Mahmoud Jaraba - Salafismus

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Nach einem Überblick über die historische Entwicklung, Definition und Charakteristika des islamistischen Extremismus zeichnet der Autor die Etablierung des Salafisten-Netzwerkes in Bayern nach, das er 2016 und 2017 wissenschaftlich erforscht hat. Gezeigt wird, dass das radikale religiöse Narrativ, indem es Passagen aus den heiligen Texten des Islams (Koran und Sunna) missbraucht, sowohl Feindbilder innerhalb des Islams als auch Angriffe auf Christen und Juden generiert. Freilich ist es nicht Ziel des Buches, den Islam und Muslime zu verteufeln und sie allesamt des Terrorismus zu beschuldigen. Es gilt jedoch zu verstehen, in welcher Weise Salafisten ihre Ideologie mit religiöser Legitimität versehen, um nicht zuletzt da oder dort Präventions- oder Gegenmaßnahmen zu setzen.

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Ein Metanarrativ, so erklären Halverson und seine Kollegen, „is a transhistorical narrative that is deeply embedded in a particular culture“ (Halverson, Corman und Goodall 2011: 14). Es wächst und erhält seine Stellung durch seine Wiederholung und Wertschätzung innerhalb einer spezifischen Kultur. Halverson und seine Kollegen verstehen Kultur als eine Reihe von zusammenhängenden Spezifikationen oder [20]geteilten Eigenschaften, auf die sich eine ethnische, soziale oder religiöse Gruppe beruft und sich so als menschliches Kollektiv definiert (Halverson, Corman und Goodall 2011: 14). Man kann also sagen, dass sich Metanarrative um vorgefertigte Annahmen drehen, die Pluralismus und Differenz trotz der Vielzahl unterschiedlicher sozialer und kultureller Kontexte nicht zulassen. Darüber hinaus bestreiten Metanarrative die Möglichkeit jeglicher Form von Wissen oder Wahrheit außerhalb ihres Rahmens und widersetzen sich jedem Versuch, sie zu verändern, zu kritisieren oder einer Prüfung zu unterziehen. Sie erlauben außerdem keine Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit und bestehen darauf, ganzheitliche Vorstellungen von Gesellschaft, Kultur, Geschichte und Existenz in sich zu tragen. In jedem Fall ist Metanarrativen eine Natur der Ermächtigung und Exklusivität zu eigen, die andere Formen verfügbarer Narrative marginalisiert.

Das Metanarrativ der ideologischen Salafisten, so wurde mir während meiner Feldforschung klar, stützt sich auf folgende drei grundlegende Quellen.

Erstens wird der Koran, von dem die Muslime glauben, dass er dem Propheten Muhammad über einen Zeitraum von ca. 23 Jahren offenbart wurde, als die grundlegende und wichtigste Quelle für die Narrative der ideologischen Salafisten betrachtet. Der Koran ist das heilige Buch des Islam und Muslime glauben daran, dass er das Wort Gottes bewahrt und das letzte der ‚himmlischen Bücher‘ ( kutub samāwīya ) nach den Schriftrollen Abrahams, dem Zabur, der Thora und dem Evangelium ist. 6

Zweitens bilden die Hadithe des Propheten eine essenzielle Quelle für den Aufbau des ideologischen salafistischen Metanarrativs. Die Hadithe sind die vom Propheten Muhammad überlieferten Aussprüche, Handlungen und Entscheidungen (siehe z. B. Schoeler 1996 und Motzki 2014). Sie verdeutlichen und erklären die religiösen Regeln und Vorschriften, die der Koran enthält, und bilden neben diesem die zweite Grundlage der Rechtsprechung im sunnitischen Islam. Sie erläutern das vorbildliche Verhalten des Propheten Muhammads, dessen Beispiel die Muslime folgen sollen. Nach seinem Tod begann man mit ihrer [21]mündlichen Überlieferung. Letztendlich wurden sie jedoch im 8. und 9. Jahrhundert in unterschiedlichen Hadithsammlungen festgehalten und zusammengestellt. Für die sunnitischen Muslime sind die aussagekräftigsten Hadithsammlungen diejenigen, die auf die Korangelehrten Muhammad Ibn Ismail al-Bukhari (gest. 870) und Muslim Ibn al-Hajjaj (gest. 875) zurückgeführt werden. In Anbetracht ihrer Ursprünge in mündlichen Überlieferungen beschränken sich die Hadithe nicht nur auf den Inhalt von Geschichten und Erzählungen, sondern erstrecken sich auch auf die Kette der Überlieferung, die von den Individuen berichtet, die die Überlieferung seit der Zeit des Propheten im 7. Jahrhundert weitergaben und so bewahrten. Obwohl es über diese Überlieferungen oft Diskussionen und Auseinandersetzungen unter den Muslimen gibt, so sind sie doch eine bedeutende Quelle religiösen Wissens. Sie spielen deshalb eine wichtige Rolle in den islamischen Wissenschaften der Exegese und der Rechtslehre und liefern eine grundlegende Orientierung für die Art und Weise, wie die Muslime leben und die Welt um sie herum verstehen können (Halverson, Corman und Goodall 2011: 4f.). Auch sie bilden eine grundlegende Quelle für das Metanarrativ der ideologischen Salafisten. Dabei ist zu beachten, dass auch viele gefälschte Hadithe in Umlauf gebracht wurden und man deshalb versucht hat, die Authentizität durch Prüfung der Überlieferungskette ( isnād ) und manchmal auch durch Analyse des überlieferten Texts ( matn ) selbst sicherzustellen. Wie ich später zeigen werde, folgen viele ideologischen Salafisten dieser etablierten Tradition der Überlieferungskritik jedoch nicht, weshalb sie schon deshalb keineswegs als authentische Vertreter der islamischen Religionskultur gelten können.

