Die Macht von YouTube 1.3Die Macht von YouTube Als Google das Videoportal YouTube im Jahr 2006 kaufte, zahlte der amerikanische Internetkonzern einen Kaufpreis von rund 1,65 Milliarden Dollar. Auf den ersten Blick eine gigantische Summe. Aus heutiger Sicht würde man jedoch sagen: ein echtes Schnäppchen. Denn heute ist dieses YouTube nicht nur die größte Videoplattform der Welt, sondern gleichzeitig (nach Google) die zweitgrößte Suchmaschine. Unter allen Internetseiten weltweit ist YouTube die Nummer zwei nach Google. Zum Vergleich: Facebook liegt auf Rang sieben und Amazon auf neun (Stand Dezember 2020). Dabei ist YouTube die Unterhaltungsund Informationsplattform der jüngeren Generation. Es ist eine Suchmaschine, die mehr liefert als bloße Fakten. Sie liefert visuelle Eindrücke und echte, unmittelbare Emotionen! Ein paar Fakten zu YouTube Das Portal Brandwatch.com veröffentlicht zu YouTube folgende Zahlen aus dem Jahr 2020: •YouTube ist mit 1,9 Milliarden Nutzern die zweitbeliebteste Social-Media-Plattform nach Facebook (ca. 2,8 Mrd.). •Jede Minute werden auf YouTube 400 Stunden Videomaterial hochgeladen. •Jeden Tag werden weit über eine Milliarde Stunden an YouTube-Videos angesehen, mehr als auf Netflix und Facebook zusammen. •70 Prozent der YouTube Views stammen von mobilen Geräten. •Die durchschnittliche Betrachtungsdauer über mobile Geräte beträgt mehr als 40 Minuten. Dabei hat sich die Plattform in den letzten Jahren immer mehr verändert und entwickelt. Längst dient YouTube nicht mehr nur der Unterhaltung. Viele Nutzer gehen auf YouTube, um sich über Produkte oder Dienstleistungen zu informieren und am Ende eine Kaufentscheidung zu treffen. Sie nutzen das Videoportal regelmäßig in ihrem Alltag. Daher können Sie getrost davon ausgehen, dass auch Ihre Zielgruppe auf YouTube nach Informationen und nach Lösungen für ihre Probleme sucht.
2. TV-Studio im Taschenformat
Ein Gerät verändert die Kommunikationswelt
Hochkant oder quer?
Systemvoraussetzungen
3. Grundlagen der Videografie
Wir erzählen Geschichten in Bildern
Die häufigsten Fehler
Sinnvolles Zubehör
4. Und Action!
Aufsager
Interview
Kurze Dokumentation
5. Die nächsten Schritte
Manuelle Einstellungen
Der Film entsteht im Schnitt
Übung macht den Meister
Vom Plan bis zum Schnitt – in 7 Schritten zum perfekten Video
Fast Reader
Der Autor
Weiterführende Literatur
Beim Filmen ist es so wie beim Kochen: Ich kann in einem uralten Topf auf einem billigen Herd das köstlichste Essen zubereiten und in einer modernen Küche mit den besten Geräten etwas Ungenießbares. Genauso macht eine gute Kamera noch lange keinen guten Film. Ein alter Spruch unter Fotografen erklärt das gut: „Ein Amateur wünscht sich die beste Ausrüstung, ein Profi sucht nach den besten Motiven. Aber der Meister wünscht sich das perfekte Licht!“
Ein guter Film ist die Summe vieler Faktoren. Was brauchen wir dafür? Zunächst einmal eine gute, im besten Fall außergewöhnliche Idee. Grundlagenwissen übers Filmen und Schneiden schadet auch nicht. Wichtig sind Kreativität in der Umsetzung und gutes Licht. Fertig ist der Film. Ob er mit einer teuren und mit viel Technik vollgepackten Profi-Kamera gedreht wurde oder mit einem Smartphone, spielt heute keine Rolle mehr.
Zugegeben: Das war einmal anders. Es ist noch gar nicht so lange her, da waren die qualitativen (und vor allem auch preislichen) Unterschiede zwischen Consumer-Kameras und Broadcast-Equipment gigantisch. Aber heute? Das Smartphone hat die Videografie revolutioniert. Es ist klein, handlich, einfach zu bedienen, immer griffbereit und bietet dabei eine unfassbare Qualität. Zumindest dann, wenn ein paar grundlegende Dinge beim Filmen beherzigt werden.
Genau dabei soll dieses Buch helfen. Es soll Sie befähigen, mit Ihrem Smartphone aussagekräftige Videos zu drehen, ohne sich lange mit den technischen Feinheiten des Filmens zu beschäftigen. Denn Videos sind enorm wirkungsvolle Kommunikationstools, die Ihre Position im Markt sichtbar stärken können. Und das Smartphone ist gerade aufgrund seiner einfachen Bedienbarkeit ein großartiges Werkzeug zur Produktion dieser Filme.
