Dagmar Fenner - Selbstoptimierung und Enhancement

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Selbstoptimierung ist der in der Gegenwart derzeit am meisten diskutierte gesellschaftliche Trend. Diese ethische Einführung konzentriert sich auf die Selbstoptimierung im engen Sinn oder das «Enhancement», d.h. auf technikbasierte, vorwiegend biomedizinische Methoden zur menschlichen Selbstverbesserung im Unterschied zu traditionellen Methoden. Sie erläutert zunächst die grundlegenden, aber in der Debatte meist nicht genauer beachteten Konzepte «Glück», «Gerechtigkeit», «Freiheit» und «Natur». Im Anschluss gibt sie einen Überblick über die unterschiedlichen Formen des Enhancements, arbeitet in einer klaren Sprache die verschiedenen Problemebenen heraus und systematisiert und prüft die wichtigsten Positionen und Argumente zur Selbstoptimierung. Ziel ist es, durch eine kritische Prüfung der Argumente für und gegen einzelne Optimierungsmaßnahmen zur Versachlichung und Rationalisierung der öffentlichen Diskussion beizutragen.

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Definitorische Verengung auf wirtschaftliche und technische „Optimierung“

Viele Selbstoptimierungsgegner stoßen sich bereits am Begriff OptimierungOptimierung, Optimum, der einen unsympathischen technoiden Klang aufweist und dem technisch-ökonomischen Bereich entstammt. Denn er wurde im 20. Jahrhundert zunächst im Bereich der angewandten Mathematik z.B. in der Informatik für die Effizienzsteigerung von Computerprogrammen verwendet, später auch in der Wirtschaft für die Gewinnmaximierung eines Unternehmens. Während der Begriff „Optimierung“ für technische Prozesse oder Wirtschaftsunternehmen gut passt, scheint er für die menschliche Lebensführung und das praktische Selbstverhältnis von Personen gänzlich unangemessen zu sein (vgl. KipkeKipke, Roland 2011, 83). Insbesondere in der Soziologie avancierte Selbstoptimierung zur „Chiffre für die neoliberale und/oder technisch basierte Transformation der gegenwärtigen Gesellschaft und ihrer Subjekte“, zur „zentralen neuzeitlichen Metapher unserer marktförmig ausgerichteten Wettbewerbsgesellschaft“ (Röcke, 331/Becker u.a., 5/vgl. UhlendorfUhlendorf, Niels u.a., 32). Nach dieser Interpretation stellen die individuellen BemühungenNeoliberalismuskritik um Selbstoptimierung eine Reaktion auf einen zunehmenden LeistungsdruckLeistungsdruck in einem ausbeuterischen Wirtschaftssystemdar, das mit seiner unerbittlicher Steigerungslogik zu mehr EffizienzEffizienz-/ Leistungssteigerung und Leistungsfähigkeit und damit zur SelbstausbeutungSelbstausbeutung antreibt. Seit BröcklingBröckling, Ulrich wird Selbstoptimierung gern im Kontext der neoliberalismuskritischen These der Ökonomisierung der Lebenswelt Ökonomisierung des Sozialengelesen, derzufolge die Regulierungsmechanismen des Marktes wie etwa Konkurrenz, Vorteils-Nachteils-Kalkulationen, Nutzenmaximierung und Durchorganisation immer mehr Bereiche der Lebenswelt durchdringen und am Ende auch soziale und Selbstbeziehungen prägen (vgl. BröcklingBröckling, Ulrich, 244/KingKing, Vera u.a., 284ff.). Diese Zeitdiagnose erfreut sich zwar einer so großen gesellschaftlichen Plausibilität, dass sogar die Begriffsbestimmung von „Selbstoptimierung“ regelmäßig über diese Deutung erfolgt. Wird Selbstoptimierung ausschließlich als Symptom einer inhumanen Ökonomie betrachtet und in der gesellschaftlichen Wirklichkeit kritisiert, handelt es sich aber um einen „Kurzschluss in der wissenschaftlichen Beobachtung der gesellschaftlichen Wirklichkeit“ (MeißnerMeißner, Stefan, 332). Ohne Frage ist das ökonomische Menschenbild des homooeconomicus homo oeconomicus und die damit verbundene Vorstellung vom guten Leben auch aus philosophisch-ethischer Sicht zu verurteilen (vgl. Fenner 2010, 256ff.). Anstatt Selbstoptimierung pauschal zu verwerfen und sozusagen ein „Symptom“ zu bekämpfen, sollte jedoch die auf der Praxis menschlicher Individuen basierende kapitalistische Wirtschaft mit ihren nicht wünschenswerten Mechanismen und Wertmaßstäbe verändert werden (vgl. AchAch, Johann 2016, 125).

