Manfred Protz - Nur Tote träumen nicht

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Tom hat den Traum, mit seiner Geschäftsidee die Märkte der Welt zu erobern. Er leiht sich Geld und gründet eine erfolgreiche Firma. Durch Betrug seines Bankmanagers Morretti wird er seiner hoffnungsvollen Zukunft beraubt. Als auch sein Traum von Gerechtigkeit durch die Justiz platzt, ist er ein Nichts. Dann kreuzen sich die Lebenswege von Tom und der Journalistin Isa in einem schicksalsträchtigen Augenblick. Sie produzieren mit Hilfe der Medien Fake-News und machen so aus seiner privaten Tragödie ein Schauspiel allgemeinen Interesses mit ungeahnten Konsequenzen für Morretti und auch Unbeteiligte. Die Geschichte erzählt vom Aufbegehren gegen die Götter unserer Zeit und von Wegen der Vergeltung, die mit außerordentlichem Mut, Fantasie und postfaktischen Waffen beschritten werden.

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Als die Quittenmaische zu gären anfing, meldete er Insolvenz an, kündigte seinen vier Mitarbeitern, suchte in der Neustadt eine billige Wohnung und beantragte Arbeitslosengeld, wobei die drohende Einkommenspfändung durch die Bank seine Motivation bei der Suche nach einer Beschäftigung beeinträchtigte, was ihn angesichts seiner Rolle als Ernährer der Familie in einen Konflikt stürzte. So wehte im Haus bereits ein kalter Wind, als draußen noch die herbstliche Sonne wärmte. Seine Frau beklagte seine Risikosucht, die ihn in das Haifischbecken des Internetbusiness getrieben habe und sie malte ihm aus, wie seine Pleite ihr mühsam aufgebautes soziales Netzwerk zerstören würde. Sie beklagte auch den Verlust ihres BMW und des schon gebuchten Weihnachtsurlaubes auf Madagaskar. Für juristische Feinheiten der Pleite interessierte sie sich nicht, sondern nur für ihre unmittelbaren monetären Auswirkungen. Die nahende Zwangsversteigerung hatte sich offensichtlich herumgesprochen, denn Nachbarn und Bekannte waren für einen kurzen Schwatz nicht mehr zu haben, sondern verschwanden in Haus, Garten oder Garage, wenn sie ihrer ansichtig wurden. Tom schlief in diesen Wochen meist im Morgengrauen ein und stand spät auf. Er suchte und fand Informationen über Schicksalsgenossen in den USA, wo eine Pleite als Nachweis von Erfahrung und Qualifikation gilt und jedem die zweite Chance zustand. Doch als der Januar nahte, hatten die Schuldgefühle alle Illusionen besiegt. Nur auf das Destillieren der Quittenmaische zu einem edlen Schnaps freute er sich, weil es den Naturgesetzen folgte, nicht von einer höheren Gewalt abhängig war und ihm niemand das Ergebnis seiner Arbeit nehmen konnte. Nach diesem letzten Akt der Freude existierte nur noch sein Unglück, verursacht von seinem mittlerweile verfestigten Glauben, selbst Ursache der Geschehnisse zu sein.

Im Traum suchte er die Plätze in der Stadt auf, wo sich die Abgehängten versammelten, um gemeinsam ihre Angst zu bewältigen. Wenn er schweißgebadet und mit klopfendem Herz aufwachte, verließ er das Ehebett und beruhigte sich mit Bier und Fernsehen, bis er sich wieder neben seine schlafende Frau legte. In einem anderen Traum war er im Frankfurter Bahnhofsviertel, wo ihm Shirin Eshghi mit traurigem Blick in einem Hinterzimmer eines Bordells einen Trommelrevolver mit Munition aushändigte. Der Traum endete regelmäßig dann, wenn er den kalten Lauf der schweren Waffe an seiner Schläfe und den Abzug an seinem Zeigefinger spürte. In diesen Wochen verlor er seinen Appetit und trank schon am Tag. Die sportlichen Aktivitäten hatte er längst eingestellt. Sein gelbes Rennrad aus Carbon, das früher neben dem metallblauen BMW stand, grinste ihn aus der leeren Garage verächtlich an. In acht Wochen verlor er zehn Kilo seines Normalgewichtes. Seine Augen lagen tief in den Höhlen, die Wangen eingefallen. Gedanken an Selbstmord und Tod waren seine ständigen Begleiter.

In den Augen seiner Kinder las er die Vorwürfe, die ihm seine Frau machte. Ihr Streit endete meist mit dem Satz: „Sag mir nur einen Grund, warum wir bei dir bleiben sollten? Nur einen Grund!“

Tom konnte ihr keinen nennen, der ihre wirtschaftliche Zukunft betraf, und so postete er in der vagen Hoffnung, dass eine einschneidende Reaktion seiner Frau nicht ausbleiben würde, auf Facebook die Nachricht:

Hallo Freunde!

Der Pleitegeier schwebt über uns. Ab dem 15.Januar wohnen wir in der Mainzer Neustadt, Walpurgis Str. 4 direkt neben dem Diskontladen eines Türken und dem Getränkeshop eines Griechen. Daher benötigen wir zum Glück kein Auto mehr und meine Fitness wird steigen durch den Transport der Getränke in den 5. Stock. Von Beileidsbesuchen bitte ich Abstand zu nehmen.

Alles Liebe!

