Sean Schnipowitz - Beim ersten Jucken

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Beim ersten Jucken: краткое содержание, описание и аннотация

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'Beim ersten Jucken' handelt von der Geschichte eines erzählenden Muttermals, welches ungeschützt auf der Stirn Gorbatschows zur Welt kommt und sogleich die harten Seiten des Lebens kennenlernt, indem es vom dort ansässigen Feuermal vertrieben wird und dabei das Ende des kalten Krieges sicherstellt. Nach und nach erforscht es die Welt, schlägt Wurzeln und lauscht den Gedanken seines ersten Wirts, bis es, wie der Titel verrät, dem Jucken anheim fällt und weiterziehen muss. Es lernt auf seiner Reise durch die Welt verschiedenste Wirte und ihre Geschichten kennen: Von Tollos (Mooshammers) selbstmordgefährdeter Hündin Düsi bis zum Radiomoderator Damien (Domian) bleibt ihm nichts erspart, bis es zuletzt auch noch zwischen himmlische Fronten gerät und miterleben muss, wie Mutter Bojaxhius (Theresa) Seligsprechung durch die Aussage eines teuflischen Advokaten für einen Moment ins Wanken gerät. Reisen Sie mit!

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Es begann also und das auch noch denkbar unspektakulär, denn ich konnte zuerst rein gar nichts hören. Was mir jedoch sofort auffiel war, dass von dem Moment an, als ich mein Sensorium auf Michel einzustellen versuchte, jegliche Geräuschwahrnehmung der Außenwelt verstummte. Es herrschte absolute Stille, kein sanftes Rauschen des Windes mehr, kein Murmeln der Haupthaare hinter mir und, zu meinem Entzücken, kein Laut von Napoleon. Ich konnte das Glück der Ruhe für den Moment kaum fassen. Aber da war doch etwas. Ein leises Pochen, das zwar immer wieder verstummte, jedoch auch beständig wiederkehrte. Ich fasste mir ein Herz und trieb eine meiner Wurzeln etwas tiefer. Das Pochen wurde lauter und vermischte sich zusehends mit anderen Geräuschen. Es rasselte, mahlte, blubberte, quiekte, hämmerte, rauschte, lispelte, grunzte, gurgelte, blökte, schmatzte und brabbelte. All das schwoll zu einer wahrlich einschüchternden Kakophonie an, bis ich endlich begriff, was sich hier abspielte. Die Geräusche mussten von all den kleinen Wesen stammen, die in sämtlichen Erscheinungsformen rund um mich emsig zugange waren. Sie zogen in Heerscharen vorüber, formten Gebilde, schossen durch Kanäle, rissen Gänge ein, türmten sich zu Zäpfchen auf und griffen mutwillig andere Bewohner an. Ich drang mit meiner Wahrnehmung immer tiefer in die Innenarchitektur vor, bestaunte organische Paläste, gigantische Tunnels und war von der Hektik des allgemeinen Treibens völlig fasziniert, als mich plötzlich innerlich die Stimme Napoleons ermahnte, nicht zu viel Zeit zu verschwenden und an das Zeitfenster zu denken. Ich begann, die eben gebohrte Wurzel ein wenig tiefer zu treiben. Die Geräuschkulisse nahm immer mehr ab, je tiefer ich kam. ‚Sie trägt wieder einmal das pastellblaue Kostüm, das ich ihr einst zu unserem Hochzeitstag geschenkt habe, Matrjoschka, mein Herz...‘. Was war DAS? Ich war von der Lautstärke und Klarheit, mit der dieser Satz gerade durch den Raum gehallt war, wie vom Donner gerührt. War dies etwa der Beginn von Ebene zwei? Einen Moment lang dachte in an Umkehr. Nach einem Augenblick des Zwiespalts wagte ich mich jedoch ein wenig weiter voran. ‚Du wirst stolz sein. Trotz all der Ablehnung und dem Wiederstand aus den eigenen Reihen haben wir das richtige für unser Land getan. Oh, was wirst du stolz sein, mein Herz!‘ Das mussten zweifelsfrei die Gedanken Michels sein, ich hatte also tatsächlich die nächste Ebene erreicht! Im nächsten Moment traf mich mit derber Wucht ein Sirren, das in seiner Lautstärke mit nichts vergleichbar war, was ich je zuvor vernommen hatte und mir war, als würde ich davon langsam in Stücke gerissen. Als ich das Gefühl beinahe nicht mehr ertragen konnte und meine Wurzel schon zurückziehen wollte, ließ das Sirren etwas nach und der Sturm setzte ein. Zuerst waren es einzelne Bilder, die durch das Sirren huschten, Fragmente aller Art, eine wirre Aneinanderreihung gespeicherter Erinnerungen, die mit einer höllischen Geschwindigkeit an mir vorüberrauschten. Dieser Orkan an Bildern wurde immer dichter, sodass ich kurzfristig befürchtete, komplett die Kontrolle über meinen Körper zu verlieren und dem