Das Wort Esoterik leitet sich aus dem Griechischen ab, wo man es in etwa mit „innerlich“ oder auch „dem Inneren zugehörig“ übersetzen kann. Es geht also um etwas, dass der Mensch in seinem Inneren finden kann bzw. welches zum eigenen Inneren gehört. Gleichzeitig ist es aber auch etwas, was „im Inneren“ vollzogen wird, sodass man hier auch sagen kann, dass es etwas Verborgenes, etwas Geheimes ist. So wurde mit der Zeit das griechische Wort „esōterikós“ dahingehend verändert, dass es um eine Philosophie geht, die nur einem besonderen Kreis an Menschen zur Verfügung steht. Wenn man so will, einem „inneren Kreis“; einem „inneren Zirkel“.
Im Gegensatz hierzu steht die Exoterik, was man in diesem Fall auch einfach mit der Profanität des Alltags übersetzen kann, da sich das Wort auf das „äußerliche“ bzw. „dem Außen zugehörig“ bezieht. Exoterisches Wissen ist in diesem Fall das allgemeine Wissen, welches man überall aufschnappen kann. Esoterisches Wissen ist das Gegenteil, ein Wissen also, welches man nur in seinem Inneren generieren kann. Und genau hier ist der Knackpunkt zu finden, der sich in der heutigen Zeit manifestiert hat. Das Wissen, welches in der heutigen „esoterischen Szene“ verbreitet wird, ist meist nur exoterisch. Es ist nachgeplappertes Wissen, als ob man ein Tonband bespricht und sich dann freut, dass das Tonband die Informationen wiedergibt, die man gerade aufgesprochen hat. Wenn man hier wenigstens einen Papagei nehmen würde, könnte man die Hoffnung haben, dass der Papagei etwas Eigenes hinzudichtet, sodass die Information eben nicht 1 zu 1 aus dem Ego des Menschen stammt. Doch leider gibt es in diesem Fall mehr Interesse an Tonbändern, als an Papageien.
Die aktuelle esoterische Szene ist ganz weit weg von einem „inneren Wirken“. Es geht um die Forcierung des Egos, es geht darum, viel Geld zu verdienen und dass das Business das höchste Gut auf Erden ist und dass man sich gefälligst erfreuen soll, wenn man hilfesuchenden Menschen das Geld aus der Tasche zieht. Ein Seminar jagt das andere, die eigenen Egos werden mehr und mehr gepuscht und das Innere wird vergessen, da man ja irgendjemanden finden kann, der einem schon sagen wird, was wahr und was falsch ist. Dass man selbst mal prüft, ob das nachgeplapperte Wissen auch Hand und Fuß hat, würde Arbeit bedeutet und arbeiten will man nicht, da man doch so esoterisch ist. So ist das Wort, welches die Arbeit im Inneren beschreibt (Esoterik) heutzutage eine Farce geworden, eine Verballhornung, die das eigene Ego, den Erfolg, die Selbstbeweihräucherung, das Verkaufen der Seele, des Selbst und das abwiegeln der Selbsterkenntnis und der Selbstverantwortung forciert. Die Esoterik ist ein Geschäftsmodell geworden, um mehr Geld, mehr Ego und mehr Sinnlosigkeit anzuhäufen. Die Esoterik ist mittlerweile das Instrument des Selbstverrates geworden, mit dem man minutengenau seine Dienstleistung vollkommen überteuert abrechnet, um sich dann dem Mammon und dem System zu ergeben, welches von Außen an den eigenen Marionettenfäden zieht, sodass man ein Spielball einer Macht wird, die die Versklavung des Selbst, des Geistes und der kosmischen Evolution forciert, um willenlose Arbeitskräfte, Odalisken, Knechte und Sklaven zu haben.
Jeder Funke eines autarken und selbstbestimmten, individuellen Ichs, welches sich zu einem wahren, höheren Selbst aufschwingen kann, wird durch Propaganda, Falschinformationen, Raff- und Genusssucht, Habgier und Neid, Trägheit und Völlerei sowie Feigheit und Rückgratlosigkeit zerbrochen. Genau DAS ist die aktuelle Esoterik. Ein Konstrukt der Kontrolle, des Missbrauchs, der Falschinformationen, der Manipulation, der Lügen und der Versklavung. Und genau hier, wird die angebliche Lichtarbeit auf das Höchste gelobt, ohne zu verstehen, was das Licht alles ist und was die Lichtarbeit impliziert. Die Vokabel „Esoterik“ ist von der „Arbeit im Inneren“, von der „inneren Erkenntnis“, von der „Geheimlehre“ und dem „höheren Verständnis der Selbstvergöttlichung“ zu einem Begriff mutiert, das eine Scheinheiligkeit, eine Spinnerei, eine Fantasterei und eine Selbstdarstellung in seiner gesamten hässlichen Perversion verwendet, sodass die Ergänzung „esoterisch“ auch als „dumm“, „verwirrt“, „unverständlich“ oder einfach nur als „fehlgeleitet“ verwendet wird. Lapidar kann man sagen, dass die Esoterik, wie auch die Exoterik, etwas ist, was man mit seinem Tagesbewusstsein erleben und forcieren kann. Man kann in seine Gedankenwelt bewusst eindringen, um etwas im eigenen Inneren zu erkennen und zu reflektieren, man kann aber auch ins Außen gehen, um inneres Wissen zu leben.
