»Dann stell mich den beiden mal vor, damit ich mich bedanken kann.«
Franziskus führt seine Mutter zu seinen Freunden. Felix hängt immer noch auf dem Ast und traut sich nicht mehr herunter.
»Das ist Max und da oben auf dem Ast, da sitzt Felix. Felix, du kannst jetzt wieder runterkommen. Ich habe meine Mutter wiedergefunden. Ich danke euch für eure Hilfe.«
»Das freut mich für dich. Aber ich trau mich nicht mehr runter.«
Mit einer Pfote hält sich Felix die Äugelein zu und mit der anderen klammert er sich an den Ast.
»Bleib da oben! Ich helfe dir.«
Flink klettert Franziskus den Baum hoch.
»So, und jetzt ganz langsam. Benutze deine Krallen, um dich an der Rinde festzuhalten ... gleich haben wir es geschafft.«
Felix ist sichtlich erleichtert, als er wieder festen Boden unter seinen vier Pfoten hat.
»Danke Franziskus. Ohne dich wäre ich nicht wieder herunter gekommen.«
»Nein ich habe zu danken. Ohne euch hätte ich nie meine Mutter wiedergefunden.«
»Ich möchte mich auch bedanken, dass ihr auf meinen Sohn aufgepasst habt. Wollt ihr noch mit zu uns kommen? Ich würde euch gern den Rest meiner Familie vorstellen. Na was haltet ihr davon?«
»Vielen Dank, aber wir müssen weiter«, sagt Felix, »wir haben noch einen langen Weg vor uns.«
»Ist schon in Ordnung. Aber wenn wir euch irgendwann mal helfen können, dann wisst ihr, wo ihr uns finden könnt. Ich wünsche euch noch viel Glück auf eurem Weg.«
Mit diesen Worten verabschiedet sich die Mutter von Franziskus, die kurz darauf mit ihrem Sohnemann im Wald verschwindet. Felix und Max sind wieder alleine.
»Was machen wir jetzt?«, fragt Max.
»Wir sollten aufbrechen, damit wir endlich aus dem Wald herauskommen.«
Und so machen sich unsere beiden Freunde wieder auf den Weg, zu neuen großen Abenteuern. Sie brauchen noch zwei ganze Tage, bevor sie aus dem Wald herauskommen und eine große, grüne Wiese betreten. In einiger Entfernung kann man fröhliche Musik hören.
»Komm Max, lass uns mal nachsehen, wo diese Musik herkommt.«
Bald schon kann man erkennen, was sich dort abspielt. Ein Zirkus schlägt gerade seine Zelte auf ...
Was werden Felix und Max wohl weiter erleben? Das erfahrt ihr in der nächsten Geschichte ...
Es gehört viel Arbeit dazu, ein Zirkuszelt zu errichten. Jeder muss dabei hart mit anpacken. Schon die Kleinsten helfen mit, auch gleich wenn sie noch nicht viel machen können. Im Moment ziehen die Männer die große Zirkusplane in die Höhe, was das Ende der schwersten Arbeit ankündigt. Danach sind nur noch kleine Dinge zu erledigen, bevor sich die Tore öffnen und die Zuschauer in Scharen in das Zelt strömen, um Clowns, Artisten, Dompteure und andere Attraktionen zu bewundern. Gegen Mittag sind alle mit ihrer Arbeit fertig und es beginnt die Zeit des Wartens. Am selben Abend will der Zirkus Maestrocelli seine erste Vorstellung geben. Eine Woche bleibt er dann noch an dieser Stelle, bis die Zelte wieder abgebrochen werden und man in die nächste Stadt weiterzieht.
Felix und Max sind gut vorangekommen und stehen jetzt in einiger Entfernung zum Zirkus. Felix beobachtet das bunte Treiben der Menschen. Natürlich berichtet er alles Max, was es zu sehen gibt.
»Du Max! Ich habe eine geniale Idee.«
Max macht ein besorgtes Gesicht.
»Ich kann mir schon vorstellen, was du vorhast und ich würde die Finger davon lassen.«
»Ach was, lass uns zum Zirkus gehen. Das wird bestimmt lustig.«
Kaum hat Felix das letzte Wort ausgesprochen, läuft er auch schon den Hügel hinunter. Max versucht den Anschluss an Felix nicht zu verlieren.
»Felix! Nicht so schnell. Ich komme kaum mit. Außerdem ist es immer noch ein schlechter Einfall von dir, denn mit den Menschen ist nicht zu spaßen. Glaube mir.«
Aber Felix hört nicht auf seinen Freund. Kurze Zeit später haben sie den Zirkus erreicht. Felix staunt über das große Zelt.
