Rolf W. Meyer - Wären wir bloß Jäger und Sammler geblieben

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Auf Grund von genetischen Veränderungen und durch Klimaveränderungen begünstigt entwickelte sich für unsere frühzeitlichen Vorfahren aus einer Jäger-und-Sammler-Lebensweise allmählich die Sesshaftwerdung. Die daraus hervorgegangene kulturelle Evolution allerdings droht für die Jetztzeitmenschen zu einer Sackgassen-Entwicklung zu werden. Es ist wichtig, den anatomisch modernen Menschen realistisch als das wahrzunehmen, was er ist: Ein Produkt der Primatenevolution. Um diese biologische Unterart, nämlich Homo sapiens sapiens, wirklich begreifen zu können, muss man sich intensiv mit ihrer stammesgeschichtlichen Entwicklung beschäftigen.
Bemerkenswert ist, dass die Schnelllebigkeit und Reizüberflutung im heutigen Alltag, der Zerfall von sozialen Strukturen und die moderne Technik im digitalen Zeitalter den Menschen infolge ihrer «Steinzeitpsyche» immer mehr Grenzen aufzeigen.

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Übrigens: Ein Mensch (bezogen auf einen 70 kg schweren Mann) kann aus 30 Billionen Körperzellen bestehen. Dass dieser riesige Zellenverband wirkungsvoll arbeitet, erklärt der Nobelpreisträger von 2001, Paul Nurse, damit, dass das Geheimnis „die Einheit in der Vielfalt“ ist. [1] Nach Nurse haben alle Zellen etwas gemeinsam: „Sie wachsen, reproduzieren sich, erhalten sich selbst. Sie leben.“ [2]

Verschaffen wir uns einen Überblick über die Merkmale des Lebendigen:

Strukturelle Vielfalt und Untergliederung

Stoffwechsel und Energiewechsel

Regulation

Reizbarkeit, Bewegung und Verhalten

Existenz in Wechselbeziehungssystemen

Fortpflanzung und Entwicklung des Einzelwesens („ontogenetische Entwicklung“)

Stammesentwicklung („phylogenetische Entwicklung“)

Selbst, wenn es niemand wahrhaben möchte: Auch der Todgehört mit zum Leben. [3]

Kommen wir von der Arbeitsleistung eines Zellverbandes zur Arbeitsleistung des anatomisch modernen Menschen. Die Frage, die den südafrikanischen Anthropologen James Suzmandazu veranlasst hat, sich mit dem vergleichenden Aspekt der Arbeit bei den frühzeitlichen Jägern und Sammlern und der Arbeit von Menschen der industrialisierten, „modernen“ Welt zu beschäftigen, ist: „Warum muss der durchschnittliche Bewohner der industrialisierten Welt zu Beginn des 21. Jahrhunderts eigentlich mehr arbeiten als ein Mensch aus der Jäger-und-Sammler-Zeit, obwohl die technologische Entwicklung in den Jahrhunderten seitdem das Leben doch hätte erleichtern können?“

In seinem Buch „Sie nannten es Arbeit“ [4] beschreibt der Anthropologe James Suzman drei große Entwicklungssprüngein der Entwicklungsgeschichte des Homo sapiens sapiens:

Die Zähmung des Feuers, wodurch sich die frühzeitlichen Menschen vielfältige Ernährungsmöglichkeiten schufen. Die Nutzung proteinreicher Nahrung wird wahrscheinlich mit dazu beigetragen haben, dass sich deren Gehirne entscheidend vergrößerten.

Der Beginn des Ackerbaus und der Viehzucht, durch den die Menschen des Neolithikums („Jungsteinzeit“) sich in Siedlungen niederließen, aus denen Städte wurden.

Die industrielle Revolution (Beginn in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts), mit der die Menschheit ihren Energieverbrauch enorm steigerte.

Nach James Suzman legt die jüngste Forschung nahe, „dass Jäger und Sammler wahrscheinlich zufriedene, wohlgenährte und egalitäre [auf Gleichheit gerichtet] Gemeinschaften gebildet hätten, die nur kurze Zeit des Tages mit der Nahrungsbeschaffung zubrachten – und sich die meiste Zeit mit den angenehmen Dingen des Lebens beschäftigten.“ [5]

Im Gegensatz dazu dreht sich das Leben heutiger Menschen oft nur um die Arbeit. Bei gegenwärtig 7,95 Milliarden Menschen auf der Erde (Stand Januar 2022) ist allein durch einen Teil der Weltbevölkerung zur Aufrechterhaltung eines gehobenen Lebensstandardsder Verbrauch an Naturressourcen und die Verschmutzung der natürlichen Umwelt so groß, dass es angesichts des Klimawandels klüger wäre, aus dem wirtschaftlichen Wachstumsraster zu entkommen.

Jedoch:Der Mensch kommt auf Grund seines stammesgeschichtlichen Erbes in den gegenwärtigen modernen Gesellschaftsformen nicht mehr ohne weiteres zurecht. Dies lässt dich folgendermaßen begründen: Bis vor etwa 15.000 Jahren, das bedeutet während etwa 99,6% der Menschheitsentwicklung, lebten die Menschen ausschließlich als Jäger und Sammler. Man kann sicher davon ausgehen, dass sie an diese Lebensweise gut angepasst waren. Danach entwickelten sich mit Übergangsphasen der Semisesshaftigkeit Pflanzer- und Hirtenkulturen.