Viele erfolgreiche Videos wünscht Ihnen
Jörg Rositzke
Mehr als eine Milliarde Stunden Video werden Tag für Tag bei YouTube angesehen. Wie kommt diese unfassbare Zahl zustande? Menschen lieben Videos, Menschen lieben Filme. Warum? Die Antwort ist einfach: Wir lieben Videos, weil sie direkt ins Herz und in den Kopf gehen. Die Verbindung aus bewegten Bildern und emotionalem Ton schafft ein Gefühl des unmittelbaren Erlebens. Wir müssen aktiv nichts tun, um den Inhalt eines Films zu verstehen. Wir müssen nicht lesen können oder vorher Gebrauchsanweisungen studieren. Wir nehmen Videos einfach mit den Wahrnehmungsorganen auf. Wohl auch deshalb kann kein anderes Medium Emotionen so gut transportieren wie Video. Hand aufs Herz: Wer hat nicht schon einmal bei einem besonders traurigen Hollywoodstreifen Tränen vergossen? Und wir alle wissen: Emotionen verkaufen am besten. Doch obwohl wir das alle wissen, nutzen nur etwa 25 Prozent der mittelständischen Unternehmen in Deutschland Videos für ihre Kommunikation. Mit diesem Buch möchte ich helfen, die Hemmschwelle zu senken, und Unternehmern und Selbstständigen den Weg zu wirkungsvollen Videos ebnen.
1.1Wie und warum Videos wirken
Das ganze Leben ist ein Video. Wenn wir beispielsweise durch die Stadt gehen, dann sehen wir Autos, die an uns vorbeifahren, und hören parallel dazu das Heulen der Motoren, das Quietschen der Reifen oder aggressives Hupen. Aus der kombinierten Wahrnehmung von Bild und Ton, die uns in die Wiege gelegt wurde, leiten wir ohne Anstrengung Informationen ab („Das Auto fährt schnell!“) oder entwickeln sogar Gefühle („Das Hupen nervt!“). Genau diese Kombination aus Bild und Ton wirkt auch in Filmen und Videos. Wenn wir uns also einen Film oder ein Video ansehen, entsteht häufig unbewusst ein Gefühl des unmittelbaren Erlebens. Wir sehen und hören Dinge oder Situationen und verknüpfen damit automatisch Gedanken oder Gefühle. Im Video wie im wahren Leben.
Verstehen, ohne zu lernen
Diese Art der Wahrnehmung müssen wir nicht lernen. Sie ist von Tag eins an vorhanden. Wir sind auf die Welt gekommen und konnten von Anfang an sehen und hören. Ganz im Gegensatz zum Lesen. Ab dem sechsten Lebensjahr wurde uns das Verständnis von Buchstaben beigebracht, und dieses Verständnis fällt uns oft nicht leicht. Den Inhalt und die Botschaft eines Videos wahrzunehmen und zu verstehen ist da schon deutlich einfacher. Nicht umsonst verschwinden die klassischen Bedienungsanleitungen immer mehr. An ihre Stelle treten YouTube-Tutorials, also Erklärvideos. Es gibt heute kaum mehr etwas, das sich nicht über YouTube lernen lässt. Ein Kollege erzählte mir neulich stolz, dass er seine Waschmaschine mithilfe eines Tutorials eigenhändig repariert hätte. An dieser Stelle sei verraten: Dieser Kollege ist kein sonderlich begabter Techniker.
Aufs Wesentliche beschränken
Ein gutes Video ist kein Hexenwerk. Und Sie können auch sofort damit loslegen, denn das wichtigste Produktionsmittel haben Sie bereits in der Hosentasche: Ihr Smartphone.
Wichtig ist, dass wir das Smartphone als das verstehen, was es ist: ein einfach zu bedienendes mobiles Werkzeug. Deshalb halte ich nicht viel davon, ein Smartphone mit allen möglichen zusätzlichen Ausrüstungsgegenständen aufzurüsten. Denken Sie immer daran: Das Smartphone ist beim Filmen ein reines Mittel zum Zweck. Wer damit Videos drehen möchte, sollte sich auf das Wesentliche beschränken. Ja – ein externes Mikrofon und ein als Stativ nutzbarer Selfie-Stick können Wunder wirken. Das sollte es dann bitte auch schon gewesen sein. Wenn Sie anfangen, Stativlampen aufzustellen, oder eine zweite Kamera für einen Gegenschuss benötigen, dann sind andere technische Lösungen, etwa günstige Systemkameras, besser geeignet.
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