Richard Mackenrodt - Azahrú

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In den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts wächst Azahrú auf als Sohn eines Tuareg-Anführers. Mitten in der Sahara. Ohne zu wissen, dass es jemanden gibt, der es auf sein Leben abgesehen hat. Denn in Wirklichkeit ist er der Sohn deutscher Eltern, die längst tot sind.
Dem Rätsel seiner Herkunft kommt Azahrú erst viele Jahre später auf die Spur. Als junger Mann bringt er den Mut auf, die Wüste zu verlassen, reist nach Europa und begibt sich auf die Suche. Dabei widerfahren ihm Dinge, die so ungeheuerlich sind, dass ein einfacher Junge aus der Wüste daran eigentlich zerbrechen müsste. Aber die Tuareg sind zäh. Sie sind es gewohnt, der Natur zu trotzen, mit wenig auszukommen und ungeachtet aller Entbehrungen ihre Kamelkarawanen erfolgreich tausende Kilometer weit durch die Wüste zu führen. Zu Fuß. Schritt für Schritt. Solche Menschen geben nicht einfach auf.
Die traditionelle Kultur der Tuareg ist im Untergehen begriffen. Nur wenige von ihnen ziehen noch als Nomaden von Oase zu Oase und leben von Salzkarawanen. Ein Schluck Wasser ist für sie eine wertvolle Köstlichkeit, eine Tasse Tee der Inbegriff von Freundschaft und Respekt. Dieser Roman ist ein Stück weit so, wie auch sie es sind: ernsthaft und stolz, aber in vielen Momenten auch albern wie die Kinder. «Azahrú – Wer den Weg verliert» erzählt eine machtvolle Geschichte über Heimat, Identität und Erlösung. Und fast wie nebenbei auch noch eine der größten Liebesgeschichten aller Zeiten.

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»Was ist mit seiner hellen Haut? Die fällt doch auf.« Es war Lassad, der sich zu Wort meldete. Er war inzwischen ein in die Höhe geschossener Zwölfjähriger mit kantigem Gesicht und wachen Augen.

»Sieh dich um«, sagte Koumamá. »Vor vielen Generationen hatten unsere Vorfahren helle Haut. Dann hatten sie dunkelhäutige Sklaven. Deswegen findest du bei unserem Stamm alle Hautfarben, die Ziegenmilch im shahid zu erzeugen vermag. Meine beiden Töchter: Dafinah ist ziemlich dunkel, Mariamá deutlich heller. Und Azahrú ist eben noch etwas heller.«

Lassad ließ nicht locker: »Seine Haare sind hell wie Wüstensand. So sieht hier sonst keiner aus.«

»Er ist noch klein«, antwortete Fatou. »Die werden dunkler, ganz von selbst, mit der Zeit.«

»Bald werdet ihr diese Fragen vergessen haben«, schloss Koumamá seine Ansprache. »Weil Azahrú ein Teil unseres Stammes sein wird. Es wird sein, als hätte er schon immer dazu gehört.«

2

Meine Ankunft fühlte sich merkwürdig an. Alle sprachen mich ständig mit meinem Namen an. Anscheinend machte man das so, wenn man mit jemandem redete. Ich saß nur verschüchtert da und ließ es über mich ergehen. Ich kannte die Namen der anderen ja nicht, und deswegen hielt ich lieber den Mund. Meine Eltern aber mochte ich schon nach kurzer Zeit. Mutter eroberte mein Herz am schnellsten. Und Vater war der Mann, der von allen am meisten respektiert wurde. Er war jemand, zu dem man gerne aufsah. In der ersten Zeit träumte ich in jeder Nacht von Dingen, die mich schreiend aufwachen ließen: Der Wüstensand stand in Flammen, und ich war davon umschlossen. Manchmal war auch ein Gesicht zwischen den Flammen, von einem Mann, der Sätze sagte wie: »Wo steckt der kleine Mistkerl?« oder »Er muss hier irgendwo sein!« Ich versteckte mich vor ihm, aber er fand mich jedes Mal, egal wie weit ich davon lief, ganz gleichgültig, wie tief ich mich im Sand vergrub oder wie sehr ich mich in eine Felsspalte presste. Wenn ich dann erwachte, tupfte Fatou mir den Schweiß von der Stirn, nahm mich in die Arme, flüsterte mir beruhigende Worte ins Ohr, und ich sog wohlig ihren Duft ein, bis ich weiter schlafen konnte. Meine größere Schwester Mariamá war meistens nett zu mir, im Gegensatz zu Dafinah, die nur wenig älter war als ich. Sie schien mich zu hassen, und ich wusste nicht warum. Dass sie neidisch war, begriff ich erst sehr viel später. Dafinah liebte ihren Vater über alles. Deswegen wäre sie am liebsten ein Junge gewesen, denn dann hätte er ihr alles gezeigt, was ein Junge wissen musste, und in einigen Jahren hätte er sie sogar mit auf die Salzkarawane genommen. Und jetzt? Auf einmal hatte Koumamá einen Sohn bekommen! Nun würde dieser kleine Eindringling das Anrecht haben auf alles, was sie sich so sehr wünschte! Dafinah hatte gute Lust, mir zu verraten, wo ich wirklich herkam und wer meine richtigen Eltern waren. Ein paarmal war sie ganz kurz davor. Aber sie wusste, wie wütend ihr Vater dann auf sie sein würde, und nur deswegen ließ sie es bleiben.

