Vielleicht konnte sie die andere Frau noch ein wenig mehr reizen, sie sogar ein bisschen einschüchtern und an sich zweifeln lassen. Auf jeden Fall war es angebracht, mal deutlich zu machen, wie Susann die ganze Sache sah.
“Und genau da liegst du falsch, meine Liebe. Mark ist immer noch mit mir zusammen. Wahrscheinlich wollte er nur nicht allein sein, solange ich in Berlin beschäftigt bin und hat sich deswegen in der Zwischenzeit mit dir über die Einsamkeit hinweggetröstet. Aber jetzt hast du deine Pflicht getan und kannst dich trollen. Deine Dienste werden nicht länger benötigt. Da ist die Tür.”
Angies Augen folgten tatsächlich Susanns ausgestrecktem Arm, doch sie blieb wie angewurzelt stehen. Und die Verwirrtheit in ihrem Gesicht wechselte langsam in einen halb wütenden und halb belustigten Ausdruck.
“Wie bitte? Das ist der größte Mist, den ich jemals gehört habe! Mark liebt mich. Er hat sich für mich entschieden! Du warst vielleicht mal seine Liebhaberin, Partnerin, zukünftige Frau. Aber jetzt bist du nur noch seine Ex!”
Okay, so blöd war die Trulla wohl doch nicht. Susann schämte sich fast ein wenig. Hatte sie wirklich geglaubt, dass es so einfach werden würde, diese Zecke loszuwerden? Wahrscheinlich hatte sie sich schon viel zu sehr in Marks Leben festgesaugt, und sie zu entfernen, würde wohl nicht ohne Schmerzen gelingen.
Na gut, der erste impulsive Versuch war voll danebengegangen. Ab jetzt musste Susann ihre Intelligenz einsetzen und ein wenig subtiler agieren. Dieses Insekt durfte gar nicht merken, wie es von Mark getrennt wurde. Es würde nicht einfach werden. Aber Susann war nicht übermäßig besorgt. Es würde am Ende schon klappen. Immerhin hatte sie noch über zwei Wochen Zeit, um die Hochzeit erfolgreich zu verhindern.
Ihre Überlegungen wurden jäh unterbrochen, als sie plötzlich hörte, wie die Wohnungstür geöffnet wurde. Wenige Sekunden später kam Mark mit einer Aktentasche herein. Wieder klappte Susanns Kinn auf peinliche Weise nach unten. Diesmal allerdings nicht wegen der Überraschung vor einer ernsthaften Konkurrenz, sondern aufgrund von aufrichtiger Bewunderung. War sie wirklich nicht darauf gefasst gewesen, wie gut Mark aussah? Er hatte sich in der Zwischenzeit noch mehr zu seinem Vorteil verändert und wirkte beileibe nicht wie jemand, der sich vor lauter Kummer selbst vernachlässigte.
Er trug das Haar etwas kürzer, hatte eine modische Frisur, die ihm ausgezeichnet stand. Außerdem hatte er ein wenig mehr auf den Rippen. Nicht viel. Er war immer noch sehr schlank. Aber er wirkte nicht mehr so ungesund klapprig wie in den letzten Tagen vor ihrer Abreise, sondern schien sich besser zu ernähren.
Erneut stieg ein Gefühl der Eifersucht in Susann hoch. Diese Angie bekochte ihn wahrscheinlich hervorragend!
“Mäus...Susann? Was machst du denn hier?” Mark schaute überrascht, aber Susann hätte schwören können, dass kurz auch so etwas wie Belustigung in seinen Augen aufgeflackert war. Leider war sie sich plötzlich nicht mehr so sicher, ob sie ihren Liebsten nach sechs Monaten immer noch richtig lesen konnte. Offensichtlich hatte sich in der Zwischenzeit viel verändert, und sie musste erst einmal herausfinden, ob Mark überhaupt noch der Mann war, den sie vor über einem halben Jahr verlassen hatte.
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