Jeder Frau ihre Stimme

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Was hat sich politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich seit der Einführung des Frauenstimmrechts 1971 mit Fokus auf die Frauen getan? Renommierte Historikerinnen erzählen in fünf ausführlichen Essays, wie stark sich die Schweiz in jedem dieser fünf vergangenen Jahrzehnte gewandelt hat: von der neuen Frauenbewegung der 1970er-Jahre über die verfassungsrechtliche Gleichstellung in den 1980er-Jahren, dem Ende der «Rüebli-RS» und der Gründung zahlreicher
Gleichstellungsbüros bis hin zur Fristenlösung und der #MeToo-Debatte. Mit Porträts von Persönlichkeiten wie Margrith Bigler-Eggenberger, der ersten Bundesrichterin, und Antoinette Hunziker, der ersten Chefi n der Schweizer Börse, und weiteren. Reich illustriert, bietet dieser Band einen pointierten Überblick über die letzten fünfzig Jahre Frauengeschichte in der Schweiz.

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Das Präsidium des Kongresses lag in den Händen der Juristin und CVP-Nationalrätin Elisabeth Blunschy-Steiner aus Schwyz, Expertin in Familienrechtsfragen und ehemalige Präsidentin des SKF, mit ein Grund, dass der Schwangerschaftsabbruch im offiziellen Programm fehlte. Gut vorbereitet dagegen waren die verschiedenen zur Verabschiedung gedachten Resolutionen. 77Wenig zu diskutieren gab die Resolution zur Schaffung eines gesamtschweizerischen Organs, die bereits Anfang 1976 vom Bundesrat eingesetzte Eidgenössische Kommission für Frauenfragen (EKF). Umstrittener war die auf Vorschlag von Lydia Benz-Burger vom Schweizerischen Verband für Frauenrechte eingebrachte Resolution, «dass die Gleichbehandlung von Mann und Frau in Gesellschaft, Familie und Arbeit ausdrücklich in der Bundesverfassung garantiert» werden müsse. 78Die Unterstützung durch die ARGE kann unter anderem als eine direkte Folge der Menschenrechtsdiskussion von 1968 rund um die EMRK erachtet werden. So flossen auch in die Begründung für und wider die Lancierung der Initiative Argumente aus der jahrzehntelangen Diskussion des Frauenstimmrechts ein: das Verhältnis von Rechten und Pflichten, Geduld und Zwängerei, Gleichheit und Differenz, Gesetz und Verfassung, Menschenrechten und nationaler Rechtstradition. Kaum thematisiert wurde in der Auseinandersetzung allerdings die Erfahrung, dass die Schweiz wegen der Opposition der Arbeitgeber und Branchenverbände erst nach Einführung des Frauenstimmrechts das Übereinkommen der International Labour Organisation (ILO) «Über die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit» ratifiziert, aber dennoch kaum etwas unternommen hatte, um dieser Verpflichtung nachzukommen. Schliesslich stimmten 682 Frauen für, 375 gegen die Lancierung. 79Implizit bejahten mit dieser Entscheidung die Befürworterinnen der Gleichstellungsinitiative die im Vorfeld scharf formulierte Kritik der Juristin und prominenten Frauenrechtlerin Gertrud Heinzelmann am Kongressmotto: Nicht die Partnerschaft harre der Lösung, sondern die fehlende Gleichberechtigung. Weit schärfere Kritik noch als Heinzelmann äusserte die neue Frauenbewegung an der Ausrichtung des Kongresses.

Als Protest gegen das Motto «Partnerschaft», die beschränkte Teilnehmerinnenzahl und die Kosten des Kongresses riefen neben FBB und MLF, die sich dafür erstmals eine lose Koordination geben mussten, auch kleinere Gruppen aus dem Umfeld der Neuen Linken wie die «POCH-Frauengruppe» auf den 18./19. Januar zum Gegenkongress auf. Nicht im vornehmen Kursaal sollte er stattfinden, sondern im Berner Vorort Gäbelbach, einem traditionellen Arbeiterquartier bei Bethlehem/Bümpliz. Es gab weder eine Zulassungsbeschränkung noch Eintrittsgebühren. Erwartet wurden 300 bis 1000 Personen, tatsächlich kamen im Laufe der beiden Tage 7000 bis 8000 vorbei. Das Alter der Besucherinnen lag zwischen 23 und 35 Jahren, diese waren also um mehr als eine Generation jünger als die Teilnehmerinnen im Kursaal. Die jungen Feministinnen kritisierten am offiziellen Kongress neben den fehlenden Themen Homosexualität, Abtreibung und unbezahlte Hausarbeit insbesondere das Motto des offiziellen Kongresses. «Partnerschaft» als gleichwertiges, aber andersartiges Zusammenarbeiten von Frauen und Männern, so ihre vehemente Kritik, verschleiere die herrschenden Machtverhältnisse und die damit einhergehende systematische Ausbeutung und Unterwerfung der Frauen. Dafür stehe exemplarisch die Kriminalisierung der Abtreibung als Verbot der Verfügung über den eigenen Körper und Untergrabung des Rechts auf Selbstentfaltung. «Il ne s’agit pas de collaborer, mais de déclarer la guerre. Il s’agit der mener une lutte autonome des femmes. C’est sous le signe ‹Ensemble nous sommes fortes› que nous avons préparé, financé et réalisé l’anti-congrès.» 80Als Kampfruf war sie gedacht, die Parole «Frauen gemeinsam sind stark!», die als Motto den Gegenkongress im Berner Aussenquartier Gäbelbach prägte, gleichermassen Mobilisierung, Solidaritätsbekenntnis und Abgrenzung.

