Heute wird das Kürzel NLP im wesentlichen für die stetig wachsende Sammlung von Interventionsmustern und Techniken zur Veränderung menschlichen Verhaltens und Erlebens gebraucht, deren Wurzeln sich bis in die anfängliche Arbeit der NLP– Begründer zurückverfolgen lassen.Neurolinguistisches Programmieren richtet seine Aufmerksamkeit auf das Nervensystem und auf die menschliche Sprache. Es zeigt wie durch Interaktion untereinander, die Menschen ihre inneren Realitäten schaffen. Sie gehen von der konstruktivistischen Sichtweise aus, dass jeder Mensch sich seine Realität schafft. Nervensystem menschliche Sprache –Interaktion- Individuelles Realitätskonstrukt.Dieser Interaktionsprozess findet in Form von sich wiederholenden Prozessen und Schleifen statt (ähnlich Warteschleife). Diese Prozesse sind immer ziel – und lösungsorientiert, aber nicht unbedingt absolut effektiv.
Neuro – Linguistisches – Programmieren
Neuro:Bezieht sich auf die neurologischen ( Nervensystem) und biochemischen Regelkreise in unserem KörperLinguistisch:Die NLP‘ler gehen davon aus, daß der Mensch ihr Modell der Welt durch die formen des Sprechens, Schreibens, und Lehrens kommunizieren. In diesem Sinne ist die Sprache die Repräsentation der eigenen Wirklichkeits - konstrultion.Programmieren:Die Komponente des Programmierens im NLP behandelt die wechselseitigen Beziehungen zwischen Neurologie und Sprache. Nervensystem und Sprache spiegeln und beeinflussen sich gegenseitig. Glaubenssätze des NLP (nach Thies Stahl)Menschen reagieren auf ihre Abbildung derRealität, nicht auf die Realität selbst. Geist und Körper sind Teile des gleichen kybernetischen Systems – sie beeinflussen sichgegenseitig. Die Bedeutung Deiner Kommunikation ist die Reaktion, die Du bekommst. requisite variety “) ist wichtig, denn es wird dasjenige Element in einem System das kontrollierende Element sein, das über die meiste Flexibilität verfügt. Daher ist Wahlfreiheit besser als keine Wahlfreiheit. Menschen funktionieren perfekt. Keiner ist „ nicht in Ordnung“, „hat einen Defekt“ oder „ist kaputt“! Menschen treffen immer die beste Wahl, die ihnen im jeweiligen Moment und mit den jeweils vorhandenen Informationen möglich ist. Hinter jedem Verhalten gibt es eine positive Absicht. Jedes Verhalten ist nützlich. Es gibt jeweils zumindest einen Kontext, in dem jedes Verhalten nützlich ist.Wenn ein Mensch lernen kann, etwas Bestimmtes zu tun, können es prinzipiell alle. Menschen verfügen schon über alle Ressourcen (Fähigkeiten, innerlich und im Verhalten nach außen), die sie brauchen, um die von ihnen angestrebten Veränderungen zu erreichen!Als professioneller Kommunikator habe ich die Pflicht und Verantwortung, dafür zu sorgen, daß sich mein Kommunikationspartner ( körperlich und geistig) in dem Zustand befindet, in dem er sein muß, damit er das, was ich von ihm verlange, auch tun kann.
Rapport: Beziehung zw. Klient und BeraterDer Rapport ist die Grundlage für die Veränderungsarbeit! Als Rapport bezeichnet man das intensive Aufeinander bezogen sein in der Beziehung.Ein guter Rapport ist daran zu erkennen, dass Menschen im Rapport dazu tendieren sich in Körperhaltung, Gestik und Augenkontakt einander anzugleichen. Förderung des Rapport:Die Förderung eines schnellen Rapport – Aufbaus geschieht durch Pacing.
„Pacing heißt, dem Kommunikationspartner den Eindruck zu vermitteln, wir nehmen die Umweltso wahr, wie er sie wahrnimmt.“ Pacing findet auf sehr vielen verschiedenen Kanälen statt, z.B.: Körperhaltung, Bewegung, Mimik und Gestik, Atemrhythmus, bevorzugte Wahrnehmungsebene, Augenbewegung, ...Techniken des Pacing:Angleichen der Stimme: z.B. Rhythmus, LautstärkeAngleichen des Atemmusters: Atmung und Stimmrythmus sind miteinander verflochten. Gemeinsamer Atemrythmus läßt Gefühl gemeinsamer Basis entstehen. Angleichen der Körperhaltung und Gestik: Übernahme der Sprachmuster und Repräsentationssysteme. Zusammenfassung als Rapportstrategie (Spiegeln in eigenen Worten)Elegante Unterbrechung:Neben dem Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung ist eine elegante Beziehungsunterbrechung zum Ende des Gesprächs genauso bedeutungsvoll.Eine elegante Unterbrechung des Rapports geschieht durch eine Zusammenfassung des bis dahin erreichten Ergebnisses sowie der bewussten Veränderung der Körperhaltung, des Atemrythmus oder der Distanz zum Gesprächspartner.
