Daniel Camastral - Das kleine Putsch-Brevier

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Der Putsch ist ein Mittel zur Machtergreifung. Mit einem gelegentlichen Augenzwinkern und gewürzt mit einer Prise Ironie vermittelt das kleine Putsch-Brevier Putschisten in spe und interessierten Laien alles Wissenswerte rund ums Thema «Putsch». Als konkrete Handlungsanleitung taugt der Leitfaden nicht, aber das theoretische Rüstzeug kann damit erworben werden, und das Bewusstsein für Stolperfallen wird geschärft.

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Der Idealist. Mit philosophischen Abhandlungen über den Idealismus wollen wir uns an dieser Stelle nicht aufhalten. Ganz profan bezeichnen wir einen Idealisten als Menschen, der mit seinen Vorstellungen danach trachtet, höhere Werte wie beispielsweise Gerechtigkeit und Freiheit zu verwirklichen. Der Tyrannenmord ist in den Augen des Idealisten ein legitimes Mittel, um dem Volk Freiheit zu schenken. Der Idealist handelt meist selbstlos und verzichtet auf persönliche Vorteile.

Der Machiavellist. Das oberste Ziel des Machiavellisten ist der eigene Erfolg. Ihm ist jedes Mittel recht, wenn es dem Erwerb oder Erhalt von politischer Macht dient. Der Machiavellist ist aber auch ein soziales Chamäleon. Trotz seiner berechnenden und egoistischen Art kann er gut das Vertrauen von anderen Personen gewinnen und Empathie zeigen, wenn es denn nur zum eigenen Vorteil gereicht. Der Machiavellist will seinen Willen um jeden Preis durchsetzen, und dies tut er oftmals mit grossem strategischem Geschick.

Der Hasardeur. Der Hasardeur stürzt sich leichtsinnig ins Abenteuer eines Putsches. Weil das kühle Rechnen nicht seine Sache ist, geht der Hitzkopf hohe Risiken ein, die ihm entweder Reichtum und Macht oder Verderben bescheren. Er verlässt sich blind auf sein Glück und ein wohlmeinendes Schicksal.

Eine andere Betrachtungsweise bringt Samuel P. Huntington ins Spiel. Aus seiner Typologie lassen sich drei Begründungen für einen Putsch ableiten [10]:

Breakthrough Coup. Das Militär tritt als progressive Kraft im Staat auf, das den Entwicklungs- und Modernisierungsprozess vorantreiben will. Eine revolutionäre Gruppe von Militärangehörigen stürzt eine traditionelle (zivile) Regierung. Erfolgreiche Breakthrough Coups haben die interessante Eigenschaft, dass sie früher oder später gerne als «Revolutionen» verklärt werden.

Veto Coup. Das Militär wendet sich gegen die Regierung, um eigene Interessen zu wahren und wirtschaftliche Pfründe zu sichern. Kürzungen von Militärbudgets oder Beschränkungen von Kompetenzen sind häufige Auslöser für einen Putsch.

Guardian Coup. Das Militär tritt als Beschützer der Bevölkerung gegen unfähige oder korrupte Regimes auf. Der Putsch wird gewöhnlich damit gerechtfertigt, dass er dem allgemeinen Wohl der Nation dient.

Nach der Lektüre dieses Abschnitts sollten Sie eine zumindest vage Vorstellung haben, was Sie erreichen wollen und können ihr künftiges Handeln gezielt danach ausrichten. Dies gilt allerdings nur für Machiavellisten. Der Hasardeur foutiert sich um Risikoanalysen, und der Idealist kann einfach nicht anders, als seine Mission zu Ende zu bringen. Ausserdem können Sie begründen, weshalb ein Putsch erforderlich ist.

Als ob eine ehrliche Selbsteinschätzung nicht schon schwer genug wäre, gilt es noch einige unangenehme Tatsachen beim Namen zu nennen:

Jeder potentielle Putschist muss sich insgeheim eingestehen, dass er es (noch) nicht auf die Sonnenseite des Lebens geschafft hat. Der Putschist hat definitionsgemäss keine hohe Machtstellung inne, andernfalls könnte er sich an einem Staatsstreich beteiligen. Sehr häufig sind Offiziere der mittleren Rangstufe (Oberst, Brigadekommandant) führend an Putschen beteiligt. Jeder Putschist ist gewissermassen ein «Underdog». Sein Ehrgeiz und seine Skrupellosigkeit verbieten es ihm aber, auf dieser Stufe zu verharren.

Autoritäre und repressive Regimes neigen dazu, auf einen Putschversuch mit äusserster Härte zu reagieren. Wer Exil, Folter oder Exekution nicht fürchtet, kann sich gerne mit einem solchen Regime anlegen. Ansonsten ist es ratsamer, als Ziel eine schwache und nachgiebige Regierung auszusuchen, von der im Falle des Scheiterns Milde erhofft werden darf.