Und die Bezeichnung bzw. die Vokabel „Spiritualität“? Nun, wie der Name vermuten lässt, bezieht sich das Wort „Spiritualität“ auf den lateinischen Begriff „Spiritus“, was man mit „Geist“, „Hauch“ aber auch mit „Seele“ oder „Psyche“ übersetzen kann. Es geht hier also um eine Geistigkeit, um ein geistliches Agieren, wenn man so will, auch um ein religiöses Handeln, wobei man dann wieder berücksichtigen muss, dass sich das Wort „Religion“ vom lateinischen „Religio“ ableitet, was man mit „Sorgfalt“, „gewissenhaftes Agieren“ oder auch mit „sorgfältige Berücksichtigung“ übersetzen kann, sodass die Religion im weitesten Sinne dafür steht, dass man eine gewissenhafte Sorgfalt in der Betrachtung und im Studium von Vorzeichen und Vorschriften zeigt. So ist die Spiritualität ein Umstand, der sich auf eine Verehrung von geistigen und übersinnlichen „Dingen“ bezieht, die außerhalb und über der sichtbaren Welt existieren, und somit nur vom eigenen Geist wahrgenommen werden können. Vom eigenen Geist und vom eigenen, inneren und wahrhaftigen Kern, der mit den himmlischen bzw. kosmischen Wesen eine persönliche bzw. individuelle Verbindung eingehen kann. So geht es bei der Spiritualität also um etwas „Geistiges“, um etwas, dass man mit seinem Geist ausführt, der in diesem Kontext im Inneren, also im Esoterischen und auch im Außen, also im Exoterischen agieren kann.
Mit der Hilfe seines Geistes, seiner geistigen Essenzen und Anteile, kann man die Facetten, die Höhen und die Abgründe der eigenen Persönlichkeit, des eigenen Selbst erfahren – man agiert also in seinem Inneren, man agiert esoterisch –, und man kann auch ins Außen gehen, um die anderen Menschen energetisch zu erkennen, zu verstehen, sie zu bereisen und zu kontaktieren, was in diesem Fall auch für alle diskarnierten Entitäten gilt (Engel, Genien, Geister, Götter, Dschinns, Naturgeister etc.), mit denen man eine Verbindung aufbauen will. Die Spiritualität ist also das Anwenden der (wortwörtlichen) Eso- und Exoterik, um sich selbst zu vergöttlichen, sich zu evolutionieren, sich zu erkennen und geistig im Innen und im Außen zu arbeiten. So geht es mit der Hilfe der Spiritualität darum, eine Transzendenz zu erlangen, etwas, was hinter / über der Eso- und der Exoterik existiert, etwas, das sich dem normalen Tagesbewusstsein entzieht und sich auf die höheren energetischen Anteile bezieht, welche zum eigenen Kollektiv des Sein gehören. So gehört ein aktives Arbeiten im Diesseits und im Jenseits zur Spiritualität, wobei man das Diesseits in Esoterik, Exoterik und energetisches Agieren erweitern kann. In der Spiritualität wird eine kosmische Ordnung und energetisch Vielfalt von vielen Welten, Ebenen, Existenzen und Leveln erkannt, verstanden und akzeptiert, sodass man zu einer transzendenten Wirklichkeit gelangt, die die verschiedenen Bereiche aktiv verknüpfen kann. Hierdurch kann man eine bewusste Hinwendung und aktive Praktizierung steuern, sodass man sein Leben im esoterischen und im exoterischen Sinne erkennen, verstehen, harmonisieren und meistern kann.
Und die Magie? Wenn man sich nun einmal das Wort „Magie“ anschaut, findet man Verweise, dass „Magie“ vom griechischen Wort „mageía“ abstammt, das in der Übersetzung „Zauberei“, „Gaukelei“ oder „Blendwerk“ bedeutet. Gleichzeitig findet man auch Quellen, die belegen, dass das Wort „Magie“ sich vom altpersischen „Magusch“ ableitet, was eine Bezeichnung der medischen bzw. persischen Priester war. Wenn man so will, kann man die Magie als eine aktive Arbeitsmethode sehen, die die Spiritualität in allen Lebenslagen anwenden kann, um hier gezielte und gewollte Veränderungen in den verschiedenen Ebenen zu bewirken. Dadurch, dass die Magie den Begriff der „Spiritualität“ absorbiert und der Begriff Spiritualität die beiden Apperzeptionen „Eso- und Exoterik“ assimiliert, ist die Magie also die praktische Anwendung eines inneren und äußeren Wissens (Eso- und Exoterik), sowie die Anwendung einer Transzendenz, um auf oder mit anderen Ebenen, Existenzen, Leveln, Sphären und Existenzen zu agieren.
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