Direkt unterhalb des Aszendenten auf 13° 00' finden wir die Achse Uranus/Pluto. Hier beträgt die Abweichung 1° 22', das Planetenbild AC = UR/PL liegt also noch im zulässigen Orbisbereich.
In der vierten Spalte, ganz rechts, finden wir Einsteins Sonne auf 83° 30'. Darüber befindet sich Merkur/MC, darunter Saturn/MC. Beide Halbsummen liegen im gültigen Orbisbereich, so dass wir schreiben können: SO = ME/MC = SA/MC.
Noch häufiger wird die 45°-Liste verwendet, da hier zusätzlich die Halb- und Anderthalbquadrate erfasst werden können. Bei dieser Liste wird der Tierkreis in acht Segmente von jeweils 45 Grad unterteilt. Die 0°-Punkte liegen jeweils auf 0° aller kardinalen und 15° aller fixen Zeichen. Somit decken sich alle Konjunktionen, Oppositionen, Quadrate, Halb- und Anderthalbquadrate.
Das folgende Schema erleichtert das Umrechnen in Teiler 8:
- Bei den kardinalen Zeichen kann der Wert einfach übernommen werden (28° Steinbock entspricht 28°).
- Bei den fixen Zeichen bis 14° 59' werden 30° addiert (6° Stier entspricht 36°). Bei den fixen Zeichen ab 15° werden 15° abgezogen (23° Wassermann entspricht 8°).
- Bei den beweglichen Zeichen werden 15° addiert (17° Fische entspricht 32°).
Früher bedeutete die Arbeit mit den Halbsummen viel Rechnerei. Heute übernimmt der Computer diese Aufgabe. Jedes bessere Astrologie-Programm sollte in der Lage sein, Halbsummenlisten in verschiedenen Teilern zu berechnen.
Mit einigen Computerprogrammen lassen sich Halbsummen auch in Form so genannter Baumdiagramme darstellen.
Abbildung 6: Baumdiagramm von Einsteins MC
Abbildung 6zeigt den Halbsummenbaum zu Einsteins MC. Im hier dargestellten 45°-Schema sind alle Faktoren und Achsen zu sehen, die Winkel des Teiler 8 (Konjunktionen, Halbquadrate, Quadrate, Anderthalbquadrate und Oppositionen) zum MC bilden (maximaler Orbis: 2°). Die Achsen und Faktoren oberhalb des MC bilden applikative (zunehmende) Aspekte, die Aspekte unterhalb des MC sind seperativ (abnehmend). Je weiter die einzelnen Halbsummenpaare auseinanderstehen, desto größer ist der Orbis.
Bei der Interpretation von Dreierstrukturen müssen die Prinzipien der drei Faktoren, ähnlich wie bei einem T-Quadrat oder einer Dreier-Konjunktion, zu einem gemeinsamen Deutungsinhalt verbunden werden. Der Planet oder Faktor, der in der Mitte steht, wirkt dabei als eine Art Brennpunkt für die Energien der beiden anderen Faktoren. Es empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:
Zunächst deutet man das Paar, das die Achse bildet. Wie bei den Aspekten gilt auch hier: der langsamere Planet beeinflusst immer den schnelleren, nicht umgekehrt.
Anschließend überlegt man sich, wie der Planet oder Faktor in der Mitte diese Achse weiterhin färbt oder modifiziert.
Betrachten wir zur Verdeutlichung einige Beispiele. Liegt im Horoskop eines Menschen ein Spannungsaspekt zwischen Merkur und Neptun vor, erwarten wir Phantasie, idealistisches Denken, Tagträume usw. Wir gehen dabei von der Tatsache aus, dass die Eigenschaften Neptuns (der langsamere Planet) sich auf das Denken und Kommunizieren (Merkur) der betreffenden Person auswirken. Bei der Halbsumme Merkur/Neptun verhält es sich ebenso.
- Befindet sich Venus in der Halbsumme von Merkur und Neptun (VE = ME/NE), so können wir daraus ableiten, dass der durch ME/NE angezeigte Idealismus in erster Linie im Bereich Liebe/Partnerschaft zum Tragen kommt. Die betreffende Person wird sich romantischen, schwärmerischen Liebesgedanken hingeben, wobei auch die Möglichkeit besteht, dass unrealistische Vorstellungen zu Enttäuschungen führen. Gleichzeitig begünstigt diese Halbsumme den kreativen Ausdruck in seinen vielfältigen Formen, da sich Phantasie (ME/NE) mit dem Bedürfnis nach Schönheit und Ästhetik (VE) verbindet.
