Ich setzte mich an den Strand, schaute den Delfinen zu, die sich langsam verabschiedeten und sich aufrecht stehend zurückzogen, um dann über das Meer zu gleiten, bis ich nur noch kleine Punkte wahrnehmen konnte. Auch die Schmetterlinge zogen sich zurück, flogen ins Innere des Lands, und so blieb ich zurück. Still wurde es, selbst das Meer wurde ganz still und glatt. Es schimmerte, und sein leichtes Plätschern gegen den Strand wiegte mich.
Ich atmete tief die Luft ein und ließ ausatmend alles los. Die Energien und das Erlebte setzten sich. Alles in mir fing an, sich zu ordnen, seinen Platz zu finden in meinem System, und so kehrte ich in meine innere Ruhe ein.
Stille.
Die letzten Sonnenstrahlen wärmten meine Haut, und dann verabschiedeten sie sich, und ich sah den ersten Sonnenuntergang auf Atlantis. Es war ein besonderer Moment, und auch wenn ich auf meinen vielen Seelenreisen und meinem Leben auf Atlantis viele Sonnenuntergänge gesehen habe, so bleibt mir dieser erste ganz besonders im Herzen. Ebenso wie diese erste Nacht, die ich am Strand verbrachte. Ich legte mich in den Sand und ließ mich einhüllen vom Licht der Sterne und dem Licht des aufgehenden Mondes. Ich schloss meine Augen und ruhte mich aus.
Ich war so voll, so genährt von all diesem Erlebten und den Energien, dass selbst mein Körper sich jetzt über ein wenig Schlaf freute.
Als die zweite Stunde heranrückte, wurde ich wach. Erst noch etwas benommen, musste ich mich sammeln und mir einmal kurz bewusst machen, wo ich war. Ja, ich war auf Atlantis, auf meinem Teil, und es zog mich – die Energie zog mich jetzt ins Innere des Landes. So stellte ich mich hin und ließ die Energie aus der Erde in mich einströmen. Die Wellen des Meeres wurden immer stärker, und ich nahm warme Strömungen wahr. Eine große Kraft offenbarte sich mir, und so drehte ich mich um und ließ mich ins Landesinnere ziehen. Es ging ganz leicht, so, als würde ich den Weg kennen. Ich fühlte mich so sicher und geborgen, dass ich meine Augen schloss und mich ganz der Energie hingab, die mich führte. Der Sog wurde immer stärker, und je weiter ich kam, desto mehr veränderte sich alles. Die Energie in der Erde, die mich vorher gezogen hatte, begann zu kreisen. Ihre Bahnen wurden immer größer, und ich wusste, dass ich das Zentrum bald erreicht haben würde.
Noch hielt ich meine Augen geschlossen, denn ich wurde immer noch geführt. Sicher ging ich Schritt für Schritt, und dann spürte ich, dass ich mich in der Mitte, im Zentrum, befinden musste. Hier war alles ruhig. Die Kraft hatte sich in dieser Ruhe manifestiert. Ich bin da, und wieder atmete ich ein und atmete aus. Spürte, wie sich die Verbindung, die mich geführt hatte, langsam löste, sodass ich mich jetzt selbst wieder fühlen konnte. Ich, in meiner Energie, an diesem Ort.
Ich atmete ein, und ich atmete aus. Öffnete die Augen. Ich war da. Die Energien des Landes hatten mich hierher geführt, an diesen heiligen Platz, an dem ich meinen Tempel errichten würde.
Ich atme ein, und ich atme aus. So sei es!
***
Die Entstehung des Herztempels
Ich saß lange da, im Zentrum dieses heiligen Platzes, und ließ die Umgebung und die Elemente auf mich wirken. Immer mehr versank ich in Meditation und wurde eins.
Aus meinem Herzen heraus begann sich dieser Platz in meinem Bewusstsein zu formen, und dann formte er sich zu Materie. Für uns war dies ein normaler Vorgang, alles, was benötigt wurde, aus dem Geiste heraus zu erschaffen.
In deiner Zeit, liebes Kind, das du diese Zeilen liest, beginnt der Geist, sich wieder hierhin auszurichten. Im Kleinen ist es manch einem von euch schon möglich, Qualitäten und Umstände aus dem Geiste heraus zu erschaffen.
Wann immer du dich in Liebe ausrichtest auf das, was du in dein Leben ziehen möchtest, wann immer du es mit der Schwingung des Herzens herausfließen lässt, es vor deinem geistigen Auge sehen und mit all deinem Sein fühlen kannst, wird Manifestation möglich.
