Klaus Heitmann - Piranesis Räume

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Der italienische Kupferstecher und Archäologe Giovanni Battista Piranesi verläuft sich bei Recherchen im Untergrund Roms. Er gelangt in eine Welt, die den rätselhaften Bildphantasien der sechzehn Radierungen entspricht, welche er unter dem Titel «Carceri» herausgeben hat. Zu ihm gesellt sich Giovanni Salametti, ein Mann des Volkes, der auf der Suche nach seinem Huhn ist, welches sich ebenfalls in der römischen Unterwelt verfangen hat. Über Gott, Rom und die Welt diskutierend suchen der Künstler und der Hühnerzüchter nach dem Ausgang aus dem Raumlabyrinth, das desto verwirrender wird, je tiefer sie darin eindringen. Unterwegs stoßen sie auf zahlreiche bestimmende Figuren der europäischen Kulturgeschichte – Mathematiker, Künstler, Naturwissenschaftler, Sozialwissenschaftler und Philosophen. Diese versuchen ihnen an Hand verschiedener Raumtheorien den Weg zu weisen. Piranesi und Salametti folgen den Empfehlungen, finden sich im Raum aber dennoch nicht zurecht. Es ergibt sich vielmehr immer wieder, dass die Theorien ihrer Ratgeber nicht vollständig mit der Realität des Raumes übereinstimmen. Dessen Fundamente und Grenzen werden zusehends so unklar wie bei den Räumen in Piranesis radierten Kerkerphantasien.

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Piranesi und Salametti befestigten den Faden an einem Balken und setzten ihren Weg fort. Sie kamen dabei in einen Raum, der auf mehreren Ebenen von besonders vielen Brücken und Galerien durchzogen war.

Mitten darin befanden sich zwei turmartige Konstruktionen Um den größeren der - фото 8

Mitten darin befanden sich zwei turmartige Konstruktionen. Um den größeren der beiden Türme wand sich von einer Galerie am unteren Ende eine Treppe in schwindelnde Höhe, die zu einem Kreuz von sechs weiteren Galerien führte. Bei näherer Betrachtung erwies sich der Turm daher als gigantische Säule zur Abstützung dieses Kreuzes. Piranesi und Salametti schien es, dass sie nur über diese Galerien weiterkommen würden und daher in die Höhe steigen mussten. Sie gerieten aber darüber in Streit, auf welche Weise die Höhe zu erreichen sei. Piranesi meinte, man müsse über den größeren Turm aufsteigen, da dort das Galerienkreuz aufliege. Salametti wandte ein, dass die Position dieses Turmes im Raum viel zu unklar sei. Er stehe je nach Blickpunkt in der Mitte oder aber auch neben der Galerie, die ihn im unteren Bereich tangiere. Angesichts dieser Ungereimtheiten sei es besser, über den kleineren Turm aufzusteigen. Da sie aber nur einen Faden hatten, war an eine Trennung nicht mehr zu denken.

„Wir gehören nun wohl zusammen, wie Huhn und Ei“, bemerkte Salametti schließlich und folgte Piranesi zähneknirschend auf den größeren Turm.

Merkwürdigerweise bereitete die unklare Position des Turmes beim Aufstieg über die Wendeltreppe aber nicht die erwarteten Schwierigkeiten. Das Problem löste sich unmerklich auf, als die Treppe den Schnittpunkt von Turm und unterer Galerie durchlief. Oben angekommen mussten die beiden aber festzustellen, dass das Galerienkreuz nicht weiterführte. Die Wege verloren sich im Raum. Daher stiegen sie über den kleineren Turm wieder ab, nicht ohne heftig darüber zu diskutieren, wer nun im Recht gewesen sei.

IV

Nachdem sie weitere Zeit in der Gebäudewüste umhergeirrt waren, wurde den beiden immer deutlicher, wie Recht die junge Frau mit ihrer Warnung vor der Ähnlichkeit der Raumelemente gehabt hatte. Denn obwohl sie glaubten, sich von ihrem Ausgangspunkt entfernt und neue Räume betreten zu haben, stießen sie immer wieder auf den Faden. Salametti schimpfte laut über Huhn und Ei und verfluchte das Schicksal, welches ihn in diese unendlichen Hallen und Gänge verschlagen habe. Piranesi setzte sich verzweifelt auf einen Pilaster aus Marmor, der am Boden lag, und versuchte sich Klarheit über die Lage zu verschaffen.

„Wir bewegen uns immerfort“, stellte er fest, „ohne dass wir fortzuschreiten scheinen. Unser Weg gleicht daher dem des Mäander, einem Fluss, der in Kleinasien, was einmal Kernland des römischen Reiches war, durch eine weite Ebene kurvt, ohne recht vorwärts zu kommen. Er fällt sogar, in dem er sich weit in die Ebene ausbreitet, immer wieder hinter den Fortschritt zurück, den er schon hinter sich hat. Diese Art der Bewegung erscheint uns sinnlos. Vielleicht passt sie aber zu diesem Raum. Den Alten, die diese Räume gebaut haben, war diese Bewegung sehr vertraut. Sie schmückten ihre Bauten daher gerne mit Mäanderfriesen. Ich habe sie in Rom und seiner Umgebung immer wieder gefunden und schon oft abgebildet.

