Markus Dreist - Schuld und Lüge

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Trotz seines nur geringen Erfolges und seiner daher nur sehr bescheidenen Geldmittel führt Robert Kahlenborn einen aufwändigen Lebensstil zwischen seinen beiden Freundinnen Barbara und Simone. Klar, dass er immer wieder Probleme bekommt. Das hält ihm ja die überaus attraktive Bankangestellte Sophie immer wieder vor Augen. Als auch seine letzte Geldquelle zu versiegen droht, bietet sich ein unverhoffter Ausweg: Ein Forschungsprojekt aus dem sensiblen Bereich Nationalsozialismus. Ein Prestigeprojekt! Zum Nationalsozialismus hat er noch nie geforscht. Aber egal: Er muss diesen Auftrag annehmen. Doch schnell wird klar, dass es schwieriger wird als erwartet. Kann er sich gegen all die Intrigen und Machenschaften der Professoren und Politiker, Assistenten und Angestellten, und nicht zuletzt den Neidern unter den Kommilitonen durchsetzen? Und warum benimmt sich selbst Simone plötzlich so eigenartig?
Ein turbulenter Campus-Roman über die nicht immer ganz saubere Weste derer, die über das zentrale deutsche Thema forschen – und doch eigentlich moralisch integer sein sollten!

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Schließlich nahm er seinen Herodot zur Hand. Der Zufall war doch gar nicht so unzuverlässig. Es war ein Buch zum wegtauchen. Alles vergessen. Er blätterte zu der Seite, auf der er zuletzt gelesen hatte und versuchte, sich in die Zeilen zu vertiefen. In die Welt vor zweieinhalbtausend Jahren einzutauchen. Aber schon bevor er den ersten Satz zu Ende gelesen hatte schweiften seine Gedanken ab. Schweiften zu Simone. Wo er doch jetzt hatte lesen wollen. Den albtraumhaften Brief ließ er aus.

Und noch weiter zurück, in den letzten Sommer, zu Frankie.

Er hatte sich schon oft gesehen, wie er mit ihren dunklen Haaren spielen, wie er in diese wundervollen kleinen, braunen Augen hineinstürzen und ihre schmalen Lippen mit seinen Fingerspitzen nachfahren würde.

Er war gerade in Ägypten, weit entfernt von seiner Heimat. Er beschrieb die Pyramiden und wie sie entstanden waren. Wie man es ihm erzählte.

Barbara war auch weit weg von ihrer Heimat. Also, wenn er, Robert, und Düsseldorf noch ihre Heimat waren. Er liebte sie. Also, Barbara jetzt. Auch wenn sie jetzt in München war, für ein Semester, hieß es vor einem Jahr. Und sie käme jedes Wochenende zu ihm. Klar, dass das nicht funktionieren würde, wäre auf Dauer ja auch viel zu teuer. Also sahen sie sich schon zu Beginn ihres ersten Forschungssemesters nur hin und wieder. Und jetzt eben ein bisschen seltener. Dabei liebte er sie mehr als alles andere. Wirklich! Ihren Witz. Ihren Esprit. Egal. Die langen Diskussionen mit ihr. Auch wenn sie sich manchmal heftig stritten. Wenn sie komisch war, wie er immer sagte. Auch dann liebte er sie. Aber Simone liebte er auch. Ganz besonders, wenn sie wild war und über ihn herfiel. Das mochte er besonders. Dann würde er am liebsten gar nicht mehr von ihr lassen. Danach sah die Frau hier aus dem Park zum Beispiel gar nicht aus. Und Barbara würde so etwas nie machen. Aber wer weiß? Vielleicht konnte sich ja doch mehr ergeben? Also, mit Frankie. Liebte er sie? Also, Simone? Zu schwere Frage für einen leichten Frühlingstag. Auf jeden Fall liebte er Barbara. Simone war einfach wild. Das musste für heute reichen.

Er berichtete gerade von König Cheops, der Unglück über Ägypten gebracht hätte, weil er alle Ägypter zum Bau an seinem Grabmal verpflichtet und sie bis zum Äußersten ausgepresst hätte, um die Pyramide zu errichten, selbst seine Tochter hätte er zur Hure gemacht, damit genügend Geld für den Bau zusammen käme; und sein Sohn Chefren hätte es genau so getan. Wie trügerisch doch Geschichten sein können, dachte Robert. Aber immerhin wusste Herodot noch, dass die Pyramiden Grabmäler waren.

Er brauchte sie beide. Das, was sie beide zusammen ihm geben konnten. Und vielleicht noch mehr als das.

Er kam nicht zur Ruhe, konnte sich nicht auf Cheops oder die Pyramiden konzentrieren, konnte sich nicht ablenken, es ging nicht. Er würde wütend. Auf Simone. Weil sie ihn nicht in Ruhe ließ. Nicht einmal hier, nicht einmal jetzt, auch wenn sie gar nicht da war. Und auf Frau ... wie hieß sie noch? Die Unruhe, die ihr Brief ausgelöst hatte, ließ ihn nicht mehr los. Sie war nicht übermäßig, aber immer da. Immer im Hintergrund. Ein Hintergrundrauschen. Frau Kottenbeck! Genau! So hieß sie!

Missmutig klappte er das Buch zu, stand auf, steckte das Buch fahrig in die Jackentasche, dass die Seiten verknickten, was ihn noch wütender machte, schnappte sich das Fahrrad und fuhr nach Hause.

