Norman Dark - China Blues

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Meilin ist ein echtes Zirkuskind. Als ihr Vater in der Manege tödlich verunglückt und sie auch bald darauf ihre Mutter verliert, nimmt sich ein Artistenpaar ihrer an. Schon bald hat sie nur ein Ziel – in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten und als erste Frau den dreifachen Salto am Trapez zu zeigen. Doch bis dahin gibt es viel Unruhe in ihrem jungen Leben, zumal auf dem Zirkus ein Fluch zu lasten scheint, sodass er alsbald in den Ruf eines Geister-Zirkus gerät.
Der in der Ich-Form geschriebene Roman berührt und bietet viel Spannung durch immer neue Wendungen.

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»Unsere māma hat für Meilins Eltern eine schöne Altarnische eingerichtet«, sagte Mimi, »leider darf außer Meilin nur Zuko dort etwas abstellen.«

»Ja, in beinahe jedem Haushalt gibt es eine kleine Altar-Ecke für die Ahnen. Dort werden Nahrungsmittel und Räucherstäbchen dargebracht, um ihrer zu gedenken«, berichtete Hong Hui, »und eigentlich bedarf es eines männlichen Nachfahren, um diese Handlungen vorzunehmen. Deshalb brauchst du nicht traurig zu sein, wenn das Zuko als euer Bruder vornimmt.«

Auch hier verschwieg die Tante wieder ein wichtiges Detail. Gab es nämlich keinen Sohn beziehungsweise Enkel oder kümmerte sich dieser nicht ordentlich um seine Vorfahren, versiegte der Nachschub ins Jenseits. Geister, die aus diesem Grunde hungrig blieben, verwandelten sich in übellaunige Gesellen, die fortan die Lebenden verfolgten.

»Können uns die bösen Geister an jedem Ort besuchen, also auch in unserem Wagen?“, wollte Zuko wissen.

»Da braucht ihr euch nicht zu ängstigen«, lachte Tante Hong Hui, »wie ihr wisst, haben Zirkuswagen kleine Treppen, und Dämonen können ihre Füße nicht anheben, deshalb müssen sie vor hohen Türschwellen umkehren. Und um die Ecke laufen können Geister auch nicht, deshalb gibt es eine parallele Mauer vor den Tempeln, die sogenannte „Geistermauer“, die ihnen den Zugang verwehrt.«

Ich meldete leise Bedenken an, ob die Geister wirklich so dumm sein sollten, aber letztendlich war es in dem Alter eine gewisse Beruhigung für mich.

»So ähnlich ist es mit den Zickzack-Brücken, die ihr vielleicht schon gesehen habt«, sprach āyí Hong Hui weiter. Und der rote Drache, das Symbol für unseren Zirkus, thront nicht umsonst auf jedem Zirkuswagen. Er schlägt alle Besucher aus dem Jenseits in die Flucht, denn die Farbe Rot wird von Geistern ganz besonders verabscheut.«

Nun, alle Geister war wohl etwas übertrieben, dachte ich, denn für meinen bàba stellte der rote Drache kein Hindernis dar, aber das behielt ich für mich. Dass mich meine māma noch nicht besucht hatte, bedauerte ich in dieser Zeit sehr. Vielleicht hing es mit ihrer Todesursache zusammen, vermutete ich, denn über die wahren Umstände schwiegen sich alle aus. So wusste ich lange nicht, ob māma ebenso durch einen Unfall ums Leben gekommen war wie bàba , oder ob sie an einer schlimmen Krankheit gestorben war, wie die māma der Zwillinge. Nein, sie war nicht bettlägerig gewesen und hatte auch kein Fieber gehabt, überlegte ich nächtelang. Es musste eine andere Krankheit gewesen sein, eine die niemandem auffiel. Mit meiner Einschätzung lag ich gar nicht so verkehrt, wie mir später bewusst wurde, denn Schwermut und Depressionen sind durchaus eine Krankheit, noch dazu eine, die für andere weitgehend unsichtbar bleibt.

Zum Glück ging Tante Hong Hui mit ihren Schilderungen über die Geisterwelt nicht allzu sehr ins Detail, sonst hätte ich wahrscheinlich Todesängste ausgestanden. So erfuhr ich erst viele Jahre später durch einen Autor, der schon 1928 behauptete, dass es ungefähr zwanzig verschiedene Arten von Geistern und Dämonen gäbe. Dazu kämen noch Hunderte von Untergruppen, die nicht immer ganz einfach voneinander zu unterscheiden seien.

In einem anderen Buch las ich, dass ein gewaltsames Ende oder ein offener Streit zum Todeszeitpunkt dazu führen können, dass ein Verstorbener mit dem Diesseits zwanghaft verbunden bleibt. Selbst ein charmanter, freundlicher Mensch könne unter diesen Umständen in einen Dämon verwandelt werden. Und er könne sich erst dann ins Jenseits zurückziehen, wenn er selbst ein lebendes Opfer auf dieselbe Art in den Tod getrieben habe. Nur dann fände er Ruhe. Deshalb vertraten auch einige Chinesen die Meinung, man müsse in ländlichen Gegenden als Unfallopfer länger auf Hilfe warten, weil da ein Dämon im Spiel sei, der sich ein neues Opfer suchen müsse. Aus ähnlichen Gründen seien auch Motorradhelme und Autogurte sehr unbeliebt, denn da der Benutzer mit einem Unfall rechne, würden diese Gegenstände die Geister auf den Plan rufen.

