Während Suntzu als ein recht achtenswerter Charakter geschildert wird, heißt es von Wutzu, daß er ein moralisch niedriger Mensch war. In der Literatur Chinas steht aber auch heute noch das Autorenpaar Suntzu und Wutzu als bewundernswerte Strategen da.
1. Einleitende Gedanken. 2. Kriegsoperationen. 3. Angriff mittels Kriegslist. 4. Die Schlachtordnung. 5. Der Geist der Truppen. 6. Schwäche und Stärke. 7. Schlachtentaktik. 8. Truppenbewegungen. 9. Terrain. 10. Krieg im Nachbarslande. 11. Angriff mittels Feuer. 12. Die Verwendung von Spionen.
Für alle Nationen ist der Krieg eine Angelegenheit von allerhöchster Wichtigkeit. Von dem Heere hängen Leben und Tod ab; das Bestehen oder der Untergang eines Staates sind ihm unterworfen. Man sollte deshalb diese Sache auf das sorgsamste studieren.
Außer der Kriegslist und der richtigen Auffassung der Lage kennt man im Kriege noch den sogenannten „Weg“. Man versteht hierunter die Tugenden: Menschlichkeit, Anstand, Rechtschaffenheit, Klugheit, Pflichtgefühl, Aufrichtigkeit, Edelsinn, Selbstbeherrschung. Ist der Landesfürst ein Mensch, der den „Weg“ übt, so wird auch das Volk zusammenhalten und Gefahren nicht fürchten. So stehen denn dem Herrscher die Dienste seiner Untertanen stets zur Verfügung. Bei allem Wohlwollen darf er aber nicht unterlassen, streng nach den Gesetzen zu handeln.
Es ist von höchster Wichtigkeit, daß ein Landesfürst stets den Zustand ihm feindlich gesinnter Nachbarstaaten mit dem eigenen vergleiche. Aber auch der General muß beständig tätig sein, er muß versuchen, natürliche Vorteile auszunutzen, und zwar schon in Friedenszeiten. Hierzu gehören die Disziplin im Heere, die Belehrung und Übung der Truppen, dann muß aber auch, sowohl was die Belohnungen wie die Strafen anbetrifft, Gerechtigkeit walten.
Der Krieg ist eine Handlung des Vorlandes und Scheingrundes, eine Maske und ein Winkelzug. Sind wir also in der Lage, tätig einzugreifen, dann sollten wir Unvermögen vorgeben. In Feindesnähe spiegeln wir vor, entfernt zu sein, während wir in weiter Entfernung Nähe vorgeben.
Versuche stets den Feind auf eine falsche Spur zu bringen, selbst dann, wenn du hierdurch einen kleinen Vorteil einbüßen solltest. Mache den Gegner wirr, und dann greife ihn an. Gib vor, große Kräfte zu besitzen, mache ihn in seinen Plänen irre und bringe ihn so aus der Fassung. Spiegle ihm vor, der Schwächere zu sein, und veranlasse ihn, dich heimlich zu verachten. Ist der Feind sehr stark, dann ermüde ihn. Herrscht in seinem Lager große Einigkeit, dann versuche, dort eine Spaltung hervorzurufen. Greife schwache Punkte an und erscheine an unerwarteten Plätzen.
Ein Feldzug erfordert gar manches. Operiert das Heer in weiter Entfernung von den Grenzen seines Landes, dann macht die Verproviantierung häufig große Schwierigkeiten; das Kriegsmaterial muß auch ergänzt werden, — hiermit sind also große Kosten verbunden.
Währt der Krieg lange, so geht dem Lande häufig das Geld aus, um ihn weiterzuführen. Sind dann die Soldaten von den vielen Anstrengungen erschöpft, und ist der Kriegsmut erschlafft, sind die Waffen abgenutzt und die' Gelder zur Kriegführung nicht weiter zu beschaffen, dann nehmen die Nachbarstaaten häufig diese verzweifelte Lage wahr, — sie fallen über den unglücklichen Staat her.
Selbst der geschickteste General hat noch nie etwas gewonnen, indem er die Operationen in die Länge zog. In der Tat hat es nie ein Land gegeben, das durch einen langen Krieg einen Vorteil gehabt hätte. Man muß die Nebel und Nachteile, die ein Krieg im Gefolge hat, kennen, um zu wissen, daß man aus demselben keinen Nutzen ziehen kann. Ein langer Krieg macht auch die Bürger arm.
Der kluge General versucht demnach, sich dem Feinde sobald als möglich zu nähern. Die Soldaten müssen angespornt werden, den Feind zu schlagen. Wer ihm einen Vorteil abgewinnen kann, den sollte man reichlich belohnen. Die Kriegsgefangenen müssen auch gut behandelt werden.
Zweck des Krieges ist, als Sieger hervorzugehen. Nur keine in die Länge gezogene Operation, selbst wenn man sie recht geschickt führen sollte. Ein guter General ist Herr und Meister über das Leben einer Nation, — er ist der Wächter des Wohlergehens des ganzen Landes.
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