Sylvi Rennert - Redeflüssigkeit und Dolmetschqualität

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Redeflüssigkeit und Dolmetschqualität: краткое содержание, описание и аннотация

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Dolmetschqualität ist ein komplexes Thema, das sich im Spannungsfeld zwischen den Anforderungen und Erwartungen von NutzerInnen wie DolmetscherInnen und der subjektiven Einschätzung des Publikums bewegt. Eine Dolmetschung soll so gut verständlich sein wie das Original, in der Realität orientieren sich NutzerInnen aber häufig am Höreindruck und beurteilen Dolmetschungen eher nach prosodischen als nach inhaltlichen Faktoren.
Diese Studie untersucht den Einfluss von Redeflüssigkeit auf die zwei Qualitätsaspekte der kognitiven Wirkungsäquivalenz und der subjektiven Bewertung durch das Publikum. Aufbauend auf einer theoretischen Betrachtung verschiedener Qualitätsaspekte und deren Operationalisierung sowie der Komponenten von Redeflüssigkeit wird die Entwicklung des Versuchsdesigns und -materials eingehend beschrieben. Im Experiment zeigt sich, dass eine weniger flüssige Dolmetschung zwar gleich gut verstanden wird wie eine flüssige, das Publikum aber glaubt, sie schlechter verstanden zu haben.

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Die Bedingungen, unter denen eine Dolmetschung entsteht, sind auch für Garzone (2003) für die Qualitätsdefinition von Bedeutung. Für sie muss die Beurteilung von Qualität durch die ZT-ProduzentInnen und RezipientInnen stets ein Kompromiss zwischen der Vorstellung einer „idealen“ Dolmetschqualität und den realistischeren Erwartungen, die unter den tatsächlichen Bedingungen angemessen sind, bleiben (Garzone 2003: 24). Sie stellt fest:

Of course, in professional practice interpreters try to live up to those ideal quality standards, but in general they work in a situation of continuous emergency due to severe time constraints, to cognitive overload (…). Thus, in order to meet the best possible quality standards the interpreter’s behaviour has to incorporate a whole range of emergency procedures: ultimately, the quality of a SI performance is the result of a compromise between abstract standards and the constraints imposed by the real conditions under which it is performed. (Garzone 2003: 24f.)

Eine produktorientierte Betrachtungsweise der Dolmetschung als „Text“, der sowohl akustische als auch visuelle Elemente enthält und als Ganzes eingebettet in ein Verständnis der Konferenz als Hypertext betrachtet werden sollte, findet sich bei Pöchhacker (1994a, 1994b), der sich für eine sorgfältige Dokumentation nicht nur der Dolmetschung sondern auch der Begleitumstände zur Beurteilung einer „quality under the circumstances“ (Pöchhacker 1994b: 242) ausspricht. Wie Moser-Mercer (1996) und Kalina (2009) sieht er Qualität also nicht als absolute Größe, sondern als von den jeweiligen Bedingungen beeinflusst.

Viezzi (1996, 1999) stellt ein Qualitätsmodell auf, in dem Qualität als der Erfüllungsgrad der vier Ziele equivalenza, accuratezza, adeguatezza und fruibilità definiert ist (Viezzi 1996: 79). Dabei betont er, dass unter equivalenza (Äquivalenz) nicht eine völlige Übereinstimmung zu verstehen sei, sondern vielmehr die Gleichwertigkeit zweier unterschiedlicher Elemente. Er verortet sie auch nicht auf der rein sprachlichen Ebene, sondern vielmehr im Bereich der kommunikativen Funktion, der soziokommunikativen Werte und der globalen Bedeutung des Textes. Das Ziel der Äquivalenz ist demnach die Produktion eines ZT, der die gleiche kommunikative Wirkung hat wie der AT und der zur Kultur der Zielsprache im gleichen Verhältnis steht wie der AT zur Kultur der Ausgangssprache. (Viezzi 1999: 146f.) Das Ziel der Äquivalenz ist eng mit den anderen drei verbunden: accuratezza (Präzision) bezieht sich auf die sprachliche Ebene, wobei auch hier keine absolute Übereinstimmung postuliert wird, adeguatezza (Angemessenheit) bezieht sich auf notwendige Anpassungen an die Zielkultur sowie das Sprachregister, und fruibilità (Verwertbarkeit) zielt darauf ab, den Zieltext für die RezipientInnen so gut verwertbar bzw. verständlich zu machen wie möglich, wozu neben einer klaren Ausdrucksweise auch prosodische Merkmale wie Intonation, Pausen, Stimmqualität, Häsitationen und Selbstkorrekturen zählen. (Viezzi 1999: 147–150)

Déjean Le Féal (1990) ist der Meinung, dass eine professionelle Dolmetschung den gleichen kognitiven Inhalt und die gleiche Wirkung auf die ZuhörerInnen haben sollte wie der Ausgangstext:

What our listeners receive through their earphones should produce the same effect on them as the original speech does on the speaker’s audience. It should have the same cognitive content and be presented with equal clarity and precision in the same type of language. Its language and oratory quality should be at least on the same level as that of the original speech, if not better, given that we are professional communicators, while many speakers are not, and sometimes even have to express themselves in languages other than their own. (Déjean Le Féal 1990: 155)

Sowohl Déjean Le Féal (1990) als auch Kalina (2009) sprechen sich für den Vergleich der Wirkung auf AT- und ZT-RezipientInnen aus, was in 2.1.3 näher ausgeführt wird.