Ich dachte lange über diese Aussagen nach, denn schließlich hatte mein Vater ein gewaltsames Ende gefunden. Vielleicht konnte ich ihn deshalb noch lange Jahre sehen. Von einem offenen Streit war mir nichts bekannt, deshalb schloss ich aus, dass mein lieber bàba ein Dämon geworden war. Als man mir endlich die Todesursache meiner māma verriet, überlegte ich, ob es deshalb so lange gedauert hatte, bis sich auch meine Mutter mir zeigte. Aber eine Bestätigung dieser Theorie fand ich in den Schriften nicht.

2.

Wáng Bao gab sich wirklich alle erdenkliche Mühe, mir die Mutter zu ersetzen, wenn es ihr nur zum Teil gelang, lag es bestimmt nicht an ihr, sondern an meiner Sehnsucht nach meiner geliebten māma . Eigentlich hätte ich Wáng Bao ji mu , die chinesische Bezeichnung für Stiefmutter, nennen müssen, aber selbst Wáng Jun, der etwas zurückhaltender mir gegenüber war, verzichtete darauf, von mir ji fu – Stiefvater - genannt zu werden. Vielleicht deshalb, weil sie ja nicht wirklich meine Stiefeltern, sondern eher Pflegeeltern waren. Über Wáng Juns Zurückhaltung mir gegenüber machte ich mir keine großen Gedanken, denn schon, als er noch nicht Vaterstelle an mir vertrat, war es nicht anders gewesen. Männer könnten weniger ihre Gefühle zeigen, erklärte man mir.

Beide verhielten sich sehr respektvoll gegenüber meinen Eltern. So wurde ganz selbstverständlich am Tisch auch für meine māma und meinen bàba gedeckt, wie es in China üblich ist. Freilich blieben ihre Stühle leer, denn im Jenseits nahm man keine Nahrung mehr zu sich, wie ich schon damals überzeugt war. Auch fand ich Wáng Baos Idee, kleine Haushalts-gegenstände wie Mikrowelle oder Kühlschrank aus Papier zu basteln, um sie anschließend auf dem Altar meiner Eltern zu verbrennen, zwar rührend, aber doch recht seltsam.

»Das macht man so«, erklärte Wáng Bao, »den Toten soll es auf der anderen Seite an nichts mangeln. In Hong Kong und Taiwan gibt es extra Läden für die Gegenstände aus Papier. Da kann man die ungewöhnlichsten Dinge erhalten, auch Miniaturmöbel und Autos.«

Ich fand das beinahe lächerlich, auch wenn man nicht wusste, wie es auf der anderen Seite aussah, war ich ziemlich überzeugt davon, dass man dort keine Luxusgüter brauchte, aber ich wollte meinen neuen Geschwistern nicht den Spaß verderben und schwieg.

»Aber warum verbrennt man alles? Damit sind die Dinge doch verloren«, wollte ich schließlich wissen.

»Das Feuer dient als Transportmittel in die andere Welt«, sagte Wáng Bao, »das nennt man eine symbolische Handlung.«

Nun, mit symbolischen Handlungen konnte ich offensichtlich nicht viel anfangen. Vielleicht würde sich das ja später einmal ändern.

Mein bàba ging nach wie vor im Wohnwagen ein und aus. Wenn er nicht an meinem Bett oder mit uns am Tisch saß, lief er draußen umher, aber niemand außer ich schien ihn zu sehen. Noch immer sprach er nicht mit mir, aber manchmal hatte ich das Gefühl, er wolle mir etwas mitteilen, nur erreichte mich seine Botschaft nicht. Vielleicht konnte ich sie nur nicht hören? Bevor er ging, war sein Lächeln immer etwas trauriger als bei seiner Ankunft.

Da māma mich bisher nicht besucht hatte, wurde ich immer trauriger über diese Tatsache. Da kam der erste Juli, ein Datum, das in China eine ganz besondere Rolle spielt. Zhongyuan , das Fest der Toten, wird etwas zwiespältig aufgefasst. Der Umstand, dass sich alljährlich am ersten Tag des siebten Monats angeblich die Tore zum Jenseits öffnen, sorgt zum Teil für Unbehagen. Deshalb werden wichtige Ereignisse wie Hochzeiten oder Umzüge lieber auf einen anderen Termin gelegt. Andererseits soll den Besuchern aus der Schattenwelt etwas geboten werden. So bietet man auf den Straßen Snacks, bis hin zu üppigen Menüs, an und führt sogar kleine Opernstücke auf. Die Geister sollen sich am Tag ihres „Freigangs“ amüsieren, und es soll ihnen an nichts fehlen, um sie bei Laune zu halten.

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