ERBKRANKHEITEN
CHARAKTER DER BENGALKATZE
ANSPRÜCHE DER RASSE
PFLEGE
FELLPFLEGE
AUGEN UND OHREN
ZÄHNE UND KRALLEN
LIEBE ZUR GESELLSCHAFT
VERGESELLSCHAFTUNG MIT KATZEN
VERGESELLSCHAFTUNG MIT HUNDEN ODER ANDEREM TIEREN
DAS RICHTIGE FUTTER
TROCKENFUTTER IST NICHT ARTGERECHT
GUTES NASSFUTTER
GETREIDEFREI UND TROTZDEM NICHT OK
FLÜSSIGKEITSBEDARF DECKEN
PLATZ FÜR DEN WASSERNAPF
MILCH IST KEIN KATZENGETRÄNK
GRAS UND PASTEN GEGEN HAARBALLEN
DIÄTEN EINHALTEN BEI MEHREREN TIEREN
FREIGÄNGER ODER WOHNUNGSKATZE
LEBEN MIT EINEM FREIGÄNGER
GEFAHREN DER FREIHEIT
ZUGANG ZUR WOHNUNG
HYGIENE UND KRANKHEITEN
VERSORGUNG IM URLAUB
LEBEN MIT EINER WOHNUNGSKATZE
PLATZ ZUM TOBEN BIETEN
FÜR ABWECHSLUNG SORGEN
VERSORGUNG IM URLAUB
WOHNUNGSHALTUNG MIT FREIGANG
GESUNDHEIT UND TIERARZTBESUCHE
TERVERSICHERUNG
IMPFUNGEN UND CHIPPEN
KASTRATION
ZEITPUNKT
Was zu beachten ist
FRAUCHEN IST SCHWANGER – WAS IST ZU BEACHTEN?
KATZE AN DAS BABY GEWÖHNEN
AUSWAHL DES TIERES
Babykatze oder ausgewachsenes Tier?
KATER ODER KATZE?
WORAUF SIE BEI KAUF ACHTEN SOLLTEN
VORBEREITUNG DES EINZUGS
DAS BRAUCHT IHRE KATZE
TRANSPORTBOX
NÄPFE UND BRUNNEN
KATZENKLO
KATZENMÖBEL
KATZENSICHERE WOHNUNG SCHAFFEN
ACHTUNG GIFT
FENSTER UND BALKONE SICHERN
KABEL VERBERGEN UND SCHWERES BEFESTIGEN
SCHUTZ VOR DEM ERTRINKEN
DIE KATZE ZIEHT EIN
ABHOLEN DER BENGALKATZE
EINGEWÖHNEN
ERZIEHUNG UND DRESSUR
ABGRENZUNG ZWISCHEN DRESSUR UND ERZIEHUNG
SOZIALISATION DER KATZE
DRESSUR DER KATZE
KLICKERTRAINING
PLÖTZLICHE VERHALTENSPROBLEME
ANHANG
UMSTELLEN DES FUTTERS
BARF – ARTGERECHT, ABER KOMPLIZIERT
GEWÖHNUNG AN EIN WC
STRESS ABBAUEN BEI KATZEN
UNANGENEHMES ERDULDEN
GUTE KRATZGELEGENHEITEN SCHAFFEN
WER ERZIEHT WEN? – TYPISCHE FEHLER BEI DER ERZIEHUNG
ZECKEN UND FLÖHE BEKÄMPFEN
KRANKHEITSZEICHEN ERKENNEN
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abbildung 1: Bengalkätzchen 4
Abbildung 2: Bengalkatze badet 8
Abbildung 3: Bengalkatze und weißer Hund kuscheln gemeinsam 14
Abbildung 4: Ein Brunnen mit fließendem Wasser, @ rgladel 20
Abbildung 5: Bengalkatze am Gartenteich 24
Abbildung 6: Bengalkatze öffnet eine Tür 28
Abbildung 7: Bengalkatze mit Halskrause 37
Abbildung 8: Eine Kletterwand, @ rgladel 48
Abbildung 9: Bengalkatze, die am Zaun hochklettert 51
Abbildung 10: Transportbox 55
Die Fellzeichnung ist mit Sicherheit das auffälligste Merkmal, aber auch Kopf und Körperbau weisen auf den wilden Ahnen hin.
ERSCHEINUNGSBILD UND KÖRPERBAU
Die mittelgroße Katze (Kater wiegen etwa 5,5 kg und Kätzinnen im Schnitt 4 kg) zeichnet sich durch einen robusten Knochenbau und einen muskulösen Körper aus. Die Kruppe ist etwas höher als die Schultern und Hinterbeine sind etwas länger als die Vorderläufe. Die großen runden Pfoten erinnern an Tatzen. Der dicke Schwanz läuft am Ende spitz und hat eine abgerundete Spitze.
KOPF, NASE, AUGEN UND OHREN
Der im Verhältnis zum Körper klein wirkende Kopf verstärkt den Eindruck, einen Mini-Leoparden vor sich zu haben. Die alte deutsche Bezeichnung der Rasse „Leopardette“ passt ausgezeichnet.