Spektakel wie gelähmt zusehen zu müssen. Am Höhepunkt des Bildersturms begannen diese auch noch, die in ihnen gespeicherten Emotionen abzustrahlen, wodurch ich wechselseitig lachte, schrie und lauthals aufheulte, ein Spektakel von dem ich nur hoffen konnte, dass Napoleon es über mir nicht mit anhören musste. Als ich kurz davor war, meinen Verstand an den Nagel zu hängen, wurde der Sturm allmählich ruhiger und entspannte sich schließlich zu einem Lüftchen, das die nunmehr perlschnurartig aufgereihten Erinnerungen sanft vor meinem geistigen Auge vorüberziehen ließ. Nachdem ich mich wieder ein wenig gefasst hatte, erblickte ich weit vorne die allerersten Erinnerungen Michels. Das Ertasten von Gegenständen, die Emotionen der Gesichter, die seine ersten Worte vernahmen und das erste Erkennen seines Spiegelbilds. Dahinter reihten sich Bilder seiner Kindheit, Freundschaften wurden geschlossen, zerbrachen oder hielten stand. Pulsierende Erinnerungen an die Jugend, den ersten Kuss und das kritisch beäugte Wachsen von Haaren an Stellen, wo es vorher keine gegeben hatte. Literatur. Studium. Die ersten Schritte auf der politischen Bühne. Schließlich das Entstehen von Rückzugsfeldern, die zuvor noch üppig von Haaren bestanden gewesen waren. Für einen Augenblick war ich mir sogar sicher, Napoleon auf Plattform eins erkannt zu haben. Zuletzt glaubte ich tatsächlich, den bitteren Geschmack von Vergänglichkeit wahrzunehmen, verbunden mit der elementaren Angst, einst der Bedeutungslosigkeit anheim zu fallen. Ich war im Begriff zu verstehen, was es mit dem menschlichen Wort Sterblichkeit auf sich hatte, was es bedeutet, Mensch zu sein. ‚Dieses Frühstück ist wirklich nicht übel, die Amerikaner wissen zu leben. Ob ich es ihr gleich erzählen soll, oder sie damit lieber nach dem Pressetermin überrasche?‘ Der Satz ließ mich aus meiner tiefen Kontemplation hochfahren und brachte mich zurück ins hier und jetzt. Doch ich war unentschlossen, ob ich den nächsten Schritt wirklich wagen sollte. Was, wenn alles schieflief und ich Michel in den Wahnsinn stürzen würde? Was hätte das für Auswirkungen auf mich? Ich wollte mir gar nicht erst vorstellen, was die Kameraden auf Plattform eins mit mir anstellen würden, wenn ich in dem Punkt versagen würde! Und was hätte es für Auswirkungen für die Welt dort draußen? Ich wurde das dumpfe Gefühl nicht los, dass mein Wirt eine wichtige Rolle in ihr spielte, von der ich allerdings noch so gut wie nichts verstand. Und wie hätte ich wissen sollen, auf welche Weise ich Michel beeinflussen sollte? Napoleon hatte mir das Ziel der Zentrale zwar unmissverständlich eingebläut, doch wie ich dieses Ziel erreichen sollte, war mir völlig unklar und fühlte ich mich tatsächlich im Stande, Michel zu meiner Marionette zu machen? War das Vorhaben nicht eine Nummer zu groß für mich? Nein, ich musste zuerst mehr über ihn und die Umstände erfahren, bevor ich irgendwelche Aktionen in Angriff nahm, Zeitfenster hin oder her. Während ich so vor mich hin grübelte, glitt die Perlenschnur der Erinnerungen weiterhin sanft an mir vorüber und ich begann intuitiv nach Bildern zu suchen, die besonders stark emotional strahlten. Diese waren leicht zu erkennen, denn sie waren im Vergleich zu den übrigen in intensivere Farben als die anderen getaucht, die von den Rändern her in den Raum waberten und die Emotionen somit stimmungsecht untermalten. Plötzlich erkannte ich weit hinten ein Bild, welches dermaßen schwarz pulsierte, dass es die Bilder um sich herum beinahe verschluckte. Ich konzentrierte meine Gedanken darauf, wodurch sich die Kette mit einem mächtigen Ruck in Bewegung setzte und die Erinnerung direkt vor mir zu stehen kam. Vorsichtig näherte ich mich dem schwarzen Pulsieren. Als ich hineinblickte, starb in mir die letzte Hoffnung je die richtige Entscheidung für eine Beeinflussung treffen zu können. Ich starrte zuerst in haltloses Schwarz. Plötzlich wich die Dunkelheit ein wenig zur Seite und ich erkannte ausgemergelte menschliche Körper, elfenbeinblau, die, zu Pyramiden gefroren, stapelweise Eisenzäune säumten; ich sah, wie Heerscharen von Menschen, in grelles Licht getaucht, einfach zu Asche zerfielen; wie unstillbares Feuer vom Himmel regnete und dabei die Erdoberfläche einer Stadt in die der Sonne verwandelte. Ich sah in die Gesichter uniformierter Jungen, die