Herr Thönder - Was wird morgen sein?

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Unser Leben ist von schicksalhaften Momenten geprägt. Entscheidungen, Begegnungen oder Diagnosen haben Folgen, die wir manchmal nicht sofort absehen können. Wie sich unser Leben dadurch verändert, sehen wir häufig erst im Nachhinein.
Herr Thönder hat solche schicksalhaften Momente gesammelt. Sein Wissen über andere Menschen hat er mit seiner Vorstellungskraft über ihre Gedankenwelt verbunden und so Geschichten erschaffen, die ebensolche schicksalhaften Momente im Leben darstellen.
Krankheit, Sterben, Tod und Traurigkeit, Mobbing und Umweltzerstörung spielen thematisch ebenso eine Rolle wie Freude und Hoffnung. Denn über allem steht unser Grundbedürfnis nach dem einen, höchsten Gefühl: Liebe!
Die Geschichten sind manchmal nicht leicht zu ertragen, regen aber immer zum Nachdenken an.

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Dieser Urlaub war der erste, den er ohne seine Eltern verbrachte. Verbringen wollte. Verbringen durfte.

Direkt am Anfang der Sommerferien war der Urlaub aber schon wieder vorbei. So vieles war zu regeln. So vieles zu organisieren.

So viele Menschen tauchten auf, die sagten, dass sie zur Familie gehörten. Die meisten kannte er nicht, aber es stimmte wohl. Er fühlte sich trotz der Menge an Menschen allein.

Er hatte seine Eltern geliebt. Er kannte die Lieblingsfarbe seiner Mutter (orange) und die Lieblingsmusik seines Vaters (Hip-Hop). Er kannte ihre Lieblings-Essen (chinesische Nudeln und Brathähnchen) und -Getränke (Rotwein und Bier). Alles sollte bei der Beerdigung der Urne zum Zuge kommen.

Der Rest der Familie überstimmte ihn. Er war nicht stark genug, um sich durchzusetzen. Letztlich nickte er alles ab, es wurde eine Standard-Beerdigung, mit Ave-Maria, Gebeten, Schnittchen und Kuchen. Und ganz in schwarz. Er fand es furchtbar. Er fühlte sich unwohl, durfte aber natürlich nicht wegrennen. Das macht man nicht .

Er beschloss, dass kein anderer Mensch es verdient hatte, dass er nicht die Beerdigung erhielt, die er sich wünschte. Egal, wie alt. Egal, wie reich oder arm. Kein Mensch sollte so etwas erleben, wie er es erlebt hatte.

Deshalb wurde er Bestatter. Weil er wusste, wie es sich anfühlt. Weil er wusste, wie allein man war. Weil er wusste, wie wenig man Beschied wusste.

Weil er wusste, wie wenig Lust jeder Mensch hatte, sich früh genug mit dem eigenen Tod auseinanderzusetzen. Kaum ein Mensch sorgte so vor, wie es seine Großmutter getan hatte. Die meisten verdrängten den Tod, bis er da war.

Er schwor sich, das Thema öffentlicher zu machen. Darum zu kämpfen, dass die Menschen sich mit ihrem eigenen Tod auseinandersetzten, damit sie am Ende die Beerdigung erhielten, die sie sich wirklich wünschten – und die zu ihnen passte. Deshalb wurde er Bestatter.

Und weil keine Tränen flossen.

Er fühlte, dass er seine Emotionen so gut unter Kontrolle hatte, dass er diesen Beruf würde ausüben können. Er würde für andere stark sein können. Er würde Halt geben, wo die Menschen ihn verloren. Er würde ihnen die Kraft geben, ihre Wünsche dursetzen zu können. Er würde der Fels in der Brandung sein.

Denn bei ihm flossen keine Tränen.

Schon lange nicht. Nicht mehr.

Heute wusste er: Er hatte geweint. Das war viel früher.

Wenn er heute aus dem Schlaf hochschreckte, wusste er, dass er als Kind geweint hatte. Nur wusste er nicht, wann genau es aufgehört hatte.

Er wusste nur noch, dass er in seiner späteren Kindheit und Jugend nicht geweint hat. Nicht, wenn er mit dem Fahrrad gestürzt war. Nicht, wenn er schlechte Noten nach Hause brachte. Nicht, wenn er sich beim Schnitzen geschnitten hat.

Es flossen keine Tränen.

Doch mit dem Tod seiner Großmutter hatten die Träume begonnen. Dort sah er seine Tränen. Sie kamen nachts. Es waren viele. Viele Tränen in einem Traum. In diesem Traum kamen die Tränen.

Sie kamen, wenn sich die Kinderzimmertür wieder schloss. Wenn sein Vater ins Elternschlafzimmer zurück ging.

Wenn die körperlichen Schmerzen anfingen. Wenn er Mühe hatte, sich einzureden, dass alles in Ordnung ist. Wenn er spürte, dass es real war.

Meistens hatte es nicht lange gedauert. Sein Vater kam zu ihm, wenn er schon fast eingeschlafen war. Er drängte sich in sein viel zu kleines Bett. Deshalb war er sehr nah. Er streichelte ihn, gleichzeitig beleidigte er ihn. Sein Vater tat ihm weh.

Es war verwirrend.

Aber es war sein Vater. Sein Vater, der ihn liebte.

Also war das Liebe.

Kein Grund zu zweifeln. Kein Grund für Tränen.

Wenn er weinte, blieb sein Vater länger. Tränen waren nichts Gutes. Deshalb schimpfte sein Vater. Er zischte ihm Flüche ins Ohr, bis die Tränen versiegten. Er drückte seinen Kopf ins Kissen, bis das Schluchzen aufhörte. Er ging erst, wenn er nicht mehr weinte. Geht doch . Dann weinte er nachher noch mehr. Allein. Leise. Verkrampft. Ängstlich.

Deshalb gewöhnte er sich das Weinen ab. Es wurde seine Strategie. Keine Tränen.

Sonst hätte er das nicht ausgehalten.

Das gleiche galt für die Todesfälle, den Tod seiner Eltern und den Tod seiner Großmutter. Hätte er geweint, hätte er die Gefühle zugelassen. Dann hätte er es nicht ausgehalten.

Trotzdem war er zusammengebrochen. Drei Wochen nach dem Tod seiner Großmutter, ein paar Tage nach der Beerdigung lag er plötzlich im Krankenhaus und er wusste nicht, warum.

Er erfuhr, dass ein Kollege den Rettungswagen gerufen hatte. Sie hatten eine Besprechung von Bestattern aus der Region gehabt, da war er zusammengebrochen.

Krampfanfall war die erste Diagnose.

Danach wurde er untersucht. Gestern war das letzte MRT.

Da ist etwas .

Es wurden weitere Untersuchungen gemacht. Biopsien, genauere MRTs.

Die Ergebnisse stehen noch aus. Er würde sie morgen erfahren.

Ob er morgen seine Tränen wiederfinden würde? Oder würden sie wieder nicht fließen?

Bisher hatte er noch nicht geweint.

Aber wer weiß schon, was morgen ist.

Martha und Else

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