Das Telefon summte.
Mit drei großen Schritten war Simon an seinem Schreibtisch und drücke die Taste. „Ja?“
„Herr Oppenhaim möchte Sie sprechen, Chef“, meldete ihm Theresa, seine Sekretärin.
„Ich bin nicht da“, sagte Simon.
„Und wo sind Sie, Chef?“ Theresas Schmunzeln klang aus ihrer Stimme heraus. Sie hatte das Herz auf dem richtigen Fleck. Simon mochte seine „Vorzimmerpflanze“.
„Erfinden Sie irgendetwas, okay?“
„Zu Befehl, Chef!“
Sie wollte auflegen, aber er sagte schnell: „Halt, warten Sie noch einen Augenblick. Wenn eine Marie Feldmann anruft, dann notieren Sie den Termin, den sie Ihnen nennt.“
„Gehen Sie weg, Herr Pilgram?“
„Ja“, antwortete er kopfnickend. „Ich halte heute einfach nicht im Büro aus. Küsschen, Theresa!“
Er legte auf. Wieder sah er Maries liebliches Gesicht vor sich – süß und strahlend – und geil. Dann wurde es von dem blassen Antlitz seiner Ehefrau verdrängt.
Leonie war eigentlich nicht der Typ, aus dem Hausmütterchen gemacht sind. Sie war hübsch – zart, um nicht zu sagen: zerbrechlich, schlank, durchtrainiert – letzteres kam vom regelmäßigen Tennisspielen. Ihre dunklen Haare trug sie mittellang und stets perfekt frisiert. Ihre Beine waren endlos lang, ihr Hintern fest und rund, gerade so, wie er ihn mochte. Und am Venushügel hatte sie nur einen schmalen Streifen Schamhaare, was ihn immer wieder zum Lecken einlud.
Und das mochte Leonie nicht!
Das war nämlich das andere Problem, das zwischen ihnen stand. Ihm machte alles Spaß. Sex war für ihn nicht bloß die altbewährte Stellung, sondern alles, was erregte und Erfüllung brachte.
Für Leonie jedoch gab es nur eine einzige Stellung, und da hieß es dann: »Mann und Frau und Schuss und Schluss«. Leonie spielte dabei die Rolle einer Befriedigungsmaschine. Sie ließ ihn gewähren, machte selbst jedoch nicht mit. Wenn er gespritzt hatte, war sie zufrieden. Dann kuschelte sie sich in seinen Arm und schlief ein.
Zusammen mit ihren Migräneanfällen war das eine ganze Menge. Aber er liebte seine Ehefrau. Deshalb hatte er es bisher ausgehalten.
Er liebte sie, und er wollte ihr Zeit geben – alle Zeit der Welt, die sie brauchte, um zu ihm zurückzufinden, und zu einer normalen Sexualität. Es sollte ihr auch Spaß machen, mit ihm zu schlafen, sie sollte sich auch darauf freuen und es genießen. Wozu hatte er einen so prächtigen Lustriemen? Und sie ihre geile, so mädchenhafte aussehende Ritze?
Doch nicht, um daran oder darin Spinnweben zu züchten!
Am Anfang ihrer Ehe hatte es doch auch einigermaßen mit ihnen geklappt. Obwohl, auch damals sie schon ziemlich zurückhaltend gewesen. Niemals war sie so geil bei der Sache gewesen wie gestern Marie.
Bei diesem Gedanken kamen kurz die Erinnerungen an den restlichen Abend zurück, an das endlose, fade Herumsitzen, die dürftige, idiotische Unterhaltung über tausend Belanglosigkeiten, an die kleinen Anspielungen seiner Schwägerin und die eifrigen Spitzfindigkeiten seines Schwagers.
Aber das Gefühl, dass sie keine Ahnung hatten, was er mit Marie oder sie mit ihm angestellt hatte, ließ ihn alles mit ungerührter Mine ertragen.
Und dann war der ganze Clan ja auch irgendwann verschwunden.
Simon warf einen letzten Blick auf Wien hinunter, auf die Menschen, die wie Wichtelmännchen in den engen Straßen und Gassen herumwimmelten, auf die Autos, auf den einsamen Fiaker, der seine braune Mähre die gepflasterte Straße entlangtrotten ließ, dann stieß er sich ab, durchquerte das Zimmer und nahm seine leichte Lederjacke vom Haken.
Er wollte es noch einmal mit Leonie versuchen. Bei diesem Entschluss angekommen, vertrieb er die Gedanken an den faden gestrigen Abend aus seinem Gehirn, ebenso die Gedanken an Marie und alles, was es sonst noch an Störendem gab.
Jetzt wollte er nur noch daran denken, wie er die Festung Leonie nehmen konnte – und zwar so geil, dass sie niemals wieder genug davon bekommen konnte!
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