Hannelore Rose - Russisches Konfekt
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Die autobiografische Erzählung beginnt mit der Kindheit in Jüterbog/ Altes Lager in unmittelbarer Nähe des Standortes eines sowjetischen Jagdfliegerregimentes.
Die Erzählung ist eine Retrospektive in traumatische Erlebnisse und in die Besonderheiten des Lebens in der sowjetisch besetzten DDR. Die persönliche Lebens- und Familiengeschichte ist auch die Geschichte einer ganzen Generation. Die Bilder der Gesellschaft sind ausdrucksstark, facettenreich und eine Anregung zum Mitfühlen und Nachdenken.
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Im Haus der Offiziere gab es zudem noch eine Bibliothek, einen großen Kinosaal mit sehr, sehr vielen Räumen hinter der Bühne, einen Ballettsaal mit wunderschönem Parkett und viele unterschiedliche Besprechungsräume. Mindestens zehn an der Zahl. So zum Beispiel einen mittelgroßen Raum mit Marmor-Kamin, mit verschiedenen Tischchen mit Schachbrettmuster, alles feinste Handwerkerarbeit, sowie einen riesigen Mittelsaal mit einer Galerie aus bunten Fenstern. Die Räume waren zum Teil mit Parkett aus unterschiedlichsten Holzarten verlegt worden. Viele Handwerker hatten hier in den dreißiger Jahren Qualitätsarbeit abgeliefert. Es gab Konferenzräume zum Beispiel mit einem Flügel, tollen Gemälden und fantastischen Teppichen. In jedem Raum hing der passende Kronleuchter. Selbst wenn das russische Militär schon vieles runtergewirtschaftet hatte, war doch der alte Glanz noch da und die Inneneinrichtungen waren zum allergrößten Teil in Ordnung und recht gut erhalten.
1972 erfuhren die DDR-Bürger über die westlichen Sender, dass in der Sowjetunion in einer bestimmten Region Bergarbeiter noch nicht einmal Seife zum Waschen oder Duschen hatten. Dies ging mir ewig nicht aus dem Sinn. Immer wenn ich Werbung von Lux- Seife oder Duschbad im Fernsehen sah, dachte ich an die schlimmen Zustände dieser Arbeiter. Wie gern hätte ich einen großen Karton mit Seife dorthin geschickt. Es wäre ja auch nicht so problematisch gewesen diesen Leuten zu helfen, aber im eigenen Land wurden derartige Missstände einfach totgeschwiegen, man erfuhr sie über das westliche Fernsehen. Die DDR-Bürger hatten vielfach die Angewohnheit, Seifenreste in extra dafür vorgesehenen Nylonnetzen (etwas größer als eine Seife) zu sammeln,
um zu sparen bzw. den verbleibenden Rest des Seifenstückes noch gut zu nutzen.
Im Dezember 1979 brach der Afghanistan- Krieg aus. In Jüterbog und Altes Lager war die Lage für die sowjetischen Offiziere und Soldaten dramatisch. Zu Beginn des Monats Dezember kam gegen 20.00 Uhr der Befehl zum Aufbruch. Die Truppe musste vom Abendbrot aufstehen und die Gewehre greifen. Alles binnen weniger Minuten. Vor der Tür standen die LKWs. Sie fuhren auf den Flugplatz. Mit großen Transportmaschinen wurden Offiziere und Soldaten direkt nach Kabul geflogen. Für die Offiziersfrauen und die Kinder ein Schock. In Altes Lager wurde erzählt, dass noch tagelang die Teller mit Essensresten auf den Tischen standen. Auch viele Offiziersfrauen mussten in wenigen Minuten ihre Sachen packen. Es waren Ärztinnen, technische Sachverständige, Flugzeugmaschinistinnen. Es gab einige sehr begabte und gut ausgebildete Frauen in dieser Armee. Sie wurden von einer Minute zur anderen aus einem halbwegs geordneten Leben gerissen. Mussten in einen Krieg. Zudem wussten sie genau, dass sie dort eine andere Zivilisation erwartete. Vom Mittelalter wurde gesprochen. Frauen trugen einen Schleier, wurden unterdrückt und hatten wahrlich kein gutes Leben. Dieser Krieg beschädigte das Ansehen der Sowjets schwer. Afghanistan wurde zu ‚Moskaus Vietnam‘.
