Heinz-Jürgen Schönhals - Ulrike D.

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In diesem Entwicklungsroman erinnert sich Elmar Redlich verschiedener Ereignisse seines Lebens. Dabei macht er eine merkwürdige Erfahrung: Obwohl er an sich die Dinge aus der Perspektive der Vernunft betrachtet, kann er die irrationale Vorstellung nicht ganz unterdrücken, unser aller Leben sei letztlich von einer anonymen Schicksalsmacht, der wir ausgeliefert sind, beeinflusst, und zwar nach Maßgabe der Schuld, die wir auf uns geladen haben. Gleich am Anfang taucht dieses irrationale Phänomen in Gestalt seltsamer, wiederkehrender Träume auf, in welchen dem Protagonisten ein Mädchen namens Ulrike D. erscheint, eine flüchtige Bekannte seiner Jugendzeit. Manchmal auch starrt ihm in diesen Träumen ein junger, unbekannter Mann mit unheimlichem Blick entgegen. Er meint, irgendein Schuldkomplex sei Auslöser dieser Träumerei. – Eine Reise in die alte Heimat (Waldstädten) stellt Elmar eine Wiederbegegnung mit seiner früheren Verlobten Julia in Aussicht. Seine Alpträume bringt er auch mit dem einstigen Zerwürfnis zwischen Julia und ihm in Verbindung. Elmar hat das Gefühl, Julia wolle zu ihm zurückkehren und ihm eine neue Heimat ermöglichen, die er bei seiner Familie nicht mehr findet; seine Ehe mit Lisi befindet sich in einer Krise. – Das Motiv der Schuld taucht auch in zwei anderen Ereigniskomplexen, ebenfalls zu Beginn des Romans, auf: Zuerst erinnert sich Elmar einer Katastrophe seines Lebens: Er war einmal fürchterlich «unter die Räder gekommen» und führte seit jeher diesen «Absturz» auf eine Strafe Gottes zurück. Doch außer irgendwelcher «Unkorrektheiten» fällt ihm als «Schuld» nichts weiter ein. Zum anderen denkt er an ein Gemälde, das ein Ereignis aus der Kleistnovelle «Bettelweib von Locarno» wiedergibt. Auch hier wird ein Mensch vom Schicksal furchtbar heimgesucht, aber eine Schuld des Mannes ist kaum ersichtlich, obwohl dem Leser der Novelle eine solche Schuld ständig nahegelegt wird.

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„Ihr kennt doch die Ilse Müller aus der 10 a?“, fragte Karl Friedrich Reitmeier, der Mathematiklehrer. Er war etwa Mitte vierzig, hatte dunkelblonde, schon schüttere Haare, das Gesicht war leicht aufgedunsen und von bleicher Farbe. Über den schma­len, etwas gepressten Lippen prangte ein kleiner Schnauz. Die grauen Augen blickten unter buschigen Augenbrauen streng und herrisch.

„Klar kenne ich die!“, Ludwig Heberers Antwort kam spontan, fast wie aus der Pis­tole geschossen, „wer kennt die nicht, die ist doch so schön.“

„Ja, schön ist sie, aber strohdumm!“

„Nicht so laut! Feind hört mit!“ gab Elmar zu bedenken, „Bredenbrink hat gerade herübergeguckt.“

„Du weißt doch, Karl“, schloss sich Heberer Elmars Warnung an, „der Schulleiter lässt auf seine lieben Schülerinnen und Schüler nichts kommen. Beleidigung einer Schülerin ist für den tabu, erst recht, wenn sie schön ist.“

Ludwig Heberer, der Biologie- und Erdkundelehrer, dessen Stimme einen auffallend hellen Klang hatte, war von schlanker Gestalt, im Gegensatz zu Kollege Reitmeier, der nicht nur im Gesicht, sondern auch in seinem Körperumfang vergleichsweise dick wirkte. Ludwig strich sich über seine blonden, dichten Haare, seine braunen Au­gen, die ständig zu feixen schienen, als wollte sich der Kollege immer über etwas lustig machen, spähten hinüber ins andere Zimmer, wohl um sich zu vergewissern, ob Direktor Bredenbrink noch ausreichend entfernt stand und ihre Unterhaltung nicht mithören konnte.