»Uiii! Ist das Zelt riesig. Vom Hügel sah so es doch so winzig aus. Lass uns mal reingehen. Ich möchte mir das mal von innen ansehen.«
»Felix, ich will lieber weg, bevor uns noch einer entdeckt.«
Doch die Warnung von Max kommt zu spät.
Plötzlich steht ein großer Mann vor den beiden.
»Na, wen haben wir denn da?«
Bevor Felix irgendetwas machen kann hat ihn der Mann schon hochgehoben. Max flüchtet sich hinter eine Tonne.
»Max! Hilfe! Lass mich los. Ich will nicht!«
Felix strampelt mit seinen Pfoten und faucht den Mann an.
»Na, na. Ganz ruhig. Ich tu dir ja nichts. War hier nicht gerade noch ein kleiner Maulwurf. Wo steckt er denn?«
Der Mann schaut sich um. Dann entdeckt er hinter der Tonne Max. Er geht auf ihn zu. Max zittert vor Angst und presst sich ganz fest gegen das Fass.
»Da bist du ja. Ist das dein Freund?«
Langsam streckt er die Hand in die Richtung, wo Max sitzt. Für Max ist das alles zu viel und er fällt in Ohnmacht.
Vorsichtig hebt ihn der Mann auf und trägt beide in seinen Wohnwagen. Dort setzt er sie auf einen großen Tisch und geht in die Küche. Felix, der immer noch misstrauisch ist, kümmert sich erst einmal um Max.
»He Max! Wach auf.«
Doch er rührt sich nicht. Deshalb schleckt Felix mit seiner Zunge über sein Gesicht und das zeigt seine Wirkung. Max wird langsam wieder wach.
»Was ist los? Wo bin ich?«
»Bleib ganz ruhig. Du bist vorhin in Ohnmacht gefallen und dann hat uns dieser Mensch in sein Haus auf Rädern mitgenommen.«
Langsam kann Max wieder einen klaren Gedanken fassen.
»Wo ist er hingegangen?«
»Ich weiß nicht.«
»Dann lass uns schnell verschwinden, bevor er zurückkommt!«
»Geht nicht. Die Tür ist verschlossen. Aber es scheint so, als ob der Mensch ganz freundlich ist. Lass uns noch ein bisschen warten.«
Max schüttelt den Kopf.
»Felix, du bist einfach unverbesserlich.«
Da kommt der Mann auch schon zurück.
In seiner Hand hält er eine Schale, die mit etwas Milch gefüllt ist. Er sieht zu Max.
»Ah, dein kleiner Freund ist wieder munter. Hier habe ich eine Schale Milch für euch. Ihr seht ja ganz hungrig aus. Ich hoffe ihr mögt Milch.«
Er stellt die Schale genau zwischen Felix und Max. Erst zieren sie sich noch ein wenig, dann gehen sie aber hin und schlecken die Milch. Es scheint ihnen sichtlich zu schmecken. Sie leeren die ganze Schale. Kein Tropfen bleibt mehr übrig. Beide setzen sich hin und halten ihre vollen Bäuchlein.
»Puh, das hat aber geschmeckt«, sagt Felix, als er über seinen Bauch streicht.«
»Ich bin auch pappsatt!«, entgegnet ihm Max, der seine Situation, in der er sich ja befindet, völlig vergessen hat.
»Ich sehe, es hat euch gemundet. Aber ich vergaß mich euch vorzustellen.«
Der Mann steht auf, zieht seinen Hut und verbeugt sich vor Felix und Max.
»Ich bin der große Hundini. Von Beruf Zauberer.«
Seine Mine verfinstert sich.
»Aber ich werde heute Abend wohl nicht auftreten können. Mir sind meine Tiere weggelaufen, und ohne die bin ich nur ein halber Zauberer.«
Hundini denkt nach und dabei kommt ihm eine Idee.
»Da fällt mir etwas ein. Wollt ihr nicht in meiner Nummer auftreten? Es macht viel Spaß und ihr würdet bei mir im Wohnwagen wohnen und hättet auch immer etwas zu essen. Na, was sagt ihr dazu?«
Felix schaut Max fragend an.
»Was meinst du? Wollen wir einige Zeit hier bleiben? Er scheint ja recht nett zu sein.«
Max schaut sich Hundini von oben bis unten ganz genau an.
»Na, ja! Vielleicht ist er ja wirklich nett. Wir könnten es ruhig mal probieren.«
Felix und Max stellen sich vor Hundini und nicken ganz heftig mit ihren Köpfchen.
»Ich danke euch. Das muss ich gleich dem Direktor erzählen. Wenn ich zurück bin erkläre ich euch die Tricks. Bis gleich.«
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