Doch wisse, nur wer reinen Herzens ist, die geistigen Gesetze und den freien Willen des Menschen achtet, kann für sich selbst Großes erreichen.
Nur wenn das, was du erschaffen möchtest, in der göttlichen Ordnung ist und zum Wohl aller, die davon betroffen sind, wird es sich erfüllen.
Öffne deinen Geist und dein Herz, lass dich führen auf den Weg zurück in die Einheit der All-Liebe. Besuche uns in unseren Tempeln und lass dich unterrichten. Lausche unseren Worten und Schwingungen und erkenne die Wahrheit hinter Allem-was-ist. Denn nur, wenn du in deinem Herzen die Wahrheit erkennst, wenn du mit deinem Herzen in Resonanz gehst, kannst du es leben.
Ja, unsere Botschaften und unser Wissen möchten gelebt werden durch euch Erdenkinder und in eurem irdischen Leben. In den Ebenen des Lichtes ist alles im Gleichgewicht, wir schwingen in der Gemeinschaft des Einen. Wenn ihr uns besucht in euren Träumen, in einer Meditation, dann ist dies nährend für euch. Viele von euch haben das Gefühl, da bleiben zu wollen, da sie spüren, dass dies ihre Heimat ist. Doch wisse, geliebtes Kind der Erde, dein Auftrag ist es, dieses Gleichgewicht und die Einheit im Lichte auf die Erde zu bringen. Dein göttlicher Auftrag ist es, mitzuwirken an der Entstehung des Goldenen Zeitalters, des Paradieses auf Erden.
In eurer Jetztzeit gibt es schon einige Gemeinschaften, die – ihr würdet sagen – ausgestiegen sind aus dem vorgegebenen Weg eurer Gesellschaft, die sich gefunden und auch einen Ort gefunden haben, den sie nach ihren Gefühlen und Vorstellungen erschaffen haben. Orte des Friedens, an denen die Energie von Atlantis zu spüren ist, gibt es bereits auf der Erde. Wann immer ihr eine Auszeit braucht, wann immer ihr euch zurücklehnen möchtet in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten, besucht diese Orte. Atmet den Frieden, der hier wohnt. Fühlt euch umarmt und geborgen im Sein. Fühlt euch so angenommen und habt keine Scheu, euch zu zeigen. Und dann, wenn eure Zeit gekommen ist, wieder zurückzukehren in euer Zuhause, an den Platz, an den ihr gestellt wurdet, dann erschafft dort euren Ort des Friedens. Zeigt euch und seid die Einladung für die Menschen, mit euch zu sein. Seid das Licht, die Insel in der Dunkelheit!
Als ich damals begann, den Tempel des Herzens zu erschaffen, war dies möglich, da ich vollkommen in meiner Kraft und der Anbindung zu den lichtvollen Reichen, und in der tiefen Verbundenheit mit dem Einen war. Es gab kein Karma, keine Dunkelheit, die mich umgab. Ich war reines Licht, und aus diesem heraus erschuf ich mein Reich.
Die äußeren Energiekreise, die ich wahrgenommen hatte, als ich zu dem heiligen Platz geführt wurde, formten sich vor meinem geistigen Auge immer mehr zu Stufen. Alles war rund, ein vollkommener Kreis, und ich nahm diese Energieform an für die Umrisse.
Als ich die Augen öffnete, um zu schauen, erblickte ich ein sehr großes Areal. Es waren drei Stufen, die sich in Abständen zu einem Kreis schlossen. Der Raum zwischen den Stufen betrug drei Meter. Jede Stufe war so breit, dass die Schüler, die kommen würden, hier bequem Platz nehmen konnten, und ich war selbst erstaunt, als sich die Stufen vor meinem geistigen Auge mit Menschen füllten.
So viele werden es sein?, sagte ich zu mir selbst. Und sofort hörte ich die Stimme in meinem Inneren, die mir antwortete: Ja, und es werden um ein Vielfaches mehr sein.
Ich faltete meine Hände und verbeugte mich vor dem Einen, der zu mir sprach. Ja, So sei es! So atmete ich ein, und ich atmete aus. Dann öffnete ich wieder meine Augen und schritt die Umrisse ab, welche die Stufen jetzt vorgaben. Ganz bewusst, Schritt für Schritt, und mit jedem Schritt segnete ich jeden einzelnen Zentimeter.
Ich strich mit den Händen über die Steine, um sie zu fühlen, ihre Beschaffenheit, ihre Energie, und ich bedankte mich bei Mutter Erde, die das Material zur Verfügung gestellt hatte.
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