Leading bezeichnet das Führen von anderen Menschen . Führen heißt, den anderen mitzunehmen, bei dem was ich tue. Funktionierendes Pacing ist die Voraussetzung für einen Veränderungsprozeß. (Beispiel: Aufrichten des Oberkörpers)„ Nach Bandler und Grinder, (...), sind Spiegeln (Pacing) und Führen (Leading), das Grundmuster für beinahe alles, was psychologische Berater tun.“
Diagnostische Methoden Worauf achtet der Therapeut
Verbale und nonverbale Hinweise im Kommunikationsprozeß„ in zahlreichen Forschungsergebnissen konnte bewiesen werden, daß ganz spezifische (bewußte oder unbewußte) nonverbale Hinweise und Verhaltensweisen mit spezifischen Formenvon Gedankenprozessen einhergehen.“Zuordnungen durch NLP:Körperhaltung:Bei bevorzugtem visuellem Repräsentationssystem zeigen Menschen eher eine zurückgelehnte Körperhaltung (Oberkörper), der Kopf und die Schultern sind ebenfalls nach oben gerichtet.Bei Denkvorgängen mit auditiven Inhalten ist der Körper nach vorne gelehnt. Der Kopf wird mitunter zur Seite gelegt, die Schultern leicht nach oben gezogen. Verschränkte Arme können ebenfalls als nonverbales Zeichen für auditive Denkvorgänge gewertet werden. Bei kinästhetischen Prozessen ist die Körperhaltung mitunter dadurch gekennzeichnet, daß Kopf und Schultern nach unten gesenkt sind.Atmung, Mimik, Stimmqualität:Bei visuellen Prozessen ist die Atmung eher flach und hoch im Brustbereich. Die Augen werden mitunter zusammengekniffen. Die Stimme ist oft hoch mit einer schnellen Sprechgeschwindigkeit. Wenn auditive Sinnesmodalitäten bei Denkvorgängen benutzt werden, sind die Augenbrauen mitunter leicht zusammengezogen. Tonhöhe und Sprechtempo sind wechselnd. Eine Besonderheit zeigt sich bei derVerwendung der „ inneren Stimme. Das Kinn wird leicht nach oben gezogen und es entstehen minimale Bewegungen in Form eines kaum erkennbaren Zuckens.Gedankenprozesse im kinästhetischen Repräsentationssystem gehen mit einer tiefen Bauchatmung einher. Die Gesichtsmuskeln scheinen entspannt, die Stimme ist mit dem Rhythmus der Atmung verbunden, bei tiefer Stimme mit langsamer Sprechgeschwindigkeit.Gestik:Berührungen im Bereich der Augen, sowie Gesten in Höhe der Augen lassen auf Verwendung des visuellen Repräsentationssystems schließen.Bei auditiven Prozessen treten Zeigen auf dieOhren, Fingerdrehen im Ohrenbereich, Berührung des Mundes, der Lippen, des Barts oder der Wangen auf. In Verbindung mit der Verwendung kinästhetischer Modalitäten finden wir Berührungen des eigenen Körpers im Brust-, Herz-, und Bauchbereich.
Augenbewegungen:
V k V e
A k A e
K A d
V e = visuell erinnerter Zugang
V k = visuell konstruierter Zugang
A e = auditiv erinnerter Zugang
A k = auditiv konstruierter Zugang
K = kinästhetischer Zugang
A d = auditiver Zugang ( innerer Dia -/ Monolog)
Sprachmuster:Ein bevorzugter Ansatz bei neuro – linguistischen Analysen der Denkprozesse oder Fähigkeiten ist die Herausarbeitung bestimmter Sprachmuster. z.B.:Visuell: Vernebelt, aufpassen, sehen, einsehen, angaffen, zeigen,...Auditiv:Rufen, erzählen, erwidern, fragen, laut Kinästhetisch:Dick, rauh, arbeiten, glatt, bewegt, erleiden, fühlenWas und Wie der Therapeut fragt – NLP als zielorientiertes Verfahren. Um das zu bekommen was wir wollen, müssen wir wissen was wir wollen.Wenn wir nicht wissen wohin wir wollen, wird es schwierig dort anzukommen. Um Veränderungswünsche konsequent realisieren zu können, brauchen wir wohlgeformte Ziele. Das NLP bezeichnet solche Ziele als wohlgeformt, die eine starke Sogwirkung haben. Das NLP bietet für das Formulieren von Zielen eine Reihe von Regeln an, die dieWahrscheinlichkeit der Zielerreichung erhöhen.Kriterien der wohlgeformten Zielbestimmung:(1) Ziele selbst initiieren: Das Ziel muß im eigenen Einflußbereich stehen.
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