Bereits Jean Herbert (1952) legte großen Wert auf die gleiche Wirkung und den gleichen Inhalt von AT und ZT: Die zentrale und unmittelbare Aufgabe von DolmetscherInnen bestand für ihn darin, „to enable his audience to know accurately what the speaker intended to convey, and to make on the audience the impression which the speaker wishes to be made“ (Herbert 1952: 23).

Ähnlich, wenn auch ohne Hinweis auf die Wirkung, formuliert es Seleskovitch (1988), die schreibt:

Ziel des Dolmetschers ist es, seinen Zuhörern die Aussage absolut getreulich weiterzuvermitteln, das heisst, sie ihnen ebenso gut verständlich zu machen, wie sie von denen verstanden worden ist, die sich den Redner im Original anhören. (Seleskovitch 1988: 101)

Auch Vuorikoski ist der Meinung, die Dolmetschung solle den ZuhörerInnen einen Eindruck der Rede vermitteln „which is equal to the one they would have created had they been listening to the original speech directly“ (Vuorikoski 2004: 71), analysiert dies aber über einen Vergleich des AT und ZT. Sie schlägt eine Neuformulierung der oben zitierten Qualitätserwartung von Déjean Le Féal vor:

What the listeners receive through interpreters should convey the same arguments as expressed by the speaker. The genre, register, and illocutionary point should remain the same. In other words, the speaker’s logos, pathos and ethos should be conveyed to the listeners. (Vuorikoski 2004: 250)

Das Prinzip der gleichen kommunikativen bzw. kognitiven Wirkung sieht auch Pöchhacker (2012: 23) als Qualitätsanspruch für Dolmetschungen. Bereits 1997 fordert Pöchhacker die Untersuchung des kognitiven Endergebnisses der Dolmetschung als Instrument der Qualitätsbeurteilung (Shlesinger 1997: 130). Gerade aufgrund der großen Bandbreite von Einsatzbereichen und Situationen spricht er sich gegen eine rein sprachliche Betrachtung von Qualität aus:

(T)he concept of quality cannot be pinned down to some linguistic substrate but must be viewed also at the level of its communicative effect and impact on the interaction within particular situational and institutional constraints. (Pöchhacker 2001: 421)

Kalina (2005: 774) stellt allerdings die kritische Frage, ob es zwischen den ZuhörerInnen des AT und ZT nicht auch aus kulturellen oder anderen Gründen zu einer unterschiedlichen Wirkung kommen könne, die nicht unbedingt auf die Dolmetschung zurückzuführen sei. Wie Reithofer (2014: 30) anmerkt, stellt sie damit auch die Forderung nach Äquivalenz in Frage – ein Begriff, der, anders als in der Übersetzungswissenschaft, in der Dolmetschwissenschaft bisher kaum kritisch hinterfragt wurde. In Anbetracht der von DolmetscherInnen wie NutzerInnen häufig gestellten Forderung nach „sense consistency“, die als „Forderung nach Aktivierung des gleichen kognitiven Inhalts bei AT- und ZT-Publikum“ (Reithofer 2014: 30) verstanden werden könne, sei die Verwendung des Äquivalenzbegriffs jedoch gerechtfertigt. Auch bei den im Rahmen des QuaSI-Projektes von Zwischenberger (2013) durchgeführten großangelegten Befragungen von Mitgliedern des internationalen Dolmetscherverbandes AIIC und des deutschen Verbands der Konferenzdolmetscher (VKD) ging „sense consistency with the original“ bzw. „Sinnübereinstimmung mit dem Original“ als wichtigstes Kriterium hervor (Zwischenberger 2013: 199f.). Daher wird in der vorliegenden Arbeit der Begriff der kognitiven Wirkungsäquivalenz verwendet.

Der Begriff kognitive Wirkung ist in der vorliegenden Arbeit der Wirkung der „Botschaft“ der Dolmetschung vorbehalten (vgl. Pöchhacker 2013: 41), während der allgemeinsprachliche Begriff Verständlichkeit in Fällen verwendet wird, in denen die zitierten AutorInnen nicht explizit von kognitiver Wirkung sprechen und somit nicht gesichert ist, dass in den entsprechenden Arbeiten diese Definition angewandt wurde. Die kognitive Wirkung bzw. Verständlichkeit als Eigenschaft der Dolmetschung muss auch vom Verstehen als kognitiver Leistung der RezipientInnen abgegegrenzt werden. Das kognitive Endergebnis bzw. Verständnis wiederum ist das Resultat des Verstehensprozesses. Im in der vorliegenden Arbeit beschriebenen Experiment wird das kognitive Endergebnis mittels Hörverständnistest gemessen und die ProbandInnen werden nach der subjektiven Einschätzung des eigenen Verständnisses gefragt, wofür in der Auswertung auch der Begriff subjektives Verständnis verwendet wird.

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