„Ja, weiß ich!“ Karl sprach jetzt mit gedämpfter Stimme, „man darf ja heute die Dummheit nicht beim Namen nennen, sondern man muss sagen: die Schülerin hat noch einigen Nachholbedarf oder sie ist zur Zeit nicht in Form....“

„.... oder sie muss zu Hause noch etwas üben“, ergänzte Ludwig und feixte mit sei­nen Augen.

„Geht mir auf den Keks, diese Verniedlichung, diese Verhätschelung!“, meinte El­mar, „die Schüler werden zu sehr mit Glacéhandschuhen angefasst.“

„Na ja, die Zeiten haben sich halt geändert“, befand Karl, „ich jedenfalls halte nichts von den alten autoritären Methoden; der neue Umgang mit den Schülern ist mir sym­pathischer, er ist menschlicher.“

„Aber man tut den Schülern keinen Gefallen, wenn man sie zu sanft anfasst“, beharr­te Elmar auf seinem Standpunkt, „im Leben werden sie später auch nicht sanft ange­fasst.“

„Die Ilse schon! Die wird bestimmt sanft angefasst, weil sie so schön ist“, meinte Ludwig und blickte Elmar grinsend an.

„Ach du meinst: die Männer gehen sanft mit ihr um“, räumte Elmar ein, „sie sind von ihrer Erscheinung so hingerissen, dass sie....“

„Nicht nur die Männer“, fiel ihm Karl ins Wort, „auch die Frauen; die vom Glanz ih­rer Schönheit etwas abbekommen wollen, sich darin sonnen wollen.“

„Na, so schön ist sie auch wieder nicht!“, erwiderte Elmar in energischem Ton, doch er konnte damit die beiden nicht beeindrucken.

„Ich finde sie schon unwahrscheinlich schön!“, sagte Karl und strich sich selbstbe­wusst über seinen Schnauz.

„Ich auch!“, schloss sich Ludwig Karls Meinung an; dabei lächelte er wie einer, der im Begriffe ist, eine zarte Hammelkeule genießerisch zu zergliedern und zu verspei­sen.

„Die Geschmäcker sind halt verschieden.“ Elmar konnte partout an Ilse Müllers Er­scheinung nichts Außerordentliches erkennen; gewiss, sie war hübsch, aber beson­ders schön...? „Sie hat eine etwas lange Nase“, versuchte er seinen Standpunkt zu verteidigen.“

„I wo! Die stört doch niemanden“, entgegnete Karl.

„Ich finde gerade ihre Nase reizvoll“, sagte Ludwig in entschiedenem Ton.

„Na ja, die Geschmäcker sind halt verschieden“, wiederholte Elmar. Er ärgerte sich etwas, dass seine Meinung über Ilses Aussehen bei den Kollegen keine Anerkennung fand. Karl Friedrich kam wieder auf Ilses Versagen in Mathematik zurück:

„Jedenfalls ist das Kind in meinem Fach zur Zeit nicht - wie sagt man heute - nicht in Form. Zwei Arbeiten hat sie in den Teich gesetzt, eine war gerade mal ’Vier mi­nus’: Jetzt überlege ich, was ich ihr auf dem Zeugnis geben soll. Na, ich prüfe sie noch einmal mündlich. Sie will ja mit der Mittleren Reife abgehen. Am Ende kriegt sie von mir sicher noch eine Vier Minus auf dem Zeugnis - weil sie so schön ist!“

Reitmeiers Augen strahlten, als wären sie gerade vom Glanz der Schönheit Ilse Mül­lers geblendet. Die anderen beiden lachten laut, weil Karl Friedrich den letzten Halb­satz in so trockenem Ton gesagt hatte.