Ich saß vor dem Zelt und zeichnete mit einem Zweig ein Muster in den Sand, als meine Mutter mich unsanft an der Hand ins Zelt zog. Ich beschwerte mich, aber sie meinte, sie wolle mir nur eine Kappe über den Kopf ziehen, um mich vor der Sonne zu schützen. Ich hatte keine Ahnung, was der wirkliche Grund war: Französische Polizisten ritten ins Lager, und sie sollten mich nicht erkennen als einen, der nicht hier her gehörte. Ich bestaunte die Pferde, von denen sie stiegen, um mit Koumamá zu sprechen. Und natürlich ihre Uniformen mit den blinkenden Knöpfen.

» Ânna , was sind das für Männer?« wollte ich wissen.

»Sie glauben, ihnen gehört die Wüste«, sagte Fatou. »Dabei könnten sie darin keine zwei Tage lang alleine überleben.«

Ich wollte zu ihnen laufen, aber Fatou nahm mich wieder bei der Hand und befahl mir, beim Zelt zu bleiben. Sie wollte nicht, dass ich hörte, worüber gesprochen wurde, und das aus gutem Grund.

»Es sind zwei Menschen getötet worden«, sagte Alphonse Dupont, der Polizist mit den meisten Streifen auf der Schulter. Er hatte seine Leute in absolute Alarmbereitschaft versetzt. Sie rechneten jederzeit damit, von ihren Schusswaffen Gebrauch machen zu müssen. Und dabei hielt Dupont den Großteil seiner Männer noch im Verborgenen. Beim ersten Schuss würde eine ganze Hundertschaft, die jetzt noch zwischen den Dünen wartete, das Lager der Tuareg überrollen.

»Ich weiß das«, sagte Koumamá. »Der eine war ein sehr guter Freund von mir, die andere eine Verwandte meiner Frau.«

»Die Leichen sind in der Nähe des Tatorts vergraben worden«, fuhr der Franzose fort und lüftete seine Kappe, um sich mit der Hand in aller Ruhe über seine vor Schweiß leicht glänzende Halbglatze zu fahren. »Wir haben sie einer Obduktion zugeführt.«

»Sie haben sie wieder ausgegraben?« erregte sich Koumamá. »Die Ruhe eines Toten ist etwas Heiliges.«

»Dann haben Sie die Toten verscharrt?«

»Allerdings, das haben wir.«

»Offenbar ist die Tat von Nomaden begangen worden, wie Sie welche sind.«

»Jemand wollte, dass es so aussieht«, sagte Koumamá. »Das ist alles.«

Dupont zog eine Augenbraue hoch. Das war sicher etwas, dachte Koumamá, das er lange vor dem Spiegel geübt hatte, bis er es so gut konnte. »Sie scheinen mehr zu wissen als ich«, sagte Dupont mit dem Anflug eines gönnerhaften Lächelns und setzte die Kappe wieder auf.

» Imushaq sind zu so einer feigen Tat nicht fähig«, erwiderte Koumamá. »Wir leben nach den Regeln des asshaq . Er verbietet uns, einen Wehrlosen anzugreifen.«

»Sie können mir viel erzählen«, sagte Dupont ungerührt. »Aber wenn Sie nichts zu verbergen haben, dann spricht sicher auch nichts dagegen, dass wir mal einen Blick in Ihre Zelte werfen.«

»Nur zu«, meinte Koumamá. »Tun Sie, was Sie für nötig halten.«

Auch in unser Zelt kamen zwei Polizisten. Von mir nahmen sie keinerlei Notiz. Dupont war indessen bei Koumamá stehen geblieben und versuchte einen Plauderton anzustimmen.

»Wie lebt es sich denn so in der Wüste? Gibt es gar nichts, das Sie vermissen?«

Koumamá musterte ihn. »Warum fragen Sie?«

»Es ist ein Zeichen von Zivilisation, wenn man sich in Wartepausen höflich miteinander unterhält.«

»Sie verzeihen bitte«, sagte Koumamá, »wenn ich mit Ihnen nicht über die Wüste spreche. Ich würde mir vorkommen wie ein Adler, der mit einer Schildkröte über die Jagd diskutiert.« Er war auf den feindseligen Blick gefasst, den er bei seinem Gegenüber verursachte, aber es entsprach einfach nicht seiner Natur, sich Unverschämtheiten kommentarlos gefallen zu lassen.

Inzwischen fanden die Polizisten in unserem Zelt etwas, das sie interessierte. Im hintersten Winkel, verborgen zwischen verschnürten Ledermatten, holten sie große Bilder hervor, die auf Rahmen gespannt waren. Die Gemälde waren höher als die takuba meines Vaters lang war. Das oberste zeigte einen Sonnenaufgang hinter Sanddünen, das zweite war ein sehr beeindruckendes Abbild meines Vaters. Ich fand die Bilder wunderschön. So etwas hatte ich nie zuvor gesehen.

»Monsieur, das sollten Sie sich ansehen«, sagte einer der Polizisten, als er mit dem Sonnenaufgang aus dem Zelt kam. Damit war die Angelegenheit für Dupont besiegelt.

»Diese Bilder haben Sie von dem deutschen Mann, nicht wahr?« fragte er. »Ich bin gespannt, was wir noch so finden, wenn wir eine Weile suchen.«

Koumamá schnaubte: »Wie ich schon sagte, er war ein Freund. Die Bilder sind von seiner Frau und waren ein Geschenk.«

»Ich nehme Sie jetzt fest«, sagte Dupont, »und ich erwarte, dass Sie keinen Ärger machen.«

»Ich habe nichts getan, Monsieur.«

»Es ist nicht meine Sache, das zu klären. Dafür haben wir Gerichte. Ich nehme an, Sie wissen, was das ist, ein Gericht?« Dupont schnippte mit den Fingern und deutete auf Koumamá. Im selben Moment traten zwei Polizisten auf den Stammesführer zu.

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