Rein statistisch gesehen, beträgt die Erfolgsquote beim Putschen weniger als 50%. Ob das viel oder wenig ist, ist Ansichtssache. Genauso, wie wenn für den Optimisten das Glas halb voll und für den Pessimisten halb leer ist. Die gute Nachricht ist, dass es durchaus Weltgegenden gibt, in denen die Erfolgsquote deutlich über 50% liegt. Aber dazu mehr in einem späteren Abschnitt.

Der perfekte Putsch

Merkmale

Der perfekte Putsch erfolgt wie ein Schlag aus heiterem Himmel, ohne Ankündigung und völlig überraschend. Oder wie es der französische Gelehrte und Bibliothekar Gabriel Naudé 1639 in seinen Betrachtungen über Staatsstreiche in üppig barocker Bildsprache ausdrückte [11]: «Die Hinrichtung geht dem Urteil voraus, und der Donner fällt eher, als dass man ihn in den Wolken grollen hört».

Einen «Putsch mit Ansage» kann sich nur erlauben, wer seiner Sache sehr sicher ist. Aufmerksame Politbeobachter stellten Anfang 2021 in Burma Anzeichen eines bevorstehenden Militärputsches fest und waren dann doch überrascht, als es am 1. Februar 2021 soweit war. Dass dieser Putsch das Prädikat «perfekt» nicht verdient, zeigte sich spätestens zwei Wochen später, als sich nach der anfänglichen Überraschung der Widerstand der Zivilbevölkerung zu versteifen begann und die Militärjunta darauf mit immer grösserer Gewaltanwendung antwortete.

Zwei weitere Merkmale eines idealen Putschs sind eine tadellose Planung sowie eine perfekte Ausführung. Das ist einfacher gesagt als getan. Deshalb soll in den folgenden Abschnitten näher auf die Planung und Durchführung eines Putsches eingegangen werden. Um der Gerechtigkeit willen muss gesagt sein, dass es zu diesem Thema ein Standardwerk gibt. Edward Luttwak hat in seinem 1968 erstveröffentlichten Buch «Coup d’Etat – A Practical Handbook» anhand vieler Beispiele die Mechanismen eines Putsches aufgezeigt [12]. Wer sich ernsthaft mit einem Putsch auseinandersetzen will, wird um die Lektüre dieses Werks nicht herumkommen.

Gründliche Planung und Vorbereitung sind das A und O eines Putsches. Oder um Benjamin Franklin zu zitieren: «if you fail to plan, you are planning to fail». An den weitaus meisten Putschen sind Militärs beteiligt. Oftmals sind es sogar hochdekorierte Offiziere im Generalsrang, die mit militärischen Führungsprozessen vertraut sein müssten. Ein Putsch müsste sich demnach wie jede andere militärische Operation planen und durchführen lassen. Sollte man meinen. Wenn mehr als 80% aller Putsche und Putschversuche vom Militär unternommen werden, aber deutlich weniger als die Hälfte davon erfolgreich ist, lässt dies zwei Schlüsse zu. Entweder hatten die Putschisten ihre Generalssterne und prächtigen Orden bei einem Preisausschreiben gewonnen, oder die Durchführung eines Putsches ist komplizierter als gemeinhin angenommen.

Militärischer Führungsprozess

In den meisten von westlicher Denkart geprägten Armeen besteht der militärische Führungsprozess aus vier Phasen, die ständig in einem Regelkreislauf ablaufen und ein strukturiertes Denken und folgerichtiges Handeln ermöglichen:

Analyse. Wer sich zu einem Putsch entschlossen hat, hat die eigene Situation in Bezug auf seine Umwelt bereits analysiert. Die Putschdeterminanten sind bekannt.

Planung. Die Planungsphase ist unterteilt in drei Abschnitte: Lagebeurteilung – Entschluss – Plan. Bei der Lagebeurteilung geht es darum herauszufinden, welche Möglichkeit die beste ist, um das Putschziel zu erreichen. Der Putschführer entscheidet sich für eine Variante, die dann planerisch umgesetzt wird.

Führung (Befehlsgebung, Umsetzung). Der Putschführer erteilt seinen Mitstreitern Aufträge oder Befehle und erwartet die bedingungslose Umsetzung derselben.

Kontrolle. Jede Aktion wird dahingehend überprüft, ob sie das erwartete Resultat lieferte.

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Abbildung 3 - Führungsprozess

Kein Putsch wird friktionslos ablaufen. Der schönste Plan auf dem Papier wird einmal mit der Realität konfrontiert werden und kann nie allen Unwägbarkeiten eines Putsches und menschlichen Schwächen Rechnung tragen. Deshalb ist es auch für Putschisten wichtig, immer über die aktuellen Entwicklungen im Bilde zu sein, um auf geänderte Gegebenheiten rasch reagieren zu können.

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