Er rollte sein Fahrrad durch den Flur bis in den Schuppen im Hof und ging hinauf in seine Wohnung, zog seine Jacke aus, warf sie auf das Sofa und sah den Anrufbeantworter blinken. Ein Anruf. Er drückte auf den blinkenden Knopf. Die nette, weiche Stimme des alten, sanftmütigen Herrn Reuben. Sein Fachbereichsleiter von der Volkshochschule. Er stoppte den Anruf mittendrin. Er würde ihn sowieso jetzt anrufen.

Er hatte wieder einmal Lust auf einen Kaffee, ging in die Küche, nahm Filtertüten und Kaffeepulver aus dem Schrank, füllte Wasser in die Maschine, setzte die Filtertüte ein, löffelte das Pulver hinein, stellte die Maschine an, setzte sich an den Tisch und wartete darauf, dass die kleinen dunklen Tropfen in einem kleinen Rinnsal in die gläserne Kanne tropfen würden. Das beruhigte ihn.

„Herr Kahlenborn, jaaa! Gut, dass Sie gleich zurückrufen. Wie? Jaaa!“

Herrn Reubens Stimme klang ein wenig unsicher, wunderte sich Robert.

„Ja, Herr Reuben, ich wollte ohnehin in den letzten Tagen schon anrufen, um zu fragen, in welchen Räumen ich denn meine Kurse abhalten kann?“ Robert versuchte ruhig zu klingen, nicht so gehetzt, so, als würde er ganz in Ruhe seine Kurse abwarten und als wäre er gar nicht auf sie angewiesen. Wie macht man das? Wie legt man das in seine Stimme? Robert wusste es nicht, versuchte es aber trotzdem.

„Jaaa, wie ich Ihnen schon auf den Anrufbeantworter gesprochen habe, ja, es tut mir ja so Leid!“

„Ja? Äh – was?“ Tja, das war’s dann wohl mit der souveränen Zurückhaltung! „Oh, ich habe nicht ... also, ... äh, den Anrufbeantworter habe ich gar nicht zu Ende ...“ Robert beschlich ein unguter Gedanke. „Also ...

„Tjahaa, also – die Kurse ...“ Reuben brach ab.

„Ja?“

„Die können nicht stattfinden.“ Reuben klang gequält. Zerknirscht.

„Wie – die können nicht stattfinden?“

„Ja, also, ich meine nein. Es tut mir ja sehr Leid, und Sie wissen ja, wie sehr wir an Ihnen interessiert sind, Sie haben immer so gute Themenvorschläge, aber dieses Mal ...“

„Ja?“

„Dieses Mal scheinen Ihre Themen nicht so gut anzukommen.“

„Aha.“

„Ja, zu wenig Anmeldungen, leider.“

„Aha.“

„Ja.“

„Wie viele denn?“

„Jaaa, um genau zu sein ...“

„Ja?“

„Für zwei Kurse jeweils eine Anmeldung.“

„Das ist nicht viel.“

„Nein, viel ist das nicht.“

„Und bei den anderen Kursen? Keine Anmeldung?“

„Äh – nein.“

„Aha.“

„Aber bestimmt ist das im nächsten Semester anders. Nicht wahr? Wir telefonieren in den nächsten Wochen noch einmal und sprechen dann die Themen für das nächste Semester ab, nicht wahr? Vielleicht mal etwas populäreres, Nationalsozialismus vielleicht? Dann wird Ihnen bestimmt mehr Erfolg zuteil werden, nicht wahr? Also, bis dann!“ Reuben legte auf.

Robert stand vor dem Telefon, blickte auf den Hörer. Er hatte das Gefühl, dass Reuben froh war, dass das Gespräch zu Ende war.

Was hatte er gesagt? Nationalsozialismus?

Reuben war immer besorgt um seine freien Mitarbeiter. Immer hatte er Zeit für alle Sorgen, immer war er um sie bemüht. Er sprach sonst immer länger mit ihm, zuletzt waren sie sogar beide einen Kaffee trinken gegangen, im Anschluss an eine seiner Seminarstunden, da hatten sie zusammen überlegt, wie das Angebot für das nächste Semester aussehen sollte. Aber das alles half jetzt auch nicht mehr weiter.

Nationalsozialismus!

Bloß nicht!

Er wunderte sich wieder einmal über sich selbst. Er war schließlich Historiker. Gab es das, einen Historiker, der immer versuchte, einen Bogen um das Thema Nationalsozialismus zu machen? Ja. Ihn.

Robert drehte die Opernkarten in den Fingern, die er gerade gekauft hatte. Erste Reihe, Parkett, Preiskategorie eins, wenn schon – denn schon! Eine besondere Überraschung für Barbara, wenn sie wieder hier sein würde, nach ihrer Zeit in München. Vielleicht auch nur für ein weiteres Wochenende.

Er musste an Frau Kottenbeck denken.

Ihm wurde schwindlig.

2

Seine Schuhe hinterließen auf dem Pflaster ein eigenartiges Geräusch. Ein Geräusch, das man nur hören konnte, wenn nichts sonst zu hören war. So wie jetzt. Mitten in der Nacht war niemand unterwegs. Also, fast niemand. Nur Robert, der dem Geräusch seiner eigenen Schuhe folgte. Und ein paar Gleisbauarbeiter, die Schienen untersuchten. Das letzte Mal, als er nachts durch die gleichen einsamen und leeren Straßen lief, prüften sie noch die Oberleitungen der Straßenbahnen. Und wie damals zuckte das orangene Licht der Baustellenwagen schon von weitem durch die Straßen, wurde zurückgeworfen von den Häuserwänden, strich die Häuser entlang und ließ die Alleebäume geisterhafte Schatten werfen.

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