Anna Ruchat - Neptunjahre

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Eine betagte Mutter beobachtet nach einem Sturz bei sich zu Hause die Unruhe ihrer einzigen Tochter, die sich von ihrer Arbeit herbemüht hat, um ihr beizustehen. Ein nicht mehr junger Mann sitzt frühmorgens an seinem Arbeits­tisch und schickt sich an, seiner Frau die Gründe für seinen endgültigen Abschied von ihr und ihren gemeinsamen Kin­dern darzulegen.
Eingeleitet und damit in die Zeit eingeschrieben sind die zwölf Erzählungen mit Hin­weisen auf bestimmende Ereignisse aus vier Jahrzehnten wie die Seegfrörni 1963 in Zürich oder die Schwarzenbach­-Initiative 1970, aber auch auf ephemere wie die Gründung der Schweizerischen Gesellschaft für Gartenkultur 1983 oder die Erstausgabe einer belgischen Briefmarke im Jahr 2000.
"Neptunjahre" umfasst zwölf Erzählungen, die jeweils einem der Kalendermonate zugeordnet und auf vier Jahrzehnte verteilt sind. In dichten, stupenden und einfühlsamen Bildern entsteht ein eindrückliches Panora­ma, ein Jahreskreis der Conditio humana.

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«Sehr gut, dann kostet es Sie nichts, finanziell gesehen, mich mit der 2 noch ein paar Haltestellen weiter zu be­glei­ten, oder? Die 2 ist schön, finden Sie nicht? Die Wagen sind nicht so alt wie die der Linie 4, aber auch nicht von der jüngsten Generation wie bei der 7 … Ich mag die 2 sehr, ich nehme sie seit über zwanzig Jahren, und wissen Sie, warum schon so lange? Weil mein Mann und ich 1959, noch während des Studiums, geheiratet und im Seefeld gewohnt haben, an der Linie 2.» Über das Gesicht der Frau huscht ein bitteres Lächeln.

Dann redet sie weiter: «Sehen Sie, da kommt die 2. Sie begleiten mich also bis Bellevue?» Der Mann gibt keine Antwort, geht ihr aber ohne Zögern nach, und als sie vor ihm in die Straßenbahn steigt, sieht er, dass unter ihrem grauen Mantel die Hosen eines baumwollenen Schlaf­anzugs hervorlugen. An den Füßen trägt sie Pantoffeln aus Wollfilz. Die Frau dreht sich um und merkt, dass der junge Mann ihren Aufzug gesehen hat, aber sie schweigt, errötet nur leicht.

«So kalt wie früher sind die Winter heute natürlich nicht mehr», fährt sie fort, als die Straßenbahn am Bürkli­platz hält. «Stellen Sie sich vor, als ich mit meinem Sohn aus der Geburtsklinik nach Hause zurückgekehrt bin, haben mein Mann und ich ein paarmal mit dem Kinderwagen einen Spaziergang auf dem gefrorenen See ge­­macht, man hatte das Gefühl, festen Boden unter den Füßen zu haben, zwölf Zentimeter Eis, hieß es damals. An manchen Stellen liefen die Leute Schlittschuh. Mein Mann hakte sich bei mir unter, weil ich noch etwas ge­­schwächt war. Ich trug einen Biberpelz, und er hakte sich bei mir unter, voller Stolz auf mich und seinen unter vielen Decken vergrabenen Sohn im brandneuen Kinder­wagen. Er war begeistert von den Spaziergängen auf dem gefrorenen See, vom soliden Eis.» Mit gesenkter Stimme fügt die Frau an: «Dabei sind zwölf Zentimeter nicht viel!» Grölende junge Leute mit glattrasierten Köpfen und Piercings an Nase und Lippen sind in die Straßenbahn eingestiegen. Etwas misstrauisch und etwas bange blickt die Frau zu ihnen hinüber.

Dann wendet sie sich wieder dem jungen Mann neben sich zu und sagt: «Sie halten mich jetzt bestimmt für verrückt, weil Sie meine Pantoffeln gesehen haben. Jetzt wollen Sie bestimmt nicht mehr mit mir bis Tiefenbrunnen fahren.»

«Im Gegenteil», sagt der Mann, «erzählen Sie weiter, Ihre Geschichte interessiert mich.» Und so fährt sie, erneut mit gesenkter Stimme, fort: «In gewisser Weise haben die Leute recht, ich bin verrückt, wissen Sie, aber daran ist allein der Unfall schuld.» Die Frau zieht den Mantel unter sich glatt und presst die Handtasche wieder an sich, danach blickt sie in die Dunkelheit. Der Schnee fällt jetzt langsamer und nicht mehr so dicht. Als sie in die Seefeldstraße einbiegen, sagt die Frau: «Mein ­Schöner, Sie können es nicht wissen, dafür sind Sie zu jung, auch wenn in den Zeitungen damals viel darüber berichtet wurde. Niemand hätte die Volksfeststimmung verderben wollen, die wegen dieser großen Eisfläche herrschte, wir schon gar nicht. Alles lief gut, wir waren schön, intelligent, glücklich, die reinsten Glückspilze mit unserem vor Gesundheit strotzenden neugeborenen Kind. Aber dann rief am 28. Januar abends ein Freund an, dem mein Mann regelmäßig half, Lebensmittel und alkoholische Getränke an Restaurants am Hallwilersee zu liefern, um sein mageres Gehalt als frischgebackener In­­genieur aufzubessern. Da ich an jenem Nachmittag nicht allein mit dem Kind zu Hause bleiben wollte, bat ich ihn, nicht mitzufahren, aber er bestand darauf. Wir brauchen einen Extrabatzen, hat er gesagt, vor allem jetzt, mit dem Kind. Wir können deine Mutter bitten, zu kommen und dir Gesellschaft zu leisten. Und so kam es dann auch.» Die Frau murmelt etwas, sagt dann: «Eine Mutprobe auf dem Eis, mit dem Lastwagen. Ich habe ihn nie wiedergesehen.»