soeben zum ersten Mal ein Leben genommen hatten und hilflos auf ihre Hände starrten und ich sah ihre Mütter, die wenig später gleichsam hilflos um sie weinten. In was ich sah, war das Gesicht des Krieges. ‚Meine Güte, dieses braune Zeug werde ich nie wieder von der Hose bekommen; dass ich aber auch immer so schlingen muss, ???????! Und das direkt vor dem Pressetermin! Sie hat recht, mein peinliches Verhalten zu kritisieren; und wie sie mich ansieht! Dieses stolze Lächeln, ach Matrjoschka, verzeih einem alten Narren‘. Ich rang schnappartig nach Luft. Völlig zu Recht hatte sich noch nie zuvor ein Muttermal zum Projekt ‚Verirrter Mann‘ überreden lassen, die Haare mussten völlig übergeschnappt sein! Auch wenn der momentane Krieg kalt war, wie Michel es bezeichnete, so musste er dennoch endgültig aufhören und Michel war wichtiger Teil davon, dies in die Wege zu leiten. Kurz bevor der Satz von eben durch den Raum gehallt war, hatte ich gespürt, wie er sich wenige Zentimeter unterhalb von mir wie aus dem Nichts gebildet hatte. Und wie er mit dutzenden anderer Gedanken scheinbar um die Reihenfolge seiner Freilassung gefochten hatte. Ich begann zu begreifen, wie minutiös und sensibel dieser Apparat, auf dem ich so unbedarft saß, gehandhabt werden musste, um den Wirt nicht zu einem brabbelnden Klumpen sinnlos angehäufter Materie zu machen. Keine fünfzig Pferde würden mich zum Eindringen in Ebene drei bewegen können und ich beschloss, mich stattdessen der Bestrafung der Zentrale zu stellen, komme was wolle! Plötzlich verspürte ich ein unangenehmes Kratzen an meiner Innenseite, ein Zeichen dafür, dass Napoleon offenbar in Aufregung geraten war. Mit einem letzten ängstlichen Blick auf die schwarze Erinnerung zog ich meine Wurzeln zurück und erreichte schließlich wieder Plattform eins, auf der Napoleon bereits sichtlich unruhig auf meine Rückkehr gewartet hatte. „Kamerad, das ging gerade noch einmal gut! Was sind sie nur für ein raffinierter Vertreter ihrer Art, es ist mir wahrlich eine Freude sie kennen zu dürfen!“ Er entnahm meinem etwas verwirrten Blick, dass ich das eben Passierte noch nicht im vollen Ausmaß realisiert hatte. „Haben sie denn nicht mitbekommen, dass Michel sich das Erdnussbutterbrot auf die Hose hat fallen lassen! Äußerst raffiniert, Kamerad, für wahr, äußerst raffiniert und darüber hinaus auch noch hinreichend subtil! Die Verwirrung, die dadurch entstanden ist, hat ausgereicht um die Ankündigung des Angebots zu verhindern! Das wird uns hinreichend Zeit verschaffen, denn die Zentrale wird denken, dass sie es waren, der dies vollbracht hat!“ Hatte ich Napoleon eben richtig verstanden? Wusste er etwa von meinem Kneifen? Ich wollte gerade zu einer Erklärung ansetzen, als er mir wieder einmal ins Wort fiel. „Sie brauchen nichts zu sagen, Kamerad! Sehen sie, ich habe mir erlaubt, zu Beginn ihres Abenteuers meine Haarwurzel zu erneuern und ausreichend Talg zu sammeln, um mich aus ihrer ungewollten Umklammerung zu lösen. Denn ich stehe zu meinem Wort, Kamerad! Dabei ist allerdings etwas Unvorhergesehenes passiert.“ Er hielt kurz inne und grübelte derart angestrengt, als müsste er die folgenden Worte erst erfinden. „Nun, meine Wurzeln haben sich in dem Moment mit den ihren auf eine mir unerklärbare Art und Weise verbunden und ich habe alles miterlebt. Restlos alles!“ Ich war sprachlos und er blickte mich düster an. „Ich hätte niemals geahnt, wie falsch wir all die Jahre lagen, Kamerad. Ein Segen, dass sie mehr Verstand besitzen als ich es tue und dass uns das Glück gerade hold war.“ Mit diesen Worten zog er heftig an seiner Wurzel, indem er seinen Körper zu einem Bogen spannte, seinen Kopf als Bodenverankerung benutzte und damit einen Hebel formte. Als er sich mit einem Schmatzen befreit hatte, setzte er seine Wurzel neben mir ab, vergrub sie eilig und richtete sich wieder zu seiner vollen Größe auf. „Sie sind nun ein freies Mal, Kamerad, und wir sollten keine Zeit verschwenden, uns zu beratschlagen, denn die Beobachter haben der Zentrale sicher schon von unserem Teilerfolg berichtet. Sie werden sie feiern wollen und schließlich alles in ihrer Macht stehende tun, um sie zu einem weiteren Einsatz zu zwingen. Ich mahne zur Eile!“ Was folgte, war Napoleons detaillierter Plan für meine Flucht.

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