Reparationen und Versorgung
Nach den politischen Absprachen zwischen der Regierung Kohl und den Alliierten sollte das gesamte russische Militär im Kalenderjahr 1994 abgezogen sein. In jener Zeit kauften sich die ehemaligen DDR-Bürger neue Möbel, Autos, und wer konnte, reiste in die Welt. Sperrmüll, in jener Zeit erstaunlich viele Sessel und Sofas, wurden an der Straße abgestellt. Man konnte beobachten, dass viele sowjetische LKWs diese Sachen einluden, um sie mit auf den Transport in die Heimat zu nehmen. Nicht selten sah man die russischen Frauen „ihre“ Soldaten dirigieren, die Möbel möglichst behutsam auf die LKWs zu laden. So gelangte viel Mobiliar in die Wohnzimmer russischer Offiziere und Angestellter. Fast täglich fuhren Güterzüge in die ehemalige Sowjetunion.
Bedauerlicherweise war der Abzug des sowjetischen Militärs mit unschönen Begleiterscheinungen verbunden. Sie montierten alles ab, was möglich war. So wurden nicht nur sämtliche Armaturen, Türklinken, Fensterrahmen und Sanitärkeramik abgebaut, nein, es wurden sogar die Fenster inklusive Rahmen herausgerissen und mitgenommen. Die Bauten waren regelrecht entkernt.
Die DDR hatte viele Neubauten für die sowjetische Armee finanziert. Nicht selten durch den Volkseigenen Betrieb Spezialbau bezugsfertig bauen lassen. Wir waren erstaunt, welche ordentlichen und neuen Bauten immer wieder finanziert wurden. Da permanenter Wohnungsmangel herrschte und quasi die gesamte Wirtschaft eine Mangelverwaltung war, hatte sich unser Staat mit diesen Maßnahmen übernommen. Schließlich wurde die Versorgung des Militärs komplett von der Volkswirtschaft getragen. Da die DDR auch die Reparationen nach dem Zweiten Weltkrieg bezahlte verwundert es nicht, dass wir wirtschaftlich regelrecht daran kaputt gingen. Das gesamte Dilemma war absehbar. Schätzungsweise eine Million russischer Menschen, Soldaten, Offiziere, Generäle, deren Angehörige und sonstige Personale, waren in diesem kleinen Land stationiert. Sie alle wurden von uns versorgt, beschenkt und vor ihrer Ausreise wiederum versorgt und beschenkt. Zudem wurde der Unterhalt des gesamten militärischen Apparates der Russen komplett getragen. Dies geschah über vier Jahrzehnte.
In den vier Jahren von 1990 bis 1994 bevor das Militär abzog, waren sowjetische Autos heiß begehrt. Die Offiziere wollten unbedingt einen Lada, Wolga oder sonstige Fahrzeuge in ihre Heimat mitnehmen. Wegen der Ersatzteilfrage waren die sowjetischen Modelle der Renner. Ich wohnte längst in Potsdam und da ich damals den Lada meines Mannes fuhr, der zu diesem Zeitpunkt mit drei anderen Herren eine GmbH gegründet hatte und einen BMW fuhr, wurde ich ständig in der Stadt angesprochen, ob ich denn das Auto nicht bitte verkaufen möchte. Permanent rannte mir ein Russe hinterher und jeden Tag hatte ich mehrere Zettel an der Windschutzscheibe. Es waren die Namen und Telefonnummern der potentiellen Käufer. Eine sehr aufregende und hektische Zeit.
War ein russischer Offizier drei Jahre in der DDR stationiert und konnte seinen Aufenthalt nicht verlängern (dies wollten alle…), dann musste er mit seinem Hab und Gut wieder zurück. Die Soldaten waren gehalten, ihm meist zwei große Holzcontainer mit den gigantischen Maßen von mindestens zehn Meter Länge, acht Meter Höhe und Breite zu bauen, die dann auf einen Güterzug verladen wurden. Ein Offizier hatte immer seine Ehefrau bei sich und oftmals auch seine schulpflichtigen Kinder. Es gab russische Schulen im Militärgebiet der DDR. Unserer Besatzungsmacht durfte es an NICHTS fehlen. Insofern waren dreijährige Abordnungen immer extrem beliebt, da sich die Leute damit sanierten.