Die Straßenbahn erreicht die Endhaltestelle. Der Mann und die Frau steigen aus und gehen in Richtung See. Der Weg zum Ufer, wo Steinstufen zum Wasser hinunter­führen, ist nur schlecht beleuchtet. «Sehen Sie hier, diese Treppe endete im Eis.» Die Frau setzt sich auf eine der verschneiten Stufen, blickt aufs Wasser und erzählt: «In der Nacht vom 31. Januar, vor zwanzig Jahren, aber es kommt mir vor, als sei es gestern gewesen, als die Polizei die Leichen meines Manns und seines Gefährten schon geborgen hatte, zwei Tage nachdem der Lieferwagen im Eis des Hallwilersees eingebrochen war, legte ich meinen Sohn in den Kinderwagen, fuhr mit der 2 hierher und schob den Kinderwagen blindlings auf den See hinaus, in der Hoffnung, eine Stelle zu finden, wo das Eis nachgeben würde. Ich wollte zu meinem Mann. Was sollten wir ohne ihn auf der Welt? Ich hatte eine Gartenhacke mitgenommen, aber da das Eis überall zu hart war, zog ich meinem Sohn die Kleider aus, Tod durch Erfrieren, zuerst er, dann ich. Als sie kamen, lag das Kind nackt auf dem Eis, ich hielt die Hacke in der Hand. Meine Mutter hatte mich nicht zu Hause angetroffen und deshalb besorgt bei Nachbarn nachgefragt. Jemand hatte mich mit dem Kinderwagen in die 2 einsteigen sehen, und so machte sie sich zusammen mit zwei Polizisten auf die Suche.»

Die Frau verstummt und blickt zum Mann hoch. «Aber sagen Sie», sagt sie, «sind Sie nicht der Pfleger aus der Psychiatrie?» – «Assistenzarzt», sagt der Mann, «ich bin im ersten Jahr der Ausbildung zum Facharzt, deshalb Assistenzarzt. Eine Krankenschwester, die Sie gut kennt, hat um acht Uhr bemerkt, dass Sie weggegangen sind, und hat mich auf die Suche geschickt.»

Die Frau betrachtet wieder den dunklen See. «Mein Sohn hatte eine schwere Lungenentzündung, überlebte aber, und nach mehreren Versuchen, ihn wieder zu mir zu nehmen – trotz meiner Bemühungen schaffte ich es einfach nicht –, gab man ihn zur Adoption frei. Während ich diese Jahre größtenteils in psychiatrischen Kliniken verbracht habe, immer rein und raus. Aber das wissen Sie ja bereits.»

Deutscher Mann bei Tagesanbruch

«Der Sinn des Lebens

liegt dort im Erdreich

Im Dunkeln, Dunkeln

Verbrannte, zerschmetterte, kleine Gebeine

Splitter, Krumen, Asche!

Leuchte, Stern, du unterm Großen Wagen

auf meine Tochter

dort in der Erde!»

Reidar Ekner, Klage um die Tochter

In Deutschland bricht der Morgen im Februar langsam an. Es ist eine helle Nacht. Über den Bäumen leuchtet die weiße Mondsichel. Das Aufstehen fällt dem Mann schwer. Schmerzender Rücken, geschwollene Lider, leich­te Übelkeit. Er hat getrunken am Vorabend. Geräuschlos geht er ins Bad, wäscht sich mehrmals das Gesicht mit kaltem Wasser, zieht Jeans und ein Flanellhemd an. In der Küche ist alles perfekt aufgeräumt. Wie üblich hat Helene vor dem Schlafengehen jedes Ding an seinen Ort gestellt. Er ist spät nach Hause gekommen, hat den Abend mit einem Freund, der für ein paar Tage aus Amerika angereist ist und am nächsten Tag wieder zurückfliegt, in einer Musikkneipe im Ort verbracht. Innerer Aufruhr, Wut gehören nicht zu den Eigenschaften eines Kriegers, doch der Mann ist unruhig. Seine Stimmung ist düster, auch wenn sie das nicht sein dürfte: Seit über vierzig Jahren praktiziert er Zen. Er muss mit Helene reden oder ihr vielleicht schreiben.

«Das Privileg, Vogel zu sein. Oder diese ganzen Alltäglichkeiten nichts weiter als eine riesengroße Metapher für die Leere.»

Wie jeden Tag um fünf Uhr früh zündet der Mann den Ofen an und macht Teewasser heiß. Im Raum ist es noch dunkel, und als er das Licht einschaltet, wird der Wald vor dem Fenster zu einer schwarzen Wand. Nur der Mond ist noch zu erkennen, hoch oben, schmal und hell. Das Feuer im Ofen macht sich gierig über das Holz her, der Mann schiebt ein paar Scheite nach und richtet seinen Arbeitsplatz ein. Auf dem Tisch die Münzen für das I Ging. Währenddessen horcht er auf den Wasserkessel. Beim ersten Zischen nimmt er das Wasser vom Feuer und gießt es über die Blätter in der kleinen Tonkanne, die zum Leben erweckt werden. Dann wirft er die Münzen, sechsmal: fünf durchgezogene Linien und eine unterbrochene (neun in der ersten und fünften Linie, sechs in der letzten). Der Mann setzt sich hin.

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