Friedrich Gerstäcker - Reisen Band 1
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3.
Buenos-Ayres und seine Umgebung.
Die Rhede von Buenos-Ayres ist nichts weniger als günstig gelegen, denn auf der innern können nur kleine Fahrzeuge, die nicht tiefer als acht Fuß gehen, ankern, während die äußere wenigstens vier englische Meilen vom Land entfernt liegt und bei einem starken Südoster - wie wir ihn gerade unglücklicher Weise hatten - die Fahrzeuge fast eben so gut in offener See bleiben könnten. Eine andere Unannehmlichkeit ist die, daß bei einem solchen Wind die See ebenfalls gegen das flache felsige Ufer steht, und durch ihr Branden den Booten großentheils das Landen unmöglich macht - ja zu nur etwas tiefgehenden Booten müssen selbst bei ruhigem Wetter besonders dazu gehaltene Karren hinausfahren, Mannschaft oder Ladung in Empfang zu nehmen.
Einen vollen Tag lagen wir solcher Art auf der Rhede mit der Stadt in der Ferne vor uns, ohne an Land zu können, und am zweiten Tag wehte es noch eben so stark; wir forcirten aber die Anfahrt und gelangten glücklich, von Spritzwellen nur wenig durchnäßt, an Land.
Hast Du Dich, lieber Leser, wohl schon einmal recht lebhaft in die Märchen von Tausend und eine Nacht hinein versetzt, wo ganz plötzlich und unerwartet auf ein einfaches /27/ in die Händeschlagen oder ein anderes höchst unschuldiges Zeichen die wunderlichsten Gestalten und Landschaften aus dem Boden heraufsteigen und den Beschauer überraschen? Hast Du das, so wirst Du Dir einen ungefähren Begriff von dem Eindruck machen können, den meine Umgebung, die eben so schnell um mich her aufstieg, auf mich hervorbrachte. Die Aussicht auf die Stadt war mir bis dahin nämlich, da ich hinten im Boot gesessen und wir gerade vor dem Wind der Küste entgegen liefen, ganz durch das breite aufgespannte Segel entzogen worden, und jetzt als dieses siel, war es als ob ein Vorhang niedergerollt wäre, um mich mit vorher sorgfältig berechnetem Effect zu überraschen.
Vor mir lag, von der Brandung bespült, die schäumend über lose hingestreute flache Felsblöcke hinwegsprang und sprudelte, der Landungsplatz von Buenos-Ayres, und das Ufer wimmelte von abenteuerlichen, phantastischen Gestalten. Finstere, scharfgezeichnete und sonngebräunte Gesichter starrten überall unter schwarzen Hüten und rothen Mützen auf uns hin, und wohin auch das Auge fiel, begegnete ihm grelle, bunte, meist aber zinnoberrothe Farbe. Die Tracht der Männer erhöhte dabei das Pittoreske der Farben. Den Kopf bedeckt meistens eine rothe, stets keck auf einer Seite getragene Mütze. Der Poncho oder Mantel (ein viereckiges Stück Zeug, durch dessen aufgeschlitzte Mitte der Kopf gesteckt wird) fällt in malerischen Falten um den Körper nieder, und ist nur gewöhnlich über dem rechten Arm durch einen Knopf oder Haken in die Höhe gehalten, um jenem freie Bewegung zu gestatten. Die Beine stecken darunter in weißen langbefranzten Unterhosen, zwischen denen wieder ein buntfarbiges Tuch um die Lenden gegürtet ist, die Füße meistens in ungegerbten Kuh- oder Pferdebeinhäuten, auf deren Zubereitung ich später zurückkommen werde. So ausstaffirt hängt der „Gaucho" auf seinem Pferde, und die beiden vorn aus dem Hautstiefel schauenden Zehen in den kleinen schmalen Steigbügel gestützt, die Linke träge auf den hinten im Sattel befestigten Lasso gestemmt, schaut er mit den scharfen dunkeln Augen mürrisch auf den "Fremden" hin, wirft sich dann im Sattel herum und sprengt im gestreckten Galopp das Ufer entlang. /25/
Doch von diesem wird der Blick gar bald zu dem übrigen Treiben der lebendigen Stadt gezogen. Unzählige Boote schießen unter schwellenden Segeln vom Lande, oder zwischen den dort vor Anker liegenden kleinen Fahrzeugen hin; großmächtige zweirädrige Karren fahren überall in dem seichten Userwasser herum, um Ladung und Mannschaft aus den Fahrzeugen zu nehmen, die zu tief im Wasser gehen, besonders bei der unruhigen See bis dicht an's Trockne zu laufen. Hier treibt ein brauner, mit zerrissenem Poncho bedeckter Junge eine Heerde rauh genug aussehender Ponies in den Strom und gerade vor die bald mitten zwischen ihnen hinschießenden Boote hinein, daß die Thiere oft dem rasch dahergleitenden Bug gar nicht mehr so schnell ausweichen können und nicht selten durch die Wucht des Fahrzeugs umgeworfen werden. Dort stolziren eine Anzahl der wildest und wunderlichst aussehenden Soldaten, die mir in meinem ganzen Leben noch vorgekommen find, ziemlich lässig vor dem Gebäude des Hafencapitains herum. Gleich daneben singt und jubelt eine Anzahl betrunkener Matrosen, die jenes Kriegsschiff da draußen, von dessen Heck der Pennant flattert, schon vor vier Tagen an Land gelassen hatte, und jetzt trotz den wiederholten Bitten und Drohungen der Officiere noch nicht wieder an Bord bekommen konnte. Kurz, Menschen und Wogen drängen und treiben durcheinander hin, und das Auge wird nicht satt, die neuen Bilder in sich aufzunehmen.