Der Kopf erinnert an einen Keil mit gerundeten Konturen. Durch Katerbacken kann er bei ausgewachsenen Katern rundlicher wirken. Das markante Profil verläuft in einem sanften leicht konkaven Bogen von der Stirn zum Nasenrücken. Die große breite Nase hat einen leicht vorstehenden Nasenspiegel und einen Rücken, der bis über die Augen reicht. Hohe Backenknochen und die volle breite Schnauze mit großen ausgeprägten Schnurrhaarkissen verstärken den Eindruck einer Wildkatze.
Die weit auseinander stehenden Ohren verlängern von vorne betrachtet das Gesicht. Im Profil ist zu erkennen, dass sie nach vorne geneigt sind. Die oval bis mandelförmigen Augen sind groß, ohne das Gesicht zu dominieren.
Wie erwähnt ist das Fell das hervorstechendste Rassemerkmal. Der Rassestandard erlaubt ein kurz bis mittellanges Fell mit dichter ungewöhnliche weicher Textur.
Je nach Zuchtverband sind unterschiedliche Farbvarianten erlaubt. Das Fell einer Bengal ist aber immer im Baubereich getupft, bei schwarzen Varietäten ist die Tupfung nur im Sonnenlicht zu erkennen. Das Fell soll durch seine Zeichnung an Leoparden erinnern. Hier sind viele Spielarten erlaubt. Generell haben alle Bengalen eine dunkle Schwanzspitz. Fehlt das Merkmal oder ist das Fell hart beziehungsweise zu lang, wird die Katze nicht als Bengale anerkannt.
Aktuell gibt es aber Bestrebungen, die langhaarige Variante als Cashmere Bengalen in den Rassestatus aufzunehmen.
Alle Hauskatzenrassen gehen auf die afrikanische Falbkatze zurück, die nachweislich bereits 7.500 v. Chr. auf Zypern als Hauskatze gehalten wurde. Die Bengalkatzen haben einen wilden Vorfahren, der erst im 20. Jahrhundert eingekreuzt wurde.
Familie der Katzen (Felidae) unterteilt sich in die Unterfamilien Großkatzen (Pantherinae), wie Löwen oder Tiger und Kleinkatzen (Felinae) zu denen Ozelot, der Serval, die Leopardkatze oder Luchse gehören. Innerhalb der Unterfamilien sind Kreuzungen möglich, die aber ähnlich wie bei Pferden und Eseln zu unfruchtbaren Nachkommen führen.
Die Rasse der Bengalkatzen basiert auf einer Kreuzung von Hauskatze mit einer asiatischen Leopardkatze (Prionailurus bengalensis), im englischen Sprachraum als Asian Leopard Cat (ALC) bekannt. Die Wildkatze ist sehr schüchtern und nicht aggressiv - Flucht ist ihr lieber als ein Angriff.
Die nachtaktiven Einzelgänger sind gute Kletterer und Schwimmer. Sie haben daher auch kleine Inseln in einiger Entfernung zur Küste besiedelt. Außerdem fangen sie einen Teil ihrer Beute, die neben Nagern aus Reptilien, Fischen und Krebstieren besteht, oft auch im Wasser. Anders als Hauskatzen gehen Sie eine starke Bindung an einen Partner ein und sind oft monogam.
In der Natur setzen die Katzen Kot und Urin bevorzugt in fließendes Gewässer. Die ersten Bengalkatzen haben aus diesem Grund häufig Waschbecken oder Wassernäpfe genutzt, um die Notdurft zu verrichten. Diese Art der Unsauberkeit kommt bei den heutigen Zuchtkatzen kaum noch vor, kann aber durchaus genutzt werden, um die Tiere an ein WC zu gewöhnen.
Abbildung 1: Bengalkätzchen
1963 verpaarte Jean Sugden (heute Mill) eine asiatische Leopardkatze mit ihrem schwarzen Hauskater. Daraus entstand ein gepunktetes Katzenmädchen, das sie auf den Namen „Kinkin“ taufte. Kinkin wurde von einer Hauskatze aufgezogen und später mit dem Vater verpaart. Die Nachkommen dieser Verbindung hatten das gewünschte gepunktete Fell, aber sie waren überwiegend unfruchtbar. Da ihr Mann verstarb, setzte Sugden mit der Zucht für einige Jahre aus. Etwa zeitgleich haben Bill Engle, Pat Warren, Dougles Engler und Virginia English, um nur einige zu nennen, ähnlich Verpaarungen vorgenommen. Ziel war nicht primär eine neue Katzenrasse zu züchten, sondern die Feline Leukose (FeLV) zu erforschen, denn die Leopardkatzen galten als immun gegen das Virus.
Mitte der 1970 nahm Sugden, die wieder geheiratet hatte und nun Mill hieß, die Zucht mit einigen Katzen aus diesen Linien wieder auf. Sie stellte die Rasse erstmals 1985 auf einer Show vor. Später wurden weitere Rassekatzen wie Ägyptische Mau, Ocicat, Bombay, Abessinier, Britisch und American Shorthair eingekreuzt, um die Rasse Bengalkatzen zu festigen. Seit Jahren werden die Bengalen ausschließlich untereinander gepaart.
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