Eurer Tom

Das gefiel einigen seiner Freunde, doch die Mehrzahl kündigte ihm die Freundschaft. Kurz vor Weihnachten zog seine Frau mit den Kindern ins elterliche Haus nach Bielefeld. Sie bekäme eine Anstellung als Lehrerin in einer Grundschule und die Kinder würden es besser haben, denn dort bliebe ihnen die Wohnung im Ausländerviertel erspart, sagte sie zur Begründung.

Tom gab ihr Recht und empfand es als Befreiung, allein zu sein, ohne Streit und Schuldgefühle. Er trank weniger, schlief gut und so erwachte seine Lust am Leben. Sie führte ihn in die Stadt, wo er sich vom Verkaufserlös seines Rennrades Jeans, Hemden, Pullover und Schuhe der Marken kaufte, die er früher als Skateboarder getragen hatte. Dann suchte er alte Freunde und Freundinnen auf, die seinen Berichten lauschten und nicht selten jenen Trost spendeten, den er in besonderem Maße benötigte. So erlebte er, was er schon vergessen hatte, nämlich ein Leben jenseits von Business und schwarzer Kreditkarte.

Als die Zeit des Abschieds kam, entschied sich Tom der Zwangsversteigerung beizuwohnen. Vier Interessenten waren vor Ort, sowie ein Vertreter des Gerichtes und der Bank. Das Haus ging nach einem kurzen Bieten an ein unverheiratetes Paar mittleren Alters. Obgleich er anonym auftrat, vermied das Käuferpaar jeglichen Augenkontakt. Der Zuschlag erbrachte knapp 50% des Preises, den Tom vor vier Jahren gezahlt hatte und das, obwohl die Preise um 20% gestiegen waren. Tom machte sich nachträglich Vorwürfe, das Haus nicht selbst verkauft zu haben.

Spät am Abend, das Haus lag verlassen und dunkel, kehrte er zurück mit einem Schlüssel, den er sich behalten hatte. Im Haus verspürte er Wut und die starke Neigung, mit einem Vorschlaghammer alles zu zertrümmern, was den Profit der Käufer hätte mindern können. Doch ihm fehlte die Energie. Wie ein Dieb schlich er durch die leeren Räume. Zuletzt setzte er sich vor die breite Fensterfront zur Gartenterrasse und betrachtete seinen alten Quittenbaum, der seine verkrüppelten Äste, der Kälte und dem Alter zum Trotz, furchtlos in das helle Mondlicht streckte. Tom dachte an seine Kinder, die ihr Leben ohne ihn führten und an die kommenden Tage, Wochen, Monate in einer engen Wohnung ohne Garten und Wechsel der Jahreszeiten. Wie Wellen des Meeres den Schwimmer rhythmisch bewegen, übermannten ihn Weinkrämpfe bis zur Erschöpfung und Einkehr grenzenloser Ruhe. Im Bus vom Dorf in die Stadt flossen vertraute Weinberge und Dörfer an seinen müden Augen vorbei. Schläfrig versuchte er sich zu erinnern, wann er das letzte Mal so geweint hatte. Als seine Gedanken zu seiner Kindheit wanderten, drängte er sie zurück zum alten Quittenbaum, der im kalten Mondlicht furchtlos und voller Vertrauen auf das kommende Frühjahr wartete.

Die andere Welt

Die Wohnkasernen in Toms neuem Quartier stammten aus den 60er Jahren. Sie schlossen kostengünstig die Lücken in den Straßen mit gutbürgerlichen Wohnhäusern der Gründerzeit, die der Krieg gerissen hatte. Deren Bewohner gehörten zum gehobenen Mittelstand und die heute zum Prekariat, das aus Hartz IV-Empfängern, Geringverdienern und Asylbewerbern besteht..

Toms Wohnung war im 5. Stock. Gardinen waren selten, was Tom die Abwechslung verschaffte, das Leben der anderen zu beobachten. Er kannte die Zeiten, zu denen die Leute aufstanden, duschten, ins Bett gingen, schliefen und ob es Streit gab und das Familienoberhaupt für Ordnung sorgte. Von elf Uhr am Morgen bis zum späten Nachmittag hingen im Treppenhaus die Gerüche von Knoblauch, Kohl, Zwiebel, Koriander, Minze und Kreuzkümmel. Genaueres der griechischen, türkischen und arabischen Küche erfuhr er, wenn er den Frauen beim Kochen zuschaute.

Der Fahrplan der Straßenbahnen, die sein Viertel mit der Innenstadt verbanden, meinte es gut mit den Menschen hier. Wenn sich die Räder der tonnenschweren Bahnen über den Stahl der Geleise durch scharfe Straßenbiegungen schoben und bremsten, produzierten sie ein Inferno, das, abhängig vom Wetter, Schmerzen verursachte. Darum waren Toms Fenster immer geschlossen. Zudem bewirkte ein Lüften lediglich den Austausch der Gerüche des Treppenhauses mit den Autoabgasen der Straße. Frische Luft war somit nur nach 23 Uhr, wenn die Bahnen nicht mehr fuhren, zu bekommen. Auch dann nur bei Temperaturen über Null, da die Heizung nachts zentral zurückgefahren wurde. Im ganzen Haus war Tom, bis auf einen Mann namens Jonny, der einzige Deutsche und wusste daher, wie sich Ausländer unter Deutschen fühlten.

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