Kaum weniger interessant ist dabei die wenn auch nicht an Naturschönheiten, doch sonst an manchen Eigenthümlichkeiten reiche Scenerie. Das Land, wie überhaupt das ganze Ufer des La Plata, von der Mündung bis hierher, ist flach und bietet nur wenige Hügel, ja selbst höchst spärlichen Baumwuchs; die Bauart der Stadt aber, die niedrigen Häuser und flachen Dächer, die vergitterten Fenster und das düstere Roth der Backsteine, giebt dem ganzen Platz einen so besondern Anstrich, daß man den ersten Eindruck dieser zusammengedrängten Häusermassen wohl schwerlich vergessen wird.
Aber auch oben an der Landung haben die nach europäischem Geschmack gekleideten Männer eine Auszeichnung, die besonders dem Fremden rasch in's Auge fällt und seine ganze /29/ Aufmerksamkeit erregt. Die grellrothe Farbe spielte damals selbst in ihrem Anzug eine bedeutende Rolle und diente dazu, sie als Bürger der Argentinischen Republik zu bezeichnen. Die Bürger der Republik mußten nämlich den vom Gouverneur Rosas gegebenen Gesetzen nach eine grellrothe Weste - deren Stoff jedoch in ihrem Belieben stand -, ein rothes Band um den Hut, und in einem Knopfloch ein langes Band von eben der Farbe tragen, auf dem die Devise der Republik: „Viva la confederacion Argentina – meuran los salvajes; asquerosos immundus Unitaries!“ 1mit schwarzen Buchstaben gedruckt stand. Diese Devise fand sich überall; kein Document wurde ausgestellt, auf dem sie nicht den Anfang machte, kein Paß ohne sie visirt, keine Zeitungsannonce fast ohne sie eingerückt, so daß sie in jedem Blatt unzählige Male vorkam. Auf den Aushängeschildern fand man sie, selbst über dem Theater, und überhaupt an jedem Ort wo ein öffentlicher Anschlag, eine öffentliche Anzeige oder Überschrift angeschlagen, gemalt oder geschrieben war. Sogar der Nachtwächter rief sie Nachts in den Straßen, auf jeder Briefadresse mußte sie stehen.
Gouverneur Rosas schien gerade der Mann zu sein, das kräftige, wilde und auch wohl blutdürstige Volk der Gauchos - selber ein Gaucho aus ihrer Mitte, mit allen Tugenden und Lastern - im Zaum zu halten. Er hatte steh als Gouverneur der Republik, trotz allen Intriguen und offenen Angriffen der Gegner, bis jetzt zu behaupten gewuß, er hatte die Indianer schon mehrmals gezüchtigt und in ihre Grenzen zurückgetrieben, und dem Land wie dessen Verkehr mehr Sicherheit gegeben, als es je früher, so viel ich darüber hören konnte, gehabt. Dabei war endlich, nach langem Streit, ein sechsmonatlicher Waffenstillstand mit Montevideo geschlossen, der wohl, wie man hier hoffte und wünschte, in einem gütigen Ausgleich endigen würde. 2Das Letzte /30/ wäre dann gehoben gewesen, was dem Lande seine bis jetzt überdies schon so spärlichen Bewohner so gänzlich entzog, daß an manchen Stellen die Estancias von ihren Insassen total entblößt wurden, daß die Gebäude zerfielen und das Vieh sich in alle Welt zerstreute. Wenn dann noch eine tüchtige Einwanderung (die schon jetzt von den benachbarten Staaten, besonders von Rio Grande und Montevideo, begonnen hat) den Eingeborenen zu Hülfe kommt, so kann und muß sich das Land in seinen Erzeugnissen von Jahr zu Jahr bessern, und man darf ihm wohl eine glückliche Zukunft vorherkünden.
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