Jeder Offizier oder General hatte ein Kontingent und konnte folgende Sachen erwerben: Möbel, einen Kühlschrank, gute Teppiche und handgewebte Brücken, gutes Bleikristall, Porzellan und teure Stoffe, Samt, sonstige Textilien und weiteren Luxus. Man hatte eigens für diese Bedürfnisse Magazinkontore eingerichtet. Sie wurden unter dem Namen Spezialhandel verwaltet. Meine Mutter arbeitete in so einem Kontor, die ein sogenanntes Musterzimmer hatten. In diesen Raum, in dem alle erhältlichen Waren ausgestellt und aufwändig dekoriert waren, kamen die Leiterinnen der Magazine, die überall dort zu finden waren, wo das sowjetische Militär stationiert war. Die Leiterinnen kauften für ihr Magazin die Waren ein. Alle Sachen wurden auf die LKWs geladen und dann fuhren sie mit den Einkäufen zu ihrem Standort. Diese Kontore waren auch der deutschen Bevölkerung zugänglich. Das hatte sich im Laufe der Jahre so eingespielt. Es gab dort nicht nur Textilien, sondern auch Lebensmittel. Zum Beispiel Äpfel, Ölsardinen, Zucker und Brot, sowie Kuchen und Torten.
Und es gab russisches Konfekt.
Vor dem Packen des Containers ging der Offizier hier einkaufen. Das Magazinkontor in Forst Zinna, das fast Dreiviertel des heutigen Landes Brandenburg versorgte, bestand aus zwei riesigen Getreidesilos. Zwei sehr große Bauten ausgerüstet mit Laderampen und Lastenaufzügen. In drei Etagen sah man alle Waren bis zur Decke gestapelt. Im ersten Silo befanden sich in der unteren Etage das Teppichlager, Kühlschränke, Kühltruhen, Kristall, Töpfe und Porzellan. In der zweiten Etage gab es Damen- und Herren sowie Kinderkonfektion. Zudem Bettwäsche, Handtücher, Pelzmäntel und Unmengen an Stoffsorten. Ballen mit Stoffen, die man so wunderschön nie in einem ostdeutschen Geschäft gesehen hatte. Desweiteren noch Importwaren. Diese kamen meist aus Jugoslawien und Italien. Es waren herrliche Textilien aus echter Wolle. Viele Erzeugnisse waren zudem von Hand gearbeitet. In der dritten Etage waren Schuhe, Haushaltstechnik, Babysachen und besondere Präsente aufbewahrt. Hier gab es Meißner Porzellanvasen, Porzellanteller und ganz besonderes Böhmisches Kristall, Kristallrömer, Kristallsektschalen, Eisschalen aus Bleikristall. Hatte ein General ein Jubiläum, oder eine Beförderung stand an, dann mussten die deutschen Lageristinnen und Lagerarbeiter ein derart besonderes Präsent zeigen. Es wurde über ein bestimmtes Magazin mit auf die Warenliste gesetzt und gesondert gekennzeichnet. Im zweiten Getreidesilo waren Möbel und Lebensmittel gestapelt. Alles was man sich nur vorstellen konnte gab es in der DDR. Viele Sorten Sekt, russischer Kaviar, Weine, Biere, Wurstwaren, Süßigkeiten, wenigstens vierzig Sorten russisches Konfekt und Konserven jeglicher Art. Es gab Gurken, Paprikaschoten und anderes, woran es bei uns gewöhnlich mangelte, für die Besatzungsmacht. Alles für die russische Besatzungsmacht. So war die Woche für die Lagerarbeiter geteilt in das Einlagern der eingekauften Waren in die vorhandenen Bestände und in Verkaufstage, an denen die russischen Verkäuferinnen mit einigen Soldaten, einem großen LKW und tausenden Wünschen im Musterzimmer einkauften. Diese Waren wurden dann auf Paletten zusammengestellt und zu dem jeweiligen LKW gebracht, der mit offener Plane an der Rampe wartete. Zwanzig bis dreißig Magazine wurden an einem einzigen Tag abgefertigt. Ich habe als Schülerin in den Ferien immer eine Volltagskraft, die Urlaub hatte oder krank war, ersetzt. Zudem musste ich meine Russischkenntnisse einsetzen. Den gesamten Tag russisch reden. Es war anstrengend. Auch körperlich war diese Arbeit schwer. Jeder Lagerarbeiter packte und schleppte. Alles war schwer. Da das Kontor in der Nähe der Bahnschienen war, kamen auch oft Waren im Güterwaggon, den die Lagerarbeiter dann ebenso auspacken mussten. Möbel, Spirituosen, Kühlschränke, Bierkästen. Als Hilfsmittel standen nur wenige Hubwagen zur Verfügung. Ein Knochenjob.
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