(Sie wartet einen Moment.)

… Na?? Ganz einfach: … wenn seine Frau stirbt!!

Dame 2:

Hüür op , do … Minge Mann hätt hück Morrejen für mich jassat: „Eines schönen Tages werde ich dich verlassen.“

Dame 3:

Das wär‘s doch! Heute ist doch ein schöner Tag.

Aber … warum sind „Single-Frauen“ – wie ich – schlanker als verheiratete Frauen? Na, Angness?? Weißt du’s ?

Dame 1 (leicht verwirrt):

Ich?? Wieso soll ich das wissen??

Dame 3:

Pass auf … Ich erklär’s dir: Wenn ich nach Hause komme und in den Kühlschrank schaue, ist da meistens nichts Gescheites drin … also gehe ich ins Bett …

Dame 2 (lacht):

Haha … ich glööv’, ich hann ett kapiert.

Do meens, … wenn uns Angness ôvends nô Huss kütt unn will innet Bett jonn …

… nix Jescheites drinn unn … zack … hängk ett am Köhlschrank …

Dame 1:

Das muss ich mir jetzt aber nicht bieten lassen … Frollein!! … Zahlen!!

Dame 2:

Ich zahle och … Ich muss mit mingem Kleen noch nomm Zahnarz …

Dame 3:

Na dann … bis nächste Woche …

Alle drei:

Viertel nach drei !!!!

(Die Bedienung erscheint und die drei Damen bezahlen …)

Bedienung:

So … die Damen … Was hatten wir denn?

(Sie singt)

„Einmal Ananas, Marzipan, Kirsch und Banane …“

(Alle drei singen den Refrain: „Aber bitte mit Sahne!!!!“)

ENDE

Nr. 2 „Die Englisch-Stunde“

(Text und Idee: E. Rußkowski)

Darsteller:

Lehrerin, Schulrat, 9 Schüler/innen

Bühnenbild / Szene:

Eine Schulklasse mit der notwendigen Anzahl von Tischen und Stühlen, ein Pult, eventuell Zubehör wie Kartenständer und Tafel. Die Lehrerin erscheint (sehr streng mit Brille), alle Schüler/innen sitzen auf ihren Plätzen.

Lehrerin:

Good morning, boys and girls!

Schüler/innen: (Sehr müde und tränig im Chor)

Juuten Morrejen!

Lehrerin:

Sit down, please.

(mit erhobenem Zeigefinger)

Listen, children. This morning the „Schulrat” will visit us.

Schüler 1:

Watt iss loss? Wer kütt?

Lehrerin:

I said, the „Schulrat“ will visit us.

Schüler 2:

Hadder jehüürt? Mir kriejen Besooch!

(Alle Schüler/innen reden laut durcheinander, jubeln, stöhnen.)

Lehrerin (haut mit dem Lineal auf das Pult und schreit):

Be quiet, please!!

(Da keiner reagiert, schreit sie erneut:)

I said, be quiet, please!!!

(Die Schüler/innen murmeln noch einen Moment und werden dann ruhig.)

Schüler 3:

Watt will der „Dings“ dann he?

Lehrerin:

It is not „the Dings“! It‘s our „Schulrat”!

Schüler 3:

Jô. … Saach ich doch. … Watt will der dann he?

Lehrerin:

He will look after your English.

Schüler 1:

Aafter watt?

Schüler 4:

Kenns´ do nit „Aafter“, do Jeck?

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