Drittens stützen sich die ideologischen salafistischen Narrative auch auf historische Erzählungen und Geschichten, welche Ereignisse und Kriege betreffen, die den Werdegang und die geschichtliche Entwicklung der islamischen Staaten und Gesellschaften beeinflusst haben, etwa die islamische Expansion oder die Kreuzzüge, die sich vom 11. bis ins 13. Jahrhundert erstreckten (Halverson, Corman und Goodall 2011: 7). Die ideologischen Salafisten beziehen sich zur Unterstützung ihres Metanarrativs auf solche historischen Erzählungen und Beispiele, von denen sie denken, sie würden die Entwicklung der muslimischen Gesellschaften bis heute beeinflussen.

Diese drei Quellen enthalten eine Menge vielfältiger Informationen, Orientierungspunkte, Ratschläge, Anweisungen, Verbote, Lehren und Schlussfolgerungen, die zusammengenommen ein vollständiges Metanarrativ bilden. Sie helfen den ideologischen Salafisten dabei, ihrem gegenwärtigen Leben eine Orientierung zu geben und ihre Zukunft zu [22]planen, und zwar auf eine Art und Weise, von der sie denken, sie stünde im Einklang mit dem wahren Weg Gottes. Sie geben diese Narrative von einer Generation an die nächste weiter, um somit ihr Fortbestehen sicherzustellen. Die Narrative behandeln vielfältige und weitgefasste Themen, darunter Freundschaft und Feindschaft, Gut und Böse oder Wahrheit und Unrecht sowie die Wege, zwischen diesen Gegensätzen zu unterscheiden und das Richtige zu tun. Wie ich in den Kapiteln 4bis 6diskutieren werde, verwenden die ideologischen Salafisten diese Quellen im Gegensatz zum muslimischen Mainstream nicht nur besonders selektiv, sondern auch außerhalb ihrer Kontexte, um ihre Gegner anzugreifen und sie zu delegitimieren.

Man kann nicht behaupten, dass es ein einziges Narrativ gibt, dem sich alle Salafisten gleichermaßen verpflichtet fühlen. Dennoch lassen sich gemeinsame Elemente in den salafistischen Narrativen feststellen, die zusammengenommen ein übergeordnetes, leitendes Narrativ bilden, welches alle verschiedenen Strömungen des Salafismus mehr oder weniger teilen. Dazu gehört es z. B., die Schiiten, die Sufis, die Säkularen, den Westen, die Christen und die Juden zu Ungläubigen und zu ewigen Feinden zu erklären (für eine vertiefte Diskussion der salafistischen Perspektive auf Christen siehe Rudolph 2014). Dieses Buch wird sich mit diesen Narrativen auseinandersetzen und sie im Detail analysieren.

Neuere Studien zum Phänomen des Terrorismus haben fruchtbare Ideen geliefert, die uns dabei helfen, die Mechanismen zu verstehen, mittels derer die salafistischen Narrative zur Erstarkung des Extremismus beitragen. In diesem Zusammenhang bildet der Beitrag von Halverson und seinen Kollegen in dem Buch Master Narratives of Islamist Extremism eine wichtige Quelle für das Verständnis der Beziehung zwischen den salafistischen Narrativen und dem Terrorismus. Sie nehmen an, dass es trotz der Unterschiede der dschihadistischen Narrative auf lokaler Ebene leitende Narrative gibt, die über die lokalen Diskurse hinausgehen. Das leitende Narrativ setzt sich aus unterschiedlichen Elementen zusammen, die aus den heiligen Texten des Islam und der Geschichte abgeleitet sind.

Das Wichtigste dabei ist die Tatsache, dass die leitenden Narrative niemals unveränderlich, sondern offen für ihre kontinuierliche Neuauslegung im Rahmen individueller und kollektiver Konzepte sind. Ohne diese Verbindungen zwischen Geschichten und leitenden Narrativen könnten Muslime – wie jede andere kulturell definierte Gruppe der Welt auch – keine methodische Auffassung ihrer Stammesgeschichte, ihrer Staaten oder ihrer Volksgemeinschaften entwickeln. Auch die individuellen Gläubigen hätten dann kein überzeugendes Empfinden [23]ihrer persönlichen Bestimmung, das sie als Individuen mit den Narrativen der Gemeinschaft (der Umma) und ihre individuellen Geschichten sowie die kollektiven Narrative der Gemeinschaft mit dem Metanarrativ eines islamischen „Kosmos“ verbindet (Halverson, Corman und Goodall 2011: 12).

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