Vorratswirtschaft und Tauschhandel bedingten und ermöglichten das Zusammenleben vieler Menschen auf kleinem Raum, nämlich in einem Dorf, und später in der Stadt. Die vermutlich älteste Stadt der Welt, Jericho im Jordantal, entstand 7000 v. Chr. Mit der industriellen Revolution um 1850 wurde die Entstehung von Großstädten und damit eine wahre Bevölkerungsexplosion ermöglicht. Damit ist zwar die Umwelt des Menschen in einem relativ kurzen Zeitraum völlig verändert worden, nicht aber sein Erbgut. Im Zeitalter der Computertechnik und damit im digitalen Zeitalter denken, fühlen und handeln wir allerdings immer noch mit einer „Steinzeitpsyche“.

Eindrucksvoll ist die wissenschaftliche Erkenntnis, dass die wichtigste Überlebens- und Entwicklungsleistung unserer frühzeitlichen Vorfahren nicht in der Suche nach Nahrung und nicht in der Abwehr von Naturgewalten sowie von wilden Tieren bestand, sondernin der erfolgreichen Auseinandersetzung mit der größten aller Herausforderungen: dem Zusammenleben mit anderen Menschen.

Wenn es ein „Markenzeichen“ der Spezies Homo sapiens gibt, dann ist es die hochentwickelte Fähigkeit zur Kooperation. Daran ändern auch Phänomene wie Krieg, ideologisch geführter Rassismus sowie Unterdrückung und Ausbeutung von Menschen nichts. Diese Phänomene sind nicht das eigentliche Wesen des Menschen, sondern sie sind lediglich die Folgen von pervertierten oder misslungenen Kooperationen.

Es gibt, nicht nur genetisch betrachtet, mehr Gemeinsamkeiten zwischen den Menschen als Unterschiede. Alle Menschen haben die gleiche psychische Grundausstattung und sind deshalb auch zu gegenseitigem Verständnis und zur Zusammenarbeit fähig. [6]

Im Hinblick auf das stammesgeschichtliche Erbe des anatomisch modernen Menschen hatte der österreichische Evolutionsbiologe und Verhaltensforscher Irenäus Eibl-Eibesfeldt (1928 – 2018) unter anderem folgende Aussagen formuliert: [7]

Wahrnehmung, Emotionalität und konkretes Handeln des Menschen werden nachweislich von stammesgeschichtlichen Programmierungen [angeborene Verhaltensweisen] mitbestimmt. Diese entwickelten sich in jener langen Zeit, in der unsere [frühzeitlichen] Vorfahren als altsteinzeitliche Jäger und Sammler lebten.

Mit der technischen Zivilisation [im digitalen Zeitalter] und mit den Millionenstädten [„Megastädte“ bzw. „megaurbane Räume“] schufen wir uns eine Umwelt, für die wir biologisch nicht geschaffen sind. Die kurze Zeit, in der wir unter diesen Bedingungen leben, reichte nicht aus, um uns genetisch an die neuen Lebensbedingungen anzupassen.

Biologisch ist auch der moderne Mensch an ein Leben in territorialen Kleingruppen angepaßt, die sich gegen andere abgrenzen. Familie (Drei-Generationen-Familie) und Sippe [eine Vielzahl von Familien umfassende Gruppe von Menschen mit gemeinsamer Abstammung] bilden die Kristallisationskerne solcher Gemeinschaften.

Der Mensch der Altsteinzeit lebte naturnah und angepaßt an die Herausforderungen eines risikoreichen Lebens. Das züchtete ihm eine Risikoappetenz an, die wir in Ersatzhandlungen ausleben. Die Belastungen der Neuzeit wie Arbeitsstreß, berufliche Abhängigkeit von anderen, Naturferne und das Fehlen der traditionellen Herausforderungen belasten uns zusätzlich und sorgen für Irritation.

Die Prognosen für den Aufbau einer multikulturellen Immigrationsgesellschaft sind […] wenig günstig. Grenzt sich in einem bereits besiedelten Gebiet eine weitere, landlose Solidargemeinschaft ab, die mit den Ortsansässigen um begrenzte Ressourcen konkurriert, dann löst dies territoriale Abwehr aus. Ferner bekräftigt die Angst um Identitätsverlust die Xenophobie [„Fremdenscheu“]. In Krisenzeiten kommt es dann leicht zu Konflikten.

Wir müssen lernen, in längeren Zeiträumen vorauszudenken, und dementsprechend ein generationsübergreifendes Überlebensethos ausbilden. Dazu müssen wir die Falle des Kurzzeitdenkens, die „Konkurrenzfalle“, vermeiden.

Es lohnt sich, auf ein neuzeitliches Phänomen einzugehen, mit dem sich der deutsche Soziologe und Politikwissenschaftler Hartmut Rosa intensiv beschäftigt hat: Beschleunigung und Entfremdung. [8] Seiner Ansicht nach ist Beschleunigung das alles beherrschende Phänomen unserer modernen Zeit (Der Vorstandschef von Microsoft, Steve Ballmer: „Schneller! Schneller! Schneller! Schneller!“). [9]

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