„Was meinst du mit Mäanderfriesen?“, fragte Salametti.

“Es sind Bänder, bei denen aus einer größeren Form eine kleinere wächst, die wieder größer wird, um eine weitere kleinere zu gebären und so fort. Für die Alten waren sie ein Symbol dafür, wie sich das Neue in alle Ewigkeit immer wieder aus dem Alten entwickelt.“

„Wie Huhn und Ei“, stellte Salametti fest und fuhr, nachdem er eine Zeit lang die andere Seite des Pilasters gemustert hatte, auf dem Piranesi saß, fort: „Oder wie die Pflanze, die jemand schön eingerahmt in diesen Stein gemeißelt hat. Sie zieht sich den Pilaster entlang, treibt dabei zu beiden Seiten Verzweigungen aus, wächst aber dennoch spiralförmig immer weiter.“

Piranesi stand auf und betrachtete die andere Seite des Steins Eine wahrhaft - фото 9

Piranesi stand auf und betrachtete die andere Seite des Steins. „Eine wahrhaft erstaunliche Akanthusranke“, rief er aus. „Wunderbar wie der Stamm unten aus üppigem Blattwerk herauswächst, sich die Nebenzweige in prallen Blütensternen sammeln und zu prächtigen Fruchtständen einrollen.“

„Du scheinst diese Pflanze gut zu kennen.“

„Ich bin einigermaßen vertraut mit dem Ornament, das aus der Gattung der Akanthusgewächse entwickelt wurde. Es stammt ursprünglich von den Griechen und soll sich, wie ich gehört habe, auf dem ganzen eurasischen Kontinent und selbst auf abgelegene Eilande am Rande der Welt verbreitet haben. Es ging mit Alexander dem Großen nach Baktrien und Indien und von dort weiter nach Osten bis an den Rand des großen Meeres, bis an welches sich der indische Geist ausgebreitet hat. Seine Allgegenwart macht es zum Zeichen dafür, wie Lebensformen dieses Kontinentes, die weit auseinander zu liegen scheinen, untergründig miteinander verbunden sind.“

„Wenn es überall zu finden ist, dann haben es sicher auch die Römer gekannt.“

„Selbstverständlich. Die Römer schmückten ihre wichtigen Bauten mit diesem Ornament vor allen in der Kaiserzeit, deren gediegene Opulenz, aber auch deren Sinnlichkeit es sehr treffend zum Ausdruck bringt. Nicht selten wuchs die Ranke aus dem Schwanz von Löwen, Greifen und sonstigen Fabeltieren oder nach Art der Meerjungfrauen aus dem Unterleib eines Engels.“

„Wie Huhn und Ei.“

„Allerdings habe ich selten eine Akanthusranke gesehen, die plastischer und reicher gestaltet gewesen wäre, als diese. Auch die Bordüre in Form einer Akanthusblattwelle ist meisterlich gearbeitet. Der Pilaster könnte aus der Villa des Hadrian stammen. In seinem für die Kunst so glücklichen Zeitalter hat man derart edle und sorgfältige Arbeiten hergestellt. Ich muss davon unbedingt eine Zeichnung machen.“ Damit zog er Papier und Stift aus seiner Tasche und warf mit großer Schnelligkeit eine Skizze auf das Blatt.

„Deine Zeichnung ist nicht sehr genau“, sagte Salametti, der ihm über die Schulter sah.

„Die Ausarbeitung mache ich in meinem Atelier. Ich mag es nicht, wenn meine Vorstellung durch die Vorzeichnung zu sehr eingeengt ist.“

“Hoffentlich stimmt dein Bild dann auch noch mit der Wirklichkeit überein.”

“Auf meine Weise schon.”

„In der Ranke tummeln sich alle möglichen Tiere“, stellte Salametti nun fest. „Ich sehe Heuschrecken, Bienen, Eidechsen, einen Adler, der eine Schlange gefangen hat, und allerhand sonstige Vögel, ja sogar ein Vogelnest mit Jungen.“

„Die Akanthusranke war für die Alten nicht zuletzt ein Symbol für das pralle Leben, das für sie ganz diesseitig zunächst einmal Werden und Vergehen war. Deswegen findet sich ein besonders lebensvolles Exemplar der Ranke am Tempel der Venus Genetrix, welcher zu Zeiten Hadrians nahe dem Kolosseum für die Liebesgöttin als der Stammmutter Roms erbaut wurde.“

„Die Liebesgöttin war die Stammmutter Roms? Irgendwie habe ich es immer geahnt. Jetzt wird mir klar, warum der Name der Stadt rückwärts gelesen Amor lautet.“

„Sehr schöne Beispiele der Ranke, gerade solche mit Tieren, die eher selten sind, gibt es auch in Aphrodisias, einer Stadt, die an einem Nebenfluss des Mäander liegt. Aphrodisias erlebte seine Blütezeit ebenfalls während der Regierung Hadrians, der den Ausbau der Stadt und ihres überaus reich geschmückten Aphroditetempels großzügig unterstützte. Der Kaiser kam sogar persönlich hierher, um an den Festspielen und Wettkämpfen zu Ehren der Göttin teilzunehmen, die hier alljährlich stattfanden.“

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