Schulleiter Bredenbrink und sein Stellvertreter Berg betraten gerade das Zimmer.

„Na, hier herrscht aber eine aufgeräumte Stimmung!“, rief ihnen Bredenbrink zu, ein kleiner, dicklicher Mann mit Vollglatze und runden Augen.

„Die Herren haben wohl über einen unanständigen Witz gelacht?“ Studiendirektor Berg, der eine Neigung hatte, ein Thema gern ins Erotisch-Schlüpfrige zu ziehen, gab erneut diese seine Neigung zu erkennen.

„Nein, wir haben die Leistungen der besonders schönen Schülerin Ilse Müller begut­achtet“, sagte Ludwig Heberer.

„Schöne Schülerin? Also war doch etwas Unanständiges im Spiel, was!“ Berg fuhr auf der von ihm so gerne gewählten Schiene munter weiter, dabei lächelte er tückisch.

„Wieso das?“ Bredenbrink blickte seinen Freund erstaunt an.

„Na, wenn hier von einer schönen Schülerin die Rede ist, spricht das doch Bände. Bei einer Schülerin darf doch nur die Leistung zählen, alles andere ist Nebensache!“

Berg sprach das im ernsten Tone aus, indessen seine Augen, die hinter der Brille klein wirkten, ebenfalls ernst, beinah grimmig dreinschauten, als wollte der Studien­direktor sagen: Kinder, schaut ja nicht auf die Schönheit einer Schülerin, konzentriert euch lieber auf eueren Unterricht. Berg war groß gewachsen und von schlanker Ge­stalt. Sein Gesicht, obwohl länglich und schmal, wirkte wegen der großen, fast volu­minösen Brille breit und flächig.

„Genau, das finde ich auch!“ Karl Friedrich Reitmeier bekannte sich beflissen zu dem Standpunkt Bergs.

„Sie haben vollkommen recht, Herr Berg!“, schloss sich auch Heberer der Meinung des einflussreichen Studiendirektors an. „Wir haben ja in erster Linie die etwas pro­blematische Leistung der Schülerin besprochen; sie gibt einigen Anlass zur Sorge.“

„Wer ist das eigentlich, diese Ilse Müller?“, wollte der Schulleiter wissen.

„Das ist die in der 10a“, beschrieb Berg das Mädchen, „wissen Sie, die Tochter vom Gardinen-Müller.“

„Ach die!“ Bredenbrink war jetzt vollkommen im Bilde, „na, so schön ist die auch wieder nicht!“

„Sie haben recht, Herr Direktor!“, Reitmeier hatte flugs seine Ansicht über Ilse Mül­lers angebliche Schönheit geändert, „ich würde sie allenfalls .... äh.... apart nennen.“

„So, so, apart!” Der Schulleiter war mit dieser Bewertung nicht ganz einverstanden, “sagen wir, sie ist hübsch, so im landläufigen Sinne, mehr nicht.“

„Ja, mehr auf keinen Fall!“, schloss sich Ludwig Heberer der Ansicht Bredenbrinks an, indessen Elmar zuerst Kollege Reitmeier, dann Ludwig Heberer irritiert anblick­te. Es überraschte ihn, wie behände die beiden ihre Meinung über Ilse Müllers un­wahrscheinliche Schönheit geändert hatten. -

Elmar hatte ungefähr die Hälfte der Strecke bis zur Autobahn zurückgelegt. Die Wut über diese letzte Soiree bei Karl-Friedrich Reitmeier stieg in ihm hoch, vor allem über Heberer und Reitmeier. Was man in deren Beisein auch für Ansichten äußerte, immer wussten die beiden es besser oder behaupteten das Gegenteil, es sei denn, sie sprachen mit Berg oder Bredenbrink. Da war dann ihr Widerspruchgeist wie auf Kommando verflogen. Und nun sollte er diese beiden Nervtöter zu einem Gesell­schaftsabend einladen! Vielleicht könnte er Lisi doch noch überreden, die Einladung an die beiden weiter hinauszuzögern!?

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