Deskriptiv gesehen wird nicht nur die beliebte neoliberalismuskritische begriffliche Reduktion der Selbstoptimierung auf einen ökonomischen Auswuchs dem komplexen Phänomen Selbstoptimierung mit verschiedensten Praktiken und Zielsetzungen nicht gerecht. Auch die gängige Einschränkung der Selbstoptimierung auf Mittel der Technik, Medizin, Pharmazie und Neurowissenschaftim Sinne des engen SelbstoptimierungSelbstoptimierungenger/weiter Begriffsbegriffs führt zu einem einseitigen Bild von gegenwärtigen Selbstoptimierungsbestrebungen. Denn auch im Zeitalter der Selbstoptimierung verbessern sich die Menschen keineswegs nur mit technischen Mitteln, sondern auch oder sogar vorwiegend durch ihre Lebensführung und die Arbeit an sich selbst (vgl. KipkeKipke, Roland 2012, 269f.): Der Selbstoptimierungstrend hat einen riesigen Selbstentwicklungsmarkt mit Lebenshilfeliteratur, Internetforen, Beratungsangeboten und Seminaren zur Persönlichkeitsentwicklung hervorgebracht. Allgegenwärtig sind Appelle zum lebenslangen Lernen und zur Steigerung verschiedenster kognitiver, sozialer und emotionaler Kompetenzen (vgl. Balandis u.a., 133). Unüberschaubar ist das Angebot an Erziehungs- und Beziehungsberatung, zum Zeit- und SelbstmanagementSelbstmanagement oder zum Willens- und Motivationstraining, die alle gänzlich ohne den Einsatz technischer Hilfsmittel auskommen (vgl. ebd., 14f.). Problematisch ist zudem die normative These, die Rede von „Optimierung“ statt von „Verbesserung“ sei symptomatisch für den Wandel von einer moralischen hin zu einem technizistischen MenschenbildMenschenbildertechnizistische (vgl. LiessmannLiessmann, Konrad, 9). Es wird dabei unterstellt, dass die traditionelle Verbesserung des Menschen durch Moral, Aufklärung und eine humanistische Kultur verdrängt oder gar abgelöst wird durch moderne Technik und Gentechnik. Diese weiterführende Verdrängungsthese muss aber gesondert diskutiert werden und rechtfertigt nicht den Generalverdacht konservativer TechnikkritikTechnikkritik, sämtliche technischen Entwicklungen stellten eine Bedrohung der Humanität dar. In der vorliegenden Studie wird zwar „SelbstoptimierungSelbstoptimierungenger/weiter Begriff“ durchaus in einem weiten Sinn verstanden, ohne dass ihr von vornherein bestimmte Zielsetzungen wie ökonomisch-technische Effizienz, Gewinn- oder Leistungssteigerung unterstellt würden. Es werden aber in den Kapiteln 3–5 aus dem Grund ausschließlich technikbasierte Formen der Selbstoptimierung genauer analysiert, weil diese wegen ihrer noch unbekannten Folgen für Individuum und Gesellschaft ganz anders auf dem Prüfstand stehen als traditionelle Verbesserungsbestrebungen durch Bildung, mentales Training oder Ernährungsprogramme. Dieser ethische Grundriss erhebt also nicht den kaum erfüllbaren Anspruch, die ganze Breite gegenwärtiger Selbstoptimierungs-Praktiken mit ihren anvisierten Zielen und zugrundeliegenden Wertvorstellungen kritisch zu sichten.

1.1.2 Das „Selbst“

Das „Selbst“ ist bei Selbstoptimierungs-Handlungen sowohl das Subjekt als auch das Objekt. Allerdings ist das „Selbst“ ein sehr komplexes, aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven unterschiedlich darstellbares Phänomen, sodass es keine einheitliche Begriffsverwendung gibt. Grundlegende Voraussetzung für jedes zielgerichtete Handeln ist jedoch, dass sich das „SelbstSelbst“ in einem theoretischen Selbstverhältnisbewusst wird: Ein „Selbst-Bewusstsein“ entsteht, indem sich ein „kognitives Ich“ oder „reines Selbst“ auf seine Bewusstseins-Akte wie Meinen, Urteilen, Wünschen und Erleben zurückwendet und sich selbst zum Objekt macht. Das Sich-Wiedererkennen und Identifizieren-Können in einem Spiegel dient gerne als Symbol und Zeichen für ein „Selbst“ bzw. „Selbstbewusstsein“, weshalb in der empirischen Forschung ein sogenannter Spiegeltest eingesetzt wird. Gemäß den Sozialpsychologen William James und George Mead lässt sich das Selbstoder die Ich-Identitätals ein Gleichgewicht zwischen a) dem aktiven, vollzugshaften Moment des „I“ oder „reinen Selbst“ und b) dem passiven, objektivierten Moment des „me“ oder „empirischen Selbst“ verstehen.

Das reine Selbst, das „Ich“ oder „erkennende Selbst“ (a) meint die mentale Fähigkeit, zu den charakterlichen, biographischen und situativen Gegebenheiten bewusst und reflexiv Stellung zu beziehen. Demgegenüber setzt sich das empirische Selbst(b) aus einem „materiellen Selbst“ mit Körper, Kleidung etc., dem „sozialen Selbst“ mit Status und sozialen Rollen und dem „geistigen Selbst“ mit psychischer Disposition und Charaktereigenschaften zusammen. Ein Selbst, eine Ich- IdentitätIdentität oder persönliche Identitätergibt sich aber erst, wenn die empirischen Aspekte mit den persönlichen kognitiven Deutungen und Bewertungen dieser Tatsachen vermittelt werden. Das verbindende Dritte in diesem Strukturmodell des „Selbst“ ist das „SelbstkonzeptSelbstkonzept/ -bild“ oder „Selbstbild“ eines Menschen, das erst eine gewisse zeitliche Stabilität der persönlichen Identität herzustellen vermag: In der Psychologie wird das Selbstkonzeptmeist deskriptiv verstanden als das auf eigenen Erinnerungen basierende Wissen davon, wer man selbst ist. Philosophen interessieren sich vornehmlich für die normative Dimension des Selbstkonzepts und sprechen von einem „normativen Selbst“ oder „normativen Selbstbild“ (vgl. KipkeKipke, Roland 2011, 61/Fenner 2007, 98f.): Das normative Selbstoder normative Selbstbildist ein prospektiver Selbstentwurf, der auf der Grundlage einer umfassenden Interpretation und Bewertung der materiellen, körperlichen, sozialen und geistigen Dispositionen die wichtigsten Lebensziele und Ideale für die zukünftige Entwicklung festlegt.

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