Freie und kostenlose Abtreibung war das dominierende Thema. Doch die junge Bewegung zielte dabei auf Grundsätzlicheres. In ihrer Kritik am Patriarchat und an der Politisierung des Privaten ging es um Sexualität, das Sündige und Tabuisierte, aber auch um die unbezahlte Haus- und Betreuungsarbeit als unsichtbare Grundlage des kapitalistischen Ausbeutungssystems. Sie richtete sich gleichermassen gegen die Männerpolitik, die Kirche, die Ärzte, die Unternehmer, den Staat, das Recht. Ein Konnex zu den «Menschenrechten» fehlte. Dennoch rückte der Gegenkongress Themen vom Rande ins Zentrum, die sehr wohl einen zentralen Bezug zu den «Menschenrechten» hatten, von der organisierten Frauenbewegung allerdings kaum je beachtet wurden: Aktivistinnen diskutierten über Frauen im Gefängnis, Lesben traten erstmals an einem gesamtschweizerischen Anlass auf, Migrantinnen stellten ihre spezifischen Forderungen. 81Die Teilnehmerinnen waren frei, welche Themen sie wie zum Ausdruck brachten: ob über Diskussionen, freie Theaterinszenierungen, die Vorführung von «Histoires d’A» (A-vortement), einem Film, der einen von Feministinnen selbst ausgeführten Schwangerschaftsabbruch zeigte, 82oder Installationen wie das von Lesben angelegte Labyrinth zu Frauenbeziehungen. Es endete vor einem Spiegel, in dem die Frau sich mit sich selbst konfrontiert sah.

Unangemeldet und ausser Programm intervenierten Teilnehmerinnen des Gegenkongresses auch am offiziellen Kongress. Am letzten Kongresstag skandierten zwischen fünfzig und hundert Frauen von Gäbelbach kommend Parolen, hielten Transparente hoch, setzten sich an den Vorstandstisch und brachten höchst medienwirksam das nicht traktandierte Thema «freie Abtreibung» zur Sprache. Das Mikrofon mussten sie sich nicht erkämpfen, die Kongressorganisatorin Lili Nabholz-Haidegger und die verantwortliche Tagesleitung unter Liliane Uchtenhagen überliessen ihnen das Wort. Die sozialdemokratische Nationalrätin brachte in der Folge zwar nicht die «freie Abtreibung» zur Diskussion, wohl aber den von einer tribune libre bereits am ersten Tag eingebrachten Resolutionsvorschlag (Resolution 6) zur Fristenlösung mit dem sibyllinischen Titel «Schutz der Schwangerschaft»: Gegen die «Flut von Abtreibungen» müssten die Anstrengungen zur Verhütung und soziale Hilfeleistungen für eine «verantwortungsbewusste Mutterschaft» verstärkt werden. Dabei erinnerte der Kongress daran, «dass die Mehrheit der schweizerischen Frauenverbände sich für die Fristenlösung mit freier Arztwahl, obligatorischer Beratung sowie Bedenkfrist für die Frau ausgesprochen» habe. 83Ein Meilenstein. Konsterniert über den Entscheid zeigten sich allerdings die Kongresspräsidentin Elisabeth Blunschy-Steiner, der SKF und die CVP-Politikerinnen, ohne dass sie am Entschluss etwas hätten ändern können. Trennlinien und Gemeinsamkeiten waren nicht mehr so klar zu orten. Eines aber wurde deutlich: Wegen der provokativen Auftritte der jüngeren Feministinnen in Gäbelbach wie im Kursaal erreichten sowohl der Kongress wie der Gegenkongress ein überaus grosses Medienecho. Fazit im offiziellen Schlussbericht: «Der Antikongress hat die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit nicht nur auf die Anliegen der Frauenbefreiungsbewegung gelenkt, sondern auch auf den Kongress. Dieser wurde plötzlich zu einem Ereignis, das in aller Munde war.» 84Die an beiden Orten über informelle wie institutionalisierte Mittel aufgegleisten Themen blieben über den Januar 1975 von öffentlichem Interesse und führten weiterhin sowohl zu Abgrenzungen wie zur Zusammenarbeit.

Paradoxien im Kampf um die Initiativen zu Abtreibung, Mutterschaft und Gleichstellung

Deutlich bezeugte die 1977 neu gegründet OFRA diese Integration in die institutionalisierte Art des Politisierens mit ihrer bereits am Gründungskongress deklarierten Absicht zur Lancierung einer Mutterschaftsinitiative. 85Damit band sich die neue Organisation in die Tradition der Arbeiterinnenbewegung ein, für die Lohnfortzahlung während des gesetzlich verordneten Mutterschaftsurlaubs und Kündigungsschutz während der Schwangerschaft seit Ende des 19. Jahrhunderts unabdingbar zu einem echten Mutterschutz zählten. Wenig Interesse zeigte sie anfänglich an der Kritik der Lesben an der Heteronormativität, deren Einfluss in der neuen Frauenbewegung einige ihrer Exponentinnen unterschwellig ablehnten. 86Diese Haltung war neben der Organisationsstruktur mit ein Grund für Spannungen mit der FBB. Statt auf autonom agierende Arbeitsgruppen und lose Koordination setzten sie auf lokale Sektionen, Delegiertenversammlung, Vorstand und Sekretariat.

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