- Durch SO = ME/NE wird das phantasievolle und idealistische Denken zu einem zentralen Thema der Persönlichkeit (SO). Ein Mensch, dessen Horoskop dieses Planetenbild aufweist, wird den Wunsch haben, sich mit Dingen zu beschäftigen, die seine Phantasie anregen und ihn inspirieren. Da der Betreffende sehr aufnahmefähig und beeinflussbar ist, besteht auch hier die Gefahr von unrealistischen Erwartungen und falschen Vorstellungen.
- Mit Mars zwischen Merkur und Neptun (MA = ME/NE) wird der Horoskopeigner höchstwahrscheinlich versuchen, sich für seine Ideale einzusetzen bzw. seine Vorstellungen und Visionen (ME/NE) in irgendeiner Form praktisch umzusetzen, sie anwendbar zu machen (MA).
- Problematischer erscheint das Bild SA = ME/NE. Hier werden die idealistischen Vorstellungen immer wieder mit der Realität konfrontiert. Saturn bringt eine ernste und nüchterne Qualität ins Bild, die nicht so recht zu Neptun passt. Wiederum kann die Phantasie ins Grenzenlose ausufern, bekommt dabei aber eine pessimistische Färbung. Diese Halbsumme findet sich häufig bei Menschen, die anfällig für Stimmungsschwankungen oder Depressionen sind. Als positive Entsprechung könnte Saturn den Betreffenden veranlassen, seiner Phantasie Form und Struktur zu geben, eine beispielsweise für Schriftsteller nützliche Eigenschaft.
Untersuchen wir als nächstes Venus/Mars. Bei dieser Halbsumme wird das Bedürfnis nach Liebe und Sinnlichkeit (VE) angeheizt (MA), es entsteht Leidenschaft. Häufig sucht sich diese Kombination auch kreative Ausgänge.
- Steht nun Saturn in dieser Achse, ergibt sich ein spannungsreiches Bild, bei dem die vorhandene Leidenschaft kontrolliert oder gehemmt wird. Wir können uns hier einen Menschen vorstellen, der seine sexuellen Bedürfnisse aus irgendeinem Grund unterdrückt bzw. nicht befriedigend ausleben kann.
- Von ganz anderer Qualität ist die Kombination UR = VE/MA: Hier erfährt der leidenschaftliche Drang eine Intensivierung. Plötzliche Erregung, Lust auf Flirt und sexuelle Abenteuer sind Assoziationen, die diese Kombination weckt.
- Das Bild ME = VE/MA lässt an einen Menschen denken, der sich über Sexualität viele Gedanken macht oder über sie schreibt.
- Bei MO = VE/MA ist der Wunsch nach Sexualität und Leidenschaft untrennbar mit den emotionalen Reaktionen und der inneren Natur des Horoskopeigners verbunden. Höchstwahrscheinlich handelt der Betreffende ganz aus seinen Stimmungen und Gefühlsimpulsen heraus.
- Besetzt die Sonne die Achse VE/MA, so wird der Ausdruck von Leidenschaft und/ oder Kreativität wiederum zu einem zentralen Thema der Persönlichkeit.
Schauen wir uns als weiteres Beispiel Mond/Jupiter an: Bei dieser Halbsumme verbindet sich das Prinzip des Auftriebs und der Expansion mit unserer inneren Natur und dem Gefühlsbereich, woraus sich eine optimistische, großzügige und entgegenkommende Grundstimmung ableiten lässt. Möglicherweise besteht die Neigung zu Übertreibung und Selbstüberschätzung, grundsätzlich aber sollte sich eine Verbindung dieser beiden Planeten auf eher angenehme Weise bemerkbar machen.
- Bei ME = MO/JU wirkt das Denken und Kommunizieren mit dieser expansiven Grundstimmung zusammen. Hier können wir uns einen Menschen vorstellen, der große Pläne entwirft, sich ein breites Wissen aneignet oder in emotionalexpansiver Weise kommuniziert.
- Durch Uranus wird die MO/JU-Achse intensiviert, wodurch sich Optimismus und Zuversicht noch verstärken. Möglicherweise äußert sich die heitere und ausgelassene Grundstimmung ganz plötzlich und unmittelbar.
- Steht der Aszendent zwischen Mond und Jupiter, so wird die expansive, optimistische und entgegenkommende Grundstimmung nach außen projiziert, was gute soziale Aufnahme und Beliebtheit verspricht.
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